{"id":25845,"date":"2025-06-25T10:32:35","date_gmt":"2025-06-25T08:32:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/29729-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:36","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:36","slug":"29729-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/29729-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Entwicklung eines Konzepts zur Wahrung der Belange des Kulturg\u00fcterschutzes im Rahmen des Naturschutzgro\u00dfprojekts in der Kulturlandschaft chance.natur: Natur- und Kulturlandschaft zwischen Siebengebirge und Sieg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes ist es, zum ersten Mal in Deutschland ein vom Bundesamt f\u00fcr Naturschutz gef\u00f6rdertes Naturschutzgro\u00dfprojekt in enger Kooperation zwischen Natur- (Rhein-Sieg-Kreis) und Kulturg\u00fcterschutz (LVR-Amt f\u00fcr Bodendenkmalpflege im Rheinland) im Sinne der Umweltkommunikation durchzuf\u00fchren. Anlass gab die Aufstellung des Pflege- und Entwicklungsplanes in dem fast 14.000 Hektar gro\u00dfen Naturschutzgro\u00dfprojekt mit anschlie\u00dfender Umsetzung der Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst fanden eine detaillierte digitale Auswertung und Verkn\u00fcpfung der historischen und modernen Quellen sowie eine gro\u00dffl\u00e4chige Airborne-Laserscan-Auswertung der Waldgebiete, Erosions- und Luft-bildkarten statt. Die Ergebnisse wurden den Akteuren in Einzelgespr\u00e4chen, Projektarbeitsgruppen des Naturschutzgro\u00dfprojektes chance7 des Rhein-Sieg-Kreises und Unterarbeitskreisen (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Natur erleben \u0096 Natur schonen) vorgestellt und zusammen mit den von den Gel\u00e4nde-ma\u00dfnahmen betroffenen Land- und Forstwirten die vertiefenden Detailuntersuchungen abgestimmt. Die Zusammenarbeit erfolgte auf freiwilliger Basis.<br \/>\nModellhaft wurden an je zwei Beispielsobjekten Kulturg\u00fcter in den unterschiedlichen Bewirtschaftungs- und Nutzungsgebieten &#8211; Wald, Acker und Gr\u00fcnland \u0096 mittels unterschiedlicher Prospektionsmethoden (Feldbegehungen mit Einzelfundeinmessung, bodenkundliche Bohrstocksondierungen und Geosonda-gen, geophysikalische Messung, topografische Gel\u00e4ndeaufnahmen, arch\u00e4ologische Sondagen und Pro-filschnitte) die zunehmende Erosionsgef\u00e4hrdung der Kulturg\u00fcter durch den Klimawandel mit extremen Wetterereignissen und durch die Bewirtschaftung und Nutzung der Fl\u00e4chen im Projektgebiet untersucht. Unterst\u00fctzt wurden die Gel\u00e4ndearbeiten von Fachstudierenden der Universit\u00e4t Bonn im Rahmen eines zweimonatigen Praktikums. Wichtige Informationen zu Kulturg\u00fctern im Projektgebiet als auch Fundmate-rial stellten Heimatforscher, Sammler und ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger bereitwillig zur Verf\u00fcgung. <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In zehn Evaluierungsr\u00e4umen mit sechs Detailuntersuchungsfl\u00e4chen in Acker, Wald und Gr\u00fcnland wurden 33 arch\u00e4ologische Kulturdenkm\u00e4ler exemplarisch bearbeitet. Als Grundlage standen die Erosions- und digitalen Gel\u00e4ndemodellkarten des Geologischen Dienstes\/Geobasis NRW zur Verf\u00fcgung. Der arch\u00e4olo-gische Kenntnisstand konnte durch die geoarch\u00e4ologischen Untersuchungen und Evaluierungen erweitert und erg\u00e4nzt werden. Neben Erosionserscheinungen durch den Klimawandel wirken sich vor allem bearbeitungsbedingte Bodeneingriffe und der Einsatz moderner leistungsstarker Maschinen sowohl in der Land- als auch in der Forstwirtschaft sowie teilweise auch Freizeitaktivit\u00e4ten (Mountainbi-king\/Geocaching) und geplante Umwandlungsma\u00dfnahmen im Rahmen des Naturschutzgro\u00dfprojektes (Anlegen von Heide, Feuchtbiotopen, Flie\u00dfgew\u00e4sserrenaturierung) negativ auf die Denkmalerhaltung aus. Zwischenst\u00e4nde und das Fachgutachten mit konkreten Umsetzungsempfehlungen \u0096 Ma\u00dfnahmen-katalog \u0096 f\u00fcr die Integration der Kulturg\u00fcter in den Pflege- und Entwicklungsplan wurden fortlaufend kommuniziert.