{"id":25253,"date":"2023-07-13T15:20:49","date_gmt":"2023-07-13T13:20:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17923-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:51","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:51","slug":"17923-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17923-01\/","title":{"rendered":"Methodik zur Erfassung, Beurteilung und Optimierung des Elektrizit\u00e4tsbedarfs von Geb\u00e4uden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mit der Energie-Einsparverordnung 2002 (EnEV2002) wurde der W\u00e4rmeschutznachweis f\u00fcr Geb\u00e4ude auf einige Hilfsenergien zur Beheizung und Warmwasserbereitung ausgedehnt. Der eigentliche Elektrizit\u00e4ts-bedarf von Geb\u00e4uden f\u00fcr Beleuchtung, L\u00fcftung und Klimatisierung, Arbeitshilfen und andere Anwendungen blieb aber weiterhin ohne Nachweispflicht, obwohl der Elektrizit\u00e4tsbedarf eine wesentliche Ursache von Kohlendioxid-Emissionen ist. Die Ende 2002 verabschiedete EU-Richtlinie 2002\/91\/EG Gesamtenergieeffizienz von Geb\u00e4uden forderte in einem neuen methodischen Ansatz eine gesamtheitliche Beurteilung der Energieeffizienz von Geb\u00e4uden.<br \/>\nMit dem F\u00f6rderprojekt MEG wird Bauherren, Planern und Beh\u00f6rden eine Methodik zur Erfassung, Beurteilung und Optimierung des Elektrizit\u00e4tsbedarfs von Dienstleistungsgeb\u00e4uden an die Hand gegeben. Vier Ziele werden verfolgt:<br \/>\n1.\tEffizienznachweis des Elektrizit\u00e4tsbedarfs bei Neubau;<br \/>\n2.\tAnalyse und Optimierung des Elektrizit\u00e4tsverbrauchs im Geb\u00e4udebestand;<br \/>\n3.\tEinfache Planungshilfen zur Bilanzierung des Elektrizit\u00e4tsbedarfs;<br \/>\n4.\tVergleichskennwerte f\u00fcr verbessertes Benchmarking.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenTeilprojekt I: Erarbeitung der Methodik<br \/>\n\u00a2\tModul 1 Grundlagen<br \/>\n1.1 Grundlagen und Energiematrix<br \/>\n1.2 Standardnutzungen<br \/>\n1.3 Parameterstudien K\u00fchlk\u00e4lte<br \/>\n\u00a2\tModul 2 Methodik<br \/>\n2.1 Beleuchtung<br \/>\n2.2 Luftf\u00f6rderung<br \/>\n2.3 Klimak\u00e4lte<br \/>\n2.4 Arbeitshilfen<br \/>\n\u00a2\tModul 3 EDV-Werkzeug Beleuchtung, Luftf\u00f6rderung, Klimak\u00e4lte<br \/>\nTeilprojekt II: Empirische Untersuchungen und Umsetzung<br \/>\n\u00a2\tModul 4 Empirische Vergleichswerte<br \/>\n4.1 Validierung der Berechnungsans\u00e4tze mit  Feinanalysen<br \/>\n4.2 Auswertung und Harmonisierung mit VDI 3807 Blatt 4<br \/>\n\u00a2\tModul 5 Umsetzung<br \/>\n5.1 Publikation<br \/>\n5.2 Schulung<br \/>\n5.3 Coaching von Anwendern<br \/>\n5.4 Internet-Auftritt<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts wurden vereinfachte Bilanzierungsmethoden f\u00fcr den Bedarf elektrischer Energie in Geb\u00e4uden erarbeitet und in EXCEL-Arbeitshilfen umgesetzt. Dabei wurde ein gewerkeorientierter Ansatz verfolgt, d. h. es wurden getrennte Module f\u00fcr die Bilanzierung von Beleuchtung, Luftf\u00f6rderung und Klimak\u00e4lte erstellt. Diese k\u00f6nnen in der Planungsphase von den jeweiligen Fachingenieuren bearbeitet und in einem zweiten Schritt von einem Energiecontroller geb\u00e4udebezogen zusammengefasst wer-den. Im Rahmen des Projektes wurden die Berechnungsmethoden in Geb\u00e4udeanalysen anhand von Messungen \u00fcberpr\u00fcft und validiert. Insgesamt zeigen die Feinanalysen, dass sowohl der Energiebedarf als auch die Anlagentechnik von den Ans\u00e4tzen der Kurzverfahren sinnvoll abgebildet werden k\u00f6nnen. Wesentliche Differenzen zwischen Berechnung und Messung sind sowohl bei der Ermittlung des Nutzenergiebedarfs z. B. der K\u00fchlung als auch beim Strombedarf der Anlagen haupts\u00e4chlich auf unklare Nutzungsrandbedingungen zur\u00fcckzuf\u00fchren.