{"id":25243,"date":"2025-04-10T10:32:22","date_gmt":"2025-04-10T08:32:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27459-01\/"},"modified":"2025-04-10T10:32:24","modified_gmt":"2025-04-10T08:32:24","slug":"27459-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27459-01\/","title":{"rendered":"Durchf\u00fchrung der Konferenz Klimawandel: Herausforderungen f\u00fcr Europa und Zypern (Nikosia 27. &#8211; 29.11.2009)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zypern ist vom Klimawandel bereits heute stark betroffen. Wegen der \u00dcbernutzung der Insel durch Tourismus und eine intensive Landwirtschaft herrscht Wassermangel. Natura 2000 muss verst\u00e4rkt gef\u00f6rdert werden. Die reichlich vorhandene Sonnenenergie wird nicht effizient genutzt. Es gibt zu wenig umweltpolitische Kooperation zwischen beiden Teilen der Insel. Deshalb muss es einen verbesserten Know-How-Transfer zwischen EU bzw. Deutschland und beiden Teilen Zyperns geben. Die geplante Konferenz soll dazu beitragen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVorbereitungsreise Oktober 2008 mit Kontaktaufnahme des DZF zu Umweltverb\u00e4nden und entsprechenden Verwaltungen in beiden Teilen Zyperns. Entwicklung eines Konzepts f\u00fcr eine Sustainability-Tagung und Anwerbung kompetenter Referenten Fr\u00fchjahr 2009. Einbeziehung von Umweltakteuren durch DZF-Repr\u00e4sentanten in beiden Teilen Zyperns (Serdar Atai und Pantelis Sophocleous). Konferenzvorbereitung durch Repr\u00e4sentanten und DZF-Vorstand. Dreit\u00e4gige Konferenz im Goethe-Zentrum in Nikosia mit Exkursion in Natura-2000-Gebiete (Hotspots der Biodiversit\u00e4t) in Nordzypern. Anschlie\u00dfend Berichterstattung und Evaluierung der Entwicklung in Bezug auf \u00dcbernahme des Acquis Communautaire im Nordteil der Insel, der Entwicklung der Umweltsituation auf beiden Seiten, der grenz\u00fcberschreitenden Zusammenarbeit der Umweltverb\u00e4nde sowie die Initiierung gemeinsamer Projekte (u.a. EU-gef\u00f6rdertes Green-Line-Projekt von Anna Grichting, in dem die Pufferzone zu einem Labor \u00f6kologischer Planung und Katalysator f\u00fcr einen nachhaltigen Frieden gemacht werden soll).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die bikommunale Klimakonferenz in Nikosia endete am Sonntag, dem 29. November, mit der klaren Verpflichtung aller Teilnehmer, das Interesse der \u00d6ffentlichkeit in Zypern st\u00e4rker als bisher auf den Klimawandel zu lenken. Mehr als 90 Wissenschaftler, Fachleute aus den Verwaltungen und NGO-Vertreter zeigten gro\u00dfes Interesse an der bikommunalen Konferenz.<br \/>\nDie Konferenz begann mit einem Gru\u00dfwort des deutschen Botschafters, Dr. Gottfried Zeitz, und der anschlie\u00dfenden Er\u00f6ffnungsrede von Eckart Kuhlwein, fr\u00fcherer Parlamentarischer Staatssekret\u00e4r und Klimapolitiker der deutschen NaturFreunde. Kuhlwein f\u00fchrte in die allgemeine Problematik des Klimawandels unter Bezug auf die bevorstehende Kopenhagen-Konferenz und die Erkenntnisse des IPCC ein. Die Referenten aus beiden Teilen Zyperns und aus Deutschland pr\u00e4sentierten ihre Forschungsergebnisse \u00fcber die Auswirkungen des Klimawandels auf Europa und die Insel Zypern. Die fr\u00fchere Berichterstatterin f\u00fcr Erneuerbare Energien im Europ\u00e4ischen Parlament, Mechtild Rothe, markierte die Anforderungen der EU an die Klimapolitik in Zypern. <\/p>\n<p>Ein besonderes Problem ist die Wasserversorgung. Die D\u00fcrreperiode von 2008 auf der ganzen Insel ist der deutlichste Weckruf f\u00fcr Zypern &#8211; der Klimawandel ist schon da und die Zeit zum Handeln ist jetzt, sagte Professor Lange vom Energie-Institut Zyperns. Das Problem wird dadurch versch\u00e4rft, dass es noch immer kein ausreichendes Wassermanagement und