{"id":26104,"date":"2023-07-23T10:32:10","date_gmt":"2023-07-23T08:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/30787-01\/"},"modified":"2023-07-23T10:32:12","modified_gmt":"2023-07-23T08:32:12","slug":"30787-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/30787-01\/","title":{"rendered":"Wildnis in der Stadt &#8211; Kommunikation und Entwicklung urbaner Wildnis als Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Wilde Natur ist bereits in st\u00e4dtischen Gebieten vorhanden, oft unbemerkt, oft aber auch von der Bev\u00f6lkerung wegen vermeintlicher \u0084Verwilderung\u0093 abgelehnt. Das Projekt macht die Schaffung und Sicherung von \u0084Wildnis\u0093-Fl\u00e4chen im urbanen Bereich, die Erprobung von Ans\u00e4tzen f\u00fcr ihr Management und in seinem Kern vor allem deren Kommunikation \u0096 auch mit Elementen der informellen Umweltbildung &#8211;  zum Thema.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einer inhaltlich-konzeptionellen Recherche wurden zun\u00e4chst bereits bestehende urbane Wildnis-Ans\u00e4tze erfasst. F\u00fcr Deutschland wurde eine umfassende Erfassung der bestehenden Ans\u00e4tze zur Schaffung von Wildnis aus 2. Hand auf Fl\u00e4chen in st\u00e4dtischem kommunalem Eigentum, d. h. eine stadtnahe nat\u00fcrliche Entwicklung von \u0084losgelassenen\u0093 Fl\u00e4chen, die sich selbst \u00fcberlassen bleiben, vorgenommen. Dabei wurden Beispiele f\u00fcr gelungene und vorbildhafte Wildnis-Management- und Kommunikations-Ans\u00e4tze in St\u00e4dten mit Schwerpunkt auf Deutschland, aber auch internationale Beispiele aus verschiedenen Kontinenten gesammelt und aufgearbeitet.<br \/>\nVier im Vorfeld identifizierte Modellst\u00e4dte wurden durch die DUH bei der Erarbeitung von Managementpl\u00e4nen, vor allem aber bei der Entwicklung tragf\u00e4higer Kommunikationskonzepte f\u00fcr die ausgew\u00e4hlten Fl\u00e4chen unterst\u00fctzend begleitet. Im Rahmen von je zwei Vor-Ort-Workshops wurden die konkreten Ma\u00dfnahmen und Ans\u00e4tze vor Ort beleuchtet und bei Bedarf \u00fcberarbeitet.<br \/>\nAlle praktischen Ergebnisse der Begleitung der Modellst\u00e4dte in Management und Kommunikation ihrer Wildnis-Fl\u00e4chen sowie die Ergebnisse der Workshops wurden gemeinsam mit den vier Modellst\u00e4dten aufgearbeitet und in einem Perspektivpapier zusammengefasst. Auf einem eint\u00e4gigen Abschlussworkshop mit fast 70 vorwiegend kommunalen Teilnehmern wurden diese vorgestellt und diskutiert, um die \u00dcbertragbarkeit auf andere St\u00e4dte zu \u00fcberpr\u00fcfen und sicherzustellen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Aktivit\u00e4ten in den Modellst\u00e4dten<\/p>\n<p>Arnsberg: Die Ruhr und die angrenzenden neu geschaffenen Auebereiche haben sich nach den vorgenommenen Renaturierungsma\u00dfnahmen nat\u00fcrlich entwickelt. Aus den Erfahrungen und dem Zuspruch aus der Bev\u00f6lkerung ist ersichtlich, dass das Erleben der st\u00e4dtischen Flusslandschaft von gro\u00dfer Bedeutung ist. Anfang 2015 hatte sich der Arbeitskreis \u0084Wildnis in der Stadt\u0093 (AK) aus Vertretern des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes, des Angelsports, der Senioren, der Jugendlichen und weiterer interessierter B\u00fcrger gebildet. Der AK entwickelte ein Nutzungs- und Pflegekonzept insbesondere f\u00fcr den Renaturierungsabschnitt Binnerfeld, dessen Umsetzung noch w\u00e4hrend der Projektlaufzeit begonnen wurde und bei entsprechender Mittelverf\u00fcgbarkeit in den n\u00e4chsten Jahren fortgesetzt werden soll.<\/p>\n<p>Berlin: Nach Sondierungen in verschiedenen Stadtbezirken gemeinsam mit der Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung und Umweltschutz wurde im Fr\u00fchjahr 2015 das Gebiet Tiefwerder Wiesen im Bezirk Spandau als Projektfl\u00e4che ausgew\u00e4hlt. Die Tiefwerder Wiesen sind das letzte Feuchtwiesengebiet im Bereich der Berliner Unterhavel und liegen auch noch heute im \u00dcberschwemmungsbereich der Havel. Seit Mai 2011 wird die Fl\u00e4che mit Wasserb\u00fcffeln beweidet. Im Rahmen des Projekts wurden mit modernen Kommunikationsmitteln Informationen zu den besonderen Tierarten, zu Naturschutz und Wildnisentwicklung in der Stadt und zum Verhalten im Landschaftsschutzgebiet entwickelt und ein mobiler Tagging-Weg eingerichtet worden.