{"id":25282,"date":"2023-07-13T15:27:51","date_gmt":"2023-07-13T13:27:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27593-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:27:53","modified_gmt":"2023-07-13T13:27:53","slug":"27593-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27593-01\/","title":{"rendered":"Umweltbildungsprojekt: Forschungsstation Leben im Wasser"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Westen der Diepholzer Moorniederung liegt der D\u00fcmmer, der zweitgr\u00f6\u00dfte Binnensee Niedersachsens. Wasserbautechnische Eingriffe seit Beginn der 1950er Jahre (Deichbau, k\u00fcnstliche Wasserstand-regulierung, Grundwasserabsenkungen usw.) und einer daraus fol\u00acgenden Intensivierung der Landnutzung f\u00fchrten zu vielf\u00e4ltigen Problemen: Eutrophierung, Verschlammung, Verlust der Unterwasservegetation, Verarmung von Flora und Fauna. Gleichzeitig setzte eine touristische Entwicklung mit intensiven Wassersportaktivit\u00e4ten ein. Die Umsetzung der 1987 im Konzept zur langfristigen Sanierung des D\u00fcm-mers und seines Umlandes f\u00fcr notwendig erachteten Sanierungsma\u00dfnahmen, z.B. Verringerung des N\u00e4hrstoffeintrages, steht kurz vor dem Abschluss.<br \/>\nIn der \u0084Forschungsstation Leben im Wasser\u0093 im D\u00fcmmer-Museum sollen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die einheimische Bev\u00f6lkerung, interessierte Museumsbesucher und die Kooperationspartner eine M\u00f6glich-keit erhalten, Grundlagenkenntnisse \u00fcber das Leben im Wasser zu erwerben und den Prozess der Ver-besserung der Wasserqualit\u00e4t im Verlauf der n\u00e4chsten Jahre aktiv zu verfolgen. Durch die originale Be-gegnung mit der Natur des besuchten Landschaftsraumes werden Zusammenh\u00e4nge, Bedeutung und Wandel der limnologischen Situation am D\u00fcmmer erfahrbar. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas umweltp\u00e4dagogische Konzept in der \u0084Forschungsstation Leben im Wasser\u0093 beruht auf vier S\u00e4ulen:<br \/>\n1.\tProblemstellung, inhaltliche Vorbereitung und Grundlagenwissen mithilfe eines PC-Lernprogramms z.B. mit dem Arbeitstitel: \u0084Plankton \u0096 spielerischer Zugang zur Unterwasserwelt des D\u00fcmmers\u0093.<br \/>\n2.\tRealbegegnung mit dem See, Wasseruntersuchungen am See und vertiefende sowie anschlie\u00dfende Untersuchung mithilfe der \u0084Forschungsstation Wasser\u0093 im D\u00fcmmer-Museum (Outdoor-Indoor).<br \/>\n3.\tAuswertung, Festigung und Dokumentation der \u0084Forschungsergebnisse\u0093 z.B. in einem Forschertagebuch. Einbindung der Ergebnisse in gr\u00f6\u00dfere Zusammenh\u00e4nge. Erstellen eines Beziehungsgeflechts nach dem Ansatz \u0084Syndrome globalen Wandels\u0093<br \/>\n4.\tQualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Kooperationspartnern<br \/>\nKenntnisreiches und nachhaltiges Handeln im Umgang mit Wasser wird den Museumsbesuchern bzw. den Nutzern erm\u00f6glicht. <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Konzept zur praktischen Umsetzung orientierte sich an den anerkannten Standards f\u00fcr Vermitt-lungsarbeiten im Museum und der schulischen Bildung. F\u00fcr die unterschiedlichen Zielgruppen, z.B. Ein-zelbesucher oder Schulklasse, wurden eigenverantwortliche und selbstst\u00e4ndige Handeln mithilfe der Aus-r\u00fcstung und der didaktischen Materialien erm\u00f6glicht.