{"id":25713,"date":"2023-07-13T15:28:47","date_gmt":"2023-07-13T13:28:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/29289-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:28:49","modified_gmt":"2023-07-13T13:28:49","slug":"29289-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/29289-01\/","title":{"rendered":"odellhafte Anwendung der EM (Effektive Mikroorganismen)-Technologie bei der Sanierung der Gew\u00e4sser der historischen Parkanlagen an Gut Zichtau und Gut A\u009atrioji Kirsna (Litauen) zur Verbesserung der Biodiversit\u00e4t und der Entwicklung nachhaltig gesund[&#8230;]"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die historische Parkanlage Gut Zichtau mit ihrem ausgekl\u00fcgelten System an Teichen, Gr\u00e4ben, Quellen und artesischem Brunnen (Speisung des Waldbads) zeigt die besondere Situation eines land(wirt)schaftlich gepr\u00e4gten Raumes im Sinne der ausgeschm\u00fcckten Landschaft der Landschaftsversch\u00f6nerungsbestrebungen des 19. Jahrhunderts.<br \/>\nGut A\u009atrioji Kirsna im Distrikt Lazdijai (Litauen), in schriftlichen Quellen erstmals im Jahre 1576 erw\u00e4hnt, liegt ca. 125 km westlich von Vilnius und etwa 80 km s\u00fcdwestlich von Kaunas (der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt Litauens) an der Grenze zu Polen. Ebenso wie im Zichtauer Park ist auch im historischen Gutspark von Gut A\u009atrioji Kirsna Wasser ein zentrales Thema. 11 Teiche mit einer Wasserfl\u00e4che von insgesamt 1,58 ha bilden eine einzigartige Teichlandschaft, welche die Gutsgeb\u00e4ude umgeben und diesen den Anschein geben, auf Inseln zu stehen.<br \/>\nDie beiden historischen Parkanlagen von Gut Zichtau und Gut A\u009atrioji Kirsna liegen in einer weitgehend intakten historischen Kulturlandschaft, die in einem \u00fcberschaubaren r\u00e4umlichen Gef\u00fcge eine Vielzahl von sch\u00fctzenswerten Elementen enth\u00e4lt. Dazu geh\u00f6ren neben den baulichen Anlagen insbesondere ingeni-urtechnische und wasserbauliche Anlagen wie Wehre, Staustufen oder der artesische Brunnen in Zichtau, ein engmaschiges Nutzungsmosaik von Park, Landwirtschaftsfl\u00e4chen, Wald-, Feucht- und Gew\u00e4sserbiotopen sowie die historisch gewachsene Siedlungsstruktur von Dorf, Gutshaus mit Nebengeb\u00e4uden und Gutshof.<br \/>\nZiel ist, anhand umfassender biologischer, \u00f6kologischer und wasserbaulicher Untersuchungen und Ma\u00dfnahmen die Gew\u00e4sser in den beiden historisch bedeutsamen Gutsanlagen zu regenerieren und vitalisieren und dar\u00fcber zum Erhalt des historischen Kulturlandschaftsraums, zur St\u00e4rkung der Biodiversit\u00e4t und zum lokalen Klimaschutz beizutragen.<br \/>\nDurch das in zwei L\u00e4ndern &#8211; Deutschland und Litauen &#8211; stattfindende Projekt soll sowohl ein fachspezifischer als auch kultureller Austausch im europ\u00e4ischen Kontext angeregt und auch nach Projektende weitergetragen werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBestandsaufnahme, detaillierte Festlegung der Ma\u00dfnahmen, Erwirken von Genehmigungen, Durchf\u00fchrung von Ma\u00dfnahmen mit Monitoring, Workshops, Symposium und Abschlusstagung, Schulung und Ver\u00f6ffentlichung<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In die Zichtauer Gew\u00e4sser sind 2012 insgesamt 6.520 Liter EMa, 130 kg Keramikpulver, 890 kg EMa getr\u00e4nktes Zeolith sowie 1400 St\u00fcck Dangos eingebracht worden. In A\u009atrioji Kirsna sind rund 13.000 Liter EMa zur Gew\u00e4ssersanierung und f\u00fcr die Tiergesundheit eingesetzt worden. Da festgestellt wurde, dass die Gew\u00e4sser durch Einleitungen aus der landwirtschaftlichen Nutzung (G\u00fclle auf Felder und dar\u00fcber ins Grundwasser) und von ungekl\u00e4rten Abw\u00e4ssern des Dorfes liegen, konzentrierte man die EM-Behandlung in Kirsna auf das Futter und die St\u00e4lle. Durch die Hochschule Magdeburg-Stendal sind die Gew\u00e4sser und Sedimente vor und nach dem Einbringen von Effektiven Mikroorganismen bewertet worden. Wichtigster Parameter war der Phosphatgehalt, da er ma\u00dfgebend f\u00fcr das Algenwachstum ist. Weitere Messwerte waren Nitrat, Natrium, ph-Wert, elektrischer Leitwert und Chlorophyll-a Gehalt. Die Sedimente wurden hinsichtlich des Wasser- und Phosphorgehalts, Biomasseverteilung, Schwermetall- und Schadstoffbelastung sowie Kiesschichtenverteilung analysiert. Bei einigen Teichen in Zichtau f\u00fchrte man au\u00dferdem eine Schlammtiefenuntersuchung mittels Sonarscan-Verfahren durch. Bedingt durch die Speisung des Waldbades Zichtau mit phosphathaltigem Tiefbrunnenwasser wurden hohe Phosphatwerte verbunden mit einer Blaualgenbl\u00fcte