{"id":25336,"date":"2023-07-13T15:28:00","date_gmt":"2023-07-13T13:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27800-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:28:00","modified_gmt":"2023-07-13T13:28:00","slug":"27800-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27800-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Bewahrung umweltgesch\u00e4digter Wandmalereien im Musensaal im Augsburger Fuggerhaus unter Nutzung einer innovativen Klimasteuerung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die freskalen Wandmalereien im Musensaal sind durch die Auswirkungen bausch\u00e4dlicher Salze stark gef\u00e4hrdet. Durch Bombeneinwirkung\/Zerst\u00f6rung im II. Weltkrieg kam es zu ungehindertem Zutritt von Regenwasser, die daraus resultierende lang anhaltende Durchfeuchtung f\u00fchrte zur Belastung der Mauerwerks- und Putzkonstruktionen mit bausch\u00e4dlichen Salzen.<br \/>\nDiese Salze k\u00f6nnen im Wesentlichen nicht extrahiert werden.<\/p>\n<p>Ziel der Ma\u00dfnahmen ist es, die (restaurierte) Wandmalerei dadurch zu erhalten und zu sichern, dass<br \/>\ndas Raumklima stabilisiert wird, um die Wanderungen der bausch\u00e4dlichen Salze in den Konstruktionen<br \/>\nzu unterbinden.<br \/>\nHierzu ist es erforderlich, die Klimabedingungen exakt zu kennen, bei denen die Schaden ausl\u00f6senden Prozesse stattfinden.<br \/>\nNach Kenntnis der wissenschaftlichen Grundbedingungen wird eine Konzeption erarbeitet und eingestellt, um einen stabilen Klimakorridor aufzubauen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenRaumklimaerfassung durch Aufstellung Datenlogger, Entnahme und Herstellung Putzpr\u00fcfk\u00f6rper, Messungen, Auswertung;<br \/>\nSalzreduzierung durch mehrfach aufgetragene Ammonium-Carbonat-Kompressen,<br \/>\ninkl. fortlaufender Kontrolle und Einflussnahme.<br \/>\nAufstellung von Ger\u00e4ten zur Klimasteuerung und Klimakontrolle einschl. fortlaufender Wartung;<br \/>\nhier insbes. Raumluftkondensatoren;<br \/>\nIntegration einer Wandheizung (Putzfl\u00e4chentemperierung) in die Klimasteuerung;<br \/>\nEinbau eines Trennelementes au\u00dfen vor der gesch\u00e4digten Wand, damit Herstellung eines Klimapuffers<br \/>\neinschl. Klimastabilisierungsma\u00dfnahmen in diesem Raumbereich.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die als gelungen zu bezeichnende Restaurierung der Wandfresken im Musensaal w\u00e4re in ihrem Bestand gef\u00e4hrdet, wenn sich die zwangsl\u00e4ufig in den Tiefen des Mauerwerks verbliebenen hygroskopischen Nitrate erneut an der raumseitigen Oberfl\u00e4che anreichern und dort einem Wechselklima unterliegen, das zu Kristallisations- und\/oder Hydratationswechseln f\u00fchrt. Die Auslotung einer diesbez\u00fcglich stabilen Raumklimasituation und deren anschlie\u00dfende kontrollierte Umsetzung war das Ziel des hier gef\u00f6rderten Projektes.<\/p>\n<p>Das Raumklima in den Badstuben konnte durch das installierte Me\u00dfsystem wirksam und dauerhaft kontrolliert werden. Die Steuerung \u00fcber Be- und Entfeuchter funktioniert ann\u00e4hernd einwandfrei, ebenso wie das automatische Fr\u00fchwarnsystem bei Abweichungen vom vorgegebenen Sollwertbereich. Bei insgesamt nur 2 Alarmmeldungen  konnte das System einmal selbstt\u00e4tig regulativ korrigieren, im anderen Fall war ein wartungstechnischer Eingriff notwendig, der zeitnah erfolgen konnte (zeitgleicher Warnhinweis an Haustechnik, Messtechnik und Naturwissenschaftler).<\/p>\n<p>Eine gesonderte Regelung f\u00fcr den kleineren Zodiakussaal erscheint nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht notwendig, da dieser klimatisch ausreichend intensiv an den Musensaal angebunden ist (offener Durchgang).<\/p>\n<p>Die Auswirkung von Besuchern auf das Raumklima wurde erfasst. Als Obergrenze kann eine t\u00e4gliche Besucherzahl von 25 bei einem einst\u00fcndigen Aufenthalt angesehen werden. Die T\u00fcr muss dabei selbstverst\u00e4ndlich geschlossen sein.<\/p>\n<p>Eine Abschattung der Westfenster wurde durchgef\u00fchrt, um eine scharfe Trocknung direkt besonnter Wandmalereien zu vermeiden und zudem keine nachteilige Beeinflussung am Regelsystem auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich stabilisierend auf das Raumklima wirkt sich die im Herbst 2011 durchgef\u00fchrte, hinterl\u00fcftete Einhausung der Loggia aus. Erste Messungen zeigen eine Reduzierung der Amplituden im Vergleich zum Vorzeitraum. <\/p>\n<p>Eine regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle ehemals kritischer Wandbereiche durch ein geschultes Team von Spezialisten sorgt f\u00fcr eine fr\u00fche Erkennung von Sch\u00e4den an Schwachstellen, sodass rechtzeitig mit geringf\u00fcgigen restauratorischen Eingriffen reagiert werden kann.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen einer Publikation \u00fcber den Musensaal erscheint ein Beitrag von Herrn Dr. Wendler: <\/p>\n<p>Titel: Ein Beitrag zur langfristigen Erhaltung der frisch restaurierten Groteskenmalereien in den Badstuben des Fuggerhauses in Augsburg: die konsequente Vermeidung schadensrelevanter Wechselprozesse bausch\u00e4dlicher Salzgemische durch Kontrolle und Steuerung des Raumklimas<\/p>\n<p>Der Beitrag wurde im Mai 2012 eingereicht<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das mit Hilfe des DBU-Projektes erarbeitete Klimakonzept wird seit mittlerweile 18 Monaten ann\u00e4hernd st\u00f6rungsfrei umgesetzt. Sch\u00e4den sind seit dieser Zeit nicht mehr aufgetreten. Jede St\u00f6rung im Steuerungs- und \u00dcberpr\u00fcfungssystem f\u00fchrt zu Alarmmeldungen an drei voneinander unabh\u00e4ngigen Stellen, kleinere St\u00f6rungen werden erfolgreich vom System selbst durch gezieltes Be- oder Entfeuchten beho-ben. <\/p>\n<p>Die Umsetzung der prophylaktischen Ma\u00dfnahmen zum dauerhaften Erhalt der freskalen Malereien in den Badstuben kann als wegweisend f\u00fcr andere, vergleichbare Objekte angesehen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die freskalen Wandmalereien im Musensaal sind durch die Auswirkungen bausch\u00e4dlicher Salze stark gef\u00e4hrdet. Durch Bombeneinwirkung\/Zerst\u00f6rung im II. Weltkrieg kam es zu ungehindertem Zutritt von Regenwasser, die daraus resultierende lang anhaltende Durchfeuchtung f\u00fchrte zur Belastung der Mauerwerks- und Putzkonstruktionen mit bausch\u00e4dlichen Salzen. 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