{"id":25331,"date":"2023-07-13T15:27:57","date_gmt":"2023-07-13T13:27:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27781-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:27:59","modified_gmt":"2023-07-13T13:27:59","slug":"27781-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27781-01\/","title":{"rendered":"Entwurf einer denkmalpflegerischen Rahmenkonzeption zur Revitalisierung des stark anthropogen umweltgesch\u00e4digten Schlossparks Uhyst (inklusive erste Umsetzungen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Gegenstand des Projektantrages ist der Schlosspark Uhyst. Zielsetzung des Vorhabens ist die Erarbeitung einer Denkmalpflegerischen Konzeption als fachliche Grundlage f\u00fcr die Revitalisierung und Erhaltung der vernachl\u00e4ssigten, durch den Braunkohletagebau schwer gesch\u00e4digten Gartenanlage. Diese ist ein \u00fcberregional bedeutendes Kulturdenkmal, das sowohl im Hinblick auf eine denkmalgerechte Behandlung, als auch auf eine touristische Nutzung zuk\u00fcnftig st\u00e4rkere Beachtung erfahren muss. Durch eine nachhaltige Erhaltung, Pflege und Entwicklung soll das hier vorhandene wertvolle Potential gesichert und gleichzeitig f\u00fcr eine breite \u00d6ffentlichkeit erschlossen werden.<br \/>\nZwar ist die einstige gartenk\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t des Schlossparks Uhyst derzeit noch zu erahnen, doch zeigt er augenf\u00e4llige Spuren der Zerst\u00f6rung und Vernachl\u00e4ssigung. Die im Projektantrag enthaltenen Ma\u00dfnahmen zielen darauf ab, den fast verlorenen Garten zu analysieren und exemplarische L\u00f6sungswege f\u00fcr dessen Revitalisierung zu finden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Denkmalpflegerische Konzeption umfasst entsprechend den Leitlinien des Arbeitskreises Historische G\u00e4rten der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Gartenkunst und Landschaftskultur e. V. folgende Gliede-rungspunkte:<br \/>\n&#8211;\thistorische Analyse und Dokumentation<br \/>\n&#8211;\tBestandsanalyse<br \/>\n&#8211;\tDenkmalbewertung<br \/>\n&#8211;\tNutzungsanalyse<br \/>\n&#8211;\tGartendenkmalpflegerische Zielplanung und Ma\u00dfnahmeplan.<br \/>\nMittels einer exakten Analyse des im Laufe der Jahrhunderte vollzogenen Landschaftswandels und einer genauen Bewertung des Bestandes werden die denkmalwerten Elemente und Strukturen des Gartens aufgezeigt. Nach einer modellhaften Methodik und in enger Abstimmung mit dem Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege Sachsen wird eine denkmalpflegerische Zielplanung erarbeitet. Ein Parkseminar mit dem Uhyster Heimatverein e. V. dient der \u00d6ffentlichkeitsarbeit und der Realisierung erster Ma\u00dfnahmen im Park.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit der Erarbeitung der Denkmalpflegerischen Konzeption wurde die Grundlage f\u00fcr die Erhaltung, Pflege und Revitalisierung des Schlossparks Uhyst geschaffen. Es werden L\u00f6sungswege zur langfristigen Kompensation der durch den Braunkohletagebau verursachten Umweltsch\u00e4den an der Vegetation, den Wege- und Platzfl\u00e4chen, Gew\u00e4ssern und der Ausstattungen aufgezeigt und Hinweise f\u00fcr eine fachlich fundierte, nachhaltige Parkpflege gegeben. Zeugnisse verschiedener Zeitschichten sollen bewahrt und in ein stimmiges Gesamtkonzept integriert werden k\u00f6nnen.<br \/>\nErstmalig wurden die Geschichte und der Bestand des Schlossparks Uhyst detailliert untersucht, dargestellt und gewertet. Dabei fand der Geh\u00f6lzbestand besondere Beachtung. Die gegenw\u00e4rtig im Park dominierenden Geh\u00f6lze sind Stiel-Eichen, Linden, Rot-Buchen, Rot-Eichen, Hain-Buchen, Rot-Erlen, Robinien, Berg- und Spitz-Ahorn sowie vereinzelt Koniferen. Auch sind noch wenige, meist im Absterben befindliche Ulmen vorhanden, die fr\u00fcher vermutlich h\u00e4ufiger zum Bestand geh\u00f6rten. Die erfassten B\u00e4ume weisen \u00fcberwiegend eine schlechte bis m\u00e4\u00dfige Vitalit\u00e4t auf.