im Sommer 2012 festgestellt. In A\u009atrioji Kirsna ergab die gemeinsam mit der TU Vilnius durchgef\u00fchrte Beprobung von drei Teichen erh\u00f6hte Nitrat- und Phosphatwerte, so dass Algenmassen- oder Verkrautungsentwicklungen w\u00e4hrend der Sommermonate wahrscheinlich sind. Signifikante Schwermetallbelastungen in den Sedimenten sind hier nicht ermittelt worden. Die durchgef\u00fchrten Renaturierungsma\u00dfnahmen, vor allem die Anpflanzung von Wasser- und Teichrandpflanzen, hatten zum Ziel, die Artenvielfalt in\/an den Gew\u00e4ssern zu erh\u00f6hen und einen nachhaltigen Beitrag zur Gew\u00e4sserreinigung (Filterwirkung, Sauerstoffproduktion) zu leisten. Erg\u00e4nzend sind denkmalpflegerische Ma\u00dfnahmen (Wiederherstellung Wasserfall Gutspark Zichtau, Br\u00fccken und Wegeanschl\u00fcsse in A\u009atrioji Kirsna) umgesetzt worden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Grundlagen und Anwendungsm\u00f6glichkeiten der EM-Technologie sowie wissenschaftliche Herangehensweisen und Arbeitsmethoden bei Gew\u00e4sseruntersuchungen standen im Fokus von je einem Workshop und einer Tagung in Zichtau und in Litauen. Zur Abschlusstagung in Zichtau wurde ein Informations-faltblatt zum Projekt erstellt. Der Projektbericht liegt als pdf Vollversion auf der Datenbank des Horne-mann-Instituts (www.hornemann-institut.de, e-Publikation\/Projekte) und auf der Webseite der gARTen-akademie Sachsen-Anhalt zum Download bereit. Die Zusammenfassung des Berichts in englischer Sprache erfolgte insbesondere f\u00fcr den litauischen Projektpartner. \u00dcber das Projekt hinausgehend fand im Februar 2013 eine weitere Beprobung des Waldbades Zichtau durch die Hochschule Magdeburg-Stendal statt. In einem Anschlusstermin wurden die Messergebnisse den Beteiligten (Eigent\u00fcmer, F\u00f6rderverein, Beh\u00f6rden) vorgestellt und das weitere Vorgehen diskutiert. Bei einem Workshop im April 2013 Gut Zichtau zu Biologischer Pflanzenschutz, Kompost, Mulch &#038; Co. wird in einem Beitrag die EM-Technologie gartenbaulich thematisiert (Herstellung von Bokashi). In dem durch die Gartenakademie Sachsen-Anhalt beantragten Life+ Projekts im Bereich Umweltkommunikation und Information NaT\u00fcr: Natur beginnt vor der T\u00fcr (Beginn voraussichtl. Sommer 2013) ist vorgesehen, das Thema EM einzubinden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ein durchschlagender Erfolg bei der Gew\u00e4ssersanierung mit EM konnte in der Projektlaufzeit von einem Jahr nicht verzeichnet werden. Unter Ber\u00fccksichtigung der klimatischen Voraussetzungen in Mittel- und Osteuropa sollten mindestens zwei Jahre eingeplant werden, um messbare Erfolge nachweisen zu k\u00f6nnen. Nachgewiesen werden konnten jedoch eine Reduzierung der Schlammst\u00e4rke und ein R\u00fcckgang des Algenbesatzes in den behandelten Teichen. Im Waldbad Zichtau sank der Phosphatgehalt von 0,144 mg\/L im Mai auf 0,057 mg\/L im September 2012. Die Anpflanzungen im Inselbereich waren erfolgreich, mit besseren Startbedingungen f\u00fcr die Vegetationsperiode 2013 (Sauerstoffproduktion, Plankton-Diversit\u00e4t) ist zu rechnen. Ein Verd\u00fcnnungseffekt durch Niederschlag tritt im Winterhalbjahr auf.<br \/>\nEin direktes Konkurrenzverhalten von EM-Bakterien und Blaualgen war in diesem Projekt wissenschaftlich nicht sicher zu beweisen, da eine vergleichbare Fr\u00fchjahrsphase fehlte. Blaualgentoxine traten im Waldbad aber nicht auf. Im Schlossteich kam es trotz phosphathaltigem Wasser aus dem Arteserzulauf zu keiner Algenmassenentwicklung. Durch die Anwendung der EM-Technologie waren keine negativen Folgen feststellbar. Effektive Mikroorganismen k\u00f6nnen an Zeolith-Granulat auf dem Teichboden \u00fcberwintern und im n\u00e4chsten Jahr ihre Wirkung fortsetzen. Im Waldbad Zichtau wird kein Wasserzulauf mehr \u00fcber den (phosphatbelasteten) artesischen Brunnen get\u00e4tigt; eine weitere Bel\u00fcftung des Gew\u00e4ssers \u00fcber Umw\u00e4lztechnik ist geplant. F\u00fcr A\u009atrioji Kirsna empfiehlt sich die Weiterbehandlung der St\u00e4lle und des Tierfutters mit EM, um bei den Ursachen der hohen N\u00e4hrstoffbelastung (G\u00fclle) anzusetzen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die historische Parkanlage Gut Zichtau mit ihrem ausgekl\u00fcgelten System an Teichen, Gr\u00e4ben, Quellen und artesischem Brunnen (Speisung des Waldbads) zeigt die besondere Situation eines land(wirt)schaftlich gepr\u00e4gten Raumes im Sinne der ausgeschm\u00fcckten Landschaft der Landschaftsversch\u00f6nerungsbestrebungen des 19. Jahrhunderts. 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