{"id":25784,"date":"2026-03-13T10:32:18","date_gmt":"2026-03-13T09:32:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/28940-02\/"},"modified":"2026-03-13T10:32:19","modified_gmt":"2026-03-13T09:32:19","slug":"28940-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/28940-02\/","title":{"rendered":"Entwicklung von Pr\u00fcfverfahren f\u00fcr Anlagen zur dezentralen Niederschlagswasserbehandlung im Trennverfahren &#8211; hier: Verifikation der Pr\u00fcfverfahren"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen des DBU-Vorhabens Entwicklung von Pr\u00fcfverfahren f\u00fcr Anlagen zur dezentralen Niederschlagswasserbehandlung im Trennverfahren wurden Pr\u00fcfverfahren f\u00fcr die bauaufsichtliche Zulassung dezentraler Anlagen in einem ersten Schritt theoretisch entwickelt [DWA, 2010]. Von den entwickelten Pr\u00fcfverfahren sollen wichtige Impulse f\u00fcr den Einsatz dezentraler Behandlungsanlagen ausgehen und die Entwicklung effizienter, standardisierter Anlagen vorangetrieben werden. Mit den Pr\u00fcfverfahren werden Bewertungsstandards geschaffen, die den zuk\u00fcnftigen Stand der Technik ma\u00dfgeblich mitbestimmen.<br \/>\nIm oben genannten Projekt wurden acht Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Pr\u00fcfverfahren formuliert. Eine versuchstechnische \u00dcberpr\u00fcfung der Pr\u00fcfmethodik fand bisher noch nicht im notwendigen Umfang statt. Der Fachbeirat des ersten Projekts hat sich auf der Abschlusssitzung am 9.7.2010 in D\u00fcsseldorf daher f\u00fcr eine \u00dcberpr\u00fcfung der erarbeiteten Pr\u00fcfverfahren im Sinne einer Verifizierung im Pr\u00fcfstand ausgesprochen. Die Verifizierung ist Ziel des beantragten Projekts. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen in die Regelwerksarbeit der DWA eingebunden werden und damit eine richtungsgebende Wirkung entfalten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenArbeitspaket 1: Laborpraktische Verifikation<br \/>\nDas Arbeitspaket 1 umfasst die laborpraktische Verifikation der Wirksamkeitspr\u00fcfung f\u00fcr eine Behandlungsanlage gem\u00e4\u00df zweier Laborpr\u00fcfvorschriften. Die Verifikation wird an der Anlage Hydrosystem 1000 heavy traffic der Firma 3P Technik vorgenommen. Zu diesem Produkttyp liegen bereits erste versuchspraktische Erfahrungen vor, die einen guten Vergleich zu den hier geplanten Untersuchungen zulassen.<br \/>\nArbeitspaket 2: Implementierung der Erkenntnisse in Pr\u00fcfverfahren und Optimierung<br \/>\nDas Arbeitspaket beinhaltet den Abgleich zwischen der bisher vorgeschlagenen Pr\u00fcfvorschrift mit den aus versuchspraktischer Sicht erforderlichen Angaben. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in die vorgeschlagenen Pr\u00fcfverfahren eingearbeitet.<br \/>\nArbeitspaket 3: Erg\u00e4nzende S\u00e4ulenversuche zum Schwermetallr\u00fcckhalt<br \/>\nEs ist nicht gekl\u00e4rt, ob die geplante Methodik zur Untersuchung des Schwermetallr\u00fcckhalts zu reproduzierbaren Ergebnissen f\u00fchrt. Deshalb sollen erg\u00e4nzende S\u00e4ulenversuche mit verschiedenen Substraten unter den vorliegenden Pr\u00fcfbedingungen durchgef\u00fchrt werden. Bei positiver Wiederholbarkeit und einer weitgehenden Unabh\u00e4ngigkeit vom Substrat lie\u00dfe sich eine zielf\u00fchrende Schwermetallpr\u00fcfung endg\u00fcltig formulieren.