{"id":25514,"date":"2025-12-17T10:32:06","date_gmt":"2025-12-17T09:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/28583-01\/"},"modified":"2025-12-17T10:32:09","modified_gmt":"2025-12-17T09:32:09","slug":"28583-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/28583-01\/","title":{"rendered":"Internationales Fachsymposium Eisenkonservierung als Abschlusstagung zu dem Projekt Rettung vor dem Rost"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Thema Konservierung von arch\u00e4ologischem Eisen war trotz seiner Virulenz lange Jahre in einen Dornr\u00f6schenschlaf verfallen. Nach Beginn des DBU-gef\u00f6rderten Projektes Rettung vor dem Rost (Az. 25682) zeigte sich, dass eine Reihe anderer interessanter Forschungsprojekte zu arch\u00e4ologischem Eisen laufen. So entwickelte sich aus dem urspr\u00fcnglich Plan eines kleinen Abschlusscolloquiums das Projekt einer internationalen Konferenz zum State of the Art. Dabei sollen die Projektergebnisse einer internationalen Fach\u00f6ffentlichkeit vorgestellt werden und zusammen mit den Forschungsergebnissen anderer Gruppen diskutiert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls Mitveranstalter wurden das Regierungspr\u00e4sidium Stuttgart (Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege), das Landesmuseum f\u00fcr Vorgeschichte Sachsen-Anhalt und die Untergruppe Archaeological Iron after Excavation AIAE der ICOM-CC WG Metals gewonnen. Der \u0082Call for Papers fand international eine herausragende Resonanz, alle relevanten Forschergruppen waren im Programm vertreten. Die Konferenz war in kurzer Zeit nach Er\u00f6ffnung der Registrierung ausgebucht. Die organisatorischen Vorbereitungen an der Akademie wurden durch eine wissenschaftliche Hilfskraft an der Akademie geleistet bzw. koordiniert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Schmidt-Ott (CH) konnte im Rahmen ihrer Dissertation kl\u00e4ren, dass die Erleichterung der mechanischen Freilegung und der Entsalzung durch Plasmabehandlung von Eisenfunden auf einer Spaltbildung an der originalen Oberfl\u00e4che erfolgt. Die Reduktionswirkung des Wasserstoffplasmas beschr\u00e4nkt sich auf die aller\u00e4u\u00dfersten Zonen der Korrosionskruste. &#8211; Schmutzler (D) wies im Rahmen des DBU-Projektes Rettung vor dem Rost nach, dass allen Chlorid-Analysenergebnissen von Eisenobjekten mit offener S\u00e4ureaufl\u00f6sung und Erw\u00e4rmun wegen Cl-Verlusten in die Atmosph\u00e4re nicht zu trauen ist (Minderbefund an Chlorid t\u00e4uscht gute Entsalzung vor). Gleichzeitig pr\u00e4sentierte sie ihr validiertes Alternativprotokoll zur Umgehung dieses Problems. Wie die Diskussion zeigte, wird dieser Impuls zur analytischen Qualit\u00e4tssicherung in der Fachwelt aufgenommen werden. &#8211; Thickett (UK) zeigte, dass die Bildung des Nachkorrosion ausl\u00f6senden Akaganeit-Rostes durch Essigs\u00e4ure (z.B. aus Holzvitrinen) beschleunigt wird, was bisher bei der Fundlagerung nicht beachtet wurde. Wang (UK) berichtete \u00fcber spezielle Korrosionsprodukte an Eisenfunden (Ammoniojarosit, Neubildung von Goethit und Lepidokrokit, l\u00e4nglicher Akaganeit). Auf die Instabilit\u00e4t von durch Sulfat-reduzierende Bakterien (SRB) unter Luftabschluss gebildeten Eisensulfide verwies R\u00e9mazeilles (F). Die Beitr\u00e4ge \u00fcber Funde aus Oradea (RO), Cucagna (I), London (UK) und M\u00fcnchen (D) illustrierten noch einmal eindrucksvoll, vor welchen Problemen die Restaurierung von Massenfunden steht. Der Vortrag zum Metallgef\u00fcge eines japanischen Gewehres bildete die \u00dcberleitung zur Keynote Lecture von David Scott (USA) \u00fcber den Einsatz der Metallografie an historischen Eisenobjekten.