{"id":25693,"date":"2026-03-19T10:32:12","date_gmt":"2026-03-19T09:32:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/29231-01\/"},"modified":"2026-03-19T10:32:13","modified_gmt":"2026-03-19T09:32:13","slug":"29231-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/29231-01\/","title":{"rendered":"Durchf\u00fchrung des Umweltbildungsprojektes Regionalen Klimawandel beurteilen lernen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Folgen des globalen Klimawandels sind weltweit bereits auf vielf\u00e4ltige Weise sichtbar. Neben dem Klimaschutz r\u00fcckt daher die Entwicklung von Anpassungsstrategien in Hinblick auf die inzwischen unvermeidbaren Auswirkungen der zu erwartenden klimatischen Ver\u00e4nderungen immer mehr in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Interesses. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die konkreten Folgen des Klimawandels auf regionaler Ebene in \u00f6kologischer, aber auch \u00f6konomischer und sozialer Hinsicht, die f\u00fcr das individuelle Lebensumfeld besondere Relevanz aufweisen. Das Projekt m\u00f6chte daher v. a. die Beurteilungskompetenz von Jugendlichen in Fragen des regionalen Klimawandels in einem interdisziplin\u00e4ren und multimethodischen Ansatz f\u00f6rdern. Sie bildet die Grundlage einer an den Kriterien der Nachhaltigkeit ausgerichteten Handlungskompetenz der jungen Generation.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBezogen auf die drei Themenfelder Landwirtschaft, Forstwirtschaft und naturnahe \u00d6kosysteme k\u00f6nnen Jugendliche im Rahmen des Projekts an exemplarischen Ph\u00e4nomenen wie etwa Bodenerosion oder dem ver\u00e4nderten Wachstumsverhalten von B\u00e4umen bisherige und zuk\u00fcnftige Auswirkungen des Klimawandels in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld erkennen, analysieren und beurteilen. Grundlage der Beurteilungen bildet dabei ein innovativer methodisch-didaktischer Dreiklang aus Erhebungen im Gel\u00e4nde an regionalen Lernstandorten, vertiefender Analysen verschiedener Ph\u00e4nomene im Labor und der vereinfachenden Erarbeitung einzelner Prozesse im Experiment bzw. Modell. In einer durch Kooperationsvereinbarungen etablierten Zusammenarbeit mit St\u00fctzpunkschulen, dem Geo-Naturpark Bergstra\u00dfe-Odenwald sowie dem Bioversum Kranichstein wurden die modellhaft entwickelten Lernmodule durch Multiplikatorenschulungen in der schulischen wie auch in der au\u00dferschulischen Umweltbildung implementiert. Ein Beirat mit Vertreter\/-innen aus Bildungsf\u00f6rderung, Forschung, Fachdidaktik und schulischer Praxis stand dabei dem Projektteam beratend zur Seite. Zur dauerhaften Verankerung und weiteren Dissemination im jeweiligen institutionellen Kontext wurden in R\u00fccksprache mit den Kooperationspartnern Methodenkoffer entwickelt und \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des Umweltbildungsprojekts ReKli:B wurden am Beispiel der Region Bergstra\u00dfe-Odenwald sechs Lernmodule zu den regionalen Folgen des Klimawandels auf \u201eBodenabtrag\u201c, \u201eBodenfruchtbarkeit\u201c, \u201eBodenwasserhaushalt\u201c, \u201eBaumartenanteile\u201c, \u201eErnteertr\u00e4ge\u201c und \u201ePh\u00e4nologische Jahreszeiten\u201c entwickelt und in Zusammenarbeit mit f\u00fcnf St\u00fctzpunktschulen und zwei au\u00dferschulischen Bildungspartnern erprobt und optimiert. Jede dieser Einheiten bildet den konzipierten methodisch-didaktischen Dreiklang aus \u201eErhebungen im Gel\u00e4nde\u201c, \u201eVertiefender Analyse im Labor\u201c und \u201eVereinfachender Erarbeitung im Experiment bzw. Modell\u201c ab, so dass insgesamt 18 Teilmodule erarbeitet wurden. Alle Module wurden f\u00fcr ein (Netto-)Zeitfenster von 120 bis 240 Minuten konzipiert. Durch ein Baukastensystem k\u00f6nnen die Moduleinheiten dar\u00fcber hinaus an den jeweils zur Verf\u00fcgung gestellten Zeitrahmen angepasst werden und sind so insbesondere auch im Rahmen des Regelunterrichts (Doppelstunden mit 90 Minuten) nutzbar.