kein wirksames Sammeln von Regenwasser gibt. Die Energiepolitik setzt immer noch zu stark auf Erd\u00f6l, selbst zur Meerwasserentsalzung. Solartechnik und Windenergie stecken noch in den Anf\u00e4ngen. Zypern hat auch kein System f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Personennahverkehr. Die Landwirtschaft nutzt zuviel Grundwasser und verursacht dabei dessen Versalzung. Die Biodiversit\u00e4t der Insel, die zu den Hotspots im Mittelmeer geh\u00f6rt (viele endemische Arten), ist durch Landnutzung und D\u00fcrren gef\u00e4hrdet. Es gibt auch noch keine ausreichende Erfassung von Arten und Lebensgemeinschaften. Die Republik Zypern hat auch nicht alle in Frage kommenden Natura-2000-Gebiete in Br\u00fcssel angemeldet. Auf jeden Fall fehlt die Akamas-Halbinsel (mit viel endogener Flora und Fauna), weil es dort politische Konflikte gibt. In Nordzypern werden mit Hilfe der EU Natura-2000-Gebiete sondiert, was dort aber auf gro\u00dfe Zur\u00fcckhaltung der gegenw\u00e4rtigen Administration st\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>Besondere Aufmerksamkeit, auch in den Medien, wurde einem Projekt f\u00fcr die Green Line zuteil, das von Dr. Anna Grichting vorgestellt wurde. Ihr Projekt stellt eine Vision dar, wie die biologische Vielfalt dieser unber\u00fchrten Landschaft in Zypern gerettet werden, und wie sie in ein Modell f\u00fcr die Integration verschiedener Aspekte nachhaltiger Planung (Wassermanagement, \u00d6ko-Landwirtschaft und \u00d6ko-Tourismus) verwandelt werden kann. Das DZF wird in diesem Projekt weiterhin mit Frau Grichting zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Auf einer abschlie\u00dfenden Exkursion wurden einige Naturschutzgebiete in Nordzypern besucht &#8211; mit einem Schwerpunkt auf endemischen Pflanzen. Sowohl an der Westk\u00fcste (Akdeniz) als auch im Pentadaktylos-Gebirge (Besparmak) gibt es noch gro\u00dfen Nachholbedarf an touristischer Infrastruktur.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Internetpr\u00e4sentation mit Referenten und ihren Referaten (www.cyprus-climate-conference.info).<br \/>\n\u00dcber die Konferenz ist in Presseartikeln, -konferenzen und Rundfunkbeitr\u00e4gen berichtet worden.<br \/>\nDas DZF hat bereits eine deutschsprachige Brosch\u00fcre \u00fcber die Tagung und die Beitr\u00e4ge der Referenten zusammengestellt. Ein Buch in englischer Sprache mit ausgew\u00e4hlten Aufs\u00e4tzen ist in Vorbereitung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Konferenz war ein wichtiger Beitrag zur Ermutigung der in Zypern zu wenig beachteten Umweltbewegung. Sie hat auch Vertretern beider Volksgruppen Gelegenheit zum Meinungsaustausch \u00fcber die Green-Line hinweg gegeben. Es w\u00e4re sinnvoll, sie zu gegebener Zeit fortzusetzen. Das DZF wird eine breite Streuung des Abschlussberichts veranlassen, um auch die Politik in Deutschland und in Europa auf die bisherigen Defizite der Umweltpolitik in Zypern hinzuweisen und Anst\u00f6\u00dfe f\u00fcr die Entwicklung von neuen Konzepten zu geben.<br \/>\nWir wollen \u00fcber unsere Homepage den Diskussionsprozess mit den Experten in Zypern und Deutschland fortsetzen. Der Stand der Entwicklung soll auch in Zukunft in regelm\u00e4\u00dfigen Berichten abgefragt und auf unserer Homepage (www.dzforum.de) ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zypern ist vom Klimawandel bereits heute stark betroffen. Wegen der \u00dcbernutzung der Insel durch Tourismus und eine intensive Landwirtschaft herrscht Wassermangel. Natura 2000 muss verst\u00e4rkt gef\u00f6rdert werden. Die reichlich vorhandene Sonnenenergie wird nicht effizient genutzt. Es gibt zu wenig umweltpolitische Kooperation zwischen beiden Teilen der Insel. 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