{"id":25277,"date":"2024-11-27T10:38:51","date_gmt":"2024-11-27T09:38:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27575-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:51","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:51","slug":"27575-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27575-01\/","title":{"rendered":"Umweltbildung Sch\u00f6pfungsverantwortung und nachhaltige Energieverwendung in der Ukraine"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes, das in Zusammenarbeit mit Kirchen, Universit\u00e4ten, staatlichen Beh\u00f6rden sowie zivilgesellschaftlichen Gruppierungen durchgef\u00fchrt wurde, ist die F\u00f6rderung von Umweltbewusstsein und t\u00e4-tiger Sch\u00f6pfungsverantwortung mit dem Schwerpunkt eines nachhaltigen Umgangs mit Energie in der Ukraine. Dazu wurde in Uschgorod ein Umweltinformationszentrum gegr\u00fcndet. Im Fokus stehen Bewusstseinsbildung und internationaler Erfahrungsaustausch, v. a. zur Verkn\u00fcpfung von \u00f6kologischem, technischem, gesellschaftlichem und ethischem Wissen. Im Rahmen eines \u00f6kumenischen, interdisziplin\u00e4ren und zivilgesellschaftlichen Dialogs tragen die Kirchen in der Ukraine zu einer neuen Kommunikationskultur im Umgang mit umweltethischen und energiepolitischen Fragen bei und f\u00f6rdern praktische Initiativen hierzu. Ein besonderer Anlass ist die aktuelle Debatte um die Bewertung der Kernenergie (25 Jahre nach dem Unfall in Tschernobyl, Fukushima, Abh\u00e4ngigkeit von Russland, deutsche Energiewende). Kirchliche und wissenschaftliche Reflexionen hierzu wurden im Kontext der besonderen Situation in der Ukraine diskutiert. Mit Entscheidungstr\u00e4gen in Kirche, Politik und Gesellschaft werden Priorit\u00e4ten und Handlungsm\u00f6glichkeiten einer nachhaltigen Energieversorgung in Transkapartien, der Ukraine und anderen L\u00e4ndern der ehemaligen UdSSR unter theologisch-ethischen Aspekten ausgelotet, und in Zusammenarbeit mit regionalen Beh\u00f6rden werden Fortbildungen in Energiemanagement durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZwei Arbeitsschritte stehen im Zentrum des Projektes: (1) Errichtung eines Umweltinformationszentrums in Uschgorod, das zum einen eine in der Region einmalige Umweltbibliothek aufbaut und zum anderen in Kooperation mit der Universit\u00e4t sowie staatlichen Beh\u00f6rden regelm\u00e4\u00dfig Schulungen realisiert; (2) Durchf\u00fchrung verschiedener wissenschaftlicher Tagungen sowie kirchlicher und zivilgesellschaftlicher Veranstaltungen zu Sch\u00f6pfungsverantwortung und Energie. Neben einer Auftaktveranstaltung (Februar 2010) und einem abschlie\u00dfenden Evaluierungsseminar (Oktober 2011) fand eine interdisziplin\u00e4re \u00f6kumenische Konferenz zu nachhaltiger Energienutzung statt (Oktober 2010). Dabei wurden u. a. die besonderen Handlungsm\u00f6glichkeiten der Kirchen diskutiert, der Reaktorunfall in Tschernobyl v. a. unter ethischen Aspekten analysiert und k\u00fcnftige Szenarien f\u00fcr eine nachhaltige Energiegewinnung aus unterschiedlichen Perspektiven entwickelt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Umweltinformationszentrum hat sich in den vergangenen zwei Jahren zu einem von vielen Seiten beachteten Akteur entwickelt. Verschiedenste Veranstaltungen boten den zahlreichen Teilnehmern die Gelegenheit, im Austausch mit anderen \u00fcber die eigenen M\u00f6glichkeiten nachzudenken, im beruflichen und privaten Bereich einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Dabei wurde vielfach die Rolle der Kirche(n) und der Religion(en) beim Umweltschutz diskutiert. Eine wichtige Zielgruppe sind Multiplikatoren (v. a. Lehrer, Katecheten, Priester). Die \u00f6kologischen, umweltethischen und -p\u00e4dagogischen Informationsmaterialien sto\u00dfen auf reges Interesse. Teils werden Schriften aus westlichen L\u00e4ndern \u00fcbersetzt, teils werden eigene Unterlagen erstellt. Da der russische Sprachraum ein unverzichtbarer Bezugspunkt der Debatten und Entscheidungen in der Ukraine ist, insbesondere f\u00fcr die Kirchen, wurde ein Gro\u00dfteil der Schriften auch ins Russische \u00fcbersetzt. Auf diese Weise wird die Bewusstseinsbildung angeregt sowie interdisziplin\u00e4re Umweltforschung gef\u00f6rdert. Dank des intensiven wissenschaftlichen Austauschs ist das Institut zu einem wichtigen Faktor an der Nationalen Universit\u00e4t Uschghorod geworden. Die Hochschulleitung will das Institut dauerhaft in die Universit\u00e4tsstrukturen integrieren (die Zustimmung der zu-st\u00e4ndigen staatlichen Beh\u00f6rden steht allerdings noch aus). Erm\u00f6glicht werden diese Erfolge v. a. durch das gro\u00dfe Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher.