{"id":25132,"date":"2023-09-24T10:32:36","date_gmt":"2023-09-24T08:32:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27123-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:37","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:37","slug":"27123-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27123-01\/","title":{"rendered":"Energieeffiziente K\u00fchlung von Rechenzentren unter Verzicht auf die Verwendung von Klimaanlagen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Entwicklung neuartiger, k\u00e4ltemittelbasierter W\u00e4rmetransportsysteme, der GraviTherm AIL, erm\u00f6glicht die W\u00e4rmeabfuhr aus Serversystemen ohne die Zuhilfenahme klimatisierter Luft. Das Einsparpotential f\u00fcr die zum Betrieb eines Rechenzentrums notwendige Elektroenergie liegt bei bis zu 50%. In einem Gro\u00dfversuch soll nachgewiesen werden, dass die K\u00fchlung eines Rechenzentrums mittels GraviTherm RAIL und eines frei gek\u00fchlten Wasserkreislaufs unter den klimatischen Bedingungen Mitteleuropas m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst wurden unter Laborbedingungen die W\u00e4rmequellen Prozessor und Chipsatz zweier Server mittels GraviTherm RA IL an einen externen K\u00fchlwasserkreislauf angeschlossen. Die Server wurden mit 75mm dickem Styropor eingehaust, um eine m\u00f6glichst gute Isolation zur Umgebung herzustellen. Die von den unter Volllast laufenden Servern produzierte W\u00e4rme wurde mittels der GraviTherm RAIL nach au\u00dfen transportiert und an den Wasserkreislauf \u00fcbergeben. Der  Vorversuch ergab, dass die W\u00e4rmeabfuhr aus den Servern bei K\u00fchlwassertemperaturen von bis zu 40\u00b0C problemlos m\u00f6glich ist. Um die gewonnenen Erkenntnisse auf Rechenzentren \u00fcbertragen zu k\u00f6nnen, wurde in einem Serverraum eine frei gek\u00fchlte Versuchsanlage mit 40 Servern und einer Gesamtleistungsaufnahme von ca. 6800 W errichtet. Die CPU und der Chipsatz der Server wurden mittels GraviTherm RAIL direkt an den K\u00fchlwasserkreislauf angekoppelt. Um die an die Luft gehende Restw\u00e4rme abzuf\u00fchren wurde ein Luft-Wasser-W\u00e4rme\u00fcbertrager in K\u00fchlwasserkreislauf eingebunden. Die gesamte Anlage wurde in einem Schrank eingehaust. Der Wasserkreislauf wurde mittels eines extern aufgestellten Luft-Wasser-W\u00e4rme\u00fcbertragers r\u00fcckgek\u00fchlt. In der Anlage wurden Temperatursensoren vom Typ K verteilt und mit einem Datenlogger Agilent 34970A verbunden. Die CPU- und Chipsatztemperaturen wurden mittels einer Software erfasst. Nach der Fertigstellung der Anlage wurden zun\u00e4chst Funktionstests durchgef\u00fchrt, um m\u00f6gliche Fehlerquellen zu erkennen. Anschlie\u00dfend wurden die Grenzparameter der Anlage ermittelt, unter denen ein Betrieb  mit  freier  K\u00fchlung m\u00f6glich  ist. Danach wurde das Verhalten der Anlage bei Auftreten von St\u00f6rungen, wie dem Ausfall der   f\u00fcr   den  K\u00fchlkreislauf   ben\u00f6tigten  Pumpen,   und  dem   Ausfall   der   Ventilatoren untersucht. Den Abschluss bildeten Langzeituntersuchungen des Verhaltens der Anlage.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Umfangreichen Untersuchungen an der   Versuchsanlage   haben   ergeben,   dass   unter   den   in   Mitteleuropa vorherrschenden  Klimabedingungen  der   Betrieb  eines   Rechenzentrums   ohne   energieintensive  mechanische   K\u00fchlung m\u00f6glich ist. Die Funktionssicherheit der Anlage steht dabei der einer herk\u00f6mmlichen Klimatisierung nicht nach. Die Untersuchungen zum Ausfall wichtiger  Systemkomponenten, wie Wasserpumpen und Ventilatoren haben gezeigt, dass die Systemkritischen Temperaturen erst nach mehreren Minuten erreicht werden. Dies beruht darauf, dass die im System vorhandene Wassermenge als Puffer dient und dadurch nur eine langsame Erw\u00e4rmung stattfindet. Ein pl\u00f6tzlich eintretender kritischer Zustand der Anlage, der einen Einsatz in einem Rechenzentrum unm\u00f6glich machen w\u00fcrde, konnte w\u00e4hrend dieser Untersuchungen nicht herbeigef\u00fchrt werden.<br \/>\nDie   Untersuchungen   zum   Verhalten  der   Anlage  bei   hochsommerlichen   Temperaturen   wurden   nach   Recherchen   bei verschiedenen   deutschen   Rechenzentrumsbetreibern   bei   einer   Eingangslufttemperatur   von   35\u00b0C   am   externen W\u00e4rme\u00fcbertrager   durchgef\u00fchrt.   Deutlich  h\u00f6here  Temperaturen  \u00fcber   einen  l\u00e4ngeren  Zeitraum   in  Tagesverlauf   werden derzeit   von  den  Rechenzentrumsbetreibern   nicht   erwartet.   