<br \/>\nArbeitspaket 4: erste Vorschl\u00e4ge zur Pr\u00fcfung der Kolmationsneigung<br \/>\nIn den bisherigen Pr\u00fcfvorschriften werden m\u00f6gliche Kolmationseffekte der Behandlungsanlagen durch einen vermehrten Feststoffeintrag nicht gepr\u00fcft. Die Einflussfaktoren zum Auftreten und zum Ausma\u00df einer m\u00f6glichen Kolmation unter Betriebsbedingungen sollen im Arbeitspaket 4 zusammengestellt und bewertet werden. Dies bildet dann die Grundlage f\u00fcr erste theoretische Vorschl\u00e4ge einer Pr\u00fcfung der Kolmationsneigung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Arbeitspaket 1 und 2: Verifikation des Pr\u00fcfverfahrens<br \/>\nDie AFS-Untersuchungen an der Fachhochschule M\u00fcnster zeigten, dass die Versuche nach den DIBt-Zulassungsgrunds\u00e4tzen (2011) standortunabh\u00e4ngig zu den gleichen Ergebnissen f\u00fchren. Der Vergleich mit den Versuchen der LGA in W\u00fcrzburg zeigen in den Gesamtwirkungsgraden keine bzw. nur sehr geringe Abweichungen. Die Abweichungen zwischen der LGA und der FH M\u00fcnster liegen zwischen 0,8 bis maximal 1,5%-Punkten. Diese Ergebnisse zeigen, dass die AFS-Untersuchung reproduzierbar ist und zzt. keiner ausf\u00fchrlicheren Beschreibung oder Optimierung unterliegen muss.<br \/>\nDie MKW-Untersuchung am Standort M\u00fcnster zeigte in der ersten Durchf\u00fchrung Abweichungen gegen\u00fcber den Ergebnissen der LGA. Als Ursache konnte die Lagerungszeit der MKW-Proben identifiziert werden. Weitergehende Untersuchungen zeigten, dass bei einer Lagerungszeit von bis zu 48 Stunden nach der Probennahme gleiche Analyseergebnisse erzielt werden.<br \/>\nEin weiterentwickeltes  Probennahmekonzept aus einem vom MKULNV gef\u00f6rderten Vorhaben [Schmitt et al., 2011] zeigte, dass die Werte der Doppelbeprobung nach diesem Konzept dicht bei einander liegen. Der Gesamtwirkungsgrad der Untersuchungen an der FH M\u00fcnster liegt im Bereich der bereits durchgef\u00fchrten Referenzversuche an der LGA W\u00fcrzburg.<br \/>\nEs wird empfohlen, die Probenahme und besonders die Analyse der Proben in der Pr\u00fcfvorschrift detaillierter zu beschreiben.<br \/>\nDie Schwermetall-Untersuchung an den Filters\u00e4ulen zeigte bei der ersten Versuchsdurchf\u00fchrung Unterschiede in den Ergebnissen. Ursache k\u00f6nnte eine Verdichtung der Filters\u00e4ulen sein oder die Ausf\u00e4llung der Schwermetalle im Zulaufwasser. Eine zweite Durchf\u00fchrung der Versuche liefert Ergebnisse, welche im Bereich der Ergebnisse der LGA in W\u00fcrzburg liegen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Anmischung des Zulaufwassers, sowie der Aufbau der Filters\u00e4ulen einschlie\u00dflich Lagerungsdichte in der Pr\u00fcfvorschrift detaillierter beschrieben werden m\u00fcssen.<br \/>\nArbeitspaket 3: Erg\u00e4nzende S\u00e4ulenversuche zum Schwermetallr\u00fcckhalt<br \/>\nDie Untersuchung wurde f\u00fcr drei unterschiedliche Materialien (1. Zeolith und Aktivkohle, 2. Kalksand mit GEH, 3. Kalksand und Porenbeton) und jeweils zwei verschiedenen S\u00e4ulendurchmessern (DN 100, DN 16) durchgef\u00fchrt. Material und S\u00e4ulenaufbau entsprach typischen dezentralen Anlagen. Die Untersuchung zeigte, dass das Wirkprinzip des Schwermetallr\u00fcckhaltes Skaleneinfl\u00fcsse aufweist. Bei Materialien mit dem Wirkprinzip F\u00e4llung ist der Unterschied der Ergebnisse bei verschiedenen S\u00e4ulendurchmessern gering. Weiterhin zeigt sich hier die gute Wiederholbarkeit der Ergebnisse in der Schwermetallpr\u00fcfung. Bei Untersuchungen zum Schwermetallr\u00fcckhalt mit Ionenaustausch ist der Effekt der unterschiedlichen S\u00e4ulendurchmesser deutlich erkennbar. Der R\u00fcckhalt sowohl des Zinks als auch des Kupfers ist in der S\u00e4ule mit DN 16 um etwa 10% geringer als in der S\u00e4ule mit DN 100. F\u00fcr die Untersuchung des Schwermetallr\u00fcckhalts wird daher ein Mindestdurchmesser von 10 cm empfohlen.