{"id":25377,"date":"2025-12-22T15:39:46","date_gmt":"2025-12-22T14:39:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27973-01\/"},"modified":"2025-12-22T15:39:46","modified_gmt":"2025-12-22T14:39:46","slug":"27973-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27973-01\/","title":{"rendered":"Modellhafter Aufbau eines nachhaltigen Unternehmenskonzeptes f\u00fcr einen regionalen DJH-Landesverband"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der LandesSportBund Niedersachsen e.V. realisierte auf seinem Gel\u00e4nde in Hannover die Erweiterung des Sportinternats um einen Neubau sowie die Neuerrichtung einer Dreifeldsporthalle im Passivhaus-standard. Neben dem geringen Energiebedarf durch den Passivhausstandard dient das Geb\u00e4ude auch als Forschungsobjekt, bei dem u.a. \u00f6kologische Baustoffe zum Einsatz kommen, verschiedene anlagen-technische Systeme miteinander verglichen werden und durch ein umfangreiches Monitoring mit Nutzer-befragungen Erkenntnisse f\u00fcr weitere Bauvorhaben gewonnen werden sollen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm nicht nur in Bezug auf den Energiebedarf, sondern auch in der Gesamtbilanz ein energetisch hoch-wertiges Geb\u00e4ude zu erstellen, wurden \u00f6kologisch nachhaltige Baustoffe eingesetzt, die prim\u00e4renerge-tisch g\u00fcnstiger sind als vergleichbare konventionelle Bau- und D\u00e4mmstoffe. Anstelle von D\u00e4mmstoffen wie z.B. Polystyrol, kommen Schaumglasschotter aus Recyclingglas und Mineralschaumplatten zum Ein-satz, au\u00dferdem Holz-Aluminium- statt Kunststofffensterrahmen.<br \/>\nDer Einsatz k\u00fcnstlicher Beleuchtung und der dadurch entstehende Energieverbrauch kann deutlich re-duziert werden, indem Tageslichtlenksysteme eingesetzt werden, sodass auch in den innenliegenden Be-reichen im 2.OG Tageslicht genutzt werden kann. Auch Pr\u00e4senzmelder, bei denen das Licht manuell ein-geschaltet werden muss, sich aber selbstst\u00e4ndig wieder ausschaltet und bei Bedarf die Lichtst\u00e4rke regu-liert, tragen zur Einsparung bei.<br \/>\nDie niedrige Heizlast erlaubt den Einsatz einer luftgef\u00fchrten Betonkernaktivierung zur Bel\u00fcftung und Be-heizung der Bewohnerzimmer (ein System, dessen typischer Einsatz sonst die Speicherung von K\u00e4l-teenergie in B\u00fcrogeb\u00e4uden ist).<br \/>\nEs wurden au\u00dferdem mehrere Varianten der Heizw\u00e4rmezuf\u00fchrung installiert und die Systeme im Betrieb miteinander verglichen. Die entsprechende Steuerungstechnik und ein Monitoring nach Baufertigstellung in Verbindung mit Nutzer-Befragungen geben Aufschluss \u00fcber den Energiebedarf und die Nutzerakzep-tanz der verschiedenen Systeme und liefern wichtige Erkenntnisse f\u00fcr weitere Bauvorhaben<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zu Beginn des Projektzeitraums (2008) gab es f\u00fcr die Bewertung von \u00f6kologisch nachhaltigen D\u00e4mm-stoffen kaum Pr\u00fcfberichte oder Zertifikate \u00fcber die Umweltvertr\u00e4glichkeit. Vorreiter waren schon damals \u00f6kologische Produkte, w\u00e4hrend es beispielsweise f\u00fcr eine Polystyrol-D\u00e4mmplatte keine vergleichbare Bewertung gab. Ausk\u00fcnfte der Hersteller waren oft \u201eschwammig\u201c und lie\u00dfen nicht erkennen, was in den genannten Werten zum Prim\u00e4renergieeinsatz \u00fcberhaupt erfasst war. Dadurch war die Bewertung des Lebenszyklusverhaltens von Baustoffen zu Beginn des Projekts schwierig.<br \/>\nMittlerweile ist f\u00fcr viele Produkte eine Umwelt-Produktdeklaration (EPD) verf\u00fcgbar. Sie macht Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz bei der Herstellung von Baustoffen einschlie\u00dflich Materialtransport, Wiederverwertung und Entsorgung. Neben bautechnischen Daten enth\u00e4lt sie auch Angaben zur Verf\u00fcg-barkeit der Rohstoffe und M\u00f6glichkeiten der Nachnutzung. Dadurch wurde ein objektiver Vergleich aus \u00f6kologischer Sicht im Laufe des Projektzeitraums relativ problemlos m\u00f6glich.