{"id":25343,"date":"2023-07-13T15:28:00","date_gmt":"2023-07-13T13:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27805-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:28:00","modified_gmt":"2023-07-13T13:28:00","slug":"27805-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27805-01\/","title":{"rendered":"Solarthermische Anlagen zur Erw\u00e4rmung des Brauch- und Schwimmbadwassers im NaturErlebnisBad Luthe e. G."},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das NaturErlebnisBad verfolgt mit dem Projekt drei Ziele:<br \/>\n1.\tErw\u00e4rmung des Schwimmbadwassers mit Solarenergie<br \/>\n2.\tVerbesserung der Energieeffizienz des Bades und Reduzierung der CO2-Emissionen<br \/>\n3.\tErh\u00f6hung der Attraktivit\u00e4t des Bades<br \/>\nDie versp\u00e4tete Fertigstellung des neuen Daches sowie der Konkurs des Lieferanten der Absorberanlage  haben zu einer erheblichen zeitlichen Verschiebung des Projektes gef\u00fchrt, so dass die Testreihe \u00fcber die Auswirkungen der Wassererw\u00e4rmung auf die Wasserqualit\u00e4t erst im Badejahr 2011 durchgef\u00fchrt werden konnte. Die neue FLL-Richtlinie, die Erw\u00e4rmungsm\u00f6glichkeiten des Schwimmbadwassers auf max. 25\u00b0C vorsieht, ist immer noch nicht in Kraft getreten. Unabh\u00e4ngig davon kann aus den vorliegenden Daten &#8211; Zeitraum Anfang Mai bis 15. August 2011- nicht nur die Leistungsf\u00e4higkeit der solarthermischen Anlage, sondern auch die Auswirkungen der Erw\u00e4rmung \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum auf die Reinigungsleistung des biologischen Filters analysiert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMit der Erw\u00e4rmung des Schwimmbadwassers ausschlie\u00dflich durch eine solarthermische Anlage betritt das NaturErlebnisBad ein noch nicht sehr erprobtes Gebiet. Naturfreib\u00e4der, die das Schwimmbadwasser biologisch reinigen, haben bisher in der Regel keine Erw\u00e4rmung des Wassers vorgenommen. Bei Naturfreib\u00e4dern darf das Schwimmbadwasser nach einer Vorgabe des Gesundheitsamtes und der Bundes Wasserkommission nicht \u00fcber 23 Grad Celsius ansteigen, da dann mit einer vermehrten Bildung von Keimen gerechnet werden muss. Nach der neuen Richtlinie des FLL (noch nicht in Kraft getreten) soll dieser Wert auf 25 Grad Celsius erh\u00f6ht werden. Die solarthermische Absorberanlage muss deshalb auf einem Schr\u00e4gdach installiert werden, um einen vollst\u00e4ndigen Abfluss des Wassers im Keimfall zu erm\u00f6glichen.<br \/>\nIn einem ersten Schritt ist das sanierungsbed\u00fcrftige Flachdach des Schwimmbadgeb\u00e4udes durch ein Schr\u00e4gdach ersetzt worden, auf dem dann eine 600 m2 gro\u00dfe Absorberanlage installiert wurde. Auf der s\u00fcdlichen Seite wird auf einer Fl\u00e4che von 100 m2 eine Photovoltaikanlage \u00fcber der Absorberanlage errichtet. Der Wirkungsverlust auf dieser Fl\u00e4che wird mit 20% beziffert. Aus dem Reinwasserschacht wird mit Hilfe einer Pumpe das kalte Wasser \u00fcber einen Doppelfilter mit automatischer R\u00fccksp\u00fclung in den Plattenw\u00e4rmetauscher gepumpt. Hier wird das Wasser indirekt \u00fcber die Absorberanlage erw\u00e4rmt. Verunreinigungen des Plattenw\u00e4rmetauschers durch Algenspuren soll durch den Doppelfilter mit automatischer R\u00fccksp\u00fclung verhindert werden. M\u00f6gliche Verkeimungen im Plattenw\u00e4rmetauscher werden durch regelm\u00e4\u00dfige Wasserproben des Gesundheitsamtes sowohl direkt am Plattenw\u00e4rmetauscher als auch im Schwimmbadwasser erkannt. Die automatische Temperaturregelung sorgt daf\u00fcr, dass die Schwimmbadwassertemperatur die geforderten Maximalwerte nicht \u00fcbersteigt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Ergebnis der Datenauswertung der solarthermischen Erw\u00e4rmung des Schwimmbadwassers kann wie folgt zusammengefasst werden:<br \/>\n&#8211;\tDie Absorberanlage hat das Schwimmbadwasser deutlich erw\u00e4rmt und das Ziel von mindestens 20 \u00b0C  fast immer erreicht. In einem Vergleich mit dem Jahr 2007, der von den Besucherzahlen und vom Wetter her \u00e4hnlich war wie der Sommer 2011, hat sich gezeigt, dass die Absorberanlage das Schwimmbadwasser 2011 schneller und nachhaltiger \u00fcber 20 \u00b0C erw\u00e4rmt hat als 2007 allein die Sonne.<br \/>\n&#8211;\tDie Akzeptanz des Naturbades ist bei den Badeg\u00e4sten und insbesondere bei den Dauerkarteninhabern durch die regelm\u00e4\u00dfige Erw\u00e4rmung auf \u00fcber 20 \u00b0C deutlich angestiegen. Die aktuelle Temperaturanzeige am Eingang des Bades wird \u00e4u\u00dferst positiv registriert.