{"id":25660,"date":"2024-11-27T10:38:59","date_gmt":"2024-11-27T09:38:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/29124-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:39:04","modified_gmt":"2024-11-27T09:39:04","slug":"29124-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/29124-01\/","title":{"rendered":"Deutsch-Mazedonisches Trainingsprogramm und Netzwerk Nachhaltiger Tourismus f\u00fcr KMU der Tourismusbranche, Dozenten und Multiplikatoren"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Sinne der UN-Weltdekade \u0084Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung\u0093 (BNE: 2005-2014) wird das  Vorhaben als erstes gemeinsames Projekt im Rahmen der institutionellen Zusammenarbeit zwischen der deutschen Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) (Abk\u00fcrzung: HNE Eberswalde) und der mazedonischen Fakult\u00e4t f\u00fcr Tourismus und Gastgewerbe Ohrid an der Heiliger-Kliment-von-Ohrid-Universit\u00e4t in Bitola (Abk\u00fcrzung: FTU Ohrid) angestrebt und unterstreicht damit die zentrale Bedeutung der Umweltbildung als grundlegende Voraussetzung f\u00fcr eine transnationale Gestaltung des zuk\u00fcnftigen Zusammenlebens.<br \/>\nZiel des Projektes ist es, Dozentinnen und Dozenten der mazedonischen Hochschule, Multiplikatoren aus der Ohrid-Region bzw. aus relevanten mazedonischen staatlichen Institutionen und Verb\u00e4nden sowie andere Akteure (Tourismusunternehmen &#8211; KMU, Absolventen der Hochschule, NGO usw.) durch eine kooperative Qualifizierung und den praktischen Erfahrungsaustausch mit Best-Practice-Beispielen f\u00fcr Nachhaltigkeit im Tourismus zu sensibilisieren, f\u00fcr die weitere Tourismuslehre mit Nachhaltigkeitsinhalten in ihrem jeweiligen Lehr-  bzw. Arbeitsgebiet auszustatten und anhand von praktischen Beispielen in der Tourismusbranche der Region zu erproben. Gleichzeitig sollen durch das Projekt die spezielle Lage, die damit verbundene Verantwortung und die touristischen Potenziale der Region als wichtiger Schnittpunkt und Teil unterschiedlicher europ\u00e4ischer Initiativen (\u0084European Green Belt\u0093, \u0084UNESCO Weltnatur- und Kulturerbe\u0093) hervorgehoben werden. Das Projekt soll als Fernziel den Aufbau eines eigenen Master-studiengangs \u0084Nachhaltiges Tourismusmanagement\u0093 in Ohrid unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der Projektlaufzeit werden mindestens 10 Multiplikatoren f\u00fcr nachhaltigen Tourismus ausgebildet. Durch diese Multiplikatoren werden wiederum bis zu 260 Studierende (und k\u00fcnftige Multiplikatoren) im ersten Studienjahr und eine Vielzahl mehr in den drei weiteren Semestern an der Universit\u00e4t in Ohrid sowie zahlreiche touristische Kooperationspartner der Universit\u00e4t in der Region, in Mazedonien und den benachbarten Balkanl\u00e4ndern erreicht. Die Projektdurchf\u00fchrung sowie die Umsetzung der Ziele wird in folgenden Arbeitspaketen stattfinden: Projektorganisation und \u0096durchf\u00fchrung, Ausbildung von Multiplikatoren f\u00fcr nachhaltigen Tourismus, Marketing und \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Evaluation der Projektergebnisse.