{"id":25140,"date":"2025-12-22T10:32:06","date_gmt":"2025-12-22T09:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27137-01\/"},"modified":"2025-12-22T10:32:08","modified_gmt":"2025-12-22T09:32:08","slug":"27137-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27137-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines europaweiten R\u00fccknahmesystems f\u00fcr Solarmodule"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projekts ist der Aufbau eines funktionierenden R\u00fccknahmesystems von PV-Modulen in Deutschland und Spanien, so dass eine Steigerung von Sammel- und Verwertungsquoten erreicht wird.<br \/>\nDie Umweltrelevanz ergibt sich aus der Verkn\u00fcpfung einer intelligenten R\u00fcckhollogistik, mit einer energieeffizienten Technik mit dem ressourcenschonenden Aspekt zur R\u00fcckgewinnung wertvoller Rohstoffe.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt l\u00e4sst sich in insgesamt sechs Phasen einteilen.<br \/>\nIn der ersten Phase wird eine Erhebung der anfallenden Mengen an Solarmodulen vorgenommen und die vorhandenen Entsorgungswege werden ermittelt.<br \/>\nDie zweite Phase dient der Erhebung zur Akzeptanz und der Beteiligung bei den Bauherren und Handwerkern f\u00fcr ein getrenntes Sammelsystem. Daf\u00fcr werden die Projektpartner einen Erhebungsbogen erstellen und potentiellen Abfallerzeugern zuleiten. Zeitgleich wird in Phase drei eine Kommunikationskette aufgebaut, in welcher besonders Abfallerzeuger und m\u00f6gliche Anfallstellen einbezogen werden. Hierbei soll eine Internetplattform erstellt werden.<br \/>\nIn den Phasen vier und f\u00fcnf werden Logistikprozesse aufgebaut und getestet in noch zu definierenden Modellregionen in Deutschland und ggf. Spanien. Dazu wird HPM besonders m\u00f6gliche Transportbeh\u00e4ltnisse testen und eine Kostenermittlung durchf\u00fchren. Die TU Darmstadt wertet die Testphase aus und evaluiert die \u00dcbertragbarkeit auf andere Regionen. Kummer pr\u00fcft Hemmnisse und die M\u00f6glichkeit der gemeinsamen Erfassung von Solarmodulen mit anderen Abf\u00e4llen zur Vorlage bei Politik und Verwaltung und \u00fcberpr\u00fcft die Akzeptanz und Beteiligung. Das Vorhaben wurde durch einen Beirat begleitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>1.\tIm Rahmen des Forschungsvorhabens war es m\u00f6glich, erste Einblicke in die R\u00fccknahme, Logistik und in die Verwertung ausgedienter PV-Module zu bekommen.<\/p>\n<p>2.\tEs liegen nun erste Erfahrungen vor, welche Mengen derzeit etwa \u00fcber kommunal vorhandene Anfallstellen, \u00fcber Glasaufbereiter, M\u00fcllverbrennungsanlagen, Recyclinganlagen und Deponien angenommen werden. Es zeigte sich, dass die Mengen aus privaten Anfallstellen nach Ablauf der Lebensdauer noch verschwindend gering sind, jedoch bereits heute erhebliche Mengen als Produktionsabfall direkt \u00fcber die Glasaufbereiter bzw. andere Recyclinganlagen zur\u00fcck kommen.<\/p>\n<p>3.\tEs k\u00f6nnen zudem erste Einsch\u00e4tzungen dar\u00fcber gemacht werden, inwiefern beim Inverkehrbringen und Entsorgen abfallrechtliche, stoffrechtliche und andere Vorschriften einzuhalten sind. Nachdem derzeit die PV-Module bei der Entsorgung nicht unter den Anwendungsbereich der WEEE fallen, sind beispielsweise lediglich allgemeine abfallrechtliche Regelungen anzuwenden. Jedoch sind die Getrennthaltung gef\u00e4hrlicher von ungef\u00e4hrlichen Bestandteilen einzuhalten, das Verwertungsgebot zu beachten und eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe und schadlose Verwertung anzustreben. Die Einstufung gem\u00e4\u00df Abfallverzeichnisverordnung sollte m\u00f6glichst einheitlich erfolgen, derzeit werden je nach Anfallstelle und Modulart ganz unterschiedliche Abfallschl\u00fcssel genutzt.