{"id":26039,"date":"2023-08-14T10:32:01","date_gmt":"2023-08-14T08:32:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/28878-02\/"},"modified":"2023-08-14T10:32:02","modified_gmt":"2023-08-14T08:32:02","slug":"28878-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/28878-02\/","title":{"rendered":"Weiterentwicklung eines im Untergrund versenkbaren und bei Hochwasser ausklappbaren Stauwandsystems mit flexiblem Drahtnetz und Folie (2. Phase)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die patentierte AquaWand ist ein im Untergrund versenkbares und bei Hochwasser ausklappbares Stauwandsystem mit flexiblem Drahtnetz und Folie. Die AquaWand wurde im Rahmen des Gesamtprojektes im technischen Ma\u00dfstab 1:1 in der Versuchsanlage der Technischen Universit\u00e4t Hamburg-Harburg eingebaut und von der Technischen Universit\u00e4t Hamburg-Harburg auf die grundlegende Eignung hin \u00fcberpr\u00fcft. Anschlie\u00dfend wurde sie nach den Vorgaben des BWK-Merkblattes Mobile Hochwasserschutzsysteme &#8211; Grundlagen f\u00fcr Planung und Einsatz und weiterer Standards testiert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der ersten Projektphase entstand ein erstes Funktionsmodell. Dieses zeigte alle AquaWand-Typen mit den einzelnen Stauh\u00f6hen von 0,60 m bis 1,50 m und verschiedenen Extrateilen. Das Modell erm\u00f6glichte anschaulich Auf- und Abbauversuche sowie das Zusammenspiel der einzelnen Baukomponenten.<br \/>\nIn der zweiten Phase wurde die AquaWand im technischen Ma\u00dfstab mit einer L\u00e4nge von 18 m vorab ohne Wasser auf einem Gel\u00e4nde \u00fcberpr\u00fcft und optimiert. Die AquaWand wurde danach in die Versuchsanlage der Technischen Universit\u00e4t Hamburg-Harburg transportiert und dort eingebaut. Das System wurde nach den Vorgaben des BWK-Merkblattes Mobile Hochwasserschutzsysteme, dem englischen Standard PAS 1188-4 und dem amerikanischen Standard FM Approval 2510 in der Versuchsanlage grundlegend \u00fcberpr\u00fcft, weiterentwickelt und testiert.<br \/>\nIm Ergebnis sollten die Dokumentationen, technischen Datenbl\u00e4tter und weitere Informationsmaterialien f\u00fcr die AquaWand stehen, um diese direkt einsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mobile Systeme f\u00fcr den Schutz vor Hochwasser und Sturzfluten haben bestimmte Nachteile: geringe Vorwarnzeiten reichen f\u00fcr eine rechtzeitige Betriebsbereitschaft oft nicht aus, es gibt nicht l\u00f6sbare konstruktive Schwierigkeiten, es k\u00f6nnen ereignisbedingt un\u00fcberwindbare logistische Probleme auftreten und immer verbleibt ein Restrisiko. 2007 f\u00f6rderte die DBU mit der aus einer Bodenrinne ausklapp-\/ hochziehbaren Hochwasserschutzwand von Herrn Wibbeler ein erstes quasi station\u00e4res Hochwasserschutzsystem (AZ 22985\/01-\/02). Hauptkomponenten dieses Systems waren Dammbalkenprofile, die allerdings bei Anpralllasten Schw\u00e4chen in den Dichtungsbereichen zeigten. Wandsysteme, die sicheren Schutz vor Hochwasser bieten, in kurzen Reaktionszeiten aufgebaut werden k\u00f6nnen und in Zeiten ohne Gef\u00e4hrdung nicht zu sehen sind, sind daher w\u00fcnschenswert. <\/p>\n<p>Im zweiphasigen Projekt wurde die Aqua-Wand f\u00fcr den Hochwasserschutz konzipiert, gebaut, verbessert und testiert. Die AquaWand besteht aus Pfosten, flexiblem Drahtnetz und Folie, die in einem Betonkanal, welcher beispielsweise Teil eines B\u00fcrgersteiges sein kann, verankert und gelagert sind. Im Bedarfsfall werden die Bodendeckel ge\u00f6ffnet und die Pfosten hochgeklappt. Das Drahtnetz und die Folie werden davor gespannt, so dass in kurzer Zeit effektiv vor Hochwasser gesch\u00fctzt werden kann. Mit der erstmaligen Kombination von Dichtungsbahn und Stahlseilnetz sowie der gro\u00dfen Funktionalit\u00e4t und Flexibilit\u00e4t k\u00f6nnen sehr strenge internationale Pr\u00fcfstandards eingehalten werden. Die Zertifizierung war sowohl f\u00fcr den Hersteller als auch f\u00fcr den Auftraggeber und Anwender der Schutzvorrichtungen von gro\u00dfer Bedeutung, weil nur derartige Systeme von den Schadensversicherungsgesellschaften anerkannt werden.