{"id":25362,"date":"2026-02-15T10:32:10","date_gmt":"2026-02-15T09:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27893-01\/"},"modified":"2026-02-15T10:32:10","modified_gmt":"2026-02-15T09:32:10","slug":"27893-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27893-01\/","title":{"rendered":"Beispielhafte Untersuchung und Validierung der Wasser- und Energieeinsparpotenziale in Brauereien und Getr\u00e4nkeabf\u00fcllbetrieben in den Bereichen Reinigungsanlagen (cleaning in place &#8211; CIP) und Abf\u00fcllung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Brauereien und Getr\u00e4nkeabf\u00fcllbetriebe haben in den Bereichen CIP-Reinigung (Cleaning In Place) und Abf\u00fcllung \u00e4hnliche Anlagen und Abl\u00e4ufe. Die Entwicklung neuer CIP- und Abf\u00fcllanlagen f\u00fchrte in den letzten Jahren zu wesentlichen Wasser- und Energieeinsparungen. Dennoch konnte in entsprechenden Projekten gezeigt werden, dass die Potenziale bei weitem noch nicht vollst\u00e4ndig ausgenutzt werden. Durch weitere Anpassungen, Wasserwiederverwendung und geringe technologische Aufr\u00fcstung konnten die Wassereinsparungen weiter optimiert werden, ohne die Qualit\u00e4t des Prozesses zu gef\u00e4hrden. <\/p>\n<p>Im Projekt sollte gezeigt werden, dass sich mit wenigen gezielten Ma\u00dfnahmen bei gleichzeitig geringen Investitionen bei bestehenden Anlagen signifikante Ressourceneinsparungen erzielen lassen. Es sollten insbesondere Optimierungsma\u00dfnahmen in KMU-Betrieben aufgezeigt und ein Optimierungsfahrplan f\u00fcr diese erstellt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenPhase 1: Vorbereitung<br \/>\nHierzu geh\u00f6rte das exemplarische Erfassen von Betriebsdaten (Messger\u00e4te und -stellen, Prozesszeiten, Wasser- und Energieverbr\u00e4uche und deren Str\u00f6me) in einem Beispielbetrieb. Die ermittelten Daten wur-den ausgewertet und die Erkenntnisse zur Reduzierung der Wasserverbr\u00e4uche eingesetzt. Es konnte ein Erfassungsfahrplan erstellt werden, der im weiteren Projekt angewandt wurde. Eine parallele Qualit\u00e4ts-analyse gew\u00e4hrleistete die Produktsicherheit und erlaubte die Erarbeitung eines Optimierungsfahrplans.<\/p>\n<p>Phase 2:<br \/>\nDie gew\u00e4hlte Vorgehensweise wurde auf insgesamt 14 weitere Betriebe \u00fcbertragen. S\u00e4mtliche Einspar-potentiale wurden erfasst und dokumentiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>F\u00fcnfzehn Brauereien wurden \u00fcber den gesamten Projektzeitraum auditiert. Es konnten, zum Teil unab-h\u00e4ngig von Alter oder Bauart der Anlagen, bisweilen enorme Optimierungspotentiale in den CIP-Anlagen des G\u00e4r- und Lagerkellers, der Filtration und der Abf\u00fcllung aufgedeckt und umgesetzt werden. In den Be-trieben wurde sehr oft beobachtet, dass die Verantwortlichen ihre Reinigungsprozesse kaum kennen. In den meisten F\u00e4llen waren ihnen die Parameter der computergesteuerten Programme g\u00e4nzlich unbekannt oder wurden seit der Inbetriebnahme nicht mehr ge\u00e4ndert. Bei einigen Reinigungsprogrammen war gene-rell keine Systematik zu erkennen. Aus Angst vor ungen\u00fcgender Aussp\u00fclung von Reinigungsmitteln wur-den die Reinigungsabl\u00e4ufe l\u00e4nger gestaltet als notwendig, ohne diese grunds\u00e4tzlich zu hinterfragen.<br \/>\nIm Kaltblock der Brauereien wurden unn\u00f6tig lange Sp\u00fclzeiten in Absprache mit den Verantwortlichen ge-k\u00fcrzt, Sp\u00fclw\u00e4sser als Stapelwasser wiederverwendet und Reinigungsschritte zusammengefasst. Neben beachtlichen Frischwassereinsparungen in einigen Anwendungen auf bis zu 20 % des Ausgangswertes konnte analog durch die Verk\u00fcrzung der Schritte auch elektrische Energie durch reduzierte Pumpenlauf-zeiten und optimierte Sterilisationsvorg\u00e4nge eingespart werden. Leitungen wurden teilweise vorgesp\u00fclt, obwohl sie durch das vorherige Ausschieben des Produktes praktisch vorgereinigt waren. Ausgedehnte Zwischensp\u00fclungen waren einprogrammiert, obwohl durch die leitwertgesteuerte Abtrennung des Reini-gungsmediums mit Wasser das Leitungssystem bereits mit r\u00fcckstandsfreiem Wasser gef\u00fcllt war. In den meisten F\u00e4llen konnten die Verantwortlichen direkt vor Ort \u00fcberzeugt und das Reinigungsschema umpro-grammiert werden. Bei allen durchgef\u00fchrten Optimierungsma\u00dfnahmen wurde die Qualit\u00e4t des Prozesses und Produktes nie aufs Spiel gesetzt. Das letzte Sp\u00fclwasser wurde immer auf Reinigungsmittelr\u00fcckst\u00e4n-de kontrolliert und ein gewisser Sicherheitspuffer eingeplant.