{"id":25928,"date":"2025-06-25T10:32:37","date_gmt":"2025-06-25T08:32:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/30125-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:37","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:37","slug":"30125-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/30125-01\/","title":{"rendered":"Konzeptentwicklung der energetischen Sanierung des Gesamtensembles evangelische Christuskirche mit Pfarrhaus in Heinsberg auf EnerPHit-Standard (Passivhaus im Bestand)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zielsetzung des Vorhabens ist es, den Heizenergiebedarf und damit letztlich auch den tats\u00e4chlichen Energieverbrauch der bestehenden  Kirche und des Pfarrhauses auf ein Minimum zu reduzieren. Dabei soll der \u0082EnerPHit\u0091-Standard des Passivhausinstitutes Darmstadt (Prof. Dr. W. Feist) erreicht und eine Zertifizierung durchgef\u00fchrt werden. Aufgrund der besonderen Geb\u00e4udenutzung (Kirche, multifunktionales Nichtwohngeb\u00e4ude) mit Innend\u00e4mmung &#8211; f\u00fcr die noch keine allgemein g\u00fcltigen Zertifizierungskriterien bestehen \u0096 soll die energetische Sanierung der Kirche in Planung und Bauausf\u00fchrung als Modell-ma\u00dfnahme betrieben werden, um am Beispiel dieses Objektes die zuk\u00fcnftigen Zertifizierungskriterien zu entwickeln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden<br \/>\nIn einem ersten Schritt wird die Kirche saniert und um einen Mehrzweckraum, eine Krypta und Nebenr\u00e4ume erweitert. Der Erweiterungsbauk\u00f6rper soll im Passivhaus-Neubaustandard realisiert, das Gesamtobjekt Kirche als \u0084ein Geb\u00e4ude\u0093 nach EnerPHit zertifiziert werden.<br \/>\nErst nach Abschluss der Sanierungsarbeiten in und an der Kirche wird im Rahmen der finanziellen M\u00f6glichkeiten der Kirchengemeinde auch die energetische Optimierung des Pfarrhauses angegangen, da zahlreiche gemeindliche Aktivit\u00e4ten (Baby-Krabbelgruppen, Altennachmittage etc.) im Pfarrhaus durchgef\u00fchrt werden, solange die Kirche und der neue Mehrzweckraum noch nicht verf\u00fcgbar sind.<br \/>\nEin insgesamt erfolgreicher Abschluss dieser Ma\u00dfnahme k\u00f6nnte dann eine Vorbildwirkung auch f\u00fcr die zuhauf vorhandenen Kirchen anderer Kirchengemeinden und auch f\u00fcr unz\u00e4hlige Denkm\u00e4ler haben, was eine enorme, in ihrer Quantit\u00e4t nicht abzusch\u00e4tzende Umweltentlastung bedeuten w\u00fcrde, zumal gerade im Altbaubereich ein riesiges Potential zur Energieeinsparung und Umweltentlastung liegt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcnglich im Jahr 1953 erbaute Christuskirche der Evangelischen Gemeinde Heinsberg wurde energetisch hochwertig saniert und durch einen Anbau und eine Krypta erweitert. Im Rahmen der ener-getischen Sanierung wurde zur Sicherstellung eines nachhaltig minimalen Heizenergieverbrauchs das Ziel verfolgt, den  vom Passivhausinstitut Darmstadt definierten EnerPHit-Standard eines \u0082Passivhauses im Bestand\u0091 zu erreichen.<\/p>\n<p>Die besondere Herausforderung bei der Verwirklichung dieser Zielsetzung lag in der \u00e4u\u00dferen Gestalt des Kirchengeb\u00e4udes, das in Ziegelsichtmauerwerk errichtet worden war. Dieser authentische Material-charakter des Geb\u00e4udeensembles aus Kirche und dem unmittelbar benachbarten Pfarrhaus sollte so weit wie m\u00f6glich bewahrt werden, so dass nur innere W\u00e4rmed\u00e4mmsysteme infrage kamen. Deren spezi-fischen Randbedingungen waren jedoch f\u00fcr ein nach den EnerPHit-Kriterien zu zertifizierendes Nicht-wohngeb\u00e4ude noch nicht hinreichend untersucht. Wegen der daraus erwachsenden bauphysikalischen Fragestellungen war eine Vielzahl von Planungsleistungen und Untersuchungen -insbesondere die hyg-rothermische Simulation der denkbaren Varianten des innen ged\u00e4mmten Wandaufbaus- erforderlich, die \u00fcber den \u00fcblichen Umfang einer Werkplanung weit hinausgingen. Mit Hilfe der