{"id":25366,"date":"2023-07-13T15:28:03","date_gmt":"2023-07-13T13:28:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27912-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:28:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:28:04","slug":"27912-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27912-01\/","title":{"rendered":"Sanierung zur Erm\u00f6glichung von nachhaltigem Energiemanagement im Evangelischen Stift T\u00fcbingen &#8211; Integrale Planungsphase"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Evangelische Stift in T\u00fcbingen ist eine jahrhundertealte traditionsreiche Einrichtung mit hoher Ausstrahlkraft, die in einem komplett denkmalgesch\u00fctzten baulichen Ensemble untergebracht ist. Bei Bauma\u00dfnahmen in fr\u00fcheren Jahren konnten Nachhaltigkeitsgesichtspunkte noch nicht ber\u00fccksichtigt werden. Nun wird eine umfassende klimaschutzrelevante energetische Sanierung unter Ber\u00fccksichtigung der Bedingungen des Denkmalschutzes und mit dem Ziel, ein nachhaltiges Energiemanagement betreiben zu k\u00f6nnen, angestrebt. Zugleich geht es darum, die Themen nachhaltiger Energieverbrauch und Klimaschutz in die p\u00e4dagogische Arbeit mit den Stiftsstudierenden zu integrieren und zur Bewusstseinsbildung der regelm\u00e4\u00dfig anwesenden Besuchergruppen beizutragen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Planungsphase der Sanierung umfasst insbesondere die Erstellung eines integralen Energiekonzeptes mit baulichen und bewusstseinsbildenden Ma\u00dfnahmen. Parallel werden folgende Planungsschritte vorangetrieben werden:<br \/>\n&#8211;\tErstellung des Geb\u00e4udeenergiekonzeptes mit der Beschreibung von baulichen, haustechnischen und stromseitigen Ma\u00dfnahmen unter Ber\u00fccksichtigung von betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen und insbesondere denkmalpflegerischen Aspekten.<br \/>\n&#8211;\tDie Entwicklung eines Curriculums f\u00fcr die bewusstseinsbildenden Ma\u00dfnahmen, Erprobung dieses Curriculums und seine Integration in das Studienbegleitprogramm des Evangelischen Stifts<br \/>\n&#8211;\tDie Durchf\u00fchrung verschiedener interner und externer Workshops, um mit allen zu beteiligenden Personen und Institutionen die n\u00f6tigen Abstimmungen zu erreichen, nicht zuletzt mit der Stadt T\u00fcbingen, dem Denkmalamt, dem Baurechtsamt und der Wasserbeh\u00f6rde.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4udeenergiekonzept zeigt, dass eine energetische Verbesserung der Fassaden durch W\u00e4rmeschutzfenster f\u00fcr den gesamten Geb\u00e4udekomplex des Evangelischen Stifts und eine W\u00e4rmed\u00e4mmung an bislang unged\u00e4mmten Au\u00dfenw\u00e4nden wirtschaftlich durchf\u00fchrbar sind. Als Indiz f\u00fcr die Wirtschaftlichkeit diente ein annuit\u00e4tischer Vergleich der Brennstoffkosten im unsanierten Zustand und der Gesamtkosten pro Ma\u00dfnahme, die sich aus den Investitions-Mehrkosten und den Betriebskosten zusammensetzt.<br \/>\nBei der zusammenfassenden Bewertung der untersuchten W\u00e4rmeversorgungsvarianten spielte neben wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Aspekten die Realisierbarkeit eine ganz entscheidende Rolle. Die Lage des Evangelischen Stifts mitten in der historischen Altstadt T\u00fcbingens z. B. schlie\u00dft eine Anlieferung von Holzbrennstoffen aus. Ein Workshop mit den Stadtwerken T\u00fcbingen ergab, dass die Voraussetzungen f\u00fcr eine Versorgung mit Fernw\u00e4rme in n\u00e4chster Zukunft nicht gegeben sind. Da eine W\u00e4rmeversorgung mit Hilfe von Kraft-W\u00e4rme-Kopplung eine zus\u00e4tzliche Umweltentlastung durch die Gutschrift von Prim\u00e4renergie und CO2-Emissionen f\u00fcr die gleichzeitige Stromproduktion bietet, zeichnet sich die Entscheidung f\u00fcr ein Blockheizkraftwerk f\u00fcr das Evangelische Stift ab.