{"id":25251,"date":"2023-07-13T15:27:48","date_gmt":"2023-07-13T13:27:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27478-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:27:49","modified_gmt":"2023-07-13T13:27:49","slug":"27478-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27478-01\/","title":{"rendered":"Konzeptionierung eines Gro\u00dfschutzgebietes im russischen Teil der Rominter Heide"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Rominter Heide im trilateralen Grenzgebiet zwischen Polen, Litauen und Russland stellt einen der gro\u00dfen unzerschnittenen Tieflandsw\u00e4lder Mitteleuropas dar. Historisch ist sie als das bedeutendste Jagdrevier Ostpreu\u00dfens bekannt und Zeuge einer reichen und wechselvollen Geschichte. Heute befindet sich etwa 1\/3 des ca. 40.000 ha umfassenden Gesamtareals in Polen (Woiwodschaft Ermland-Masuren), 2\/3 befinden sich auf russischem Territorium (Gebiet Kaliningrad), und ein kleinfl\u00e4chiger Anteil in Litauen. Die Rominter Heide (russ. Krsnij Les, poln. Puszcza Romincka) ist auf der polnischen Seite als Landschaftsschutzpark gesch\u00fctzt, in Litauen Bestandteil des Vystiter Regionalparks. Im russischen Teil des Gebietes fehlen entsprechende nationale Schutzgebietsstrukturen bislang weitestgehend. Aufbauend auf einer abgeschlossenen Machbarkeitsstudie (DBU-Projekt 25584) soll im Rahmen des Projektes eine detaillierte Schutzgebiets- und Entwicklungskonzeption f\u00fcr den russischen Teil der Rominter Heide erarbeitet werden. Mit dem Vorhaben soll zusammen mit den relevanten russischen Beh\u00f6rden und NGOs die umsetzungsreife Grundlage f\u00fcr eine naturvertr\u00e4glichen Inwertsetzung des russischen Teils der  Rominter Heide geschaffen werden. In einem sp\u00e4teren dritten Schritt sollen nach Beendigung des aktuellen Projektes Schutzgebietseinrichtung und Infrastrukturaufbau \u00fcber eine EU-F\u00f6rderung erm\u00f6glicht werden. Langfristiges Ziel ist es, die Rominter Heide in ihrer Gesamtheit zu einem l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Gro\u00dfschutzgebiet zwischen Russland, Polen und Litauen zu entwickeln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGemeinsam mit den Partnern vor Ort wurden, aufbauend auf den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie, eine detaillierte Zustandsanalyse vorgenommen (vertiefende \u00f6kologische und sozio\u00f6konomische Unter-suchungen und Bewertungen), die Vorstellungen zum Schutzgebiet (Schutzgebietskategorie, Abgrenzung, Zonierung, Entwicklungsziele und -ma\u00dfnahmen, Schutzgebietsstruktur) konkretisiert, daraus etwaige Konflikte z. B. mit aktuellen Landnutzungspraktiken identifiziert und bewertet und schlie\u00dflich eine praxisreife Umsetzungsplanung entwickelt. Ziel war die Einrichtung eines nationalen Gro\u00dfschutzgebietes, welches naturschutzfachlich, strukturell und verwaltungstechnisch die Anforderungen f\u00fcr eine internationale Anerkennung erf\u00fcllt. Das schlie\u00dft die Entwicklung naturvertr\u00e4glicher Tourismusangebote, die Initiierung von Investitionen in die touristischen Grundlagen, sowie die Konzipierung einer naturgem\u00e4\u00dfen Waldnutzung und \u00f6kologisch orientierten Jagd ein.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In den vergangenen drei Jahren sind umfassende Studien zu den Entwicklungsperspektiven des Gebiets zu einem Naturpark durchgef\u00fchrt worden. Es ist gelungen, die Einrichtung des ersten Naturparks im Rahmen der M\u00f6glichkeiten des Projektes entscheidend nahe zu bringen.