{"id":26249,"date":"2023-07-14T10:36:29","date_gmt":"2023-07-14T08:36:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/31320-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:36:32","modified_gmt":"2023-07-14T08:36:32","slug":"31320-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/31320-01\/","title":{"rendered":"Naturschutzfachliche Bedeutung aktuell frei werdender Milit\u00e4rfl\u00e4chen f\u00fcr die Umsetzung der Nationalen Biodiversit\u00e4tsstrategie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Sicherung von 125.000 ha naturschutzrelevanter Bundesfl\u00e4chen als Nationales Naturerbe (NNE) ist eine beispielhafte Erfolgsgeschichte des Naturschutzes der letzten Jahre. Trotz der bisherigen Erfolge zeichnet sich ab, dass die Sicherung weiterer Naturschutzfl\u00e4chen erforderlich ist. Hierbei handelt es sich um<br \/>\n&#8211; ehemalige Milit\u00e4rfl\u00e4chen, die bei der bisherigen NNE-Sicherung unber\u00fccksichtigt geblieben sind<br \/>\n&#8211; freiwerdende Konversionsfl\u00e4chen der Bundeswehr und der alliierten Streitkr\u00e4fte<br \/>\n&#8211; Bergbaufolgefl\u00e4chen in den L\u00e4ndern Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie<br \/>\n&#8211; BVVG-Fl\u00e4chen, die bei der bisherigen Fl\u00e4chenauswahl nicht ber\u00fccksichtigt werden konnten.<\/p>\n<p>Mit dem Projekt soll der Naturschutzwert der milit\u00e4rischen Liegenschaften sowie ihre Bedeutung im Rahmen des nationalen Biotopverbundes und der Hotspot-Regionen der biologischen Vielfalt recher-chiert und aufgearbeitet werden<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Umsetzung des Projektes erfolgte in drei Arbeitspaketen<br \/>\n1.\tFl\u00e4chenrecherche<br \/>\nIn einem ersten Schritt wurden die f\u00fcr die weitere NNE-Fl\u00e4chensicherung in Frage kommenden Gebiete lagegenau recherchiert und im GIS dargestellt. Bei den zu recherchierenden Fl\u00e4chen handelte es sich um<br \/>\nbisher im NNE noch nicht ber\u00fccksichtigte ehemalige Milit\u00e4rfl\u00e4chen<br \/>\nKonversionsfl\u00e4chen der Bundeswehr und der alliierten Streitkr\u00e4fte.<br \/>\n2.\tInformationsrecherche zu ausgew\u00e4hlten Fl\u00e4chen<br \/>\nF\u00fcr die in Arbeitspaket 1 ausgew\u00e4hlten Fl\u00e4chen erfolgte eine vertiefende Recherche. Lagen zu den Fl\u00e4-chen bereits Informationen in der online-Datenbank \u0084Naturschutz und Milit\u00e4r\u0093 vor, wurden diese aktuali-siert und vervollst\u00e4ndigt. Einige Fl\u00e4chen wurden komplett neu in die Datenbank aufgenommen \u0096 hierzu wurden zus\u00e4tzlich umfassende Basis-Informationen zu den Fl\u00e4chen recherchiert. Die digital aufbereiteten Fl\u00e4chenabgrenzungen wurden \u0096 soweit vorliegend \u0096mit Informationen<br \/>\nzum bundesweiten Biotopverbund,<br \/>\nzu den im Bundesprogramms Biologische Vielfalt ausgewiesenen Hotspot-Regionen und<br \/>\nzu den Eigentumsverh\u00e4ltnissen (wichtig v. a. f\u00fcr die Randbereiche der Milit\u00e4rfl\u00e4chen) verschnitten.<br \/>\n3.\tErstellung von Fl\u00e4chensteckbriefen mit Kartendarstellung<br \/>\nDie Ergebnisse aus Arbeitspaket 1 und 2 wurden in Form von einfachen Steckbriefen dargestellt. Dazu wurde die bestehende PDF-Funktion der Datenbank \u0084Naturschutz und Milit\u00e4r\u0093 genutzt und angepasst.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Fl\u00e4chenrecherche<br \/>\nIm Rahmen der Recherchen zu bisher noch nicht eigentumsrechtlich gesicherten naturschutzfachlich wertvollen Konversionsfl\u00e4chen konnten \u0096 in enger Abstimmung mit der Strategiegruppe Naturschutzfl\u00e4-chen des Deutschen Naturschutzrings (DNR) \u0096 37 Fl\u00e4chen mit einem Gesamtumfang von 33.784 ha identifiziert werden, die eine hohe bzw. sehr hohe Bedeutung f\u00fcr den Naturschutz besitzen und langfristig eigentumsrechtlich f\u00fcr den Naturschutz gesichert werden sollten. Weitere 13 Fl\u00e4chen befinden sich auf der \u0084Pr\u00fcfliste\u0093, deren Naturschutzwert noch nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt werden konnte. Die Recherche war u. a. Grundlage f\u00fcr die Benennung von min. 30.000 ha als 3. Tranche des NNE im Koalitionsvertrag von CDU\/CSU und SPD vom Herbst 2013. Bei weiteren drei naturschutzfachlich wertvollen Fl\u00e4chen (15.305 ha) ist langfristig eine (Teil-) Abgabe durch die Herabstufung vom Truppen\u00fcbungsplatz zum Standort\u00fcbungsplatz nicht auszuschlie\u00dfen. Zus\u00e4tzlich wurden drei \u00f6kologisch wertvolle Fl\u00e4chen (14.784 