<br \/>\nWegen des hohen Prim\u00e4renergie- und Emissionsfaktors f\u00fcr Strom haben unter Klimaschutzaspekten immer auch stromsparende Ma\u00dfnahmen einen hohen Stellenwert, nicht zuletzt der bewusste Umgang mit Stromverbrauchern durch sensibilisierte Nutzerinnen und Nutzer, wie das Stromsparkonzept aufzeigt. <\/p>\n<p>Die Einbindung der Nutzerinnen und Nutzer in den Entscheidungsfindungsprozess bedeutet einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen einer umweltkonzeptionellen Neuausrichtung. Bewusstseinssch\u00e4rfung und das Ein\u00fcben umwelt- und energieethischer Verhaltensweisen sind Voraussetzungen f\u00fcr Nachhaltigkeit im Klimaschutz. Unter diesen Aspekten sind die Entwicklung einer studienbegleitenden Lehrveranstaltung Kirche und Klimaschutz f\u00fcr die Studierenden des Evangelischen Stifts zu sehen, die sich nach der Durchf\u00fchrung eines Pilotprojekts und dem gro\u00dfen Zuspruch im Sommersemester 2012 zu etablieren scheint.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In Konsequenz sollen nun verst\u00e4rkt Besucherinnen und Besucher des Evangelischen Stifts zum Thema informiert werden, die t\u00e4glich im Rahmen von Stadtf\u00fchrungen oder kulturellen Veranstaltungen sowie Seminaren und Vortr\u00e4gen im Stift ein- und ausgehen. Es gibt hierzu verschiedene \u00dcberlegungen, etwa zu einer Ausstellung im Kreuzgang des Evangelischen Stifts, die jedoch erst nach und nach umgesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ein erfolgreicher Kommunikationsprozess zwischen Auftraggebern und Fachplanern f\u00fcr bauliche, technische und energiebezogene Entscheidungen bedarf einer guten Vorbereitung beider Seiten. Die im Sinne einer integralen Planung stattfindenden fach\u00fcbergreifenden Abstimmungen m\u00fcssen in die \u00fcblichen Kommunikationsabl\u00e4ufe der Einrichtung integriert werden. Es hat sich bew\u00e4hrt, Fachplanende in den gesamten Prozess mit einzubeziehen und dar\u00fcber hinaus Personen mit Fachwissen in die Lehrveranstaltungen einzubetten.<br \/>\nIm Planer- und Fachgremium als selbstverst\u00e4ndlich erachtete Aspekte wurden teilweise grunds\u00e4tzlich und kontrovers diskutiert. Dies ist unseres Erachtens wichtig, um Nutzer und Beteiligte in den Prozess zu integrieren, ihre Gedanken und Bedenken mitzunehmen und zu ber\u00fccksichtigen, so dass sich Meinungen und Haltungen zum Thema entwickeln k\u00f6nnen und um unterm Strich eine breitere Akzeptanz der Ma\u00dfnahmen zu erreichen.<br \/>\nAuf diese Weise ergeben sich f\u00fcr uns die Grundlagen eines Partizipationsprozesses, der sich auch auf andere Einrichtungen mit heterogener Nutzer- und Betreiberstruktur gut \u00fcbertragen l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Evangelische Stift in T\u00fcbingen ist eine jahrhundertealte traditionsreiche Einrichtung mit hoher Ausstrahlkraft, die in einem komplett denkmalgesch\u00fctzten baulichen Ensemble untergebracht ist. Bei Bauma\u00dfnahmen in fr\u00fcheren Jahren konnten Nachhaltigkeitsgesichtspunkte noch nicht ber\u00fccksichtigt werden. 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