{"id":25328,"date":"2023-07-13T15:27:57","date_gmt":"2023-07-13T13:27:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27770-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:27:58","modified_gmt":"2023-07-13T13:27:58","slug":"27770-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27770-01\/","title":{"rendered":"Umsetzungsorientierte Konzeption zur Sanierung des Hallenbades Baesweiler zu einem CO2-freien Schwimmbad"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das 1972 errichtete Hallenbad weist einen exorbitant hohen Heizenergieverbrauch von ca. 3.000 kWh\/m\u00b2a (Energiebezugsfl\u00e4che: Wasserfl\u00e4che des Schwimmbades) auf.<br \/>\nDieser Wert soll auf ein Minimum reduziert werden. Energieeinsparung, Umweltentlastung, thermischer Komfort und Verbesserung der Luftqualit\u00e4t sind Gr\u00fcnde f\u00fcr die \u00dcbertragung der Passivhaustechnologie auf Hallenb\u00e4der. <\/p>\n<p>Das Hallenbad wird derzeit zu 80% \u00fcber ein Fernw\u00e4rmenetz mit Biogas beheizt. Mit der Reduzierung des Heizenergieverbrauchs auf unter 50 % sowie der 100 %igen Nutzung von erneuerbaren Energien wird das Hallenbad dann CO2-neutral beheizt. <\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit der Firma Menerga wird der Einsatz einer innovativen Klimatisierung \/ Entfeuchtung \u00fcber eine Verfahrenskombination von 3-fach wirksamen WRG-Systemen mit integrierter W\u00e4rmepumpentechnik untersucht werden. Die W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung erreicht eine WRG-Leistungsziffer > 85%, die W\u00e4rmepumpe eine Leistungsziffer > 6.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tGRUNDLAGEN: Vertiefte Bestandsaufnahme incl. erg\u00e4nzender Messung bzw. Detailanalyse des vorhandenen Hallenbades; thermische Geb\u00e4udesimulationen.<br \/>\n2.\tKONZEPTENTWICKLUNG SANIERUNG: Erarbeitung eines Ma\u00dfnahmenpaketes zur energetischen Optimierung, unter Abw\u00e4gung \u00f6kologischer, \u00f6konomischer und gestalterischer Aspekte. Die wesent-lichen Sanierungsbereiche sind dabei die Geb\u00e4udeh\u00fclle, die Haustechnik und die Auswahl der Energietr\u00e4ger<br \/>\n3.\tKONKRETISIERUNG BAUDETAILS: Integrative Vorentwurfs-, Entwurfs- und konzeptionelle Detailplanung mit Passivhauskomponenten; PHPP-Varianten-Berechnungen; Dynamische Geb\u00e4udesimulation; Lebenszyklusberechnung; Emissionsbilanz; Kostenermittlung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Auf der Grundlage von Planungskonzepten zur energetischen Sanierung und funktionalen Aufwertung der Schwimmhalle Baesweiler wurden mittels dynamischer Geb\u00e4udesimulationen eine Vielzahl von Varianten zur energetischen Optimierung auf Passivhausniveau erarbeitet und \u00fcber die parallele Betrachtung der Lebenszykluskosten dieser Varianten im Hinblick auf ihre Wirtschaftlichkeit \u00fcberpr\u00fcft. Die optimierte Sanierung mit Passivhauskomponenten wurde einerseits mit einem kalibrierten Simulations-Bestandsmodell und einer Sanierungsvariante auf dem Niveau EnEV 2009 (Neubau) verglichen.<br \/>\nDie Untersuchung f\u00fchrt zu dem Ergebnis, dass eine passivhausgerechte, CO2-neutrale Sanierung der Schwimmhalle der Stadt Baesweiler m\u00f6glich ist. Die Sanierung ist unter Betrachtung der Lebenszykluskosten bereits bei m\u00e4\u00dfigen Energiepreissteigerungen wirtschaftlicher als die Beibehaltung des heutigen -energieaufw\u00e4ndigen Bestandes. Auch gegen\u00fcber einer Sanierung auf dem Niveau der geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) ergeben sich auf Dauer Kostenvorteile.