Die   Klimatechnik   f\u00fcr   Rechenzentren   wird   nach   unseren Erkenntnissen momentan f\u00fcr den Temperaturbereich bis 35\u00b0C Au\u00dfentemperatur ausgelegt. Der externe W\u00e4rme\u00fcbertrager wurde \u00fcber  24 Stunden mit 35\u00b0C kalter  Luft r\u00fcckgek\u00fchlt. Dabei ergaben sich eine Vorlauftemperatur von ca. 38\u00b0C und eine R\u00fccklauftemperatur von ca.  43\u00b0C im  K\u00fchlwasserkreislauf. Die Server  wurden mit 100% Last gefahren. Es  wurden keine Systemkritischen Temperaturen erreicht. Die Grenzwerte an den Prozessoren wurden um ca. 5 K  unterschritten, was eine ausreichende Sicherheit gew\u00e4hrleistet. Im Falle des \u00dcberschreitens kritischer Temperaturen an der CPU w\u00fcrde diese sich selbstt\u00e4tig herunterregeln  und  damit  eine  Besch\u00e4digung  vermeiden.  Die  Lufttemperaturen  im  Serverraum  liegen  unter diesen extremen Bedingungen bei ca. 40\u00b0C. Dies f\u00fchrt aber zu keiner Beeintr\u00e4chtigung der Hardware, da erst Temperaturen ab ca.  60\u00b0C  zu  einer  verminderten Lebensdauer  f\u00fchren. Jedoch  wird  die  Arbeit  der  Techniker   in der  durch die  hohen Temperaturen erschwert. Da die Techniker aber f\u00fcr Wartungsarbeiten die Serverr\u00e4ume jeweils nur kurzzeitig betreten sehen Rechenzentrumsbetreiber   keinen  Nachteil   gegen\u00fcber   klimatisierten   Serverr\u00e4umen.   In  vielen  Rechenzentren   wird  zur Vermeidung  von Br\u00e4nden mit  einer  sauerstoffreduzierten Atmosph\u00e4re gearbeitet,  so dass f\u00fcr  das  Betreten der  Anlagen schon Sicherheitsregeln und Zeitbegrenzungen gelten.<br \/>\nDas   Verhalten   der   Anlage   im   Normalbetrieb   wurde   ausf\u00fchrlich  untersucht.   Der   gr\u00f6\u00dfte   Unterschied  zu  herk\u00f6mmlich gek\u00fchlten Serveranlagen ist  dabei  die Lufttemperatur  in den  Serverr\u00e4umen,  die abh\u00e4ngig von den Au\u00dfentemperaturen ansteigt oder  f\u00e4llt. Im  Winter kann  das Sinken der  Lufttemperatur  im Serverraum  mittels Drosselung der  Ventilatoren der internen und externen W\u00e4rme\u00fcbertrager verhindert und auf einem vom Betreiber gew\u00fcnschten Niveau gehalten werden. Die eingesetzte  Rechentechnik  wurde  durch  das  K\u00fchlkonzept   ausreichend  gek\u00fchlt,  so  dass  sich  gegen\u00fcber  klimatisierten Rechneranlagen keine Nachteile bez\u00fcglich Funktionalit\u00e4t und Lebensdauer  ergaben. Die f\u00fcr  die  K\u00fchlung aufzuwendende Energie konnte dauerhaft um ca. 80 % &#8211; 90 % gesenkt werden, wenn man davon ausgeht, dass f\u00fcr den Abtransport von 6800 W W\u00e4rmeenergie eine Klimaleistung von ebenfalls 6800 W ben\u00f6tigt wird. Die Versuchsanlage ben\u00f6tigte unter voller Auslastung der Rechner und bei einer Au\u00dfentemperatur von 35\u00b0C nur 725 W f\u00fcr die zur W\u00e4rmeabfuhr Komponenten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die   Untersuchungsergebnisse   und   die   funktionierende  Versuchsanlage   wurden   unter   anderem   der   Strato  AG,   den Vorst\u00e4nden der Intergenia AG  und dem Vorstand der  Hetzner online AG  vorgestellt. Neben der Herstellung von Kontakten zu   Webhostern   haben   wir   auch   eine   Informationsveranstaltung   durchgef\u00fchrt,   zu   der   Rechenzentrumsbetreiber   undServerhersteller   eingeladen  waren.  Unter   anderem  nahmen  an   der   Veranstaltung   Vertreter   von   Fujitsu,   Volkswagen, Infineon, Staatsbetrieb f\u00fcr S\u00e4chsische Informatikdienste und dem S\u00e4chsischen Staatsministerium des Innern teil.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die K\u00fchlung eines Rechenzentrums mittels GraviTherm  RAIL und eines frei gek\u00fchlten Wasserkreislaufs ist m\u00f6glich. Das Einsparpotential  f\u00fcr   die Gesamtelektroenergieaufnahme  von  bis  zu  50%  gegen\u00fcber   eines  mit   Klimaanlagen  gek\u00fchlten Rechenzentrums konnte  best\u00e4tigt  werden.  Die verwendeten Technologien  sind erprobt,  die Fertigungsprozesse werden beherrscht. Die  Umr\u00fcstung bestehender  Rechenzentren auf  diese  K\u00fchltechnologie  ist  auf Grund  des hohen Aufwandes \u00f6konomisch   nicht   sinnvoll.   Jedoch   k\u00f6nnen   neu   zu   errichtende   Anlagen   ohne   finanziellen   Mehraufwand   mit   dem untersuchten K\u00fchlsystem ausgestattet werden und damit schon ab der Inbetriebnahme ihr Einsparpotential ausspielen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Entwicklung neuartiger, k\u00e4ltemittelbasierter W\u00e4rmetransportsysteme, der GraviTherm AIL, erm\u00f6glicht die W\u00e4rmeabfuhr aus Serversystemen ohne die Zuhilfenahme klimatisierter Luft. Das Einsparpotential f\u00fcr die zum Betrieb eines Rechenzentrums notwendige Elektroenergie liegt bei bis zu 50%. 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