<br \/>\nDer Know-How-Transfer (Arbeitspaket: Ausbildung von Multiplikatoren) wird innerhalb von acht Modulen stattfinden, in denen die relevanten touristischen Themen unter Hervorhebung der Nachhaltigkeitsaspekte und mit starkem Praxis-Bezug bearbeitet werden. Die Qualifizierungen werden innerhalb der \u00fcblichen Pr\u00fcfungszeitr\u00e4ume der mazedonischen Hochschule vor allem in der Ohrid-Region stattfinden; zwei Trai-ningseinheiten werden w\u00e4hrend eines 7-t\u00e4gigen Aufenthalts der Teilnehmer in Deutschland durchgef\u00fchrt. Die Lehre innerhalb der Module wird von Dozenten des Masterstudiengangs \u0084Nachhaltiges Tou-rismusmanagement\u0093 sowie von weiteren Experten und Praxispartnern der Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) mit starker aktiver Einbindung der Teilnehmer \u00fcbernommen. Aus p\u00e4dago-gisch-didaktischen Gr\u00fcnden wird angestrebt, dass die Referenten m\u00f6glichst innovative Lernformen ver-wenden, wie zum Beispiel \u0084problem-based learning (PBL)\u0093. Die Unterrichtssprache wird Englisch sowie Deutsch mit \u00dcbersetzung ins Mazedonische sein. Die Ergebnisse des deutsch-mazedonischen Trai-ningsprogramms werden der mazedonischen \u00d6ffentlichkeit im Rahmen einer Abschlussveranstaltung vorgestellt und anschlie\u00dfend publiziert. Eine \u00dcbertragbarkeit des Deutsch-Mazedonischen Trainingspro-gramms und des Netzwerks \u0084Nachhaltiger Tourismus\u0093 f\u00fcr Dozenten, Multiplikatoren und andere Akteure des Know-How-Transfer-Konzeptes \u0084Nachhaltiger Tourismus\u0093 auf andere Staaten bzw. Tourismusaus-bildungsst\u00e4tten Ost- und S\u00fcdosteuropas ist vorgesehen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das deutsch-mazedonische Trainingsprogramm konnte in den vorgesehenen vier Trainingseinheiten durchgef\u00fchrt werden:<br \/>\n\u0095\tDie erste Trainingseinheit fand vom 21. Mai bis zum 25. Mai 2012 an der FTU Ohrid statt. Im Mittelpunkt stand eine theoretische Einf\u00fchrung zum Thema \u0084Nachhaltigkeit im Tourismus\u0093, die die Teilnehmer auf die Analyse der Ohrid-Region unter den vorgestellten Aspekten vorbereitete. Eine Auswahl von touristischen (nachhaltigen) Projekten in Mazedonien wurde w\u00e4hrend der \u0084Ersten deutsch-mazedonischen Konferenz f\u00fcr nachhaltigen Tourismus\u0093 (23. Mai 2013) vorgestellt. Diese Konferenz \u0096 und somit auch das Trainingsprogramm \u0096 wurde von Dr. Ulrich Witte er\u00f6ffnet, dem Leiter der DBU-Abteilung \u0084Umweltkommunikation und Kulturg\u00fcterschutz\u0093.<br \/>\n\u0095\tDie n\u00e4chste Trainingseinheit, 26. August \u0096 1. September 2012, fand in Berlin und Brandenburg statt. An jedem Tag der Studienreise wurde ein bestimmtes Thema mit dem Ziel bearbeitet, Best-Practice-Beispiele f\u00fcr die vorgesehenen Module vorzustellen. Die 12 mazedonischen Teilnehmer waren zum Beispiel im nachhaltig wirtschaftenden Biohotel Almod\u00f3var untergebracht; sie besuchten den Nationalpark Unteres Odertal und das UNESCO-Welterbe Schloss Sanssouci und waren die ganze Zeit nur mit dem \u00d6PNV mobil. Die Trainingseinheit endete mit der \u0084Zweiten deutsch-mazedonischen Konferenz f\u00fcr nachhaltigen Tourismus\u0093. Gastgeber der Tagung war die HNE Eberswalde, die den Fokus sowohl auf eigene touristische Projekte als auch auf Beispiele f\u00fcr internationale Kooperation legte.