ha) identifiziert, die voraussichtlich bis zum Jahr 2020 von den britischen Streitkr\u00e4ften verlassen werden sollen. Damit k\u00f6nnte sich der Handlungsbedarf bei der langfristigen eigentumsrechtlichen Sicherung von Milit\u00e4rfl\u00e4chen in den kommenden Jahren noch deutlich erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Informationsrecherche zu ausgew\u00e4hlten Fl\u00e4chen<br \/>\nIm Projektverlauf wurden seit Mai 2013 insgesamt 19 Fl\u00e4chenumgrenzungen neu digitalisiert, mit natur-schutzfachlichen Kartengrundlagen verschnitten und der online-Datenbank hinzugef\u00fcgt. In 11 F\u00e4llen da-von wurden g\u00e4nzlich neue Fl\u00e4chen recherchiert und in der online-Datenbank angelegt, in den \u00fcbrigen acht F\u00e4llen waren bislang keine Fl\u00e4chenabgrenzungen in der Datenbank vorhanden.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen deutlich die naturschutzfachliche Bedeutung von Milit\u00e4rfl\u00e4chen: Von allen in der Datenbank \u0084Naturschutz und Milit\u00e4r\u0093 erfassten Gebieten mit Fl\u00e4chenabgrenzung liegen 47 % ganz oder teilweise in Fl\u00e4chen des nationalen Biotopverbundes bzw. bei rund 20 % kommt es zu \u00dcberschneidungen mit den Hotspot-Regionen der biologischen Vielfalt. Fokussiert man auf die f\u00fcr eine 3. Tranche des NNE geeigneten Fl\u00e4chen, dann liegt der Anteil sogar bei 51 % an Milit\u00e4rgebieten, die ganz oder teilweise in Fl\u00e4chen des Biotopverbundes liegen bzw. 19 % liegen ganz oder teilweise in Hotspot-Regionen. Zudem leisten die gro\u00dfen waldreichen Milit\u00e4rgebiete einen Beitrag zur Erreichung des 2 % Wildnis-Ziels bzw. f\u00fcr das 5 % -Ziel nutzungsfreier W\u00e4lder.<\/p>\n<p>Die Recherche der Eigentumsverh\u00e4ltnisse gestaltete sich schwierig. Im Projektverlauf konnten lediglich f\u00fcr vier Milit\u00e4rgebiete kostenfrei fl\u00e4chendeckend die Eigentumsverh\u00e4ltnisse erhalten werden.<\/p>\n<p>Erstellung von Fl\u00e4chensteckbriefen mit Kartendarstellung<br \/>\nDurch die PDF-Funktion erhalten Datenbanknutzer die M\u00f6glichkeit, sich die in der Datenbank enthaltenen Informationen individuell als einfachen Fl\u00e4chensteckbrief (PDF) generieren zu lassen. Somit k\u00f6nnen die Angaben kompakt abgespeichert werden. Da in der Datenbank Umgrenzungen der Milit\u00e4rfl\u00e4chen, der Schutzgebiete sowie \u0096 mit entsprechender Berechtigung \u0096 der Eigentumsverh\u00e4ltnisse angezeigt werden k\u00f6nnen, wurde auf die Bereitstellung von gesonderten Karten verzichtet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die projektbegleitende Informationsarbeit wurde auf mehreren Ebenen durchgef\u00fchrt, um relevante Akteu-re anzusprechen und auf das Projekt bzw. die Ergebnisse aufmerksam zu machen. Neben der Teilnahme an Veranstaltungen und Arbeitstreffen haben auch die intensiven Recherchen, die bei Naturschutz-beh\u00f6rden, -verb\u00e4nden und ehrenamtlichen Natursch\u00fctzern dazu gef\u00fchrt, dass das Projekt bundesweit bekannt wurde. Bei den Recherchen sind sehr gute Kontakte zu den einzelnen Naturschutzakteuren ent-standen.<\/p>\n<p>Zudem hat die gemeinsame Lobbyarbeit der gro\u00dfen deutschen Umweltverb\u00e4nde unter dem Dach der DNR-Strategiegruppe \u0096 koordiniert durch die Naturstiftung David \u0096 zur erfolgreichen Aufnahme des Nati-onalen Naturerbes in den Koalitionsvertrag von 2013 der aktuellen Bundesregierung gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Stets wurden auf der Homepage der Naturstiftung David Informationen zum Nationalen Naturerbe und zur Relevanz von Milit\u00e4rfl\u00e4chen f\u00fcr den Naturschutz unter den URLs: www.naturgebiete.de, www.naturstiftung.de\/NNE3 und www.naturstiftung.de\/militerdatenbank aktualisiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Anhand des Projektes konnte die Vorschlagsliste der Verb\u00e4nde zur 3. Tranche des Nationalen Naturer-bes aktualisiert werden. Dies war u. a. Grundlage f\u00fcr die Bezifferung von min. 30.000 ha der 3. Tranche im Koalitionsvertrag vom Herbst 2013. Damit ist ein erfolgreicher Abschluss des Projektes gegeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Sicherung von 125.000 ha naturschutzrelevanter Bundesfl\u00e4chen als Nationales Naturerbe (NNE) ist eine beispielhafte Erfolgsgeschichte des Naturschutzes der letzten Jahre. Trotz der bisherigen Erfolge zeichnet sich ab, dass die Sicherung weiterer Naturschutzfl\u00e4chen erforderlich ist. 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