{"id":25406,"date":"2023-07-13T15:28:08","date_gmt":"2023-07-13T13:28:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/28151-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:28:10","modified_gmt":"2023-07-13T13:28:10","slug":"28151-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/28151-01\/","title":{"rendered":"Qualifizierungsreihe Landschaftsinterpretation und Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung in deutschen Gro\u00dfschutzgebieten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Kern des F\u00f6rderprojekts war die Durchf\u00fchrung und Fortentwicklung eines dreiteiligen, BNE-orientierten Pilotkurses, der sich mit personaler Interpretation, medialer Interpretation und Interpretationsplanung be-fasst, und der exemplarisch in einem Nationalpark, einem Biosph\u00e4renreservat und einem Naturpark durchgef\u00fchrt wurde. Der Kurs ging auf das 2003 abgeschlossene EU-Projekt TOPAS (Training of Protected Area Staff) zur\u00fcck. Er wurde 2004 im Auftrag von BfN und EUROPARC Deutschland auf deutsche Verh\u00e4ltnisse angepasst und diente seither der Zertifizierung von Natur- und KulturinterpretInnen durch das Bildungswerk interpretation und durch EUROPARC Deutschland. Im Zuge der UN-Dekade Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung sollten nun gemeinsam mit den TeilnehmerInnen (TN) erstmals auf alle deutschen Gro\u00dfschutzgebiete \u00fcbertragbare, BNE-orientierte Qualit\u00e4tsstandards erarbeitet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUrspr\u00fcnglich waren \u00fcber die Dauer eines Jahres hinweg drei Projektphasen vorgesehen (Vorbereitung: 26.11.09-12.04.10 &#8211; Durchf\u00fchrung: 13.04.-28.10.10 &#8211; Auswertung: 29.10.-25.11.10). Gegen Ende der zweiten Phase zeichnete sich jedoch ab, dass f\u00fcr den formalen Bildungsbereich entwickelte BNE Kriterien wie die Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz zum Einsatz in den Fortbildungskursen nur bedingt geeignet waren. Um hier konzeptionelle Fortschritte erzielen zu k\u00f6nnen, aber auch um der Verst\u00e4ndigung der Partnerverb\u00e4nde auf gemeinsame Qualit\u00e4tsstandards mehr Zeit zu geben, kam die DBU dem Wunsch nach einer Verl\u00e4ngerung der Auswertungsphase um insgesamt ein Jahr nach.<br \/>\nWesentliche Schritte der Vorbereitungsphase waren die organisatorischen Vorarbeiten (Festlegung der Modellregionen und der 43 TN, Vertragsabschl\u00fcsse,\u0085), die Erarbeitung des Kurs- und Evaluationsdesigns und vorbereitende Ma\u00dfnahmen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit (Homepage, Flyer, Banner,\u0085). Wesentliche Schritte der Durchf\u00fchrungsphase waren die Durchf\u00fchrung und laufende Auswertung von jeweils drei einw\u00f6chigen Einstiegs-, Aufbau- und Abschlusstrainings (in drei Basiskursen \u00fcber insg. Neun Kurswochen) einschlie\u00dflich der beiden Hausarbeiten pro TN sowie der Pr\u00fcfung in Theorie und Praxis. Wesentliche Schritte der Auswertungsphase waren die Zertifizierung der 33 TN, die die Kriterien erf\u00fcllt und die Pr\u00fcfung bestanden hatten, die Zusammenstellung und Verabschiedung der Qualit\u00e4tsstandards, die Erstellung eines Materialienordners (Trainerhandbuch) und die Vorbereitung des Abschlussberichts unter Ber\u00fccksichtigung der Ergebnisse der wissenschaftlichen Projektbegleitung, die durch die Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (HNE FH) unter Prof. Dr. Heike Molitor) vorgelegt wurden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt brachte folgende Ergebnisse:<br \/>\no\tErarbeitung von BNE-Schl\u00fcsselph\u00e4nomenen und Auszeichnung als UNESCO-Dekadeprojekt.<br \/>\no\tBeteiligung an der Entwicklung von Qualit\u00e4tskriterien f\u00fcr die Fortbildung von BNE-MultiplikatorInnen im non-formalen Bereich durch die Dekade-AG Au\u00dferschulische Bildung (Abschluss: 04\/12).<br \/>\no\tErarbeitung eines Fortbildungssystems bestehend aus einem Basis- und einem Profikurs.<br \/>\no\tEinigung der Partnerverb\u00e4nde auf Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Kurzzeitbildung in Gro\u00dfschutzgebieten.