<br \/>\nEine Sensitivit\u00e4tsbetrachtung der Auswirkung von Energiepreissteigerungen auf die Lebenszykluskosten insgesamt zeigt, dass bereits ab einer j\u00e4hrlichen Steigerungsrate der Energiepreise von 4% eine Sanierung auf Passivhausniveau die wirtschaftlich g\u00fcnstigste Variante ist. F\u00fcr den Vergleich mit einer Sanierung auf dem Niveau der EnEV 2009 gilt dies ab einer Steigerungsrate von 5%.<br \/>\nDie Kosten der passivhaustauglichen Sanierung einschlie\u00dflich der funktionalen Verbesserungen  liegen bei rd.3,8 Mio. Euro und sind damit um einiges niedriger als die mit rd. 5,5 Mio. Euro ermittelten Kosten eines ad\u00e4quaten Neubaus.<br \/>\nBez\u00fcglich der Umweltauswirkungen der verglichenen Sanierungsalternativen kann festgestellt werden, dass sich der W\u00e4rmebedarf der Passivhausvariante um 92% gegen\u00fcber den heutigen Verbrauchswerten des Bestandes verringert. In der gleichfalls untersuchten Variante nach EnEV 2009 w\u00fcrde die Reduzierung gegen\u00fcber dem Bestand 44% betragen.<br \/>\nAuf der Stromseite sind die Unterschiede zwischen Passivhausstandard und EnEV 2009-Niveau nicht ganz so ausgepr\u00e4gt wie auf der W\u00e4rmeseite: es ergibt sich hier sogar ein etwas h\u00f6herer Strombedarf (Reduzierung um 43% gegen\u00fcber dem Bestand) der energetisch ambitioniertesten Variante im Vergleich zu der EnEV 2009-Variante (Reduzierung um 53% gegen\u00fcber dem Bestand).<br \/>\nDer Grund hierf\u00fcr ist der stromseitig h\u00f6here Verbrauch der zus\u00e4tzlichen Abwasser-W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung.<br \/>\nBez\u00fcglich der CO2-Emissionen tr\u00e4gt die Sanierung mit Passivhauskomponenten mit einer Reduzierung der CO2- Emissionen in H\u00f6he von 352 t pro Jahr zur Umweltentlastung bei. Im Vergleichsfall einer Sanierung nach EnEV 2009 l\u00e4ge die Reduzierung  der CO2-Emissionen gegen\u00fcber dem Bestand bei 254 t.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Studie wird im Rahmen der M\u00f6glichkeiten der DBU der \u00d6ffentlichkeit angeboten. Des Weiteren erfolgt eine Ver\u00f6ffentlichung auf den Webseiten der Projektbeteiligten.<\/p>\n<p>Vor der Frage Was tun mit den Schwimmb\u00e4dern? stehen viele Kommunen. Insofern w\u00e4re zu empfehlen, die Kommunen (z. B. durch Ver\u00f6ffentlichung in Amtsbl\u00e4ttern und dgl.) auf das Vorhaben und die Zug\u00e4nglichkeit der Ergebnisse aufmerksam zu machen.<br \/>\nGenauso sollten die entsprechenden Ministerien, die z. T. mit den Ihnen zugeordneten Energieagenturen sehr viel Aufkl\u00e4rungsarbeit betreiben, als \u00fcbergeordnete Beh\u00f6rden in allen Bundesl\u00e4ndern \u00fcber die Ergebnisse der Studie in Kenntnis gesetzt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die detaillierte Untersuchung der Sanierungsvarianten f\u00fcr die Schwimmhalle Baesweiler macht deutlich, dass die energetisch ambitionierteste Variante, eine Sanierung unter konsequenter Verwendung von passivhaustauglichen Komponenten, unter Ber\u00fccksichtigung der Lebenszykluskosten die wirtschaftlich sinnvollste Alternative ist. Die Sanierung ist unter Kostengesichtspunkten g\u00fcnstiger als ein Neubau an anderer Stelle. Das Ziel einer unter Emissionsgesichtspunkten CO2-neutralen Sanierung von Schwimmhallen der 70er-Jahre ist technisch m\u00f6glich und umweltpolitisch wie wirtschaftlich geboten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das 1972 errichtete Hallenbad weist einen exorbitant hohen Heizenergieverbrauch von ca. 3.000 kWh\/m\u00b2a (Energiebezugsfl\u00e4che: Wasserfl\u00e4che des Schwimmbades) auf. Dieser Wert soll auf ein Minimum reduziert werden. Energieeinsparung, Umweltentlastung, thermischer Komfort und Verbesserung der Luftqualit\u00e4t sind Gr\u00fcnde f\u00fcr die \u00dcbertragung der Passivhaustechnologie auf Hallenb\u00e4der. 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