{"id":25506,"date":"2026-03-13T10:32:18","date_gmt":"2026-03-13T09:32:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/28940-01\/"},"modified":"2026-03-13T10:32:19","modified_gmt":"2026-03-13T09:32:19","slug":"28940-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/28940-01\/","title":{"rendered":"Pr\u00fcfverfahren f\u00fcr Anlagen zur dezentralen Behandlung von Niederschlagswasser im Trennverfahren im Praxisbetriebsverlauf hinsichtlich der Entfernung von Schwermetallen und Phosphor"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Dezentrale Anlagen zur Niederschlagswasserbehandlung werden gegenw\u00e4rtig vermehrt in Deutschland eingesetzt. Es besteht eine gro\u00dfe Vielzahl an verschiedenen Verfahrensprinzipien, die zu v\u00f6llig unterschiedlichen Reinigungsleistungen f\u00fchren. Offen war bisher der reproduzierbare Nachweis der Funktionsf\u00e4higkeit und der Reinigungsleistung dieser Anlagentypen. Bisherige Forschungsvorhaben der DBU befassten sich deshalb mit der Entwicklung von Pr\u00fcfverfahren f\u00fcr dezentrale Anlagen zur Niederschlagswasserbehandlung. Aus den Ergebnissen dieser Projekte ergaben sich neue Fragestellungen, die in diesem Vorhaben erg\u00e4nzend untersucht werden sollten. Beispielsweise waren die Pr\u00fcfmethodiken f\u00fcr bestimmte Anlagen mit einem Bypass-Prinzip noch offen. Weiterhin war die Pr\u00fcfung eines dauerhaften Stoffr\u00fcckhaltes noch nicht in die bestehenden Pr\u00fcfverfahren integriert. Neben den in Deutschland vorwiegend betrachteten stofflichen Parametern (z. B. Feststoffe und Schwermetalle) sollten im Hinblick auf die zunehmende Internationalisierung des Absatzmarktes von solchen Anlagen auch die Vorgaben in Europa und im au\u00dfereurop\u00e4ischen Ausland ber\u00fccksichtigt werden. Ein weiterer Schwerpunkt des Vorhabens war die versuchspraktische Umsetzung der theoretisch entwickelten Pr\u00fcfmethodiken, konzentriert auf die Feststoffparameter.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Projekt wurden die folgenden theoretischen Arbeiten sowie praktischen Versuche durchgef\u00fchrt:<br \/>\n1.\tErweiterung der Pr\u00fcfverfahren auf zuk\u00fcnftig zum Einsatz kommende Technologien: Sichtung und Bewertung der in-situ Versuchsergebnisse von Anlagen dieses Behandlungstyps; theoretische Entwicklung von Pr\u00fcfverfahren, adaptiert an das jeweilige Behandlungsprinzip.<br \/>\n2.\t\u00dcberlegungen zur Pr\u00fcfung der Dauerhaftigkeit von Behandlungsanlagen: Zusammenstellung aller Untersuchungsmethodiken zur Ermittlung von Standzeiten durch Befragung der Hersteller; Bewertung der Eignung dieser Methodiken; theoretische Entwicklung einer Pr\u00fcfmethodik.<br \/>\n3.\tInternationalisierung Pr\u00fcfverfahren<br \/>\nDetaillierte Recherche zu Untersuchungen von Behandlungsanlagen f\u00fcr Niederschlagsabfl\u00fcsse im Ausland mit dem Schwerpunkt auf Laborpr\u00fcfmethoden; Zusammenstellung Genehmigungs- bzw. Zulassungspraxis zur Behandlung von Niederschlagsabfl\u00fcssen in Europa (z. B. England, Niederlande) sowie au\u00dfereurop\u00e4ischen L\u00e4ndern (z. B. Australien, USA).<br \/>\n4.\tlabortechnische Untersuchungen zur Pr\u00fcfung des Feststoffr\u00fcckhaltes; detaillierte zeitliche Analyse der Dynamik der Ablaufkonzentration.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Von der TU Kaiserslautern wurden weitergehende theoretische \u00dcberlegungen zur Optimierung der Pr\u00fcfverfahren angestellt. Dazu wurde die Pr\u00fcfbarkeit von neuen Behandlungstechniken, die ihre Wirksamkeit erst im Betrieb entwickeln (z. B. Geotextilfiltersacks), untersucht. Des Weiteren wurden Vorschl\u00e4ge unterbreitet, wie Byp\u00e4sse aus pr\u00fcfmethodischer Sicht in eine Pr\u00fcfung dezentraler Anlagen zu implementie-ren sind.<\/p>\n<p>In den bisherigen Pr\u00fcfverfahren wird die vom Hersteller angegebene Standzeit der Behandlungsanlagen nicht explizit \u00fcberpr\u00fcft, da keine aussagekr\u00e4ftigen und reproduzierbaren Methoden zur Ermittlung vorliegen. Eine Zusammenstellung aller Untersuchungsmethoden zur Ermittlung von Standzeiten durch Befragung der Hersteller sowie Auswertung der vorhandenen Fachliteratur und Bewertung der Eignung dieser Methoden f\u00fchrte zu Ans\u00e4tzen f\u00fcr die Entwicklung einer Pr\u00fcfmethodik. In den meisten F\u00e4llen wurde die Kolmation als limitierender Prozess f\u00fcr die Standzeit identifiziert. Da f\u00fcr diesen Prozess keine Laborpr\u00fcfmethode verf\u00fcgbar und auch kaum zu entwickeln ist, wurde vorgeschlagen, den Erkenntnisstand durch Auswertung von vorhandenen Betriebsdaten sowie Durchf\u00fchrung von Betriebsbegehungen inkl. Messungen der hydraulischen Kennwerte zu erh\u00f6hen. Am aussagekr\u00e4ftigsten w\u00e4ren systematische Messprogramme im Feld an repr\u00e4sentativen \u00d6rtlichkeiten. <\/p>\n<p>Die Recherche zu internationalen Vorgaben bei der Einleitung von Niederschlagsabfl\u00fcssen analog zur Situation in Deutschland ergab eine sehr unterschiedliche Datenlage. Oft sind keine nationalen Vorgaben zu finden; vielmehr werden regional spezifische Anforderungen bezogen auf die Bedingungen des Einzelfalls formuliert. Bei der Recherche in USA und Australien ist besonders auff\u00e4llig, dass weitergehende Anforderungen an N\u00e4hrstoffe, insbesondere Phosphor, aufgef\u00fchrt werden. Daher wurden ange-passt an das Vorliegen von Phosphor im Niederschlagsabfluss (gel\u00f6st\/partikul\u00e4r) und an die Verfahrenstechniken m\u00f6glicher Behandlungstypen erste \u00dcberlegungen zur Durchf\u00fchrung einer Pr\u00fcfung f\u00fcr den Parameter Phosphor dargelegt.