F\u00f6rderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) konnte dieses Vorhaben schlie\u00dflich umgesetzt werden. <\/p>\n<p>Das aufgrund der Belastung durch Schlagregen besonders sensible Bauteil \u0082Au\u00dfenwand in Sichtmauer-werk mit Innend\u00e4mmung\u0091 wurde mittels intensiver Simulationsberechnungen zur Bestimmung des opti-malen Schichtaufbaus &#8211; in Verbindung mit der Auswahl insbesondere des geeigneten D\u00e4mmmaterials \u0096 optimiert. Es zeigte sich, dass vor allem der anzusetzende Wasseraufnahmekoeffizient des vorhandenen Ziegelstein-Sichtmauerwerks  das  Ergebnis  bestimmt und daher soweit wie  m\u00f6glich  realit\u00e4tsnah  er-folgen  sollte. Zum einen waren hierzu die Materialeigenschaften der Mauerwerksbestandteile auf der si-cheren Seite abzusch\u00e4tzen bzw. wurden labortechnisch bestimmt. Andererseits war auch die rein hand-werkliche Ausf\u00fchrungsqualit\u00e4t sowohl des Mauerwerksgef\u00fcges als auch der Verfugung unter dem Ge-sichtspunkt der Schlagregensicherheit zu bewerten. Letztlich wurde dieses Bauteil \u0096 ausgehend von der \u0082alten\u0091 Bestandswand aus ca. 38 cm starkem Ziegelmauerwerk mit ca. 2 cm innerem Kalkzementputz \u0096 unter Verwendung von 20 cm Zellulosed\u00e4mmung, hinter einer zweilagigen Plattenverkleidung aus 16 mm DWD-Platten und 12,5 mm Gipskartonplatten, energetisch ert\u00fcchtigt.<br \/>\nAls Dampfbremse wurde eine feuchtevariable Bahn aus einem Polyethylen-Copolymer ausgew\u00e4hlt.<br \/>\nDie hygrothermische Eignung ergab sich jedoch auch aus der Innentemperatur des zu sanierenden  Ge-b\u00e4udes und der daraus abzuleitenden Feuchteeintr\u00e4ge im Winter.<br \/>\nDie Heinsberger Christuskirche wurde mit Datum vom 12.04.2013 vom Passivhausinstitut Darmstadt  als erstes Nichtwohngeb\u00e4ude mit Innend\u00e4mmung \u00fcberhaupt nach den vom PHI aufgestellten Kriterien des EnerPHit-Standards zertifiziert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Erl\u00e4uterung der geplanten Ma\u00dfnahmen durch Herrn Prof. Rongen im Rahmen eines Radiointerviews im WDR 5 Leonardo am 25.07.2012<br \/>\nVorstellung der Umbauarbeiten in der Endphase der Baut\u00e4tigkeit durch einen Fernsehbericht in der Ak-tuellen Stunde des WDR-Fernsehens<br \/>\nDie Energieagentur NRW legte zur Fertigstellung der Sanierungsarbeiten ein Projektfaltblatt \u0082Evangeli-sche Christuskirche Heinsberg zur Verteilung in ganz NRW vor.<br \/>\nDas Projekt wird von Seiten des B\u00fcros Rongen Architekten auf verschiedenen Baufachtagungen vorge-stellt (17. Internationale PH-Tagung 2013 in Frankfurt, Fachtagung \u0084Energieeffizienz in kirchlichen Lie-genschaften am 23.05.2013 in M\u00fcnster).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die evangelische Christuskirche in Heinsberg ist mit Hilfe der durchgef\u00fchrten energetischen Sanierung in ein \u0082Passivhaus im Bestand\u0091 umgewandelt worden. Die Sanierungsma\u00dfnahme ist von Ihrem \u00e4u\u00dferen Er-scheinungsbild gelungen und findet ausschlie\u00dflich positive Resonanz<br \/>\nDer Heizw\u00e4rmebedarf des Kirchengeb\u00e4udes ist von urspr\u00fcnglich 183 kWh\/(m\u00b2*a) auf nun 45 kWh\/(m\u00b2*a) verringert worden. Die Reduzierungsrate liegt somit bei  75  %.<br \/>\nDer U-Wert der Au\u00dfenwand reduzierte sich  von vormals 1,525 W\/(m\u00b2*K) auf 0,204 W\/(m\u00b2*K) <\/p>\n<p>Die Summe der reinen Baukosten (KG 300 und 400 gem. DIN 276) f\u00fcr Umbau, Erweiterung und energe-tische Sanierung lag bei rd. 1,040 Mio. Euro (brutto, incl. MWSt.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zielsetzung des Vorhabens ist es, den Heizenergiebedarf und damit letztlich auch den tats\u00e4chlichen Energieverbrauch der bestehenden Kirche und des Pfarrhauses auf ein Minimum zu reduzieren. Dabei soll der \u0082EnerPHit\u0091-Standard des Passivhausinstitutes Darmstadt (Prof. Dr. W. Feist) erreicht und eine Zertifizierung durchgef\u00fchrt werden. 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