<br \/>\nZur Erkundung von Klimafolgen im Gel\u00e4nde wurde entlang der Gemarkungsgrenze Heidelberg\/Leimen ein Landschaftsausschnitt als Mustertransekt fachlich und didaktisch erschlossen. Zum Auftakt des methodisch-didaktischen Dreiklangs werden hier in jedem Modul durch problemorientierte Erhebungen (z. B. von Erosionsspuren oder Baumartenanteilen in verschiedenen Altersklassen des Waldes) Wechselwirkungen des Klimas mit Vegetation und Boden in verschieden genutzten \u00d6kosystemen sichtbar gemacht und die Frage nach den jeweiligen Folgen k\u00fcnftiger Klimaver\u00e4nderungen aufgeworfen. Die auf Klimafolgen orientierte Ausrichtung und Verkn\u00fcpfung etablierter Analysemethoden der Boden- und Vegetationskunde wie z. B. die Bestimmung des Gl\u00fchverlustes verschiedener Bodenproben oder die Analyse von Jahrringbreiten im Vergleich verschiedener Baumarten war darauf aufbauend integraler Bestandteil der Modulentwicklung im Labor. Einen dritten Schritt bildete die Veranschaulichung von Klimafolgen und m\u00f6glicher Anpassungsstrategien im Modell bzw. Experiment. Die Modellbildung erfolgte sowohl durch die Nutzung oder Entwicklung konkret-gegenst\u00e4ndlicher Modelle (z. B. Bodenerosionsmodelle, Modell von Klimaanpassungen im Obstbau) als auch bezogen auf abstrakt-digitale Computersimulationen (z. B. zur Bodenerosion oder Humusbilanzierung) und auf graphische Modelle (z. B. zur Verschiebung ph\u00e4nologischer Phasen). F\u00fcr die Module \u201ePh\u00e4nologische Jahreszeiten\u201c und \u201eBaumartenanteile\u201c wurden zwei modellhafte Veranschaulichungen grundlegend neu entwickelt und publiziert, dar\u00fcber hinaus wurden etablierte Experimente (z. B. zur Bodenatmung, zum Wachstum von Pflanzen oder der Erodierbarkeit von B\u00f6den) zu Modellexperimenten weiterentwickelt und erstmalig in Bezug zur Frage nach den Folgen der zu erwartenden Klimaver\u00e4nderungen gesetzt.<br \/>\nZur Unterst\u00fctzung der Modulumsetzung im Rahmen der schulischen und der au\u00dferschulischen Umweltbildung wurde zum Projektabschluss ein Methodenkoffer zusammengestellt. Dieser erg\u00e4nzt in R\u00fccksprache mit den Projektpartnern der schulischen und au\u00dferschulischen Umweltbildung den Bestand an Ger\u00e4ten und Verbrauchsmaterialien, wie er in den naturwissenschaftlichen Laborr\u00e4umen und -sammlungen weiterf\u00fchrender Schulen bzw. an den au\u00dferschulischen Lernorten \u00fcblicherweise vorhanden ist. Als Teil des Methodenkoffers wurde allen Projektpartnern ein Materialband \u00fcbergeben. Eine uneingeschr\u00e4nkte M\u00f6glichkeit zum Download der Materialien ist aus Gr\u00fcnden des Urheberschutzes derzeit nicht vorgesehen, der Bezug \u00fcber eine Anfrage an kontakt@geco-lab.de ist m\u00f6glich. Zur Dissemination dient auch der Austausch in dem von der DBU gef\u00f6rderten Vernetzungs-Projekt MINT.nb im Rahmen von LernortLabor e. V. (Bundesverband der Sch\u00fclerlabore), dem das Geco-Lab der Abteilung Geographie an der P\u00e4dagogischen Hochschule Heidelberg angeh\u00f6rt.<br \/>\nW\u00e4hrend der Projektlaufzeit konnten in 121 Kursen insgesamt 2.220 Sch\u00fcler\/innen im Rahmen formaler Bildungsangebote mit den ReKli:B-Modulen erreicht werden   1.532, mehr als zwei Drittel davon, konnten das zu Projektstart als Sch\u00fclerlabor, Fortbildungseinrichtung und Forschungswerkstatt neu eingerichtete \u201eGeco-Lab, Kompetenzzentrum f\u00fcr geo\u00f6kologische Raumerkundung\u201c als Lernort nutzen. 