{"id":25381,"date":"2023-07-13T15:28:05","date_gmt":"2023-07-13T13:28:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/28019-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:28:06","modified_gmt":"2023-07-13T13:28:06","slug":"28019-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/28019-01\/","title":{"rendered":"Umweltsicherer Kanalbau durch wurzelfeste Bettung der Rohre &#8211; Teil 1: Bau der unterirdischen Versuchsanlage (Wurzelgr\u00e4ben) mit Gro\u00dfb\u00e4umen am Standort Osnabr\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Hauptziel des durchgef\u00fchrten Forschungsvorhabens war es, eine Versuchsanlage, bestehend aus 21 Gro\u00dfb\u00e4umen mit definierten Wurzelr\u00e4umen vom Betriebsgel\u00e4nde Knollstra\u00dfe auf den etwa 500 m entfernt liegenden Ausweichstandort Waldfriedhof Dodeshaus umzupflanzen.<br \/>\nAnlass war die geplante Weiternutzung der bestehenden Versuchsanlage in Osnabr\u00fcck, die im Fr\u00fchjahr 1997 auf dem Gel\u00e4nde eines Bauhofes an der Knollstra\u00dfe mit dem Ziel angelegt wurde, herauszufinden, welche F\u00fcllmaterialien in Wurzelgr\u00e4ben bevorzugt durchwurzelt werden und ob es baumartbedingte Unterschiede gibt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVorbereitung der neuen Versuchsfl\u00e4che auf dem Randstreifen des Waldfriedhof Dodeshaus (zur Verf\u00fcgung gestellt von der Stadt Osnabr\u00fcck)<br \/>\n \tUmpflanzung\/Umsetzen des Baumbestandes incl. Wurzelgr\u00e4ben mit einer Baumverpflanzmaschine durch die Fa. Opitz GmbH (auf diese Weise konnten die B\u00e4ume komplett mit dem dazu geh\u00f6renden, speziell als Versuchsaufbau angelegten Wurzelraum, umgepflanzt werden)<br \/>\n \tPlanung von Langzeitversuchen auf der neuen Versuchsfl\u00e4che, Planung von Projekten zur Wissensvermittlung f\u00fcr Entscheidungstr\u00e4ger und Baupraktiker<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden die insgesamt 21 Gro\u00dfb\u00e4ume der bestehenden Versuchsanlage mit definiert eingebauten Wurzelr\u00e4umen vom Betriebshof Knollstra\u00dfe der Stadt Osnabr\u00fcck auf den rund 500 m weit entfernten Waldfriedhof Dodeshaus umgepflanzt. Zus\u00e4tzlich wurden drei weitere Gro\u00dfb\u00e4ume in die neu angelegte Versuchsanlage integriert. W\u00e4hrend der Umpflanzung mit einer Verpflanzmaschine f\u00fcr Gro\u00dfb\u00e4ume wurde die Wurzelentwicklung untersucht und dokumentiert. Somit wurde eine Versuchsanlage f\u00fcr die Erprobung von Baumsubstraten und Verf\u00fcllmaterialien f\u00fcr unterirdische Leitungen geschaffen. Die Ergebnisse der Untersuchungen zur Wurzelentwicklung best\u00e4tigen, dass das Wachstum von Wurzeln in signifikanter Weise vom zur Verf\u00fcgung stehenden Substrat beeinflusst wird. Die im Kulturversuch nachgewiesenen Anh\u00e4ufungen von Wurzeln an den Grabenw\u00e4nden sind nicht auf eine Trennung von Substratbereichen in Form von Folien zur\u00fcckzuf\u00fchren.<br \/>\nIm Rahmen der durchgef\u00fchrten Aufgrabungen wurde nachgewiesen, dass Wurzeln, unabh\u00e4ngig vom Vorhandensein einer Folienabtrennung, bevorzugt an Grenzfl\u00e4chen zwischen unterschiedlichen Substraten wachsen. Die vorgefundenen Wurzeln waren vornehmlich im Zentrum der Pflanzgruben und an den Grenzfl\u00e4chen zwischen anstehendem Boden und den Wurzelgr\u00e4ben gewachsen. Dabei hat sich das Wurzelwachstum auf die Bereiche des porenreichen, lava- oder schotterhaltigen Baumsubstrates be-schr\u00e4nkt. Der anstehende Boden wurde nicht oder nur in geringem Umfang durchwurzelt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Darstellung und Diskussion des Projektes im Rahmen von Sitzung der DWA-Arbeitsgruppe 3.6 Baumstandorte, Kan\u00e4le und Leitungen<br \/>\n\tPressmitteilung der DBU \u00fcber die Gro\u00dfbaumverpflanzung Wider den wilden Wurzelwuchs: Kan\u00e4le umweltschonend bauen (vgl. http:\/\/www.dbu.de\/123artikel29560_106.html)<br \/>\n\tEinbeziehung der Projektziele in Fachvortr\u00e4gen zum Thema B\u00e4ume und unterirdische Infrastruktur, z. B. auf den Deutschen Baumpflegtagen 2010.