<br \/>\n\u0095\tVom 20. bis zum 23. Mai 2013 veranstalteten die Projektpartner in der Ohrid-Region die dritte Trainingseinheit. Die Vermittlung der theoretischen Inhalte fand in den R\u00e4umlichkeiten der FTU Ohrid statt; f\u00fcr den praktischen Teil waren Gespr\u00e4che mit touristischen Organisationen in Ohrid sowie ein Ausflug in der Region geplant worden. Als Gastdozenten aus Deutschland nahmen Vertreter des Tourismus- und Freizeitinstituts inspektour an diesem Training teil.<br \/>\n\u0095\tDie letzte Trainingseinheit fand vom 30. September bis zum 2. Oktober 2013 ebenso an der FTU Ohrid statt. Dabei wurden die angebotenen Module inhaltlich abgeschlossen. Am Ende des Trainings bekamen 10 Teilnehmer, die an allen Modulen teilgenommen hatten, das Pr\u00e4dikat \u0084Multiplikator f\u00fcr nachhaltigen Tourismus\u0093.<br \/>\nW\u00e4hrend dieser Trainingseinheiten wurden insgesamt acht Module bearbeitet: \u0084Sustainability in Tourism\u0094, \u0084Environment and Tourism in the Ohrid Region\u0084, \u0084Environmental and Quality Management in Tourism \/ Sustainable Management\u0094, \u0084Tourism in Sensitive Landscapes and Cultural Areas\u0094, \u0084Exchange of Experiences at the Eberswalde University and in the Region Berlin \/ Brandenburg and with Representatives of Best-practice Examples in Germany\u0094, \u0084Sustainability in Selected Tourism Forms\u0094 und \u0084Sustainable Destination Management\u0094. Auf besonders gro\u00dfes Interesse stie\u00df insbesondere das Thema Qualit\u00e4ts- und Umweltmanagement im Tourismus, das wegen der gro\u00dfen Nachfrage der Teilnehmer in allen Modulen bearbeitet wurde. Diese Nachfrage im Trainingsprogramm entsprach wiederum den Angebotsproblemen in Bezug auf die (internationale) Tourismusnachfrage in der Ohrid-Region bzw. Mazedonien und widerspiegelt eine aktuelle Problematik, n\u00e4mlich Defizite im Hinblick auf die Qualit\u00e4t des touristischen Angebots sowie Umweltproblemen des Tourismus in Mazedonien. Zertifizierungen, als Anreizsysteme zur Verbesserung der Service- und Umweltqualit\u00e4t in den Tourismus- und Gastronomieeinrichtungen im Lande, sind bisher kaum verbreitet. Ein Ergebnis des Trainingsprogramms an der FTU Ohrid war die Initiative mit Vertretern des vorhandenen Hochschulnetzwerks auf dem Balkan \u00fcber m\u00f6gliche einheitliche Zertifizierungsstandards in der Region zu diskutieren und gemeinsame Projekte zur Entwickklung eines einheitlichen Systems zu erarbeiten.<br \/>\nDie Module wurden als Vorlesungen, Seminare, \u00dcbungen (Teamarbeit und Gruppenarbeit, unter anderem in Form von Problem Based Learning (PBL)) und Pr\u00e4sentationen gestaltet. Die angebotene Methodik fanden die Teilnehmer insgesamt sehr gut und hoben sie als eins der besonders positiven Merkmale des Trainingsprogramms hervor. Praxisbezug wurde nicht nur w\u00e4hrend der Trainingseinheit in Berlin und Brandenburg, sondern w\u00e4hrend des gesamten Trainings hergestellt. Die gezeigten Best-Practice-Beispiele erm\u00f6glichten den Teilnehmern, einen \u00dcberblick \u00fcber den Stand der nachhaltigen Tourismusentwicklung in Deutschland und Europa zu gewinnen und wurden als n\u00fctzliche und erfolgreiche Beispiele wahrgenommen. So wurde die Erfahrung mit dem Biohotel Almod\u00f3var positiv gesehen, aber gleichzeitig war man sich einig, dass solche Hotels in dieser Form auf dem mazedonischen Tourismusmarkt zur Zeit eher eine geringe Chancen haben. Die Evaluation des Trainings hat auch gezeigt, dass der Austausch mit dem Tourismussektor in Mazedonien noch st\u00e4rker h\u00e4tte ausgebaut werden k\u00f6nnen. Das Thema \u0084Nachhaltigkeit\u0093 wird in der mazedonischen \u00d6ffentlichkeit zwar immer mehr diskutiert, es wird jedoch im Alltag allgemein immer noch zu wenig  praktiziert.