<br \/>\nGleiches galt f\u00fcr den Bereich der Abf\u00fcllung. Laufende Bandschmierungen, offene Frischwasserzul\u00e4ufe zur Flaschenwaschmaschine und laufende Vakuumpumpen trotz Anlagenstillstand sind einige Beispiele, die unn\u00f6tigen Wasserverbrauch in den untersuchten Betrieben verursachten. Durch Sensibilisierung der Mitarbeiter in kleineren Betrieben bzw. durch einfache, geringe Investitionen in einfachste Regeltechnik sowie bei komplexeren Betrieben konnten diese unn\u00f6tigen Verbr\u00e4uche begrenzt werden.<br \/>\nAllgemeing\u00fcltige Benchmarks zu Wasserverbr\u00e4uchen der einzelnen Reinigungsschritte sind durch die In-dividualit\u00e4t der Anlagen und Betriebe und die Unterschiede bei den Chemikalien und Arbeitsweisen kaum zu erstellen. Vielmehr muss jede Brauerei einzeln und strukturiert aufgenommen und jeder Arbeitsschritt einzeln bewertet werden. Mit Hilfe der in diesem Projekt gemachten Erfahrungen war es m\u00f6glich, einen Optimierungsfahrplan zu erstellen, der f\u00fcr jeden Produktionsbereich der Brauerei Beispiele darstellt und Einsparpotentiale aufzeigt. Die Verantwortlichen k\u00f6nnen damit strukturiert und Schritt f\u00fcr Schritt ihre Brauerei auf den Pr\u00fcfstand stellen und die oftmals denkbar einfachen L\u00f6sungsans\u00e4tze im eigenen Be-trieb umsetzen.<br \/>\nDie positiven Beispiele aus der Praxis sollen die Verantwortlichen zum Handeln motivieren. Nicht unbe-achtliche finanzielle Einsparungen sollen letztendlich nicht der einzige, aber ein vielleicht sehr attraktiver Grund sein sich mit diesem Thema zu befassen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die jeweils aktuellen Zwischenergebnisse dieses Themas wurden bereits halbj\u00e4hrlich auf den Tagungen der Arbeitsgruppe \u201eUmwelt-Ressourcen-Arbeitssicherheit\u201c (URA) der technisch-wissenschaftlichen Aus-sch\u00fcsse (TWA) der VLB pr\u00e4sentiert. Die gesammelten Ergebnisse des Forschungsprojektes wurden als Vortrag auf der Oktobertagung 2013 der VLB pr\u00e4sentiert. Der Vortrag soll nachfolgend auf kleineren na-tionalen Tagungen und Seminaren und auf internationalen Konferenzen Eingang finden. Die Ergebnisse werden sowohl im VLB-eigenen Brauerei-Forum als auch in der der Fachzeitschrift \u201cBrauereiindustrie\u201c des Sachon Verlags ver\u00f6ffentlicht. Ferner finden alle repr\u00e4sentativen Ergebnisse Zugang in die Fachvor-lesungen unseres Instituts.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>In allen untersuchten Brauereien konnten durch Optimierung der Reinigungsprogramme und Anpassun-gen der Verfahrensweisen Einsparungen erzielt werden. Diese waren teilweise erheblich und in fast allen F\u00e4llen ohne Investitionen m\u00f6glich.<br \/>\nDie in diesem Projekt gesammelten, sehr repr\u00e4sentativen Beispiele werden dem Verantwortlichen vor Ort helfen, seinen Betrieb zielstrebig und systematisch mit einer Checkliste zu analysieren, Optimie-rungspotentiale zu ermitteln und umzusetzen, um den Frischwasserverbrauch zu reduzieren und die Abwasseraufbereitung zu entlasten. Beachtliche finanzielle Einsparungen sollen dabei ein nicht zu un-tersch\u00e4tzender Anreiz sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Brauereien und Getr\u00e4nkeabf\u00fcllbetriebe haben in den Bereichen CIP-Reinigung (Cleaning In Place) und Abf\u00fcllung \u00e4hnliche Anlagen und Abl\u00e4ufe. Die Entwicklung neuer CIP- und Abf\u00fcllanlagen f\u00fchrte in den letzten Jahren zu wesentlichen Wasser- und Energieeinsparungen. Dennoch konnte in entsprechenden Projekten gezeigt werden, dass die Potenziale bei weitem noch nicht vollst\u00e4ndig ausgenutzt werden. 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