<\/p>\n<p>4.\tDie Anwendung der REACh-Verpflichtungen auf das Inverkehrbringen, der Verwendung und das Recycling hat zur Folge, dass insbesondere das Vorkommen besorgniserregender Stoffe und anderer als gef\u00e4hrlich eingestufter Stoffe in den Blick genommen werden muss. So sind sowohl beim Inverkehrbringen als auch beim Recycling und des erneuten Inverkehrbringens der Sekund\u00e4rrohstoffe die Stoffbeschr\u00e4nkungen und -verbote gem\u00e4\u00df REACh Anhang XVII und der Kandidatenliste zu befolgen, dies kann im Einzelfall die Konsequenz haben, dass Cd-Konzentrationen in D\u00fcnnschichtzellen erniedrigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>5.\tEine separate Erfassung in Kombination mit einer ordnungsgem\u00e4\u00dfen Lagerung ist grunds\u00e4tzlich f\u00fcr PV-Module anzustreben. W\u00fcnschenswert w\u00e4ren auch kurze Transportwege zu geeigneten Recyclingbetrieben. Allerdings fehlen hierf\u00fcr derzeit die Alternativen am Markt. Die R\u00fccknahmeversuche in den Modellregionen ergaben, dass die gemeinsame Erfassung mit anderen Altger\u00e4ten oder Abf\u00e4llen keinen Sinn macht. Gitterboxen oder geschlossene Sammelboxen haben sich als die geeignetsten Sammelbeh\u00e4ltnisse erwiesen.<\/p>\n<p>6.\tAufgrund des uneinheitlichen und geringen Mengenanfalls von End of Life-Modulen kann aktuell keine belastbare Kostenabsch\u00e4tzung zum Gesamtprozess vorgenommen werden. Es zeigt sich je-doch, dass der gr\u00f6\u00dfere Teil an Kosten in den ersten Prozessschritten (Einsammlung, Lagerung und Transport) entsteht. Die Transportkosten werden dabei ma\u00dfgeblich von der Anfallmenge an der Sammelstelle bestimmt. Die Erl\u00f6se der Outputfraktionen aus der Entsorgung beziehungsweise Aufbereitung der PV-Module decken derzeit nicht die Verfahrenskosten, unabh\u00e4ngig davon welche PV-Technologie recycelt wird. Inwieweit sich hieran etwas \u00e4ndern wird, h\u00e4ngt stark von der weiteren Entwicklung der Recyclingverfahren, dem Mengenanfall und der stofflichen Zusammensetzung der Module ab. Allerdings sind die Hersteller aufgrund des scharfen Wettbewerbs gezwungen, ihre Produktionskosten zu senken, was in einer Substitution werthaltiger Inhaltsstoffe resultiert. <\/p>\n<p>7.\tIm Verlauf des Projektes konnten erste Einsch\u00e4tzungen vorgenommen werden, in welchen Recyclinganlagen der h\u00f6chste Anteil an Rohstoffen\/Wertstoffen zur\u00fcckgewonnen wird. Hier haben sich insbesondere die Glasaufbereitung und ein neues Verfahren der chemischen R\u00fcckgewinnung der Seltenen Erden aus den d\u00fcnnen Schichten herauskristallisiert. Diese Wege sind weiter zu verfolgen und vertieft zu untersuchen, letztendlich ist derzeit entscheidend, welches Verfahren die wirtschaftlichste Variante dar-stellt.<\/p>\n<p>8.\tF\u00fcr eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe R\u00fcckgewinnung und Verwertung der verschiedenen Modultypen ist es jedoch unabdingbar, eine entsprechende Kennzeichnung vorzunehmen. Den privatrechtlichen R\u00fccknahmestellen (z. B. Handwerksbetriebe), den kommunalen Sammelstellen (\u00f6rE) oder einem Recyclingunternehmen kann keine Einstufung der Module mittels einer vorherigen Analyse zugemutet werden.