<\/p>\n<p>Die Rominter Heide umfasst sowohl in naturr\u00e4umlicher als auch kulturhistorischer Sicht zahlreiche Alleinstellungsmerkmale innerhalb des Kaliningrader Gebiets. Dar\u00fcber hinaus verleiht die Naturausstattung der Rominter Heide dem Gebiet auch europaweit eine herausgehobene Bedeutung. Bei der Erarbeitung der Konzeption zur Einrichtung eines Schutzgebietes orientierte sich die naturschutzfachliche Herangehensweise sowie auch das der  Vorschlag zur Funktionalzonierung am UNESCO-Ansatz Man &#038; Biosphere, d. h. streng zu sch\u00fctzende Areale ohne stoffliche und materielle Nutzung und Bereiche zur Ent-wicklung einer nachhaltigen Landnutzung wurden auf Kompatibilit\u00e4t gepr\u00fcft und als Vorschlag ausgewiesen.<br \/>\nDie sozio\u00f6konomischen und touristischen Untersuchungen zeigen das gro\u00dfe regionalwirtschaftliche Entwicklungspotential f\u00fcr den strukturschwachen l\u00e4ndlichen Raum an der EU-Au\u00dfengrenze zu Polen und Litauen. <\/p>\n<p>Die Projektarbeitsgruppe hat erfolgreich mehrere bilaterale Expertenworkshops durchgef\u00fchrt und konnte im Rahmen dieser wichtige Entscheidungstr\u00e4ger beim Prozess der Umsetzung des Projektes im Kaliningrader Gebiet dazu gewinnen. Es ist gelungen, Vertreter verschiedener Ministerien und Beh\u00f6rden sowie Experten aus Naturschutz und Tourismus zusammen zu bringen und die Idee der Wiedereinrichtung von Gro\u00dfschutzgebieten in Kaliningrad bekannt zu machen und zu diskutieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>F\u00fcr die deutsche \u00d6ffentlichkeit wurde das Projekt in mehreren Zwischenberichten sowie dem Abschlussbericht dokumentiert. Dar\u00fcber hinaus erfolgten regelm\u00e4\u00dfig aktuelle Nachrichten aus dem Projekt \u00fcber die Internetseiten der Auftragnehmerin. Im Rahmen zweier Projektreisen konnten jeweils Journalisten zur Begleitung in die Rominter Heide gewonnen werden, in dessen Folge jeweils Artikel \u00fcber das Vorhaben in der Zeit vom 11. August 2010 sowie im Neuen Deutschland vom 31. M\u00e4rz 2012 ver\u00f6ffentlicht wurden Das Projekt wurde auf zwei Deutsch-Russischen Umwelttagen (2010\/2011) in Workshops diskutiert und vorgestellt. In der Rominter Heide wurden ein Tourismusworkshop sowie ein \u00f6ffentlicher Projektwettbewerb durchgef\u00fchrt, welche sich an die kommunale Verwaltung sowie die Lokalbev\u00f6lkerung richteten. Dar\u00fcber hinaus wurden ein Videoguide in f\u00fcnf verschiedenen Sprache sowie eine deutsch-russische Imagebrosch\u00fcre f\u00fcr die Rominter Heide als naturtouristische Destination erstellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aus all den Bem\u00fchungen ist der Wunsch der Gebietsregierung hervorgegangen, in der Rominter Heide das Projekt der Etablierung eines Naturparkes zu verwirklichen.<\/p>\n<p>Der offiziellen Vorstellung des Projektes auf den Deutsch-Russischen Umwelttagen am 25.\/26.10.2011 folgte nach einer regierungsinternen Pr\u00fcfung des Vorhabens schlie\u00dflich der Erlass des Gouverneurs vom 19. Januar 2012 zur Einrichtung des Naturpark Wystynetzkij offiziell eingerichtet (die in der Konzeption vorgeschlagene Bezeichnung Rominter Heide wurde nicht \u00fcbernommen).<\/p>\n<p>Perspektivisch kann die Wiedereinrichtung des Naturparks nach fast zehn Jahren als Vorbild gelten f\u00fcr eine ganze Reihe weiterer Schutzgebiete, welche ihren Status Mitte der 2000-en Jahren verloren haben, die jedoch nach wie vor den nat\u00fcrlichen Reichtum Kaliningrads dokumentieren und bewahren sollen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus bereitet die Umsetzung des Naturparks auch die M\u00f6glichkeit f\u00fcr das Kaliningrader Gebiet, Anschluss an die internationale Schutzgebietsentwicklung zu erhalten und aktiv an dem UNESCO-Programm Man &#038; Biosphere teilzunehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Rominter Heide im trilateralen Grenzgebiet zwischen Polen, Litauen und Russland stellt einen der gro\u00dfen unzerschnittenen Tieflandsw\u00e4lder Mitteleuropas dar. 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