<br \/>\nOffizielle Sprache des Trainings war Englisch, jedoch wurden Mazedonisch und Deutsch als Arbeitssprache bzw. in der t\u00e4glichen Kommunikation auch verwendet. Die wichtigsten Inhalte des Projektes wurden in einem Flyer zusammengefasst.<br \/>\nDa die im bewilligten Kostenplan vorgesehenen Ausgaben (vor allem Flugkosten) den aktuellen h\u00f6heren Preisen nicht entsprachen, konnten weniger externe Dozenten in das Trainingsprogramm eingebunden werden als urspr\u00fcnglich geplant. Deshalb \u00fcbernahm der Projektleiter, Prof. Dr. Hartmut Rein, den gr\u00f6\u00dften Teil der Lehre bzw. Trainings. Die entstandenen Unterrichtsmaterialien wurden \u00fcber den kostenlosen Webdienst Dropbox (www.dropbox.com) allen Teilnehmern zur Verf\u00fcgung gestellt. Diese Unterrichtsmaterialien k\u00f6nnen beide Projektpartner sowohl in der \u00fcblichen Tourismuslehre als auch bei einer eventuellen nochmaligen Durchf\u00fchrung des Trainingsprogramms verwenden.<br \/>\nW\u00e4hrend der gesamten Projektlaufzeit haben ca. 40 Interessenten die Trainingseinheiten teilweise besucht, 10 davon die Trainingeinheiten komplett absolviert. Neben \u00e4lteren und jungen Wissenschaftlern der FTU Ohrid, waren vor allem Vertreter von NGOs sowie von privaten Tourismusunternehmen in Mazedonien bei allen Trainingseinheiten pr\u00e4sent. So hat sich im Laufe der Projektzeit eine Arbeitsgruppe gebildet, die trotz der unterschiedlichen Motivationen der einzelnen Personen f\u00fcr die Teilnahme an dem Trainingsprogramm sehr gut funktioniert hat. Vor dem Hintergrund der Tourismussituation In der Ohrid-Region und in Mazedonien waren das Erfordernis und die M\u00f6glichkeiten, diese Gruppe am Leben zu erhalten, im Laufe des Trainings eines der wichtigsten Diskussionsthemen. Es gab den Vorschlag, die Arbeitsgruppe zu einer permanenten Arbeitsgemeinschaft oder B\u00fcrgerinitiative auszubauen, jedoch hat sich diese Idee in der Ausf\u00fchrung leider als sehr aufw\u00e4ndig herausgestellt und keiner der Teilnehmer war bereit, die Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Am Schluss waren sich die Teilnehmer einig, dass sie versuchen wollen, inoffiziell als Lobbygruppe f\u00fcr nachhaltigen Tourismus zu wirken und sich m\u00f6glichst oft und regelm\u00e4\u00dfig auf eigene Initiative zu treffen. Das Ziel dieser Lobbygruppe w\u00e4re, die Nachhaltigkeit im Tourismus in der Ohrid-Region zu f\u00f6rdern und im Rahmen der M\u00f6glichkeiten aktiv f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung im Tourismus in Mazedonien einzutreten.