<br \/>\n&#8211;\tAuf Grund des demografischen Wandels erwarten wir eine Zunahme der \u00e4lteren und Badeg\u00e4sten mit Dauerkarten und eine Abnahme von Jugendlichen und Kindern. Wir haben festgestellt, dass gerade die \u00e4lteren Badeg\u00e4ste die solarthermische Erw\u00e4rmung als sehr angenehm empfinden. Die Attraktivit\u00e4t des Bades ist aus unserer Sicht erheblich gesteigert worden.<br \/>\n&#8211;\tEin Vergleich der Wassertemperaturen mit den Untersuchungsergebnissen des Gesundheitsamtes der Region Hannover hat zudem gezeigt, dass es keinen positiven Zusammenhang gibt zwischen einer ver-mehrten Keimbildung und einer h\u00f6heren Wassertemperatur. Bis zur Temperatur von 25 \u00b0C konnte keine vermehrte Keimbildung festgestellt werden. Legionellen wurden bei  keiner Untersuchung diagnostiziert. Pseudomonas nur im geringen Umfang und u.a. nur im August.<br \/>\n&#8211;\tEs gab lediglich eine verst\u00e4rkte Algenbildung ausschlie\u00dflich im Schwimmerbecken.<br \/>\n&#8211;\tInsgesamt gesehen k\u00f6nnen wir festhalten, dass das Badejahr 2011 kein typisches Badejahr war. Normalerweise soll die Absorberanlage das Schwimmbadwasser in den Monaten Mai, Juni und evtl. September erw\u00e4rmen. In diesem Sommer war die Anlage ununterbrochen im Einsatz, da der Juli verregnet und sonnenarm war. Die Absorberanlage wurde nur an wenigen Tagen bei Erreichen der maximalen Erw\u00e4rmungstemperatur abgeschaltet. Dadurch hatten wir einen relativ hohen Energieverbrauch f\u00fcr die Pumpen.<br \/>\n&#8211;\tNach unseren \u00fcberschl\u00e4gigen Berechnungen haben wir an 5 Tagen im September mit rund 1.000 kWh pro Tag ca. 83 % der Nennleistung der Absorberanlage (Herstellerangabe) erreicht. Hochgerechnet auf das Badejahr d\u00fcrfte sich ein W\u00e4rmeertrag von 120.000 bis 130.000 kWh ergeben haben. Dies entspr\u00e4-che einer CO2-Entlastung von ca. 32 Tonnen.<br \/>\n&#8211;\tDie in 2011 installierte R\u00f6hrenkollektorenanlage zur Erw\u00e4rmung des Dusch- und Brauchwassers hat eine Ersparnis von Gas in H\u00f6he von ca. 20 % gegen\u00fcber dem Vorjahr gebracht. Der Wasserverbrauch war im Jahr 2010 mit 498 m\u00b3 nahezu gleichhoch wie Jahr 2011 mit 493 m\u00b3, obwohl die Besucherzahl in 2010 (26.144) mit 5.744 Badeg\u00e4sten (ca. 20 %) \u00fcber der Anzahl der Besucher in diesem Jahr (20.400) lag. Bei schlechtem Wetter wird offensichtlich h\u00e4ufiger warm geduscht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Folgende \u00f6ffentlichkeitswirksame Ma\u00dfnahmen wurden bereits durchgef\u00fchrt bzw. sind geplant:<br \/>\n&#8211;\tAm 14. August 2010 wurde bei der Einweihung des Daches und der Photovoltaikanlage \u00fcber die \u00f6rtliche Presse die \u00d6ffentlichkeit informiert.<br \/>\n&#8211;\tDie Auswertung der Leistungsdaten der Absorberanlage ist auf dem Treffen der Betreiber von Naturfreib\u00e4dern der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr naturnahe Badegew\u00e4sser e.V. (DGfnB) am 16. September 2011 in Wunstorf &#8211; Luthe pr\u00e4sentiert worden. Eine Ver\u00f6ffentlichung der Pr\u00e4sentation in den Medien der DGfnB ist vorgesehen.<br \/>\n&#8211;\tNach Abschluss der Testreihe werden die Ergebnisse weiteren Naturbadbetreibern des Bundesverbandes DGfnB zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Test der solarthermischen Erw\u00e4rmung des Schwimmbadwassers im Badejahr 2011 hat gezeigt, dass die Anlage in der Lage ist, das Schwimmbadwasser nachhaltig &#8211; bis auf wenige Ausnahmen &#8211; und schnell auf \u00fcber 20 \u00b0C zu erw\u00e4rmen. Die Messungen des Gesundheitsamtes haben keine verst\u00e4rkten Keimbildungen ergeben.  Die Attraktivit\u00e4t des Bades wurde verbessert, die Akzeptanz f\u00fcr das Naturbad ist insbesondere bei \u00e4lteren Besuchern deutlich gestiegen. 2012 sollen weitere Optimierungen der solarthermischen Anlagen den Wirkungsgrad weiter steigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das NaturErlebnisBad verfolgt mit dem Projekt drei Ziele: 1. Erw\u00e4rmung des Schwimmbadwassers mit Solarenergie 2. Verbesserung der Energieeffizienz des Bades und Reduzierung der CO2-Emissionen 3. Erh\u00f6hung der Attraktivit\u00e4t des Bades Die versp\u00e4tete Fertigstellung des neuen Daches sowie der Konkurs des Lieferanten der Absorberanlage haben zu einer erheblichen zeitlichen Verschiebung des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[47,64,51,52,53],"class_list":["post-25343","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-klimaschutz","tag-niedersachsen","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"27805\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-27805.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"38.500,00","dbu_projektdatenbank_firma":"NaturErlebnisBad Luthe e. 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