<\/p>\n<p>Die Durchf\u00fchrbarkeit, insbesondere der Feststoffpr\u00fcfung, wurde in begleitenden eigenen Laborarbeiten an der FH M\u00fcnster best\u00e4tigt. Schwerpunkt dieser Untersuchungen war, die Probennahmestrategie f\u00fcr die Feststoffpr\u00fcfung zu verifizieren und damit die Pr\u00fcfmethodik zu optimieren. Anhand der Ergebnisse wurde vorgeschlagen, die Probennahmezeitpunkte f\u00fcr alle Anlagen ohne Ber\u00fccksichtigung des Austauschvolumens festzulegen und sie f\u00fcr den Remobilisierungsversuch zeitlich enger durchzuf\u00fchren. Die bisherigen Pr\u00fcfdauern wurden als richtig gew\u00e4hlt erachtet und best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Mit Verweis auf die F\u00f6rderung durch die DBU wurden die vorl\u00e4ufigen Projektergebnisse auf einem Fachseminar der FH Frankfurt im Mai 2011 pr\u00e4sentiert. Die Endergebnisse des Forschungsvorhabens wurden auf dem 12. K\u00f6lner Kanal und Kl\u00e4ranlagen Kolloquium am 13. und 14. Oktober 2011 vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die durchgef\u00fchrten Untersuchungen dienten der Weiterentwicklung der bestehenden Pr\u00fcfverfahren zur dezentralen Behandlung von Niederschlagswasser im Trennverfahren, bez\u00fcglich der Realit\u00e4tsn\u00e4he und im Sinne der Gleichbehandlung sehr unterschiedlich konzipierter Behandlungsanlagen, sind aber auch gleicherma\u00dfen wertvoll f\u00fcr k\u00fcnftige, neue Pr\u00fcfverfahren. <\/p>\n<p>Offen bleibt die Frage, in welcher Weise Unterschiede entstehen, wenn verschiedene Pr\u00fcfinstitutionen die Pr\u00fcfungen durchf\u00fchren. Mit einem Vorhaben zur Verifikation sollten daher letzte offene Fragen durch vergleichende Laborversuche, auch f\u00fcr die bisher ausgenommenen Schwermetallpr\u00fcfungen, durchgef\u00fchrt werden. Weiterhin sollten erste theoretische \u00dcberlegungen f\u00fcr ein abgestimmtes Monitoringprotokoll zum Nachweis des Kolmationsverhaltens angestellt werden. Die Kolmation hat sich im realen Betrieb als ein wichtiger Faktor zur Bewertung der Funktionsf\u00e4higkeit von solchen Anlagen herausgestellt.<\/p>\n<p>Unumg\u00e4nglich erscheint daher die Verifizierung der entwickelten Pr\u00fcfmethoden im technischen Ma\u00dfstab in einer nachfolgenden Projektphase.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Dezentrale Anlagen zur Niederschlagswasserbehandlung werden gegenw\u00e4rtig vermehrt in Deutschland eingesetzt. Es besteht eine gro\u00dfe Vielzahl an verschiedenen Verfahrensprinzipien, die zu v\u00f6llig unterschiedlichen Reinigungsleistungen f\u00fchren. Offen war bisher der reproduzierbare Nachweis der Funktionsf\u00e4higkeit und der Reinigungsleistung dieser Anlagentypen. Bisherige Forschungsvorhaben der DBU befassten sich deshalb mit der Entwicklung von Pr\u00fcfverfahren f\u00fcr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[50,65,51,53],"class_list":["post-25506","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-naturschutz","tag-nordrhein-westfalen","tag-ressourcenschonung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"28940\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"28940-01.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"29.987,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Deutsche Vereinigung f\u00fcr Wasserwirtschaft,\nAbwasser und Abfall e. V. (DWA)\nStabsstelle Forschung und Innovation","dbu_projektdatenbank_strasse":"Theodor-Heuss-Allee 17","dbu_projektdatenbank_plz_str":"53773","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Hennef","dbu_projektdatenbank_p_von":"2010-10-14 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2011-04-13 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"6 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"+49 2242 872142","dbu_projektdatenbank_inet":"www.dwa.de","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Nordrhein-Westfalen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"115","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-28940_01.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/25506","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/25506\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38509,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/25506\/revisions\/38509"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25506"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}