111 weitere Jugendliche wurden \u00fcber au\u00dferschulische Bildungsangebote erreicht. Im Rahmen der Modulerprobung wurden insgesamt 43 Lehrpersonen kursbegleitend fortgebildet, dazu wurden drei spezielle Fortbildungen f\u00fcr die umweltp\u00e4dagogischen Mitarbeiter\/-innen der beiden au\u00dferschulischen Bildungspartner konzipiert und durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In allen Projektphasen konnten Konzept und Ergebnisse durch Beitr\u00e4ge in Zeitschriften, in Sammelb\u00e4nden sowie durch Vortr\u00e4ge und Posterpr\u00e4sentationen auf fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Konferenzen vorgestellt werden. Eine vollst\u00e4ndige Liste aller projektbezogenen Publikationen und Pr\u00e4sentationen ist einzusehen unter www.rgeo.de\/cms\/p\/ReKliB3\/. Zum Projektabschluss konnten zu einer Umweltbildungskonferenz unter dem Titel \u201eKlimawandel verstehen \u2013 Anpassung gestalten: Bildungsangebote des ReKli:B-Projektes\u201c rund 30 Teilnehmer\/-innen aus Schule, Hochschule und von au\u00dferschulischen Bildungspartnern begr\u00fc\u00dft und die Bildungsinhalte des Projekts weiter disseminiert werden. Eine Reihe von Projekt-Kurzvorstellungen auf thematisch einschl\u00e4gigen Webportalen umfasst dabei insbesondere auch die Aufnahme als \u201eBest Practice-Beispiel\u201c der von \u201eLernortLabor\u201c betriebenen und mit Mitteln des BMBF gef\u00f6rderten Portals \u201eBildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung in Sch\u00fclerlaboren\u201c (www.bne-im-schuelerlabor.de). Der Best-Practice-Charakter wird auch durch die Auszeichnung des Projekts als \u201eWerkstatt N-Projekt 2016\u201c durch den Rat f\u00fcr nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung sowie die Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade f\u00fcr Biologische Vielfalt unterstrichen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Projekt ReKli:B ist es gelungen, die Aspekte regionaler Klimafolgen sowie die Notwendigkeit zur Entwicklung nachhaltiger Anpassungsstrategien problem- und handlungsorientiert exemplarisch in der schulischen und au\u00dferschulischen Bildungslandschaft der Region Bergstra\u00dfe-Odenwald und dar\u00fcber hinaus zu verankern und die konzipierte Entwicklung von innovativen Lehr-Lern-Modulen vollst\u00e4ndig umzusetzen. Die enge Zusammenarbeit mit f\u00fcnf St\u00fctzpunktschulen und den au\u00dferschulischen Bildungspartnern hat sich im Sinne eines gemeinsamen Entwicklungsvorhabens als sehr gewinnbringend erwiesen &#8211; davon ausgehend erfolgte der Aufbau eines \u00fcber das Projekt hinausreichenden Netzwerks aus Umweltbildnern, Umweltforschern und regionalen Umweltakteuren. Kapazit\u00e4re Engp\u00e4sse in der Zusammenarbeit mit dem Projektpartner Geo-Naturpark machten zu Beginn des Projekts den Zielkonflikt zwischen Innovationswunsch und \u00f6konomischer Tragf\u00e4higkeit als besondere Herausforderung f\u00fcr au\u00dferschulische Bildungstr\u00e4ger sichtbar. Die M\u00f6glichkeit zur fachlichen und methodisch-didaktischen Weiterbildung in Bezug auf das Thema Klimawandel wurde jedoch gerade von diesen Projektpartnern als gro\u00dfer Gewinn formuliert. Aus dem Kern des Projekts ReKli:B sind zwischenzeitlich vier weitere Projekte zur Klimawandelbildung hervorgegangen, die durch unterschiedliche Institutionen auf Landes- und Bundesebene gef\u00f6rdert werden. Durch \u00dcbertragung auf weitere Regionen Baden-W\u00fcrttembergs, die Einbeziehung urbaner R\u00e4ume, die damit verbundene Einbindung weiterer klimarelevanter Themenbeispiele sowie den Bezug zu neuen Zielgruppen (Unternehmen und Auszubildende) tragen diese zu einer l\u00e4ngerfristigen Dissemination und Verstetigung des Konzepts und der Inhalte von ReKli:B bei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Folgen des globalen Klimawandels sind weltweit bereits auf vielf\u00e4ltige Weise sichtbar. 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