<br \/>\nBei einem Hochwassereinsatz ist die 18 m lange AquaWand mit zwei Personen in 14 Minuten aufgebaut. Nach dem Einsatz wird die AquaWand wieder in dem Betonkanal verstaut. Da kein Lager, keine Transportlogistik, keine losen Teile und kein spezielles Werkzeug ben\u00f6tigt werden, wird nicht nur ein wirtschaftlicher Hochwasserschutz geboten, sondern auch ein einfacher Aufbau erm\u00f6glicht, so dass sogar bei widrigen Wetterverh\u00e4ltnissen (Eis und Schnee) das System einfach und z\u00fcgig aufzubauen ist.<br \/>\nIn Zusammenarbeit mit dem Institut f\u00fcr Wasserbau der TUHH wurde die eingebaute AquaWand wissenschaftlich gepr\u00fcft und nach BWK-Vorgaben und den weiteren internationalen Standards testiert.<br \/>\nGemeinsam mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern der Universit\u00e4t sind Aufbau-, Leckage- und Aufprall-Versuche mit einem Treibgutb\u00fcndel in dem Testbecken durchgef\u00fchrt worden. Alle Ergebnisse der Untersuchung sind in einem Pr\u00fcfbericht zusammengefasst.<br \/>\nDie wichtigsten Ergebnisse beim Dichtigkeitstest sind eine sehr geringe Leckagemenge und bei der Stabilit\u00e4t das Nichtversagen des Systems trotz hoher mehrfacher Anprallbelastung. Durch die umfangreichen Tests hat das mobile Hochwasserschutzsystem seine hohe Leistungsf\u00e4higkeit bewiesen und die gesteckten Anforderungen vollst\u00e4ndig erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die AquaWand wurde im Juli 2012 und November 2012 einem Fachpublikum in der Versuchsanlage der TU HH vorgef\u00fchrt. Im August 2012 auf den M\u00fcnsteraner Wassertagen der Fachhochschule M\u00fcnster, auf der FLOODrisk &#8211; Konferenz in Rotterdam im November 2012 sowie auf der IWASA im Januar 2013 in Aachen pr\u00e4sentierte Herr Wibbeler das Projekt der \u00d6ffentlichkeit mit kleinen Modellen und Videos. Weiterhin erschienen Beitr\u00e4ge in verschiedenen Fachzeitschriften \u00fcber die AquaWand mit dem SMARTeST-Pr\u00fcfverfahren.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die installierte AquaWand in der Versuchsanlage stellte unter Beweis, dass das System neben der Schnelligkeit im Aufbau auch eine hohe Stabilit\u00e4t und Sicherheit w\u00e4hrend der Treibgutversuche vorweisen kann. Das SMARTeST-Verfahren hat in den einzelnen Tests die Stabilit\u00e4tsprognosen und vorherigen Berechnungen eindrucksvoll best\u00e4tigt. Im Rahmen von Vorf\u00fchrungen auf der Versuchsanlage der TU Hamburg-Harburg wurde das Fachpublikum f\u00fcr einen schnellen und ohne Lager und Logistik auskommenden Hochwasserschutz sensibilisiert. Die neue mobile Hochwasserschutzwand verdeutlicht, dass mit dem System vor allem Logistik und Personaleinsatz minimiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die patentierte AquaWand ist ein im Untergrund versenkbares und bei Hochwasser ausklappbares Stauwandsystem mit flexiblem Drahtnetz und Folie. Die AquaWand wurde im Rahmen des Gesamtprojektes im technischen Ma\u00dfstab 1:1 in der Versuchsanlage der Technischen Universit\u00e4t Hamburg-Harburg eingebaut und von der Technischen Universit\u00e4t Hamburg-Harburg auf die grundlegende Eignung hin \u00fcberpr\u00fcft. 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