{"id":25227,"date":"2024-11-27T10:38:15","date_gmt":"2024-11-27T09:38:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24550-24\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:17","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:17","slug":"24550-24","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24550-24\/","title":{"rendered":"Trinkwassersicherungskonzept zur Umweltbildung f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte als Multiplikatoren f\u00fcr Kinder und Jugendliche am Beispiel l\u00e4ndlicher Gemeinden in Bulgarien"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In der Republik Bulgarien haben \u00fcber drei Mio. der insgesamt 7,5 Mio. Einwohner keinen Anschluss an eine Abwasserversorgung, wobei dies besonders im l\u00e4ndlichen Raum der Fall ist. So wird die Umwelt verunreinigt, es infiltrieren N\u00e4hrstoffe und Mikroorganismen in das Grundwasser. Bei den Trinkwasserquellen werden Wasserschutzma\u00dfnahmen oft kaum ber\u00fccksichtigt. Der Bev\u00f6lkerung sind die Zusammenh\u00e4nge zwischen Wasserqualit\u00e4t, Abwasserentsorgung, D\u00fcngung, Hygiene und Gesundheit vielfach unbekannt. Ziel des Projekts war es, durch die Erstellung von Trinkwassersicherheitskonzepten (TSK) f\u00fcr lokale Wasserversorgungssysteme unter Einbeziehung von Sch\u00fclern, Lehrkr\u00e4ften und den lokalen Beh\u00f6rden eine Sensibilisierung und eine Bewusstseinsbildung der Bev\u00f6lkerung herbeizuf\u00fchren.<br \/>\nDas TSK basiert auf dem Ansatz des Water Safety Plans, der zur Verbesserung der Trinkwassersicherheit in St\u00e4dten und Kommunen entwickelt wurde.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenErstellung der TSK-Materialien, unter anderem die \u00dcberarbeitung der TSK-Lehrmaterialien und didaktischen Module f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte und Sch\u00fcler; \u00dcbersetzung in die bulgarische Sprache<br \/>\n\tTraining der Lehrkr\u00e4fte zur Umsetzung des Projektvorhabens und die Entwicklung von TSKs mit Sch\u00fclern, Jugendlichen unter Einbeziehung der Bev\u00f6lkerung<br \/>\n\tIn Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern Umsetzung der TSK-Module und Identifizierung der Trinkwasserprobleme durch die teilnehmenden Schulen<br \/>\n\t\u00d6ffentlichkeitsarbeit, Aufkl\u00e4rung und Planung der Aktionen zur Verbesserung der Wasserqualit\u00e4t, sowie Minimierung der Risiken<br \/>\n\tPr\u00e4sentation der Ergebnisse durch Seminare, Medien und lokale Ausstellungen<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Konzept der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der sogenannte Water Safety Plan (WSP) oder auf Deutsch Trinkwassersicherheitskonzept (TSK), wurde in Bulgarien als ein neues Konzept zur Umweltbildung in f\u00fcnf bulgarischen D\u00f6rfern eingef\u00fchrt. Das Projekt lief \u00fcber 15 Monate, vom 3. August 2011 bis zum 2. November 2012, in zwei bulgarischen Regionen, in Stara Zagora und in Pravets, unter der Koordination des WECF e.V.. Insgesamt waren f\u00fcnf Schulen, 76 Sch\u00fclerInnen und 10 Lehrkr\u00e4fte, unmittelbar vor Ort im Projekt mit eingebunden. Das Projekt bekam lokale Unterst\u00fctzung von den lokalen Wasserversorgern, der Verwaltung und dem B\u00fcrgermeister, den Umwelt- und Gesundheitsbeh\u00f6rden so-wie von Wasserbeh\u00f6rden auf regionaler und nationaler Ebene.<br \/>\nDas Projektteam (WECF, Earth Forever und EcoWorld2007) entwickelte ein Paket von 19 Modulen mit Unterrichtsmaterialien sowie Hintergrundwissen zu verschiedenen Wasserversorgungsthemen und einer Anleitung f\u00fcr die Entwicklung eines TSKs f\u00fcr kleine Wasserversorgungssysteme (TSK-Kompendium).<br \/>\nMit Unterst\u00fctzung des TSK-Kompendiums wurde den Sch\u00fclerInnen das Wissen \u00fcber Wasserthemen vermittelt und es wurden praktische Aktivit\u00e4ten ausgef\u00fchrt, z. B. einfache Untersuchungen zum Vorkommen der lokalen Wasserressourcen. Die Qualit\u00e4t und die Verschmutzungsrisiken des Leitungswas-sers und Grundwassers wurden von den Schulen untersucht bzw. eingesch\u00e4tzt. Wasserschutzgebiete der zentralen Wasserversorgung sowie die Privatbrunnen der lokalen Einwohner wurden besucht. Eigene Beobachtungen, Messungen sowie Befragungen der Wasserversorger und\/oder der Einwohner wurden zur Risikoabsch\u00e4tzung durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDie Schulen verarbeiteten die gesammelten Daten und Informationen in Grafiken, Karten, Postern, Berichten, Sketchen sowie Liedern und pr\u00e4sentierten diese den Einwohnern, Mitsch\u00fclerInnenn und\/oder lokalen\/regionalen Beh\u00f6rden und den Medien. Videos zum Thema Wasser wurden gemacht und auf Konferenzen und Meetings gezeigt. Im Rahmen eines Sch\u00fcleraustausches und via Internet tauschten sich die teilnehmenden Schulen \u00fcber ihre Projekterfahrungen aus.