{"id":25813,"date":"2023-07-13T15:29:01","date_gmt":"2023-07-13T13:29:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/29639-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:29:02","modified_gmt":"2023-07-13T13:29:02","slug":"29639-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/29639-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines modellhaften Schutz-, Pflege- und Revitalisierungskonzepts f\u00fcr die gef\u00e4hrdeten, kulturlandschaftstypischen Geh\u00f6lzbest\u00e4nde im Schlosspark Uhyst (einschlie\u00dflich modellhafter Umsetzung)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen eines vorangegangenen, durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gef\u00f6rderten Projektes wurde 2010 eine Denkmalpflegerische Konzeption f\u00fcr den Schlosspark Uhyst erarbeitet. Den Schwer-punkt des zweiten Projektes bilden die besonders dringlichen Ma\u00dfnahmen zur Rettung des historischen Altbaumbestandes. Verschiedene Geh\u00f6lze, insbesondere viele Stiel-Eichen (Quercus robur), stammen noch aus dem 18. bzw. 19. Jahrhundert. Sie sind unverzichtbare gestalterische Elemente im Garten, gleichzeitig aber auch wertvolle Lebensr\u00e4ume und Genpotentiale. Durch die Begleiterscheinungen des ehemals benachbarten Braunkohletagebaus sind die wertvollen Altb\u00e4ume im Park schwer gesch\u00e4digt worden. Nach Stilllegung des Tagebaus und Wiederanstieg des Grundwassers besteht heute die M\u00f6g-lichkeit, diese Prozesse aufzuhalten und die entstandenen Sch\u00e4den an den Geh\u00f6lzen zu beseitigen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt beinhaltet folgende Vorhaben:<br \/>\n1. Arbeiten zur Revitalisierung des Geh\u00f6lzbestandes:<br \/>\nEntwicklung von Erhaltungs-, Pflege- und Revitalisierungsstrategien, die einen aus gartendenkmalpflege-rischer, naturschutzfachlicher und heimatgeschichtlicher Hinsicht notwendigen Fortbestand der histori-schen Arten sichern, dazu vorbereitende Baumzustandsanalyse und vorhabenbegleitende biologische Baubetreuung<br \/>\n2. Durchf\u00fchrung von zwei Parkseminaren mit der Gemeinde Boxberg, dem Uhyster Heimatverein und Studentinnen und Studenten der TU Dresden, Institut f\u00fcr Landschaftsarchitektur, dabei gleichzeitig so-wohl praktische als auch theoretische Weiterbildung der Teilnehmer<br \/>\n3. Erstellung eines Informationssystems mit Erl\u00e4uterungen zum Denkmalwert des Parks sowie Aspekten von Biotop- und Artenschutz im Zusammenarbeit mit dem UNESCO-Biosph\u00e4renreservat \u0084Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft\u0093 <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit Hilfe des durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gef\u00f6rderten Projekts konnte eine bedeutende Aufwertung des anthropogen stark gesch\u00e4digten Uhyster Schlossparks erreicht werden. Das ehemalige Raumkonzept der Anlage ist im zentralen Bereich wieder weitgehend hergestellt worden. Zahlreiche Ein-bauten, Schutt- und Baumaterialablagerungen wurden beseitigt.