{"id":25260,"date":"2023-08-27T10:32:02","date_gmt":"2023-08-27T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20443-01\/"},"modified":"2023-08-27T10:32:03","modified_gmt":"2023-08-27T08:32:03","slug":"20443-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20443-01\/","title":{"rendered":"Sport, Tourismus und Naturschutz: Drei in einem Boot &#8211; Die Entwicklung und Unterst\u00fctzung eines naturvertr\u00e4glichen Wasser- und Freizeitsports an der Werra"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Werra ist als FFH-Gebiet 111 von der Quelle bis nach Treffurt ausgewiesen, einige ihrer Zufl\u00fcsse eingeschlossen. Au\u00dferdem geh\u00f6ren dazu weitere angrenzende landseitige Schutzgebiete. Au\u00dferdem ist das Werratal zwischen Breitungen und Creuzburg bereits ausgewiesenes EU-Vogelschutzgebiet. Es kann vor allem im Ober- und Mittellauf als relativ naturbelassen gelten. Die sich entwickelnde touristische Nutzung des Werratales stellt zunehmend ein Problem und eine Gefahr f\u00fcr das FFH-Gebiet Werra und die angrenzenden FFH-Gebiete dar. Projektziel war es, die Basis f\u00fcr eine langfristig umwelt- und naturvertr\u00e4gliche Nutzung der Werra und der angrenzenden Schutzgebiete durch Kanu-Sportler und touristische Anbieter zu schaffen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Umsetzung dieser Ziele wurde das Projektgebiet zwischen Meiningen und Treffurt in zwei Abschnitte geteilt (Meiningen-Bad Salzungen und Bad Salzungen-Treffurt). F\u00fcr jeden der beiden Abschnitte wurden parallel die gleichen Veranstaltungen f\u00fcr die Kanu-Sportler und touristischen Anbieter durchgef\u00fchrt. Die Veranstaltungen wurden vornehmlich an Sportvereinsstandorten in Mihla\/ H\u00f6rschel und  Meiningen durchgef\u00fchrt. Neben je einer Auftakt- und Abschlussveranstaltung ging es in den beiden Workshops um die gemeinsame Erarbeitung von Verhaltensregeln f\u00fcr die Touristen und von Freiwilligen Selbstverpflichtungen f\u00fcr die Vereine und Tourismusbetriebe. In zwei Weiterbildungsveranstaltungen wurden naturschutzfachliche Kenntnisse zum Lebensraum Werra vermittelt und eine Einweisung in den Wasser-Untersuchungskoffer vorgenommen.<br \/>\n&#8211;\tParallel dazu wurde ein laminierter Flyer zur Schnellbestimmung von Tieren und Pflanzen am Fluss, eine Karte der Schutzgebiete in der Werra-Aue und eine Brosch\u00fcre mit naturschutzfachlichen Informationen erarbeitet und hergestellt, die den Nutzern in die Hand gegeben und von diesen an ihre Mitglieder bzw. Kunden weitergegeben werden k\u00f6nnen. F\u00fcr jeden Abschnitt wurde ein  Wasser-Untersuchungs-Koffer mit entsprechendem Material und Anleitungen zusammengestellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt beantragte Vorhaben konnte in allen Punkten erfolgreich durchgef\u00fchrt werden.<br \/>\nDie beiden Auftakt-Flusskonferenzen dienten der Einstimmung in das Thema, der Vorstellung des Projektes und den Absprachen zum Projektablauf. Ein Referent der Bundesvereinigung Kanutouristik (BKT) gab einen \u00dcberblick \u00fcber bundesweite Aktivit\u00e4ten und Beispiele an anderen Fl\u00fcssen. Gemeinsam wurden in den beiden Workshops konkrete Verhaltensregeln f\u00fcr das naturgem\u00e4\u00dfe Paddeln auf der Werra erarbeitet. Diese sogenannten 10 Goldenen Regeln f\u00fcr das Kanufahren auf der Werra sollen durch die Vereine und Tourismusbetriebe im Rahmen der Einweisungen den Paddlern vermittelt und auf  den eigenen Druckerzeugnissen und Websites dargestellt werden. Die ebenfalls gemeinsam erarbeiteten Regeln f\u00fcr eine Freiwillige Selbstverpflichtung wurden von 10 Touristikbetrieben und den 4 Sportvereinen unterzeichnet. Diese Regeln unterscheiden sich aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen (Wasserstand, Salzgehalt, Struktur der Betriebe) in den beiden Projektabschnitten. Im Rahmen der Weiterbildungsveranstaltungen wurden durch verschiedene Referenten Kompetenzen zum Lebensraum Fluss und seiner Aue vermittelt, die eine Weitergabe von Wissen und praktischen Verhaltensregeln an Touristengruppen erm\u00f6glichen. Innerhalb des Projektes wurden Materialien erstellt, die den G\u00e4sten wichtiges naturschutzrelevantes Wissen vermitteln, den Erlebniswert f\u00fcr die Besucher steigern, die Qualit\u00e4t der touristischen Angebote verbessern und somit zur Erh\u00f6hung der Wertsch\u00f6pfung im Tourismus an der Werra beitragen. Dazu geh\u00f6rt ein wasserfester