<br \/>\nNeue Ans\u00e4tze zur alkalischen Entsalzung von Eisenfunden pr\u00e4sentierten mit ersten Ergebnissen Wunderlich (D, Einsatz von Tetra-alkyl-ammoniumbasen) und Mardikian (USA, Natronlauge bei hohem Druck und Temperatur). Nach Burshneva (RUS) l\u00e4sst sich die Alkalisulfitentsalzung durch den Einsatz von Ultraschallb\u00e4dern beschleunigen. Sie beobachtete keine, eigentlich wegen der hohen auftretenden physikalischen Kr\u00e4fte in den Poren zu erwartende Fragmentierung. Rimmer (UK) best\u00e4tigte fr\u00fchere Ergebnisse von Al-Zahrani, dass mit Stickstoff entl\u00fcftete Natronlauge \u00e4hnlich effektiv ist wie die Alkali-Sulfitmethode. Schmutzler (D) verglich verschiedene Entsalzungsstrategien (darunter erstmalig auch Vakuum zum Entl\u00fcften). Da der ausgew\u00e4hlte Fundkomplex aus K\u00f6ngen chloridarm war, bleibt abzuwarten, ob sich die beobachteten Tendenzen an anderen, im Rahmen des DBU-Projektes entsalzten Fundensembles best\u00e4tigen.<br \/>\nDer Freitagnachmittag mit vier Beitr\u00e4gen aus Frankreich und den USA widmete sich schlie\u00dflich den besonderen Problemen von Meeresfunden mit ihrer extrem hohen Salzfracht.<\/p>\n<p>Bei der Exkursion am Samstag stand der Besuch des Forschungsinstituts f\u00fcr Edelmetalle und Metallchemie in Schw\u00e4bisch-Gm\u00fcnd im Mittelpunkt. Bei der Institutsf\u00fchrung durch Zielonka wurde insbesondere auf die Beitr\u00e4ge zur Konservierungsforschung dieses auf Industrie-Auftragsforschung ausgelegten Instituts verwiesen. Ebinger-Rist demonstrierte den CT-Einsatz bei arch\u00e4ologischen Blockbergungen, der wichtige Informationen zur Priorisierung bei der Bearbeitung liefert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bekanntgabe in den Terminkalendern des IIC (London) und der Fachzeitschrift Restauro<br \/>\nKonferenzwebseite: www.iron-colloquium.abk-stuttgart.de; Call for Papers und Hinweise zur Anmeldung \u00fcber ConsDistList und e-mail Verteiler arch\u00e4ologischer Restauratoren; Ank\u00fcndigung in Denkmalpflege in Baden-W\u00fcrttemberg 2\/2010, S.123<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Nicht nur das Programm, sondern auch die hervorragende Atmosph\u00e4re erm\u00f6glichten den beabsichtigten fruchtbaren Austausch zwischen Praktikern und Forschern. Die Konferenzbrosch\u00fcre dokumentiert bleibend den aktuellen Forschungsstand 2010 und gibt Hinweise zu Forschungsdesideraten. Sie bleibt weiter im Internet frei downloadbar; gedruckte Exemplare finden sich in Restaurierungs- Referenzbibliotheken.<br \/>\nProf. Argyropoulos (TEI Athen) beabsichtigt, 2012 oder 2013 eine Folgekonferenz in Griechenland zu organisieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Thema Konservierung von arch\u00e4ologischem Eisen war trotz seiner Virulenz lange Jahre in einen Dornr\u00f6schenschlaf verfallen. Nach Beginn des DBU-gef\u00f6rderten Projektes Rettung vor dem Rost (Az. 25682) zeigte sich, dass eine Reihe anderer interessanter Forschungsprojekte zu arch\u00e4ologischem Eisen laufen. 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