<br \/>\nDie energiepolitische Dimension des Projekts hat durch die Ereignisse in Fukushima eine ungeahnte Aktualit\u00e4t erlangt. Die Regierung hat sich jedoch f\u00fcr staatlich stark subventionierte Energieimporte aus Russland entschieden, weshalb der Anreiz, Energie zu sparen, gering ist. Da die tiefen Umbr\u00fcche im europ\u00e4ischen Energiemarkt in nicht zu ferner Zeit auch die Ukraine st\u00e4rker betreffen werden, sind die grundlegenden Informationen und Debatten, die innerhalb des Projektes hierzu gegeben bzw. gef\u00fchrt wurden, auch wirtschaftlich und ethisch von existenzieller Bedeutung f\u00fcr die Entwicklung in Transkarpatien.<br \/>\nIn Anschluss an das aktuelle Projekt konnten verschiedene andere Partner gefunden werden, die den Fortbestand des Instituts garantieren. Das kirchliche Osteuropahilfswerk Renovabis hat eine F\u00f6rderung und konzeptionelle Unterst\u00fctzung bis 2014 zugesagt. Es wird angestrebt, dass das Institut st\u00e4rker sich finanziell selbst tragenden Beratungen, Fortbildungen und Dienstleistungen im Umwelt- und Energiebereich \u00fcbernimmt und die internationale Ausrichtung weiter verst\u00e4rkt. Zus\u00e4tzlich zeichnet sich ab, dass das Bundesamt f\u00fcr Naturschutz eine Konferenzreihe im Schwarzmeerraum finanziert. Dar\u00fcber hinaus wird eine engere Zusammenarbeit mit einem von der EU gef\u00f6rderten Projekt zu M\u00fcllvermeidung in Osteuropa angestrebt. Ein weiteres Zukunftsprojekt stellen der Ausbau und die damit einhergehende anf\u00e4ngliche touristische Vermarktung eines \u00f6kologischen Pilgerweges dar.<br \/>\nDie schwierige politische Lage der Ukraine, die unzureichende Eigenst\u00e4ndigkeit der Universit\u00e4t und die gro\u00dfe Armut der Bev\u00f6lkerung haben die Durchf\u00fchrung in manchen Bereichen schwieriger gestaltet, als dies zu Beginn angenommen wurde. Unter anderem wurde dadurch auch die Fertigstellung einiger \u00dcbersetzungen leicht verz\u00f6gert und eine kostenneutrale Verl\u00e4ngerung des Projektes um sechs Monate notwendig (von der DBU gew\u00e4hrt). Die allgemein schwierige Lage in der Ukraine zeigt, wie notwendig es ist, immer wieder auf grundlegende Fragen nach Sch\u00f6pfungsverantwortung sowie nach den Aufgaben und Chancen einer politischen und zivilgesellschaftlichen Mitverantwortung der Kirchen einzugehen. In diesem Reflexions- und Dialogprozess hat sich das Umweltinformationszentrum innerhalb kurzer Zeit einen wichtigen Platz erarbeitet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Dank der guten Vernetzung der vor Ort T\u00e4tigen war den vom Institut mitorganisierten Ereignissen die Aufmerksamkeit regionaler und teilweise auch nationaler Medien (Zeitungen, Radio, Fernsehen) gewiss. Neben zahlreichen Einzelmeldungen wurde auch ein Film \u00fcber die Arbeit des Institutes gedreht und ausgestrahlt. Besondere Beachtung fand u. a. ein Malwettbewerb f\u00fcr Kinder zu Sch\u00f6pfungsverantwortung und Energie. Die institutseigene Website bietet einen \u00dcberblick \u00fcber die realisierten Ereignisse, weist auf aktuelle Veranstaltungen hin, gibt einen \u00dcberblick \u00fcber wichtige Publikationen und stellt verschiedenste Texte zur Verf\u00fcgung. Besonders mit dem im Rahmen dieses Projekts entstandenen Gebetsbuch zu Sch\u00f6pfungsverantwortung, das auch bei hochrangigen Veranstaltungen Verwendung findet und das aktuell ins Altkirchenslawische und Englische \u00fcbersetzt wird, sowie mit umweltp\u00e4dagogischen Materialien (z. B. Malbuch) gelang es dem Institut, gro\u00dfe Beachtung zu erlangen. Dar\u00fcber hinaus wurde das Institut auch bei Konferenzen im Rahmen des Petersburger Dialogs vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Institut ist f\u00fcr die West-Ukraine eine Stelle geschaffen worden, die es erstmals erlaubt, sch\u00f6pfungstheologisch und umweltethisch fundierte Bildungsarbeit anzubieten, interdisziplin\u00e4re und ethisch sensibilisierte Umweltforschung voranzutreiben und aktuelle \u00f6kologische Informationen der Allgemeinheit zug\u00e4nglich zu machen. Durch die Zusammenarbeit von Vertretern unterschiedlicher Konfessionen und Religionen sowie der Wissenschaft hat das Projekt auch eine h\u00f6chst innovative Br\u00fcckenfunktion f\u00fcr die \u00d6kumene. Aufgrund der prek\u00e4ren wirtschaftlichen Lage in der Ukraine wird es jedoch weiterhin auf ideelle und finanzielle internationale Unterst\u00fctzung angewiesen sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes, das in Zusammenarbeit mit Kirchen, Universit\u00e4ten, staatlichen Beh\u00f6rden sowie zivilgesellschaftlichen Gruppierungen durchgef\u00fchrt wurde, ist die F\u00f6rderung von Umweltbewusstsein und t\u00e4-tiger Sch\u00f6pfungsverantwortung mit dem Schwerpunkt eines nachhaltigen Umgangs mit Energie in der Ukraine. Dazu wurde in Uschgorod ein Umweltinformationszentrum gegr\u00fcndet. Im Fokus stehen Bewusstseinsbildung und internationaler Erfahrungsaustausch, v. 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