<br \/>\nDie R\u00fcckmeldungen der Anwender von MEG aus den Coaching-Projekten sind \u00fcberwiegend positiv. Die Algorithmen erscheinen plausibel und zumindest nach der Lekt\u00fcre der Projektberichte nachvollziehbar. Die Bandbreite der Grenz- und Zielwerte wird \u00fcberwiegend als plausibel bis ambitioniert beurteilt. Kritisiert wird oft die nicht sehr komfortable Benutzerf\u00fchrung der MEG EXCEL-Tools.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im 41. Arbeitskreis Energie des IWU am 30. M\u00e4rz 2004 wurden die Inhalte und Ergebnisse des Projekts MEG der Fach\u00f6ffentlichkeit vorgestellt.<br \/>\nMehrere Fachartikel zum Thema wurden publiziert.<br \/>\nDie Inhalte von MEG wurden Grundlage des F\u00f6rderprogramms Stromeffizienz.komm des Hessischen Wirtschaftsministeriums, in dem stromsparende Ma\u00dfnahmen in kommunalen Liegenschaften gef\u00f6rdert wurden. MEG-Grenzwerte mussten als F\u00f6rdervoraussetzung eingehalten werden, MEG wurde als Nach-weis-Methode angewandt.<br \/>\nAuf der Projekt-Homepage www.meg.ds-plan.de stehen alle Ergebnisse des Projekts zum Download zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die MEG-Werkzeuge erm\u00f6glichen die planungsbegleitende Optimierung des elektrischen Energiebedarfs von Neubauten sowie die Energieberatung bei Bestandsgeb\u00e4uden. Durch den Vergleich mit Grenz- und Zielwerten kann zudem ein Nachweis \u00fcber die Rationelle Nutzung von elektrischer Energie gef\u00fchrt werden. Dieser kann als Hilfestellung f\u00fcr eine einfache, klare und nachvollziehbare Absprache zwischen Bauherrn und Planern bez\u00fcglich der energetischen Effizienz bei Neubauten oder Sanierungen genutzt werden.<br \/>\nMit der EnEV 2007 und der ihr zu Grunde liegenden DIN V 18599 wird die Grundidee von MEG, n\u00e4mlich die Bilanzierung auch des Elektrizit\u00e4tsbedarfs von Geb\u00e4uden, nun in K\u00fcrze Gesetzeskraft erlangen. Nat\u00fcrlich wird durch die konkurrierenden Berechnungsverfahren die Bedeutung der Methodik MEG relativiert. Nach den ersten teilweise ern\u00fcchternden Praxiserfahrungen mit der DIN V 18599 ist es jedoch durchaus denkbar, dass das Interesse an den MEG-Ans\u00e4tzen wieder zunehmen wird.<br \/>\nIm Vergleich zu den im Rahmen der DIN V 18599 entwickelten Ans\u00e4tzen scheinen die MEG Ans\u00e4tze Vorteile bei der Energieberatung und Optimierung von Bestandsgeb\u00e4uden sowie beim Energiecontrolling zu haben.<br \/>\nDie Ergebnisse des Forschungsprojekts MEG wurden auch genutzt, um im Rahmen der Richtlinie VDI 3807 Blatt 4 ein verbessertes Benchmarkverfahren f\u00fcr den Stromverbrauch von bestehenden Nichtwohngeb\u00e4uden mittels Teilenergiekennwerten zu entwickeln. Durch die Ber\u00fccksichtigung der konkreten Eigenschaften des Geb\u00e4udes und der Parameter seiner Nutzung k\u00f6nnen Einsparpotenziale im Geb\u00e4udebestand damit verl\u00e4sslicher quantifiziert werden als mit den bisherigen Verfahren.<br \/>\nEine interessante Alternative zum Energieverbrauchsausweis f\u00fcr Nichtwohngeb\u00e4ude nach EnEV 2007 stellt die aus MEG abgeleitete Teilkennwertmethode (siehe HLH Band 56 (2005) Nr. 12) dar.<br \/>\nVermutlich wird das zuk\u00fcnftige Anwendungsfeld der MEG haupts\u00e4chlich im Bereich der bestehenden Nichtwohngeb\u00e4ude liegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mit der Energie-Einsparverordnung 2002 (EnEV2002) wurde der W\u00e4rmeschutznachweis f\u00fcr Geb\u00e4ude auf einige Hilfsenergien zur Beheizung und Warmwasserbereitung ausgedehnt. 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