<br \/>\nAuf der Grundlage dieser Untersuchungsergebnisse wurden Empfehlungen zur Verbesserung der Trinkwasserqualit\u00e4t und zum Schutz der Wasserressourcen formuliert. Die unkontrollierte Ablagerung von Siedlungsabf\u00e4llen, der Mangel an Abwasserbehandlungssystemen und das alte, teilweise leckende Lei-tungsnetz wurden als Hauptprobleme f\u00fcr die Einhaltung der Trinkwasser- und Grundwasserqualit\u00e4t iden-tifiziert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Aktivit\u00e4ten f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit waren in beiden Regionen sehr vielf\u00e4ltig. In beiden Projektregionen wurden verschiedene \u00f6ffentliche Treffen, Informationsveranstaltungen und Abschlusskonferenzen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung durchgef\u00fchrt. Fast alle Schulen organisierten Wettbewerbe zu Wasserthemen, auch Videos und Befragungen wurden zur Sensibilisierung der Zielgruppen genutzt. Die Gemeinden waren in das Projekt eingebunden und wurden zum lokalen Handeln mobilisiert. Zum Beispiel wurden Sammlungen von Abf\u00e4llen in Wasserschutzgebieten und der N\u00e4he von Wasserquellen durchgef\u00fchrt und Sch\u00fclerInnen informierten Brunnenbesitzer dar\u00fcber, wie sie das Brunnenwasser besser sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Die lokale und regionale Presse (Zeitung, Radio und Fernsehen) berichtete intensiv \u00fcber die verschiedenen Projektaktivit\u00e4ten.<br \/>\nAm Ende des Projekts wurden in allen Projektd\u00f6rfern lokale Seminare f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung und Mitsch\u00fclerInnen organisiert. F\u00fcr nationale und regionale Beh\u00f6rden wurde in Sofia und in Stara Zagora jeweils eine nationale Abschlusskonferenz durchgef\u00fchrt, wo die Projektergebnisse und das TSK-Kompendium pr\u00e4sentiert und diskutiert wurden. Auch international wurden das Projekt und die Aktivit\u00e4ten zu verschiedenen Anl\u00e4ssen pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das implementierte Projekt zeigte, dass die Entwicklung eines TSK unter Einbindung der Schulen ein ausgezeichnetes Instrument zur Umweltbildung und zu einem verbesserten lokalen Trinkwasserschutz darstellt. Die Erstellung der Unterrichtsmaterialien, des sogenannten TSK-Kompendiums, wurde von verschiedenen Fachinstitutionen sehr begr\u00fc\u00dft und es wurde festgestellt, dass das Kompendium eine L\u00fccke in den bis jetzt international verf\u00fcgbaren TSK-Publikationen schlie\u00dft. Das Kompendium hat jetzt bulgarische Lehrkr\u00e4fte als Zielgruppe, jedoch k\u00f6nnte es mit relativ wenig Aufwand f\u00fcr andere Zielgruppen wie Beh\u00f6rden und Wasserversorger in den EECCA-L\u00e4ndern umgeschrieben werden.<br \/>\nDurch die partizipative Ausrichtung der TSK-Aktivit\u00e4ten wurden B\u00fcrgerInnen, Beh\u00f6rden und ExpertInnen in das Projekt involviert und dadurch die Zivilgesellschaft gest\u00e4rkt. Die Kommunikation und das Verst\u00e4ndnis zwischen den Schulen\/Bev\u00f6lkerung und den Beh\u00f6rden wurden verbessert.<br \/>\nDie beteiligten Sch\u00fclerInnen der f\u00fcnf Zield\u00f6rfer haben mit gro\u00dfer Begeisterung und Interesse in ihrer Freizeit am Projekt teilgenommen und damit gezeigt, dass praktische Umweltbildung und Forschung auf lokaler Ebene ein wichtiger Aspekt der Mobilisierung einer Gemeinde sein kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In der Republik Bulgarien haben \u00fcber drei Mio. der insgesamt 7,5 Mio. Einwohner keinen Anschluss an eine Abwasserversorgung, wobei dies besonders im l\u00e4ndlichen Raum der Fall ist. So wird die Umwelt verunreinigt, es infiltrieren N\u00e4hrstoffe und Mikroorganismen in das Grundwasser. Bei den Trinkwasserquellen werden Wasserschutzma\u00dfnahmen oft kaum ber\u00fccksichtigt. 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