<\/p>\n<p>9.\tErhebungen in anderen Mitgliedstaaten (z. B. \u00d6sterreich, Schweiz, Frankreich, Italien) haben ge-zeigt, dass beispielsweise die Schweiz und \u00d6sterreich andere Wege als Deutschland gehen. Hier werden Module (teilweise) unter dem Anwendungsbereich einer Elektronikschrott-Verordnung oder zumindest unter der Rubrik Elektronikschrott erfasst. Dies hat zur Folge, dass Module \u00fcber kommunale Sammelstellen den Weg in die Entsorgung finden.<\/p>\n<p>10.\tDie Untersuchungen in Spanien haben ergeben, dass die R\u00fccknahme und die fachgerechte Entsorgung von PV-Modulen bisher eine untergeordnete Rolle gespielt haben bzw. die Alt-Module \u00fcber die bisherigen Strukturen entsorgt wurden. PV CYCLE gelang es im Verlauf dieses Jahres erste Sammelstellen f\u00fcr das Programm zu gewinnen. Inwieweit hier\u00fcber Anfallmengen erfasst und einer fachgerechten Verwertung zugef\u00fchrt werden, h\u00e4ngt sehr stark von der weiteren Entwicklung des PV-Marktes insgesamt in Spanien ab.<\/p>\n<p>11.\tIm Verlauf des Projekts wurde eine Internetplattform entwickelt, die nun Ende 2010 an den Start geht. Die Internetseite www.resolar-projekt.de bzw. www.resolar-projekt.eu soll zum Ziel haben, dass Endverbraucher aus dem gewerblichen und privaten Bereich zun\u00e4chst einen \u00dcberblick \u00fcber die Diskussionen der ordnungsgem\u00e4\u00dfen R\u00fccknahme und der anzuwendenden Rechtsgrundlagen bekommen sowie Hinweise erhalten, wie und \u00fcber welche Entsorgungswege die ausgedienten Module zur\u00fcckgenommen und verwertet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Fortschritt im Projekt und das weitere Vorgehen wurde in 3 Sitzungen mit dem Beirat besprochen. Dar\u00fcber hinaus wurden klein- und mittelst\u00e4ndische Unternehmen gezielt \u00fcber die M\u00f6glichkeit der kostenlosen R\u00fcckgabe in den Modellregionen informiert. Erg\u00e4nzend wurden Artikel in der regionalen Presse ver\u00f6ffentlicht. Aktuell ist noch eine Abschlusspr\u00e4sentation in Planung, die voraussichtlich im Januar 2011 stattfinden wird.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>F\u00fcr die zuk\u00fcnftige Vorgehensweise einer funktionierenden europaweiten R\u00fccknahme von Photovoltaik-modulen werden nun folgende Ma\u00dfnahmen vorgeschlagen:<\/p>\n<p>o\tAufnahme der PV-Module in den Anwendungsbereich der WEEE,<br \/>\no\tKennzeichnung der PV-Module hinsichtlich der Art der Module zur besseren Getrennthaltung w\u00e4hrend der Einsammlung und den Recyclingprozessen,<br \/>\no\tKommunikationsplattform www.projekt-resolar.de bewerben, um zumindest in Deutschland auf R\u00fcckgabem\u00f6glichkeiten hinzuweisen,<br \/>\no\tKommunikation der von PV Cycle eingerichteten Sammelstellen,<br \/>\no\tKopplung der R\u00fccknahme der PV-Module an die R\u00fcckf\u00fchrung der Elektro-Altger\u00e4te \u00fcber kommunale Sammelstrukturen,<br \/>\no\tPr\u00fcfungen von Schwermetallgehalten der in Verkehr gebrachten PV-Module zwecks \u00dcberschreitung der nach REACh vorgesehenen Beschr\u00e4nkungen,<br \/>\no\tFortf\u00fchrung des Projektes RESOLAR zur vertieften Kl\u00e4rung noch offener Fragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projekts ist der Aufbau eines funktionierenden R\u00fccknahmesystems von PV-Modulen in Deutschland und Spanien, so dass eine Steigerung von Sammel- und Verwertungsquoten erreicht wird. 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