Flyer zur  Schnellbestimmung von h\u00e4ufigen Tieren und Pflanzen im Wasser und an Land. Au\u00dferdem eine Brosch\u00fcre  Naturf\u00fchrer Lebendige Werra &#8211; Mit dem Kanu unterwegs zwischen Meiningen und Treffurt mit einer Beschreibung der  wichtigsten Naturschutzgebiete, einer Beschreibung wertvoller Arten und den Verhaltensempfehlungen f\u00fcr das naturgem\u00e4\u00dfe Paddeln. In jedem Abschnitt wurde ein Wasser-Untersuchungs-Koffer an einen Sportverein \u00fcbergeben, mit dem sich u.a. eine einfache Bestimmung der biologischen Gew\u00e4sserg\u00fcte durchf\u00fchren l\u00e4sst. Diese Koffer k\u00f6nnen f\u00fcr Veranstaltungen mit Besuchergruppen und Schulklassen ausgeliehen werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber allen Projektteilnehmern und Partnern wurde auf die F\u00f6rderung des Projektes durch die DBU hingewiesen. Im Schriftverkehr wurde ein Kopfbogen mit dem Logo der DBU verwendet.<br \/>\nVornehmlich auf Grund eigener Pressenmitteilung erschienen in der lokalen Tagespresse 5 Artikel. F\u00fcr die Zeitschriften Th\u00fcringensport, DUH-Welt und BUND-Magazin wurden Artikel verfasst und abgedruckt. Auf der Website des BUND Th\u00fcringen wird das Projekt vorgestellt und auf die F\u00f6rderung durch die DBU hingewiesen. Der laminierte Flyer und die Brosch\u00fcre z\u00e4hlen ebenfalls zur \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Im Flyer Tourismus und Naturschutz des Vereins \u00d6kologischer Tourismus in Europa wird das Projekt pr\u00e4sentiert. In zwei Vortr\u00e4gen und einer Veranstaltung Dritter haben wir die Inhalte des Projektes und die F\u00f6rderung durch die DBU \u00f6ffentlich gemacht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch das Projekt wurden erstmals an der Werra in einem moderierten Prozess die teilweise divergierenden Anspr\u00fcche verschiedener Nutzer zur Sprache gebracht und gemeinsam nach L\u00f6sungen gesucht. Das Ziel, die kommerziellen Kanutouristik-Anbieter f\u00fcr die Belange des Naturschutzes zu sensibilisieren, konnte durch die Diskussionsrunden und die Weiterbildungsveranstaltungen erreicht werden. Die Kanusportvereine an der Werra dienten dabei als Mittler zwischen den Anbietern auf der einen und den Natursch\u00fctzern und Anglern auf der anderen Seite.<br \/>\nDie bei Anglern und Biologen vor allem in der Kritik stehende Nutzung der Werra oberhalb von Meiningen f\u00fcr den Kanutourismus wird durch den Naturf\u00fchrer in Zukunft eingeschr\u00e4nkt (entsprechender Textteil, Beginn des Naturf\u00fchrers erst in Meiningen). Klarheit \u00fcber die Anspr\u00fcche des Naturschutzes und des Angelsports in diesem Bereich wurde geschaffen und gegen\u00fcber den Verleihern, dem Werratal-Touristik-Verein und den Beh\u00f6rden kommuniziert.<br \/>\nInsgesamt konnte aus unserer Sicht ein gro\u00dfer Schritt in Richtung einer naturvertr\u00e4glicheren Nutzung des FFH-Gebietes Werra gemacht werden. Die Touristen auf dem Fluss k\u00f6nnen k\u00fcnftig durch den Naturf\u00fchrer und den Flyer  f\u00fcr die Werra als wertvollem Lebensraum von Pflanzen und Tieren sensibilisiert werden. Mit den 10 Goldenen Regeln kann ihnen eine Orientierung f\u00fcr ein naturschonendes Verhalten in die Hand gegeben werden.<br \/>\nDer Landessportbund Th\u00fcringen (LSB) als Projektpartner zeigte sich mit dem Verlauf des Projektes und seinen Ergebnissen sehr zufrieden und dankte f\u00fcr die gute Zusammenarbeit.<br \/>\nDer BUND Th\u00fcringen wird sich mit seinem Projekt Lebendige Werra nat\u00fcrlich auch in Zukunft  mit dem Problem befassen. Vor allem sind nunmehr die Beh\u00f6rden (Naturschutzbeh\u00f6rden der Landkreise, Th\u00fcringer Landesanstalt f\u00fcr Geologie und Umwelt) gefragt, die bisher freiwilligen Vereinbarungen in rechtsverbindliche Befahrungsregeln zu \u00fcberf\u00fchren und in wiederkehrenden Abst\u00e4nden zahlenm\u00e4\u00dfige Erfassungen der Kanutouristen auf der Werra durchzuf\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Werra ist als FFH-Gebiet 111 von der Quelle bis nach Treffurt ausgewiesen, einige ihrer Zufl\u00fcsse eingeschlossen. Au\u00dferdem geh\u00f6ren dazu weitere angrenzende landseitige Schutzgebiete. Au\u00dferdem ist das Werratal zwischen Breitungen und Creuzburg bereits ausgewiesenes EU-Vogelschutzgebiet. Es kann vor allem im Ober- und Mittellauf als relativ naturbelassen gelten. 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