<\/p>\n<p>Bereits nach dem ersten Jahr des Projektes konnten die Projektpartner ein Ziel erreichen, das eher als Vision des Projektes angestrebt worden war: Im Fr\u00fchjahr 2013 bewilligte das mazedonische Bildungsministerium die Akkreditierung des neuen Masterstudiengangs \u0084Nachhaltiger Tourismus\u0093 an der FTU Ohrid. Der Masterstudiengang soll voraussichtlich im Wintersemester 2014\/15 in enger Zusammenarbeit mit dem Masterstudiengang \u0084Nachhaltiges Tourismusmanagement\u0093 der HNE Eberswalde beginnen und verfolgt langfristig das Ziel, einen doppelten deutsch-mazedonisches Abschluss anzubieten. Um den Aufbau dieses Masterstudiengangs finanziell zu unterst\u00fctzen, haben sich die Projektpartner im Fr\u00fchjahr 2013 um eine DAAD-F\u00f6rderung im Rahmen des Programms \u0084Praxispartnerschaften zwischen Hochschulen und Unternehmen in Deutschland und in Entwicklungsl\u00e4ndern\u0093 beworben. Leider wurde der Projektantrag knapp abgelehnt. In R\u00fccksprache mit dem DAAD ist aber eine \u00dcberarbeitung des Projektantrags und erneute Bewerbung f\u00fcr das Fr\u00fchjahr 2014 geplant. Alle am Trainingsprogramm Beteiligten waren sehr angetan von der Idee der Projektpartner, Dozenten und Studierende von der HNE Eberswalde f\u00fcr Aufenthalte in Ohrid zu gewinnen, z.B. f\u00fcr Forschungsaufenthalte, Praktika oder Masterarbeiten, damit sie ihr Wissen und ihre Erfahrung in die Region einbringen k\u00f6nnen. Insgesamt ist die Mobilit\u00e4t der Dozenten hinsichtlich des Aufbaus eines gemeinsamen Masterstudiengangs eine der wichtigsten Priorit\u00e4ten in der deutsch-mazedonischen Zusammenarbeit.<br \/>\nEin weiterer Plan in Hinblick auf den gemeinsamen deutsch-mazedonischen Masterstudiengang ist die Einbindung der ausgebildeten Multiplikatoren f\u00fcr nachhaltigen Tourismus in das Curriculum. Die Multiplikatoren sollen einen Praxisbezug in der Tourismuslehre herstellen, um die durch das deutsch-mazedonische Trainingsprogramm \u0084Nachhaltiger Tourismus\u0093 ermittelten Differenzen zwischen Tourismusnachfrage, -angebot und \u0096forschung langfristig auszugleichen. In diesem Sinne wurde das Trainingsprogramm zu dem richtigen Zeitpunkt angeboten, da die Ohrid-Region im Bereich (nachhaltiger) Tourismus einen Wendepunkt erreicht hat. Insbesondere wurden die Entwicklung einer zeitgem\u00e4\u00dfen professionellen touristischen Organisationsstruktur und die Aufgabenverteilung zwischen den Tourismusakteuren in der Ohrid-Region (sowie in Mazedonien) als wichtige Handlungsfelder identifiziert.<br \/>\nEin zus\u00e4tzliches Ergebnis des Projektes ist die Erkenntnis, dass die Entwicklungstendezen und Probleme in Mazedonien und in den anderen Balkanl\u00e4ndern stark vom Tourismus aus der Zeit des ehemaligen Jugoslawien gepr\u00e4gt sind und die Chancen und Probleme der Tourismusentwicklung in den Balkanl\u00e4ndern darin begr\u00fcndete \u00c4hnlichkeiten, aber auch Unterschiede aufweisen. Daraus entstand das Vorhaben einer Internationalen Konferenz zu Herausforderungen und Chancen f\u00fcr eine nachhaltige Tourismusentwicklung auf dem Balkan. Ziel der Konferenz ist unter anderem der Aufbau bzw. die Erweiterung eines Netzwerks akademischer touristischer Ausbildungseinrichtungen auf dem Balkan, die sich die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus in ihren L\u00e4ndern als Ziel gesetzt haben und dies durch eine entsprechende \u0084nachhaltige\u0093 Ausbildung von touristischen F\u00fchrungskr\u00e4ften in der Zukunft verankern wollen.