<br \/>\nGen\u00fcgt auf ackerbaulich genutzten flach geneigten H\u00e4ngen eine konsequente Umsetzung bodenscho-nender Bewirtschaftungsmethoden (Grubbern) bzw. eine Verringerung der Eingriffstiefen oder die \u00c4nde-rung der Bearbeitungsrichtung (Cross Compliance), sind f\u00fcr besonders anf\u00e4llige steile Lagen land-schaftsgestalterische Eingriffe (Hecken, Reaktivierung von historischen Terrassen, Trockenmauern) oder eine Umwandlung in Dauergr\u00fcnland (extensives Gr\u00fcnland \u0096 Vertragsnaturschutz) als Schutz geboten. Waldarbeiten sollen k\u00fcnftig denkmalvertr\u00e4glich unter Ber\u00fccksichtigung der digitalen Denkmalfl\u00e4chen durchgef\u00fchrt werden. Entsprechende Schutzma\u00dfnahmen sind auch im Naturschutzgro\u00dfprojekt vorgese-hen, so dass hier Synergien genutzt werden. Das Projekt gab Anst\u00f6\u00dfe, arch\u00e4ologische Denkm\u00e4ler als Schutzziel in die Entscheidungsprozesse einzubringen.<br \/>\nDen Vertretern des Fachbeirats und den F\u00f6rdermittelgebern des chance7-Projektes wurden die Ergeb-nisse vorgestellt. Die M\u00f6glichkeiten einer f\u00f6rderpolitischen Einbeziehung des arch\u00e4ologischen Denkmal-schutzes unter Nutzung von Synergien in die derzeit laufende Ma\u00dfnahmenplanung des Naturschutzgro\u00df-projektes und anderer F\u00f6rderinstrumente zur nachhaltigen Entwicklung und Pflege sowie einer Konser-vierung der Denkmalsubstanz zusammen mit Geschichts- und Heimatvereinen wurden in ersten Gespr\u00e4-chen gepr\u00fcft und zum Teil im PEPL integriert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde einer breiten \u00d6ffentlichkeit durch F\u00fchrungen (Gel\u00e4ndedenkm\u00e4ler im Siebengebirge und Leuscheid, Sondierungsgrabungen Bad Honnef, Eitorf, K\u00f6nigswinter, Windeck, Pressetermin mit Wanderung in Bad Honnef, Ausstellung) und Vortr\u00e4ge (Bonn, Siegburg, Overath, K\u00f6nigswinter), der Fach\u00f6ffentlichkeit durch einen Tagungsvortrag (Arch\u00e4ologie im Rheinland 02\/2013, sowie in Artikeln (Arch Rheinl. 2012,26-28; Eildienst 5\/2013,193f) vorgestellt. Des Weiteren informieren eine Internetseite des LVR-Amtes f\u00fcr Bodendenkmalpflege im Rheinland http:\/\/www.bodendenkmalpflege.lvr.de\/projektchancenatur\/, die Partner-Internetseite des chance7-Projektes http:\/\/www.chance7.org\/partner\/lvr.html und ein Flyer \u00fcber Projektinhalt und Zielstellung. Eine Wanderausstellung pr\u00e4sentiert die Inhalte und Ergebnisse des Projektes in den beteiligten Kommunen und im Kreishaus des Rhein-Sieg-Kreises (M\u00e4rz\/April 2014), die im September 2013 im Siebengebirgs-museum K\u00f6nigswinter begann. Die Ergebnisse werden im LVR-Informationssystem Kul-tur.Landschaft.Digital \u0096 KuLaDig NW ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ohne die gro\u00dfe Aufgeschlossenheit der Land- und Forstwirte und die Kooperationsbereitschaft der Pro-jektleitung des Naturschutzgro\u00dfprojektes \u0084chance7\u0093 (Rhein-Sieg-Kreis) sowie ehrenamtlich T\u00e4tiger ver-schiedener regionaler Geschichts- und Heimatvereine h\u00e4tten nicht alle Gel\u00e4ndeuntersuchungen und Da-tenbeschaffung und -integration innerhalb des Berichtszeitraumes durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Ergebnisse des Projektes zeigen, dass durch eine intensive Kommunikation und Kooperation Wege und Methoden f\u00fcr die Erhaltung, Konservierung und natur- und denkmalvertr\u00e4gliche touristische Inwert-setzung und Erlebbarkeit der rheinischen Kulturlandschaft mit ihren Einzeldenkm\u00e4lern geschaffen wer-den. Umsetzung und damit Machbarkeit eines praktischen arch\u00e4ologischen Denkmalschutzes in ver-schiedenartigen Nutz- und Bewirtschaftungsr\u00e4umen sind m\u00f6glich und entwickelbar.<br \/>\nDurch das Projekt konnten Kommunikations-, Abstimmungs- und Arbeitsstrukturen geschaffen werden, die nicht nur weiter ausbauf\u00e4hig sind, sondern sich auch auf andere Naturschutzgro\u00dfprojekte \u00fcbertragen lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes ist es, zum ersten Mal in Deutschland ein vom Bundesamt f\u00fcr Naturschutz gef\u00f6rdertes Naturschutzgro\u00dfprojekt in enger Kooperation zwischen Natur- (Rhein-Sieg-Kreis) und Kulturg\u00fcterschutz (LVR-Amt f\u00fcr Bodendenkmalpflege im Rheinland) im Sinne der Umweltkommunikation durchzuf\u00fchren. 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