<br \/>\nDie grunds\u00e4tzlichen Funktionen wie geregelte Bel\u00fcftung und Beheizung laufen weitgehend zufriedenstel-lend. Der gemessene Heizw\u00e4rmeverbrauch liegt mit 24,7 kWh\/(m\u00b2a) etwas oberhalb der Anforderung des Passivhaus-Standards (15 kWh\/(m\u00b2a)). Dieser Mehrverbrauch wurde plausibel begr\u00fcndet insbesondere durch eine gegen\u00fcber der Planung erh\u00f6hte Raumtemperatur (Transmissionsw\u00e4rmeverlust) und ein vor allem im EG h\u00e4ufiges \u00d6ffnen der Fenster der Bewohnerzimmer (L\u00fcftungsw\u00e4rmeverlust).<br \/>\nDie durch das Monitoring erm\u00f6glichte genauere Analyse zeigte eine Reihe von ung\u00fcnstigen Aspekten in der Anlagenregelung: insbes. Fehlabgleich zwischen zentraler Zu- und Abluftmenge, unzureichende Nachtabsenkung der Raumtemperaturen der Bewohnerzimmer, zeitweise Ausfall der Einzelraumregelung im 2.OG, geringf\u00fcgig verschlechterter Wert der W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung einer der L\u00fcftungsanlagen, teilweise Nicht-Aktivieren der Nachtausk\u00fchlung trotz Bedarfs und Potenzial.<br \/>\nDie Zufriedenheit der Bewohner ist nur m\u00e4\u00dfig. Die Hausmeister bescheinigen dem Geb\u00e4ude dagegen ein weitgehend positives Urteil.<br \/>\nObwohl einiges unternommen wurde, um den Bewohnern das Geb\u00e4ude und die Bedienung zu erkl\u00e4ren, bestehen weiterhin einige Missverst\u00e4ndnisse. Insbesondere k\u00f6nnen die Nutzer im 2.OG wegen unzu-reichender Kenntnis\/Einweisung die Einzelraumregelung h\u00e4ufig nicht zielf\u00fchrend bedienen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zur Inbetriebnahme des Geb\u00e4udes im Herbst 2010 fand ein Informationsabend mit Internatssch\u00fclern und Lehrern\/Betreuern statt, bei dem die Besonderheiten eines Passivhauses und der Umgang mit den \u2013 in den einzelnen Etagen unterschiedlichen \u2013 Heizungs- und L\u00fcftungsm\u00f6glichkeiten durch das Architektur-und TGA-Planungsb\u00fcro Grobe erl\u00e4utert und Fragen beantwortet wurden.<br \/>\nDas Geb\u00e4ude wurde der \u00d6ffentlichkeit bei verschiedenen F\u00fchrungen und Vortr\u00e4gen vorgestellt, u.a. Teil-nahme am Tag der Architektur 2011, Vortrag \u201eSportinternat: Nachhaltigkeitskriterien und Untersuchung unterschiedlicher Heizw\u00e4rmezuf\u00fchrungen\u201c und Exkursionen zum Objekt im Rahmen der Passivhausta-gung 2012. Zudem wurde das Projekt in Brosch\u00fcren und im Internet ver\u00f6ffentlicht: Brosch\u00fcre \u201eLOTTO-Sportinternat als Passivhaus \u2013 Nachhaltigkeit beim Sportinternatsbau\u201c, gef\u00f6rdert vom Deutschen Olym-pischen Sportbund, Projektpr\u00e4sentation auf www.passivhaus.de (Architektur- und TGA-Planungsb\u00fcro Carsten Grobe), www.passivhaus-plattform.de (proKlima Hannover), www.passivhausprojekte.de (Pas-sivhaus Dienstleistung Darmstadt).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zugunsten der Nutzerakzeptanz und des Energieverbrauchs sollten die Bewohner noch zielgerichteter mit den Geb\u00e4udefunktionen, speziell mit der Einzelraumregelung, vertraut gemacht werden. Energie kann auch durch weitere Optimierung der Geb\u00e4uderegelung eingespart werden. Die entwickelten Vorschl\u00e4ge sollten in einen konkreten Ma\u00dfnahmenkatalog \u00fcberf\u00fchrt werden. Dieser sollte umgesetzt und in der Wirkung durch ein fortgef\u00fchrtes Monitoring \u00fcberpr\u00fcft werden.<br \/>\nEinige konkrete Fragestellungen konnten messtechnisch nicht vollst\u00e4ndig beantwortet werden (z.B. Luft-qualit\u00e4t, Ablufttemperatur oder regelbarer Volumenstrom im Bereich der Bewohnerzimmer). Hierzu w\u00e4ren noch mehr Messpunkte oder sogar aufw\u00e4ndigere Anlagentechnik notwendig geworden.<br \/>\nDie durchgef\u00fchrten und prinzipiell f\u00fcr viele Geb\u00e4ude sinnvollen Analysen waren mit erheblichem Aufwand verbunden. Dieser Aufwand sollte in zuk\u00fcnftigen Bauprojekten durch nutzerfreundlichere Funktionen in-nerhalb der Geb\u00e4udeleittechnik reduziert und m\u00f6glichst auch normativ festgelegt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der LandesSportBund Niedersachsen e.V. realisierte auf seinem Gel\u00e4nde in Hannover die Erweiterung des Sportinternats um einen Neubau sowie die Neuerrichtung einer Dreifeldsporthalle im Passivhaus-standard. 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