<br \/>\nDie Projektpartner sehen noch mehr Ans\u00e4tze f\u00fcr den Ausbau der deutsch-mazedonischen Zusammenarbeit. Zwei Projektvorschl\u00e4ge wurden in Anlehnung an die Ergebnisse des ersten deutsch-mazedonischen Projektes  beim letzten Treffen konkret besprochen und befinden sich zurzeit in der Ausarbeitung. Die eine Projektidee richtet sich an den Nachwuchs der FTU Ohrid bzw. an die Studierenden des zuk\u00fcnftigen Masterstudiengangs \u0084Nachhaltiger Tourismus\u0093.  Diese sollen motiviert werden, in selbstorganisierten studentischen Arbeitsgruppen aktuelle Probleme in der Region (auch in Mazedonien) in Bezug auf Umwelt und Tourismus zu identifizieren, zu analysieren und sich durch einen auf soziale Medien (Web 2.0) und pers\u00f6nliche Begegnungen (gemeinsame Aktionscamps) gest\u00fctzten  inhaltlichen Austausch mit diesen Problemen l\u00f6sungsorierntiert zu befassen, um gemeinsame Aktionen zur Sensibilisierung der Tourismusakteure und zur Umsetzung von L\u00f6sungen zu initiiieren. Durch Einbindung der Lehrenden dienen diese Aktionen gleichzeitig zur Etablierung eines Projektansatzes (\u0084Reallabore\u0093) in der Lehre, der bisher auf dem Balkan nicht bekannt ist bzw. verfolgt wird. Bei dem zweiten Projektvorschlag geht es um die Verwendung von erneuerbaren Energien in touristischen Einrichtungen. Diese Idee wird in Zusammenarbeit mit der Fakult\u00e4t f\u00fcr Architektur an der Hll.-Kyrill-und-Method-Universit\u00e4t in Skopje weiter ausgearbeitet. Hier besteht ein gro\u00dfes Potential insbesondere f\u00fcr die Nutzung der Solarenergie (Solarthermie, Solarenergie) aber auch f\u00fcr die Nutzung der Windkraft, das bisher noch kaum erkannt ist. Die F\u00f6rderung beider Projekte wird voraussichtlich bei der DBU beantragt (Fr\u00fchjahr 2014).<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u0095\tDas Hauptziel der \u00d6ffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Projektes war es, die \u00d6ffentlichkeit in Ma-zedonien und Deutschland \u00fcber das Projektvorhaben und seine Inhalte zu informieren. Gelichzeitig sollte damit ein positives Projektimage bzw. positives Erscheinungsbild der Projekttr\u00e4ger unter-st\u00fctzt werden. Begleitend dazu sollten das Engagement und die Begeisterung der Teilneh-mer\/Interessenten an dem Trainingsprogramm durch die \u00d6ffentlichkeitsarbeit verst\u00e4rkt werden. Vor allem aber hatte die \u00d6ffentlichkeitsarbeit die Intention, die breitere \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr die Bedeutung einer nachhaltigen touristischen Entwicklung Mazedoniens zu sensibilisieren. Um diese Ziele zu erreichen, wurden bereits am Anfang des Projektes die Grundlagen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit (also Corporate Design, Logo, Instrumente) sowie Layout-Vorgaben in einem Konzept f\u00fcr Presse-und \u00d6ffentlichkeitsarbeit definiert.<br \/>\n\u0095\tIm Vordergrund der \u00d6ffentlichkeitsarbeit stand der Dialog mit den mazedonischen Medien. Vor, w\u00e4hrend und nach jeder Trainingseinheit wurden Pressemitteilungen erarbeitet und den mazedo-nischen Medien per E-Mail zur Verf\u00fcgung gestellt. F\u00fcr die zweite Trainingseinheit wurden auch die deutschen Medien explizit informiert. Dabei wurden haupts\u00e4chlich die Verteiler der Projektpartner verwendet. Meistens wurden die Trainingseinheiten zus\u00e4tzlich noch durch Presse-Konferenzen begleitet. Das Gesamtergebnis war ein Presse-Portal mit allen ver\u00f6ffentlichten Artikeln \u00fcber die Projektmeilensteine. \u00dcber das deutsch-mazedonische Trainingsprogramm wurden 51 Artikeln und 4 Video-Nachrichten in mazedonischen (Online-)Medien ver\u00f6ffentlicht: 7 regionale und 14 nationale (Online-) Medien berichteten \u00fcber die Projektaktivit\u00e4ten. In Deutschland wurden 8 Artikel \u00fcber das Projekt publiziert.