<br \/>\nVon Beginn an wurde mit den neu angeschafften Mess- und Untersuchungsger\u00e4ten die Wasserqualit\u00e4t des D\u00fcmmers w\u00f6chentlich erfasst, um einen verl\u00e4sslichen Bezugsrahmen zu haben, in den die Messer-gebnisse der Museumsbesucher sinnvoll einbettet werden k\u00f6nnen. Dies war notwendig, weil Einzelmes-sungen ohne Bezug in der Regel nur \u0084leeres\u0093 Wissen produzieren. Ein w\u00f6chentlich aktualisiertes PC-Lernprogramm bietet diesen Wissensrahmen, in dem die selbst erhobenen Messergebnisse sinnvoll ein-gebettet werden k\u00f6nnen. Auswertung, Festigung und Einbindung der \u0084Forschungsergebnisse\u0093 in gr\u00f6\u00dfere Zusammenh\u00e4nge wurden somit erm\u00f6glicht und damit auch eine Qualifizierung der p\u00e4dagogischen Mitar-beiter.<br \/>\nIm dritten Projektjahr (2011\/2012) gab es neue fachliche Erkenntnisse und eine damit verbundene Neu-ausrichtung der Fortsetzung der D\u00fcmmersanierung. Dem musste sich das D\u00fcmmer-Museum mit der \u0084Forschungsstation Leben im Wasser\u0093 stellen. Dies f\u00fchrte zu einer Verl\u00e4ngerung des Projektzeitraums um ein Jahr. Die eigenen Wasseruntersuchungen, insbesondere die Erfassung der Chlorophyll_a-Fluoreszenz und des Cyanoanteils am Chlorophyll_a (Blaualgen) mit der bbe Algae Torch erwiesen sich dabei als besonders hilfreich.<br \/>\nAktualit\u00e4t und eine allgemein verst\u00e4ndliche Aufbereitung der fachlichen Grundlagen konnten so gew\u00e4hr-leistet werden. F\u00fcr eine effiziente Umsetzung wurde eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Hunte-Wasserverband und den Fachbeh\u00f6rden des Landes und der Landkreise gepflegt werden.<br \/>\nDie Resonanz auf die Angebote der \u0084Forschungsstation Leben im Wasser\u0093 wuchs langsam, aber stetig. Dennoch erwies es sich als schwierig, die angestrebte Zahl von 30 betreuten Gruppen pro Saison zu er-reichen. Als Konsequenz dieser Erfahrung wurde ein \u0084Offenes Angebot\u0093 konzipiert. Das offene Angebot wurde in den Jahren 2012 und 2013 jeweils von Mitte M\u00e4rz bis Ende Oktober (entsprechend der Saison des D\u00fcmmer Museums) an einem Freitagnachmittag f\u00fcr zwei Stunden ge\u00f6ffnet. Im Rahmen des Ange-bots wurden die gleichen Materialien verwand, die auch f\u00fcr die Veranstaltungen mit Gruppen (Schulklas-sen, etc.) benutzt wurden. Diese \u0084Tiefenansprache\u0093 von Einzelbesuchern und Kleingruppen verlangten Fachkompetenz und das Vorhalten von vielf\u00e4ltigem und allgemein verst\u00e4ndlichem Informations- und An-schauungsmaterial. Besonders hilfreich waren hier die PC-Programme mit Fotos und kurzen Videos der im D\u00fcmmer vorkommenden Planktonorganismen, den Grundlagen zu allen Fragen der D\u00fcmmersanierung und den aktuellen Messwerten der Wasserqualit\u00e4t. Diese Materialien dienten zugleich der Schulung der p\u00e4dagogischen Mitarbeiter und der aktiv am Projekt beteiligten Personen aus dem Kreis der Koope-rationspartner. Die Kooperationspartner wurden seit 2011 per E-Mail, zum Teil im w\u00f6chentlichen Abstand, \u00fcber neue Entwicklungen, Hintergr\u00fcnde und die Messergebnisse und ihre Bedeutung informiert. Das Vermittlungsangebot hat sich zielgruppenorientiert f\u00fcr die Primarstufe bis hin zur Lehrerausbildung entwickelt. Das offene Angebot am Freitagnachmittag erreicht Menschen jeden Alters und Kleingruppen, wie zum Beispiel Fahrradtouristen mit Interesse und Informationsbedarf in Sachen D\u00fcmmersanierung. Ab der Saison 2014 werden die bislang sehr beengten Arbeitsbedingungen im Museum durch den dann fer-tiggestellten museumsp\u00e4dagogischen Anbau ein Ende haben.