{"id":26200,"date":"2023-07-13T15:29:45","date_gmt":"2023-07-13T13:29:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/31131-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:29:47","modified_gmt":"2023-07-13T13:29:47","slug":"31131-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/31131-01\/","title":{"rendered":"Untersuchung des Umweltentlastungspotenzials der Thomomat-Technologie am Beispiel der Eindickung von Kl\u00e4rschlamm aus der kommunalen Abwasserreinigung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Eine gute Eindickung von Kl\u00e4rschlamm ohne den Einsatz maschineller Eindicker und ohne Flockungsmittel f\u00fchrt zu erheblichen Kosteneinsparungen und kann es erm\u00f6glichen, bestehendes Faulraumvolumen zur Co-verg\u00e4rung zu nutzen und somit  zur regenerativen Energiegewinnung beizutragen.<br \/>\nVon Herrn Dieter Thom wurde f\u00fcr die verbesserte Abscheidung von \u00d6l-Wasser-Gemischen ein Ger\u00e4t (Thomomat) entwickelt, welches auch bei \u00dcberschussschl\u00e4mmen den Absetzvorgang deutlich beschleu-nigen und zu wesentlich h\u00f6here Feststoffkonzentrationen f\u00fchren sollte.<br \/>\nIm Rahmen des Projektes sollten systematische Vorversuche zur Wirkung des Thomomaten auf die Schlammeindickung durchgef\u00fchrt werden. Ziel war es, in einem gro\u00dftechnischen Standeindicker im Batch- Betrieb die Eindickwirkung mit und ohne Einsatz der Thomomat-Technologie zu vergleichen. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Versuche wurden in drei Versuchsreihen unterteilt, bei denen jeweils mehrere Chargen (Versuchs-phasen) ohne Einsatz des Thomomaten (Referenzversuche) und mit Einsatz des Thomomaten untersucht wurden, um im Jahresverlauf schwankende Schlammeigenschaften und \u00c4nderungen der Abwas-serzusammensetzung mit zu erfassen. In der jeweils ersten Versuchsphase wurde die Eindickleistung ohne Einsatz des Thomomaten ermittelt (Referenzwerte) und mit der bei Einsatz des Thomomaten ver-gleichen.<br \/>\nDazu wurde der Voreindicker des Lehr- und Versuchskl\u00e4rwerks der Universit\u00e4t Stuttgart mit \u00dcberschuss-schlamm beschickt. Nach Erreichen der erforderlichen F\u00fcllung wurde die Beschickung gestoppt und der Schlamm setzte sich 12 Stunden lang ab. Abgesetzter Schlamm und \u00dcberstandswasser wurden getrennt abgezogen und untersucht. Der gleiche Versuchsablauf erfolgte dann mit Einsatz des Thomomaten.<br \/>\nNach Aussage des Erfinders bewirkte der Thomomat einen \u0084Memory-Effekt\u0093, d.h. nach Einsatz des Tho-momaten sollte die verbesserte Absetzwirkung auch ohne erneutes Anschalten des Ger\u00e4tes f\u00fcr einige Tage anhalten. Daher sollten nach Untersuchung der Wirkung des Thomomaten noch weitere Versuche durchgef\u00fchrt werden, um diesen \u0084Langzeiteffekt\u0093 zu untersuchen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Versuche wurden in einem Zeitraum von etwa einem halben Jahr durchgef\u00fchrt, in dem der Schlam-mindex als Ma\u00df f\u00fcr die Absetzf\u00e4higkeit von 140 ml\/l auf unter 80 ml\/l absank. Die Referenzversuche und die Versuche mit dem Thomomaten ohne Schwefels\u00e4ureeinsatz wurden im Zeitraum M\u00e4rz\/April 2013 bei relativ konstantem Schlammindex (ISV) von 100 &#8211; 120 ml\/l durchgef\u00fchrt, w\u00e4hrend die Versuche mit Schwefels\u00e4ure im Juli durchgef\u00fchrt wurden, wo der Schlammindex mit 80 bis 90 ml\/l deutlich niedriger lag und somit auch ohne Thomomat von einer besseren Eindickf\u00e4higkeit ausgegangen werden konnte. Dies zeigte sich bereits in der h\u00f6heren Feststoff-Konzentration des \u00dcberschussschlammes.<br \/>\nWeiterhin wurde untersucht, ob die Konzentrationen an organischen Stoffen und N\u00e4hrstoffen im Tr\u00fcb-wasser durch den Thomomaten beeinflusst wurden. Sowohl f\u00fcr Stickstoff und Phosphor als auch f\u00fcr den Parameter CSB ergibt sich kein signifikanter Einfluss des Thomomaten. Die Schwankungen der Messwerte wurden durch die Probenahme und den Schwimmschlamm st\u00e4rker beeinflusst als durch den Thomomaten. <\/p>\n<p>Durch den Einsatz des Thomomat konnte keine eindeutige Verbesserung der Absetzbarkeit nachgewie-sen werden. Zwar wird die Feststoffkonzentration im Tr\u00fcbwasser (1 m Tiefe) etwas geringer, aber der Eindickvorgang wird dadurch nicht verbessert. Im Schlamm sind keine h\u00f6heren Konzentrationen nach-weisbar. Auch die Zugabe von Schwefels\u00e4ure in die Lanzenspitze f\u00fchrt nicht zu einer wesentlichen Ver-\u00e4nderung. Die Schwankungen in der Absetzbarkeit im Versuchszeitraum sind dabei allerdings sehr hoch. Da die Versuche nicht parallel mit demselben Schlamm durchgef\u00fchrt werden konnten, bestand die Unsi-cherheit, dass Schwankungen im ISV sich auf die Ergebnisse auswirkten. W\u00e4hrend des Hauptversuchs-zeitraums ver\u00e4nderte sich der ISV nicht wesentlich, aber hin zu einer besseren Absetzbarkeit. Die Ver-suchsergebnisse sollten dadurch positiv beeinflusst werden.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse f\u00fcr die Feststoffgehalte in Tr\u00fcbwasser und abgesetztem Schlamm lagen im f\u00fcr statische Schlammeindicker \u00fcblichen Schwankungsbereich. Signifikante Ver\u00e4nderungen, wie sie z.B. durch ma-schinelle Eindickung erreicht werden k\u00f6nnen, konnten nicht festgestellt werden. <\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ziel der Untersuchungen war es, die postulierte positive Wirkung des Thomomaten auf die Schlammein-dickung zu untersuchen. Vom Hersteller wurden deutlich bessere Eindickprozesse vermutet, die mit de-nen einer maschinellen \u00dcberschussschlammeindickung vergleichbar sein sollten. Dies konnte in keiner Versuchsphase und nicht ann\u00e4hernd best\u00e4tigt werden. Der in den verschiedenen Versuchsreihen erzielte Feststoffgehalt nach Eindickung schwankte mit und ohne Thomomat in einem f\u00fcr die statische Eindi-ckung \u00fcblichen Bereich. Somit sind durch den Einsatz des Thomomaten auch keine signifikanten Kos-tenvorteile zu erwarten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Eine gute Eindickung von Kl\u00e4rschlamm ohne den Einsatz maschineller Eindicker und ohne Flockungsmittel f\u00fchrt zu erheblichen Kosteneinsparungen und kann es erm\u00f6glichen, bestehendes Faulraumvolumen zur Co-verg\u00e4rung zu nutzen und somit zur regenerativen Energiegewinnung beizutragen. 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