<br \/>\n\u0095\tZu den weiteren Aktivit\u00e4ten der \u00d6ffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Projektes geh\u00f6ren noch:<br \/>\n\u0095\tArtikel in diversen Newslettern wie im Newsletter der DBU und im Newsletter \u0084Seitenwind\u0093 der HNE Eberswalde<br \/>\n\u0095\tInternetauftritt auf der Webseite der HNE Eberswalde<br \/>\n\u0095\tzwei deutsch-mazedonische Konferenzen<br \/>\n\u0095\tVorstellung des Projektes als Vortrag und Posterpr\u00e4sentation am Fachbereichstag 2013 des Fachbereichs Landschaftsnutzung und Naturschutz der HNE Eberswalde.<br \/>\n\u0095\tAusweitung der Netzwerk-Partnerschaften:<br \/>\n\u0095\tAb Juni bis Mitte Oktober 2012 unterst\u00fctzte Chigedze Chinyepi aus Botswana als GIZ-Stipendiatin an der HNE Eberswalde das Projektteam. Frau Chinyepi absolvierte ein von der GIZ gef\u00f6rdertes Praktikum an der HNE Eberswalde und begleitete das Programm und die Teilnehmer w\u00e4hrend ihres Aufenthalts in Deutschland.<br \/>\n\u0095\tEine Vertreterin der GIZ in Mazedonien, Frau Anica Palazzo nahm kontinuierlich an den Trai-ningseinheiten teil und stellte die inhaltlichen Verbindungen zu den GIZ-Projekten in Mazedonien her.<br \/>\n\u0095\tPraxis-Partner der FTU Ohrid von touristischen Projekten in Mazedonien sowie Praxis-Partner der HNE Eberswalde aus dem Bereich Tourismus konnten als weitere Referenten f\u00fcr die deutsch-mazedonischen Konferenzen gewonnen werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Trainingsprogramm und Netzwerk \u0084Nachhaltiger Tourismus\u0093 wird von den Projektpartnern insgesamt als erfolgreich bewertet: Innerhalb von 24 Monaten wurden vier Trainingseinheiten durchgef\u00fchrt, die entsprechenden Unterrichtsmaterialien f\u00fcr die vorgesehenen acht Module erarbeitet und 10 Multipli-katoren f\u00fcr nachhaltigen Tourismus ausgebildet sowie insgesamt 40 Multiplikatoren mit Projektinhalten bekannt gemacht. Des Weiteren wurden zwei Konferenzen zur Verbreitung der Projektinhalte durchge-f\u00fchrt (eine in Mazedonien, eine in Deutschland). Die Evaluationen der einzelnen Trainingseinheiten be-st\u00e4tigen die positive Wahrnehmung des Trainings auch aus Sicht der Teilnehmer. F\u00fcr das Training konn-ten die Projektpartner allerdings mehr Interessenten bei den mazedonischen NGOs und KMU als unter den fachlich zust\u00e4ndigen Dozenten der mazedonischen Hochschule gewinnen (was teils mit Sprachprob-lemen begr\u00fcndet werden kann). Auf gro\u00dfe Resonanz stie\u00dfen die Trainings bei den jungen Wissen-schaftlern\/Lehrenden der FTU Ohrid. Obwohl die Teilnehmer unterschiedliche Motivationen f\u00fcr die Teil-nahme an dem Trainingsprogramm hatten, arbeiteten sie sehr gut zusammen und sind zu einer gut funk-tionierenden Arbeitsgruppe zusammengewachsen. Auch nach Beendigung des Trainingsprogramms sol-len regelm\u00e4\u00dfige Treffen und gemeinsam Lobbyarbeit f\u00fcr einen nachhaltigen Tourismus durchgef\u00fchrt werden.