{"id":25592,"date":"2024-11-27T10:38:57","date_gmt":"2024-11-27T09:38:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/28878-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:59","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:59","slug":"28878-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/28878-01\/","title":{"rendered":"Weiterentwicklung eines im Untergrund versenkbaren und bei Hochwasser ausklappbaren Stauwandsystems mit flexiblem Drahtnetz und Folie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mobile Systeme f\u00fcr den Hochwasser(HW-)schutz haben bestimmte Nachteile: geringe HW-Vorwarnzeiten reichen f\u00fcr eine rechtzeitige Betriebsbereitschaft oft nicht aus, es gibt nicht l\u00f6sbare konstruktive Schwierigkeiten, es k\u00f6nnen ereignisbedingt un\u00fcberwindbare logistische Probleme auftreten und immer verbleibt ein Restrisiko.<br \/>\nIm Projekt wird ein im Untergrund versenkbares System, die so genannte AquaWand f\u00fcr den HW-Schutz im ersten Schritt entwickelt, im zweiten Schritt verbessert und testiert. Die AquaWand besteht aus Pfosten, flexiblem Drahtnetz und Folie, die in einem Kanal verankert und gelagert sind. Im Bedarfsfall werden die Bodendeckel ge\u00f6ffnet und die Pfosten hochgeklappt. Das Drahtnetz und die Folie werden davor gespannt, so dass in kurzer Zeit effektiv vor HW gesch\u00fctzt werden kann. Mit der erstmaligen Kombination von Dichtungsbahn und Stahlseilnetz sollen durch die gro\u00dfe Funktionalit\u00e4t und Flexibilit\u00e4t sehr strenge internationale Pr\u00fcfstandards eingehalten werden k\u00f6nnen. Die Zertifizierung ist sowohl f\u00fcr den Hersteller als auch f\u00fcr den Auftraggeber und Anwender der Schutzvorrichtungen von gro\u00dfer Bedeutung, weil nur derartige Systeme von den Schadensversicherungsgesellschaften anerkannt werden. Das Projekt wird in drei Stufen bearbeitet. Die erste Stufe mit drei Arbeitspaketen bis zur Statik des Systems sowie die zweite Stufe mit sechs Arbeitspaketen vom Funktionsmodell bis zu den Trockenl\u00e4ufen sind Gegenstand der hier f\u00fcr die F\u00f6rderung vorgeschlagenen ersten Phase. Nach einer Evaluierung des Projektergebnisses k\u00f6nnte in einem Folgeprojekt die \u00dcberpr\u00fcfung und Testierung des Systems im 1:1 Ma\u00dfstab in der Versuchsanlage am Institut f\u00fcr Wasserbau der Technischen Universit\u00e4t Hamburg-Harburg stattfinden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der ersten Phase wurde eine grunds\u00e4tzliche Bewertung und Gewichtung der Leistungsanforderungen der AquaWand vorgenommen. Hierzu wurden Zeichnungen erstellt und eine statische Berechnung durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDie Bauteile und ein Funktionsmodell wurden hergestellt. An dem Funktionsmodell wurde eine Analyse von Material, Konstruktion und Installation vorgenommen. Es wurden Gussformen f\u00fcr die Betonwanne und Stahlteile, wie die Folie und das Netz, hergestellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mobiler Hochwasserschutz gewinnt immer mehr an Bedeutung. Nicht alle bestehenden Hochwasserrisiken k\u00f6nnen mittels permanenter Ma\u00dfnahmen gesch\u00fctzt werden. In Folge des Klimawandels wird es eine Zunahme extremer Wetterereignisse geben. So muss mobiler Hochwasserschutz zuk\u00fcnftig den neuen Anforderungen von Schnelligkeit in der Handhabung und Sicherheit beim Einsatz erf\u00fcllen. <\/p>\n<p>Um die Ziele des mobilen Hochwasserschutzes zuk\u00fcnftig zu erreichen, ist die AquaWand nach den BWK-Vorgaben statisch berechnet worden. Im Weiteren wurde ein Funktionsmodell der AquaWand in den verschiedenen Stauh\u00f6hen und Typen aufgebaut. Hier konnten verschiedene Auf- und Abbauversuche, sowie das Zusammenspiel der einzelnen Baukomponenten miteinander durchgef\u00fchrt werden. Die prinzipielle Funktionsweise der AquaWand ist durch die Auf- und Abbauversuche nachgewiesen worden.<\/p>\n<p>Weitere Versuche, wie z. B. Leckagemessungen und Treibgutanprall, sind in der Testanlage der Technischen Universit\u00e4t Hamburg-Harburg nachzuweisen und mit einer zweiten Projektphase umzusetzen. Die Vorgaben f\u00fcr die Versuche in der Testanlage liegen bereits vor.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die AquaWand ist auf der Acqua Alta Messe in Salzburg im M\u00e4rz 2012 der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt worden. In dem Sonderheft von Ernst &#038; Sohn Schutzbauten gegen Naturgefahren ist im Februar 2012 ein Fachbeitrag \u00fcber die AquaWand mit dem Titel Effizienter mobiler Hochwasserschutz erschienen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>2007 f\u00f6rderte die DBU mit der aus einer Bodenrinne ausklapp-\/hochziehbaren HW-Schutzwand von Herrn Wibbeler ein erstes quasi station\u00e4res HW-Schutzsystem (AZ 22985\/01-\/02). Hauptkomponenten dieses Systems waren Dammbalkenprofile, die bei Anpralllasten allerdings Schw\u00e4chen in den Dichtungsbereichen zeigten. Wandsysteme, die sicheren Schutz vor Hochwasser bieten, in kurzen Reaktionszeiten aufgebaut werden k\u00f6nnen und in Zeiten ohne Gef\u00e4hrdung nicht zu sehen sind, sind daher w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<p>Die in der ersten Projektphase durchgef\u00fchrte statische Berechnung hat die Anforderungen des BWK-Merkblattes erf\u00fcllt. An dem Funktionsmodell wurden der Auf- und Abbau der AquaWand nachgewiesen. Die geforderte einfache, schnelle und mit wenig Personal durchzuf\u00fchrende Handhabung der AquaWand wurde demonstriert. Die AquaWand erscheint bis dato als ein effizientes Hochwasserschutzsystem<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mobile Systeme f\u00fcr den Hochwasser(HW-)schutz haben bestimmte Nachteile: geringe HW-Vorwarnzeiten reichen f\u00fcr eine rechtzeitige Betriebsbereitschaft oft nicht aus, es gibt nicht l\u00f6sbare konstruktive Schwierigkeiten, es k\u00f6nnen ereignisbedingt un\u00fcberwindbare logistische Probleme auftreten und immer verbleibt ein Restrisiko. 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