<br \/>\nArbeitspaket 4: erste Vorschl\u00e4ge zur Pr\u00fcfung der Kolmationsneigung<br \/>\nAusgewertete Betriebsdaten aus Forschungsprojekten und im Betrieb befindlichen Anlagen zeigen, dass eine Kolmationsneigung sowohl von den Zulaufbedingungen im Einzugsgebiet als auch vom eingesetzten Anlagentyp abh\u00e4ngt. Eine Vorab-Pr\u00fcfung ist somit nicht geeignet, die Kolmationswahrscheinlichkeit einer Anlage aufzuzeigen. Als Alternative existieren zwei M\u00f6glichkeiten: Zum einen eine Definition eines in-situ Pr\u00fcffeldes, das m\u00f6glichst worst-case Bedingungen abbildet und eine relative Kolmationsneigung im Vergleich zu einer wenig kolmatierenden Anlage ermittelt oder die Erzeugung von umfassenden Daten zur Betriebs\u00fcberwachung mit einheitlichen Untersuchungsmethodiken an vielen Standorten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens werden wie folgt pr\u00e4sentiert und ver\u00f6ffentlicht:<br \/>\n\t2 Beitr\u00e4ge auf der internationalen Konferenz NOVATECH, Lyon (23.-27.6.2013)<br \/>\n\t1 Beitrag auf den DWA-Regenwassertagen 11.\/12.6.2013 in Freiburg<br \/>\n\t2 Publikationen in Fachzeitschriften (Korrespondenz Abwasser, Water Science and Technology), geplant<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die experimentelle Validierung des Pr\u00fcfverfahrens kann hinsichtlich der AFS-Untersuchung als reproduzierbar angesehen werden. Bei der MKW-Untersuchung stellte sich die Lagerungszeit der Proben als Einflussgr\u00f6\u00dfe heraus. In die Pr\u00fcfvorschrift sollte daher eine maximale Lagerungszeit der Proben von 48 Stunden aufgenommen werden. Die Schwermetallpr\u00fcfung kann als reproduzierbar angesehen werden, wenn die Lagerungsdichte des Filtermaterials gleich ist. Die Pr\u00fcfvorschriften sollten hierzu klare Empfehlungen geben und Ermittlung der Lagerungsdichte des Filtermaterials aufnehmen. Die Pr\u00fcfung des Schwermetallr\u00fcckhalts sollte an Filters\u00e4ulen mit einem Durchmesser von mindestens 10 cm durchgef\u00fchrt werden. In diesem Punkt ist die bestehende Pr\u00fcfvorschrift best\u00e4tigt worden. Die Kolmationsneigung kann labortechnisch nicht gepr\u00fcft werden. Der Einfluss des Einzugsgebietes sowie der Anlagenart haben gro\u00dfen Einfluss auf die Kolmationsneigung, hier sind dringend weitere Untersuchungen im Betrieb notwendig. Quelle: Schmitt, T.G.; Welker, A.; Dierschke, M.; Arnold, G.; Wahrmund, D. (2011): Entwicklung und Validierung von Pr\u00fcfverfahren f\u00fcr dezentrale Niederschlagswasserbehandlungsanlagen. Im Auftrag des Ministeriums f\u00fcr Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MKULNV) NRW. Bearbeitung: TU Kaiserslautern; FH Frankfurt; T\u00dcV Rheinland LGA Products GmbH, W\u00fcrzburg; DIBt, Berlin. Kaiserslautern, August 2011, unver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen des DBU-Vorhabens Entwicklung von Pr\u00fcfverfahren f\u00fcr Anlagen zur dezentralen Niederschlagswasserbehandlung im Trennverfahren wurden Pr\u00fcfverfahren f\u00fcr die bauaufsichtliche Zulassung dezentraler Anlagen in einem ersten Schritt theoretisch entwickelt [DWA, 2010]. 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