<\/p>\n<p>Gelsenkirchen: Im Mittelpunkt stand die Erschlie\u00dfung des Brachgel\u00e4ndes der ehemaligen Zeche Hugo als \u0084Biomassepark Hugo\u0093. Ein vorhandenes Strukturkonzept wurde weiterentwickelt und um Wildnisans\u00e4tze und Umweltbildungsma\u00dfnahmen erweitert sowie eine Workshopreihe unter Beteiligung formeller und informeller Bildungsanbieter vor Ort initiiert. Im Rahmen dieser Beteiligung entwickelten die beteiligten Gruppen die Gestaltung und Nutzung weitl\u00e4ufiger &#8220;Aneignungsfl\u00e4chen&#8221; entwickelt und \u00fcbernahmen dauerhaft die Verantwortung f\u00fcr thematische Bereiche und Teilfl\u00e4chen. Der Park wurde am 25. Juni 2016 offiziell er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Leipzig: Die Stadt setzte vor allem auf das Erlebbarmachen und Inszenieren von \u0084wilden Orten\u0093, um den Wert solcher Stadtr\u00e4ume zu thematisieren. Im Sommer 2015 boten K\u00fcnstler im Rahmen der Naturschutzwoche thematische Spazierg\u00e4nge zu verschiedensten solcher \u0084wilden Orte\u0093 im Stadtgebiet an. Diese Spazierg\u00e4nge, Stadtwildnis als Thema im Leipziger Gartenprogramm und ein Fotowettbewerb schufen ganz neue Zug\u00e4nge zu und Blickweisen auf meist spontan entstandene Stadtwildnis. Erg\u00e4nzend wurde der Gr\u00fcne Bogen Paunsdorf als einer der Leipziger \u0084Wilden Orte\u0093 weiterentwickelt, wo rund um eine Plattenbausiedlung im Nordosten der Stadt seit einigen Jahren auf Brachfl\u00e4chen eine vielf\u00e4ltige Erholungslandschaft mit dem ganzen Spektrum von \u0084Park\u0093 bis \u0084Wildnis\u0093 entsteht. Derzeit wird der Ringschluss des Gr\u00fcnen Bogens angestrebt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Auf der Homepage der Deutschen Umwelthilfe e.V. wird das Projekt im Themenbereich \u0084Urbane Wildnis\u0093 vorgestellt, siehe http:\/\/www.duh.de\/stadtwildnis.html. In verschiedenen bundesweit erscheinenden Zeitschriften wurden das Projekt \u0084Wildnis in der Stadt\u0093, die Bausteine und erste praktische Ans\u00e4tze der Modellst\u00e4dte zur Akzeptanz und Vermittlung urbaner Wildnis-R\u00e4ume vorgestellt und auf Veranstaltungen pr\u00e4sentiert. Die vier Modellst\u00e4dte \u00fcbernahmen selbst die \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu ihren konkreten Wildnisaktivit\u00e4ten. Die Presse griff die Projekte zum Teil rege auf, je nach Bedarf wurden Flyer erstellt und\/oder im Internet berichtet. In Leipzig war das Thema im Sommer 2015 besonders pr\u00e4sent, als \u0084Wildnis in der Stadt\u0093 Kernthema der Naturschutzwoche und des Leipziger Fotomarathons war. Die Erfahrungen aus den Modellst\u00e4dten wurden in einem Perspektivpapier zusammengestellt und unter dem Titel \u0084Perspektiven f\u00fcr Wildnis in der Stadt \u0096 Naturentwicklung in urbanen R\u00e4umen zulassen und kommunizieren\u0093 im November 2016 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit den vier st\u00e4dtischen Projekten ergibt sich ein buntes Bild von der Vielfalt st\u00e4dtischer Wildnis und wie sie erlebbar gemacht und kommuniziert werden kann. Das Perspektivpapier ist in enger Zusammenarbeit mit den vier Modellst\u00e4dten entstanden, deren Erfahrungen und Stolpersteine eingeflossen sind. Es deckt zahlreiche mit Stadtwildnis im Zusammenhang stehende Fragestellungen umfassend ab, wovon viele St\u00e4dte in Deutschland profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Wilde Natur ist bereits in st\u00e4dtischen Gebieten vorhanden, oft unbemerkt, oft aber auch von der Bev\u00f6lkerung wegen vermeintlicher \u0084Verwilderung\u0093 abgelehnt. Das Projekt macht die Schaffung und Sicherung von \u0084Wildnis\u0093-Fl\u00e4chen im urbanen Bereich, die Erprobung von Ans\u00e4tzen f\u00fcr ihr Management und in seinem Kern vor allem deren Kommunikation \u0096 auch mit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[58,2422,50,2423],"class_list":["post-26104","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-berlin","tag-landnutzung","tag-naturschutz","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"30787\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"","dbu_projektdatenbank_bsumme":"115.380,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH)\nBundesgesch\u00e4ftsstelle Berlin\nLeiter Naturschutz","dbu_projektdatenbank_strasse":"Hackescher Markt 4","dbu_projektdatenbank_plz_str":"10178","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Berlin","dbu_projektdatenbank_p_von":"2014-02-07 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2016-12-31 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 11 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0 30\/2 40 08 67-13","dbu_projektdatenbank_inet":"www.duh.de","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Berlin","dbu_projektdatenbank_foerderber":"134","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-30787.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/26104","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/26104\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43232,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/26104\/revisions\/43232"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}