<br \/>\nEs hat sich deutlich gezeigt, dass die Themen Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein allgemein in Ma-zedonien noch in den Kinderschuhen stecken: Die Theorie ist teilweise bekannt und wird auch diskutiert, sie wird jedoch in der Praxis nicht \u00fcbernommen und umgesetzt. Vor diesem Hintergrund hat das Training deutlich gemacht, wie wichtig und notwendig die nachhaltige Entwicklung des mazedonischen Tourismus und wie gro\u00df deswegen die Bedeutung der angebotenen Nachhaltigkeitsausbildung ist. In diesem Sinne konnte die mazedonische Partnerhochschule w\u00e4hrend des Projektes einen Masterstudiengang \u0084Nach-haltiger Tourismus\u0093 akkreditieren, der auf dem inhaltlichen Konzept des Trainingsprogramms aufbauen wird (voraussichtlicher Start ist Wintersemester 2014\/15). Die ausgebildeten Multiplikatoren f\u00fcr nachhal-tigen Tourismus bilden also auch einen Grundstock an Dozenten f\u00fcr den neuen Masterstudiengang. Den Masterstudiengang in enger Zusammenarbeit mit der HNE Eberswalde zu entwickeln, um langfristig ein gemeinsames (doppeltes) Diplom anzubieten, ist die n\u00e4chste Herausforderung der Projektpartner. Durch die F\u00f6rderung der DBU konnten wichtige Rahmenbedingungen f\u00fcr den weiteren Ausbau der deutsch-mazedonischen Zusammenarbeit im nachhaltigen Tourismus geschaffen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Sinne der UN-Weltdekade \u0084Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung\u0093 (BNE: 2005-2014) wird das Vorhaben als erstes gemeinsames Projekt im Rahmen der institutionellen Zusammenarbeit zwischen der deutschen Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) (Abk\u00fcrzung: HNE Eberswalde) und der mazedonischen Fakult\u00e4t f\u00fcr Tourismus und Gastgewerbe Ohrid an der Heiliger-Kliment-von-Ohrid-Universit\u00e4t in Bitola (Abk\u00fcrzung: FTU [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[1266,2423],"class_list":["post-25660","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-grenzueberschreitend","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"29124\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"","dbu_projektdatenbank_bsumme":"79.839,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Eberswalde \nEberswalde (FH) Nachhaltiges Tourismusmanagement","dbu_projektdatenbank_strasse":"Schicklerstr. 5","dbu_projektdatenbank_plz_str":"16225","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Eberswalde","dbu_projektdatenbank_p_von":"2011-08-16 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2014-02-16 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 6 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"03334\/657 423","dbu_projektdatenbank_inet":"www.hnee.de\/tour","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Grenz\u00fcberschreitend","dbu_projektdatenbank_foerderber":"136","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-29124.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/25660","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/25660\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43176,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/25660\/revisions\/43176"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25660"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25660"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25660"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}