<br \/>\nDurch eine gr\u00fcndliche Analyse und Untersuchung des historischen Baumbestandes war es m\u00f6glich, er-forderliche Eingriffe bei den Altb\u00e4umen auf das unbedingt erforderliche Ma\u00df zu beschr\u00e4nken (minimal-invasives Vorgehen). Durch die Zusammenarbeit mit dem Biosph\u00e4renreservat Lausitzer Heide- und Teichlandschaft konnten Belange des Arten- und Biotopschutzes umfassend ber\u00fccksichtigt werden. Mit Hilfe des gro\u00dfen Engagements des Uhyster Heimatvereins wurden bei zwei Parkseminaren umfangrei-che, sehr arbeitsintensive Ma\u00dfnahmen zur Revitalisierung des Parks verwirklicht. Bei diesen Parksemi-naren sammelten Studentinnen und Studenten der TU Dresden, Institut f\u00fcr Landschaftsarchitektur, wich-tige praktische Erfahrungen im Umgang mit historischen Parkanlagen, insbesondere mit wertvollen alten Geh\u00f6lzbest\u00e4nden. Altb\u00e4ume, die durch unkontrolliert aufgekommenen Jungwuchs bedr\u00e4ngt waren, wur-den wieder freigestellt und damit deren Fortbestand gesichert. Zahlreiche historische Geh\u00f6lzstandorte im Park konnten wieder mit den nachgewiesenen kulturraumtypischen Arten besetzt werden. Daf\u00fcr wurde auch Pflanzmaterial im Park gewonnen.<br \/>\nZwei Informationstr\u00e4ger mit Erl\u00e4uterungen zur Geschichte und Bedeutung des Parks sowie zu Aspekten von Denkmal- und Naturschutz auf der Vorder- und R\u00fcckseite fanden Aufstellung an den beiden Haupt-zug\u00e4ngen zum Park. Zwei historische Wege konnten als Abschluss der Arbeiten instandgesetzt werden.<br \/>\nAlle Arbeiten erfolgten in Abstimmung mit den zust\u00e4ndigen Denkmalbeh\u00f6rden und der Verwaltung des Biosph\u00e4renreservates.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bei zwei \u00f6ffentlichen Vortr\u00e4gen wurde die Bev\u00f6lkerung \u00fcber die geplanten Ma\u00dfnahmen und erzielten Er-gebnisse informiert. An zwei Parkseminaren nahmen jeweils etwa 40 Personen teil. Die Ma\u00dfnahme fand mehrmals Erw\u00e4hnung in der Presse.<br \/>\nAuf den beiden, an den Hauptzug\u00e4ngen zum Park aufgestellten Informationstr\u00e4gern werden Geschichte, Bedeutung und Naturausstattung des Schlossparks Uhyst umfassend erl\u00e4utert und auf die F\u00f6rderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hingewiesen.<br \/>\nIn den Informationsmaterialien des Gartenkulturpfades beiderseits der Nei\u00dfe e.V. wird der Park ebenfalls vorgestellt und beschrieben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Eine detaillierte und genaue Analyse historischer Geh\u00f6lzbest\u00e4nde ist Voraussetzung f\u00fcr deren nachhalti-ge Bewahrung. St\u00e4ndige fachgerechte Pflege ist erforderlich, um eine Ausbreitung invasiver, landschafts-untypischer, den Altbaumbestand und das historisch intendierte Raumkonzept beeintr\u00e4chtigenden Arten zu verhindern. Besonderer Wert ist auf die Erhaltung des Genpotentials historischer G\u00e4rten und Parks zu legen, indem m\u00f6glichst viele Nachpflanzungen aus dem vorhandenen Geh\u00f6lzbestand generiert werden.<br \/>\nDie Einbindung zahlreicher Kooperationspartner sichert eine breite Akzeptanz bei Beh\u00f6rden und B\u00fcrgern. Denkmal- und Naturschutzinteressen sind dadurch besser in Einklang zu bringen und Synergieeffekte nutzbar. Die Mitarbeit der Bev\u00f6lkerung bei der Revitalisierung von Parkanlagen f\u00f6rdert das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr deren Wert und das Erhaltungs- sowie Pflegeerfordernis. Dies ist gleichzeitig ein wichtiger Impulsge-ber f\u00fcr weiteres b\u00fcrgerschaftliches Engagement.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen eines vorangegangenen, durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gef\u00f6rderten Projektes wurde 2010 eine Denkmalpflegerische Konzeption f\u00fcr den Schlosspark Uhyst erarbeitet. 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