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Rahmen des  Projektes erstellte Versuchsanlage und die bisher erzielten Untersuchungsergebnisse liefern die Basis f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der weiteren Langzeitversuche im Wurzelraum der umgepflanzten B\u00e4ume. Hauptaugenmerk k\u00fcnftiger Untersuchungen ist die praktische Anwendbarkeit porenarmer Verf\u00fcllmaterialien zum Leitungsschutz in der In-situ-Situation Leitungsgraben neben Baumstandort in Kombination mit porenreichen Substraten zur F\u00f6rderung des Wurzelwachstums. Die hier beschriebene Methode zum Schutz von Leitungen durch den Einsatz von wurzelabweisender Verf\u00fcllmaterialien stellt im Vergleich zum noch geltenden Regelwerk, dem ATV H-162 Baumstandorte und unterirdische Ver- und Entsorgungsanlage einen neuen Ansatz zum Schutz von Leitungen dar. In ATV H-162 werden folgende m\u00f6glichen Schutzma\u00dfnahmen genannt:<br \/>\no\tTrennw\u00e4nde aus Stahl, Beton oder wurzelfeste Kunststoffplatten,<br \/>\no\tringf\u00f6rmige Trennwand,<br \/>\no\tSchutzrohre, l\u00e4ngsgeteilte Schutzrohre.<br \/>\n\u00dcber die Wirksamkeit dieser Bauweisen zum Schutz von Elementen der unterirdischen Infrastruktur gibt es nur wenige Erfahrungen. Die in den letzten Jahren ver\u00f6ffentlichten Erkenntnisse \u00fcber den Zusammenhang zwischen Bodenporen, Schichtgrenzen und dem Wurzelwachstum haben dar\u00fcber hinaus die Frage nach der Wirksamkeit aufkeimen lassen. Vor diesem Hintergrund ergibt sich ein Informationsdefizit bei den Betreibern von Ver- und Entsorgungsnetzen sowie bei Gr\u00fcnfl\u00e4chen\u00e4mtern \u00fcber den Erfolg der bereits verbauten Wurzelschutzelemente nach ATV H-162. Durch die internationale und interdisziplin\u00e4re Betrachtung des durch Wurzeln, Abwasserkan\u00e4le und -leitungen sowie Versorgungsleitungen gemeinsam genutzten Raumes wurde die Basis f\u00fcr eine gemeinschaftliche Betrachtungsweise geschaffen. Dies f\u00fchrte unter dem Eindruck des Klimawandels zu ersten Ans\u00e4tzen einer gemeinsamen Nutzung desselben Raumes im Sinne einer Doppelnutzung als optimierter Wurzelraum auf der einen und Regenwas-serspeicher auf der anderen Seite. Im Artikel Lokale Extremwetterereignisse und die zunehmende Bedeutung der Regenwassernutzung f\u00fcr das \u00f6ffentliche Gr\u00fcn, erschienen im Jahrbuch der Baumpflege 2010, wurde die Anwendbarkeit anhand von drei Fallbeispielen ausf\u00fchrlich dargestellt. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen leiten sich allerdings einige wesentlichen Fragen ab:<br \/>\no\tWelches sind die typischen Standorte f\u00fcr Kombinationsl\u00f6sungen?<br \/>\no\tWelche weiteren Einflussfaktoren sind zu ber\u00fccksichtigen (z. B. Streusalz, Staun\u00e4sse)?<br \/>\no\tWie sind die Anlagen zu bemessen?<br \/>\no\tWie kann die Wasseraufnahme und Verdunstungsrate bei der Bemessung ber\u00fccksichtigt werden?<br \/>\no\tWie lassen sich positive Auswirkungen f\u00fcr das Kleinklima quantifizieren?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Hauptziel des durchgef\u00fchrten Forschungsvorhabens war es, eine Versuchsanlage, bestehend aus 21 Gro\u00dfb\u00e4umen mit definierten Wurzelr\u00e4umen vom Betriebsgel\u00e4nde Knollstra\u00dfe auf den etwa 500 m entfernt liegenden Ausweichstandort Waldfriedhof Dodeshaus umzupflanzen. 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