<br \/>\nIm Ergebnis der historischen Recherche konnten folgende Baumarten nachweislich dem im 18. Jahrhundert vorhandenen Bestand zugeordnet werden: Stiel-Eiche, Ulme, Linde, Gemeine Fichte und Hain-Buche. Sicherlich geh\u00f6rte auch die Rot-Erle dazu. Einige alte Hain-Buchen besitzen ihren Ursprung gegebenenfalls noch in den barocken Heckenstrukturen. Besonders charakteristisch ist die Stiel-Eiche, die vermutlich bereits in dem alten Tiergarten vorhanden war, einer Vorg\u00e4ngeranlage des Schlossparks. Rot-Eichen, Blut-Buchen und Platanen sind dagegen wahrscheinlich erst in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts eingebracht worden und stellen charakteristische Arten f\u00fcr diese Zeitphase dar.<br \/>\nIn vielen Teilbereichen des Parks ist ein massiver Spontanaufwuchs von Geh\u00f6lzen &#8211; vor allem Spitz-Ahorn, aber auch Robinie, Rot-Eiche, Rot-Buche und Sp\u00e4tbl\u00fchende Traubenkirsche &#8211; festzustellen. Dies hat in vielen F\u00e4llen dramatische Folgen, da der ohnehin durch die jahrelange Grundwasserabsenkung gestresste wertvolle Altbaumbestand, vor allem Stiel-Eichen und Rot-Buchen, dadurch gravierende Sch\u00e4den erleidet und langfristig ein Totalverlust droht. Meist sterben durch den kronennahen Aufwuchs von Jungb\u00e4umen zun\u00e4chst die unteren Astpartien der ehemals frei stehenden Altb\u00e4ume ab. Dieser f\u00fcr den Baum lebensbedrohliche Prozess ist vor allem bei Stiel-Eichen zu beobachten. Er hat weitreichende Auswirkungen, da diese B\u00e4ume einerseits aus gartendenkmalpflegerischer Sicht sehr wertvolle Origi-nalsubstanz darstellen, andererseits gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr den Biotop- und Artenschutz besitzen. Der Prozess ist umso gef\u00e4hrlicher, als die Stiel-Eiche als eine der pr\u00e4genden und markanten Baumarten der Region, aufgrund des fehlenden Lichtraums kaum noch Chancen hat, sich nat\u00fcrlich zu verj\u00fcngen. Somit besteht die Gefahr eines schleichenden Artenwandels, bei dem der Stiel-Eiche letztendlich der Totalverlust droht. Bei einem im Oktober 2010 veranstalteten Parkseminar konnten zwei Altb\u00e4ume von Spontanaufwuchs freigestellt und somit sowohl ein Beitrag zur Wiederherstellung historischer Parkr\u00e4ume, als auch zum Biotop- und Artenschutz geleistet werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen der Projektf\u00f6rderung fand ein Parkseminar mit der Uhyster Bev\u00f6lkerung statt. In einem \u00f6ffentlichen Vortrag wurden die Geschichte des Parks und das F\u00f6rderprojekt erl\u00e4utert. \u00dcber das Parkseminar berichtete die \u00f6rtliche Presse. Die Mitglieder des Uhyster Heimatvereines e. V. haben sich beim 1. Parkseminar in Uhyst spontan dazu bekannt, auch weiter f\u00fcr den Schlosspark zu wirken. Die Unterst\u00fctzung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt war daf\u00fcr der entscheidende Ausl\u00f6ser.<br \/>\nIm Rahmen der Projektf\u00f6rderung wurde ein Informationsplakat entworfen, das Grundlage f\u00fcr eine sp\u00e4ter im Park aufzustellende Informationstafel ist.<br \/>\nEinzelne Aspekte der Denkmalpflegerischen Konzeption sind im Rahmen von Vorlesungen zum Thema Gartendenkmalpflege am Institut f\u00fcr Landschaftsarchitektur der TU Dresden den Studierenden vorgestellt worden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Schlosspark in Uhyst ist ein wertvolles Kulturdenkmal mit gro\u00dfer geschichtlicher und k\u00fcnstlerischer, aber auch wissenschaftlicher und landschaftsgestaltender Bedeutung, dessen Erhaltung im \u00f6ffentlichen Interesse liegt. Er ist sowohl ein wichtiges Zeugnis f\u00fcr die Gartenkultur, als auch f\u00fcr die Entwicklung der P\u00e4dagogik und die sorbische Kultur in der Oberlausitz. Als Bestandteil des Biosph\u00e4renreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft besitzt der Park ebenfalls einen gro\u00dfen Wert.<br \/>\nNach Beendigung des Tagebaues und der begonnenen Umgestaltung der devastierten Fl\u00e4chen in ein attraktives Naherholungsgebiet besteht jetzt die M\u00f6glichkeit, die anthropogenen Sch\u00e4digungen der letzten Jahrzehnte im Schlosspark schrittweise zu beseitigen. Mit der Erarbeitung der Denkmalpflegerischen Konzeption wurde die Grundlage daf\u00fcr geschaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Gegenstand des Projektantrages ist der Schlosspark Uhyst. Zielsetzung des Vorhabens ist die Erarbeitung einer Denkmalpflegerischen Konzeption als fachliche Grundlage f\u00fcr die Revitalisierung und Erhaltung der vernachl\u00e4ssigten, durch den Braunkohletagebau schwer gesch\u00e4digten Gartenanlage. 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