{"id":26004,"date":"2023-07-13T15:29:25","date_gmt":"2023-07-13T13:29:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/30438-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:29:26","modified_gmt":"2023-07-13T13:29:26","slug":"30438-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/30438-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Ressourcenstrategien in Unternehmen: Identifikation kritischer Rohstoffe und Erarbeitung von Handlungsempfehlungen zur Umsetzung einer ressourceneffizienten Produktion"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Technologieunternehmen sind auf die Verf\u00fcgbarkeit kritischer Rohstoffe auf besondere Weise angewiesen. So enthalten funktionale Baugruppen, wie sie z. B. in Steuerger\u00e4ten oder elektronischen Schaltungen verbaut sind, heute bis zu 60 verschiedene Elemente. Die Verf\u00fcgbarkeit entsprechender Rohstoffe ist oftmals begrenzt, ihr Vorkommen auf wenige Regionen beschr\u00e4nkt. Dar\u00fcber hinaus ist die F\u00f6rderung und Verarbeitung der Rohstoffe oft mit signifikanten \u00f6kologischen und sozialen Risiken verbunden. Vor diesem Hintergrund ist es gerade f\u00fcr Technologieunternehmen von zentraler Bedeutung, dezidierte Informationen \u00fcber die eingesetzten Rohstoffe bzw. deren Kritikalit\u00e4t zu erhalten. Aufgrund der \u00fcblicherweise niedrigen Wertsch\u00f6pfungstiefe haben aber insbesondere technologieorientierte KMUs oftmals keine oder unvollst\u00e4ndige Kenntnisse \u00fcber die Zusammensetzung ihrer Produkte oder Ersatzteile. Selbst wenn diese Informationen bekannt sind, so ist die Bewertung der Kritikalit\u00e4t der Rohstoffe aufgrund ihres mehrdimensionalen (\u00f6konomische, \u00f6kologische und soziale Kriterien) und dynamischen Charakters (Erschlie\u00dfung neuer F\u00f6rdergebiete, Entwicklung neuer Recyclingtechnologien) oftmals unzureichend. <\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund wird in dem vorliegenden Projekt zusammen mit zwei KMUs aus der Metall- und Elektroindustrie 1.) ein Vorgehensmodell zur Identifikation kritischer Inhaltsstoffe, 2.) ein Modul zur \u00f6konomischen, \u00f6kologischen und sozialen Kritikalit\u00e4tsbewertung sowie 3.) ein Leitfaden zur Analyse und Bewertung betrieblicher Handlungsoptionen (z.B. langfristige Liefervertr\u00e4ge, Lagerhaltung, Substitution und\/oder Remanufacturing\/Recycling) konzipiert und exemplarisch f\u00fcr KMUs evaluiert.<\/p>\n<p>Das Gesamtziel des Forschungsvorhabens liegt in der Entwicklung und Evaluierung eines Leitfadens zur Umsetzung einer anwendungsorientierten und nachhaltigen Ressourcenstrategie. Das Format des Leitfadens ist dabei so gew\u00e4hlt, dass die KMUs nach Projektende die Bewertung ihrer strategischen Ressourcen selbst\u00e4ndig durchf\u00fchren bzw. aktualisieren k\u00f6nnen. Dies wird dadurch gew\u00e4hrleistet, dass die Bewertung haupts\u00e4chlich auf allgemeinzug\u00e4nglichen Datenquellen aufbaut, welche durch anerkannte Institutionen (z. B. Weltbank, United States Geological Survey) regelm\u00e4\u00dfig aktualisiert werden. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Arbeitsplan enth\u00e4lt vier Arbeitspakete, von denen gem\u00e4\u00df Projektplan im Jahr 2013 im Wesentlichen AP 1 und AP 2 bearbeitet wurden. <\/p>\n<p>Gegenstand von Arbeitspaket 1 ist die Konzeption eines Kritikalit\u00e4tsassessments, welches einen Bewertungsrahmen f\u00fcr die einzelnen Bauteile bzw. die darin enthaltenen Rohstoffe umfasst. Die Bewertung beruht dabei auf \u00f6konomischen, \u00f6kologischen und sozialen Kriterien. <\/p>\n<p>Ziel des Arbeitspakets 2 ist die Erarbeitung eines Vorgehensmodells zur Identifikation potentiell kritischer Inhaltsstoffe. Diese umfasst sowohl die Analyse betrieblicher Daten (Materialstammdaten, St\u00fccklisten, Entwicklungsinformationen, Datenbl\u00e4tter einzelner Bauteile) als auch \u00fcberbetrieblicher Daten (Recherchearbeit in Fachliteratur, Internet und Datenbanken) sowie Laboruntersuchungen. <\/p>\n<p>Auf Basis der Identifikation von Inhaltsstoffen sowie deren Kritikalit\u00e4tsbewertung wird im weiteren Projektverlauf in Arbeitspaket 3 der Leitfaden zur Analyse und Bewertung potentieller Handlungsalternativen konkretisiert. <\/p>\n<p>Arbeitspaket 4 umfasst die Evaluierung, Pr\u00e4sentation und Dokumentation des Projekts. Ma\u00dfnahmen, die unter den Bereich \u0084\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation\u0093 fallen, sind im Folgenden unten dargestellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr die Entwicklung eines Leitfadens zur Umsetzung von nachhaltigen Ressourcenstrategien in Unternehmen ist die Analyse potenziell kritischer Inhaltsstoffe auf Rohstoff- bzw. Elementebene. Prinzipiell stehen hierf\u00fcr eine Auswertung interner ERP-Daten, die Analyse verf\u00fcgbarer Produktbeschreibungen bzw. Datenbl\u00e4tter, eine Analyse der Lieferkette sowie Datenbank-, Literatur- und Internetrecherchen und Laboranalysen zur Verf\u00fcgung. Aus Effizienzgr\u00fcnden empfiehlt sich vorab eine Eingrenzung der zu betrachtenden Vorprodukte und Betriebsstoffe auf Basis eines strukturierten Expertengespr\u00e4chs. Dabei sind, soweit m\u00f6glich, Referenzteile basierend auf einer Analyse von Teilefamilien f\u00fcr die sp\u00e4tere Untersuchung zu bestimmen. Sind potenziell kritische Inhaltsstoffe nicht aus den ERP- und Entwicklungsdaten zu extrahieren, empfiehlt sich zur weiteren Eingrenzung eine Datenblatt-\/Literatur- bzw. Internetrecherche. F\u00fcr eine umfassende Analyse der Inhaltsstoffe erscheint eine Laboranalyse unerl\u00e4sslich. Hierf\u00fcr bietet sich die energiedispersive R\u00f6ntgenspektroskopie (EDX) zur schnellen und zerst\u00f6rungsfreien Elementanalyse an. <\/p>\n<p>Bei der Bewertung der identifizierten Rohstoffe ist mit besonderem Augenmerk auf die Verf\u00fcgbarkeit entsprechender Rohdaten bzw. deren Verl\u00e4sslichkeit zu achten. Dementsprechend empfehlen sich f\u00fcr die \u00f6konomische Bewertung Indikatoren wie die L\u00e4nderkonzentration (HHI), die Statische Reichweite, die Bedeutung der Koppelproduktion, die Politische Stabilit\u00e4t (WGI), die Unternehmenskonzentration und die Recyclingquote. Entsprechende Basisdaten werden vom United States Geological Survey (USGS), der Raw Material Group bzw. der Weltbank zur Verf\u00fcgung gestellt und k\u00f6nnen prinzipiell f\u00fcr Prim\u00e4r- und Sekund\u00e4rrohstoffe bzw. f\u00fcr den \u0084Mining\u0093- und \u0084Refining-Sektor\u0093 berechnet werden. F\u00fcr die \u00f6kologische Bewertung wird die ReCiPe-Methode vorgeschlagen. Die dabei ber\u00fccksichtigten Schutzbereiche (\u0084Endpoints\u0093) betreffen die menschliche Gesundheit und den Erhalt der Biodiversit\u00e4t. Die f\u00fcr die Bewertung ben\u00f6tigten Daten k\u00f6nnen etwa der \u0084Ecoinvent\u0093-Datenbank entnommen werden. Die Bewertung der sozialen Dimension sowie die Aggregation der einzelnen Kritikalit\u00e4tswerte sind Gegenstand der weiteren Forschung. Erfordert die Bewertung der sozialen Dimension die Verifizierung der Regularien des \u0084Dodd-Frank-Acts\u0093, ist eine entsprechende Lieferkettenanalyse unabdingbar.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes wurden bisher zwei Workshops mit den Projektpartnern durchgef\u00fchrt (am 23. April 2013 als Kick-Off-Veranstaltung in der Universit\u00e4t Augsburg sowie am 24. Oktober 2013 bei der BMK solutions GmbH &#038; Co. KG in Augsburg). Ferner wurden die Zwischenergebnisse auf dem \u0084M\u00fcnchner Rohstofffr\u00fchst\u00fcck\u0093 vor Vertretern der Siemens AG, der Osram GmbH, der Wacker Chemie AG, der BMW AG, und der Infineon AG am 15. Oktober 2013 in M\u00fcnchen diskutiert. Auf wissenschaftlicher Ebene wurden Projektergebnisse auf der Fachtagung \u0084Green Electronics\u0093 in Budapest, die vom 4. &#8211; 6. November 2013 stattfand, er\u00f6rtert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt befindet sich im Zeitplan und wird alle angestrebten Ziele erreichen. Alle Projekt- und Kooperationspartner bzw. Mitglieder des Fachbeirats zeigten sich nach intensiven fachlichen Diskussionen der aktuellen Zwischenergebnisse &#8211; im Rahmen des Arbeitstreffens bei der BMK electronic solutions GmbH &#038; Co. KG &#8211; \u00e4u\u00dferst zufrieden mit dem Projektfortschritt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Technologieunternehmen sind auf die Verf\u00fcgbarkeit kritischer Rohstoffe auf besondere Weise angewiesen. So enthalten funktionale Baugruppen, wie sie z. B. in Steuerger\u00e4ten oder elektronischen Schaltungen verbaut sind, heute bis zu 60 verschiedene Elemente. Die Verf\u00fcgbarkeit entsprechender Rohstoffe ist oftmals begrenzt, ihr Vorkommen auf wenige Regionen beschr\u00e4nkt. 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