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde begleitet von einer vielf\u00e4ltigen \u00d6ffentlichkeitsarbeit:Printmedien, Info-St\u00e4nde, Aktionstage, Homepage. Ein H\u00f6hepunkt \u00f6ffentlicher Aufmerksamkeit war mit der Anerkennung als Dekadeprojekt der UN-Dekade Bildung f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung (BNE) verbunden. Die Anerkennung erfolgte am 25. November 2013. Das Projekt wurde zu Beginn und am Ende der Laufzeit beim D\u00fcmmerforum vorgestellt. Die regionale Presse berichtete in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden \u00fcber das Projekt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mithilfe einer Grundausstattung an Messger\u00e4ten konnte im D\u00fcmmer-Museum in Lembruch ein au\u00dfer-schulischer Lernstandort erfolgreich etabliert werden. Die Aktualit\u00e4t des Themas \u0084D\u00fcmmersanierung\u0093 f\u00fcr   die Region und die angebotene M\u00f6glichkeit dem Problem vor Ort wie \u0084echte Forscher\u0093 auf den Grund zu<br \/>\ngehen, haben sich positiv erg\u00e4nzt. Das Projekt war personalintensiver als urspr\u00fcnglich angenommen. Es konnte in diesem Umfang nur umgesetzt werden, weil sich die Lehrkr\u00e4fte des Regionalen Umweltbil-dungszentrums (RUZ), der Naturschutzring D\u00fcmmer e.V., der Agenda 21-F\u00f6rderverein und der Kreisbe-auftragte f\u00fcr Naturschutz und Landschaftspflege im Landkreis Diepholz intensiv auf dieses Projekt kon-zentriert und somit die Museumsleiterin effizient unterst\u00fctzt haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Westen der Diepholzer Moorniederung liegt der D\u00fcmmer, der zweitgr\u00f6\u00dfte Binnensee Niedersachsens. Wasserbautechnische Eingriffe seit Beginn der 1950er Jahre (Deichbau, k\u00fcnstliche Wasserstand-regulierung, Grundwasserabsenkungen usw.) und einer daraus fol\u00acgenden Intensivierung der Landnutzung f\u00fchrten zu vielf\u00e4ltigen Problemen: Eutrophierung, Verschlammung, Verlust der Unterwasservegetation, Verarmung von Flora und Fauna. Gleichzeitig setzte eine touristische Entwicklung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[50,64,2423],"class_list":["post-25282","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-naturschutz","tag-niedersachsen","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"27593\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"","dbu_projektdatenbank_bsumme":"62.814,00","dbu_projektdatenbank_firma":"D\u00fcmmer-Museum LembruchMuseum ds Landkreises Diepholz","dbu_projektdatenbank_strasse":"G\u00f6tkers Hof 1","dbu_projektdatenbank_plz_str":"49459","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Lembruch","dbu_projektdatenbank_p_von":"2009-09-28 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2013-09-28 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"4 Jahre","dbu_projektdatenbank_telefon":"05447\/341","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Niedersachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"130","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/25282","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/25282\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43140,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/25282\/revisions\/43140"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25282"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25282"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25282"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}