<br \/>\nW\u00e4hrend die TN an den Pilotkursen die Methoden der Natur- und Kulturinterpretation als bereichernd wahrgenommen haben, wurde dem Thema Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (BNE) wenig Interesse entgegengebracht. Das Projektteam wurde so vor unerwartet gro\u00dfe Herausforderungen gestellt. Problematisch war hier zum einen die f\u00fcr viele TN ungewohnte Beteiligung an der Mitgestaltung der Kurse, vor allem aber auch der hohe Abstraktionsgrad von BNE-Materialien, die die TN weder mit den aus ihrer Sicht wesentlichen Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung wie dem Erhalt der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen, noch mit ihrem Arbeitsalltag in Verbindung bringen konnten. Als wichtiger Ansatz f\u00fcr die Praxis erwies sich schlie\u00dflich die Ann\u00e4herung \u00fcber konkret wahrnehmbare BNESchl\u00fcsselph\u00e4nomene. Von diesen Erfahrungen ausgehend wurde innerhalb der Dekade-AG Au\u00dferschulische Bildung die Erarbeitung gemeinsamer Qualit\u00e4tskriterien f\u00fcr die Fortbildung von BNE-MultiplikatorInnen im au\u00dferschulischen Bereich angeregt. Dabei wurde der Begriff BNE-MultiplikatorIn bewusst weit gefasst, um vielf\u00e4ltige Ankn\u00fcpfungspunkte zu erm\u00f6glichen. Im M\u00e4rz 2011 fand hierzu eine Fachtagung statt, bis M\u00e4rz 2012 widmete sich eine viertelj\u00e4hrlich zusammentretende Kerngruppe dem Thema, im April 2012 wurde eine entsprechende Publikation unter Federf\u00fchrung von Prof. Heike Molitor fertig gestellt. Die dort zusammengefassten Ergebnisse sind in die didaktischen Grunds\u00e4tze der ParcInterp-Kurse eingeflossen. F\u00fcr die wirksame Integration von BNE ist eine Kursgestaltung wesentlich, die den TN im Verlauf der Fortbildung eine Entwicklung erm\u00f6glicht. Schon hieraus ergibt sich die Notwendigkeit eines mehrteiligen, von Praxisphasen unterbrochenen Aufbaus. Im Rahmen der Testl\u00e4ufe hat sich zudem herausgestellt, dass die angestrebten Kompetenzen in den 20 definierten ParcInterp-Qualit\u00e4tsstandards bei einer durchschnittlich interessierten Gruppe von TeilnehmerInnen innerhalb des dreiw\u00f6chigen Basiskurses nur teilweise zu erreichen waren. Infolgedessen wurden drei Kompetenzstufen definiert und ein erg\u00e4nzender Profikurs (3&#215;2 Tage) entworfen, der zum gr\u00f6\u00dferen Teil aus betreuten Praxisaufgaben bestehen und das Erreichen der h\u00f6chsten Kompetenzstufe (Profiwissen) in Bezug auf s\u00e4mtliche Qualit\u00e4tsstandards erm\u00f6g-lichen soll. Das daraus entstandene ParcInterp-Fortbildungssystem wurde durch Konzepte zur TrainerInnenausbildung erg\u00e4nzt. Im Anschluss an das Projekt wurde der erste Trainer durch die HNE zertifiziert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde \u00fcber die Webpr\u00e4senz und die Printmedien hinaus in 7 Presse- und 5 Fachbeitr\u00e4gen thematisiert sowie zu 10 Anl\u00e4ssen, darunter auf 4 nationalen und 2 internationalen Tagungen, vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund des Anspruchs, BNE in die Breite zu tragen, ist es sinnvoll, dass sich die Kursgruppen nicht nur aus am Thema interessierten MitarbeiterInnen zusammensetzen. Hierin bestand die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung von ParcInterp, auf diesem Feld wurden jedoch auch die meisten Erkenntnisse gewonnen. Zeitgleich konnten die Ans\u00e4tze der Natur- und Kulturinterpretation als erfolgreich best\u00e4tigt, mit gemeinsamen Qualit\u00e4tsstandards der drei Partnerverb\u00e4nde untersetzt und in ein in sich schl\u00fcssiges Fortbildungssystem f\u00fcr TeilnehmerInnen und TrainerInnen \u00fcberf\u00fchrt werden, das auch bei den beiden internationalen Tagungen, auf denen ParcInterp vorgestellt wurde, Beachtung gefunden hat. <\/p>\n<p>In einer gemeinsamen Beschlussfassung haben die Partnerverb\u00e4nde erkl\u00e4rt, die Zusammenarbeit fortsetzen, die Projektergebnisse in ihren Einflussbereichen geltend machen und sich um eine F\u00f6rderung bem\u00fchen zu wollen, um die gewonnenen Erkenntnisse zu sichern und in die Breite zu tragen. Beabsichtigte Ans\u00e4tze sind die Sammlung von Beispielen guter Praxis aus dem deutschsprachigen Raum, die Integration weiterer Partner wie dem Verband Deutscher Naturparke, sowie die Ausweitung auf Gro\u00dfschutzgebiete in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und auf weitere Einrichtungen, die der Bewahrung und Vermittlung des Natur- und Kulturerbes verpflichtet sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Kern des F\u00f6rderprojekts war die Durchf\u00fchrung und Fortentwicklung eines dreiteiligen, BNE-orientierten Pilotkurses, der sich mit personaler Interpretation, medialer Interpretation und Interpretationsplanung be-fasst, und der exemplarisch in einem Nationalpark, einem Biosph\u00e4renreservat und einem Naturpark durchgef\u00fchrt wurde. Der Kurs ging auf das 2003 abgeschlossene EU-Projekt TOPAS (Training of Protected Area Staff) zur\u00fcck. 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