{"id":25104,"date":"2023-07-13T15:27:28","date_gmt":"2023-07-13T13:27:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27052-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:27:28","modified_gmt":"2023-07-13T13:27:28","slug":"27052-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27052-01\/","title":{"rendered":"Berufliche Qualifizierung und Netzwerkbildung Graue Energie zur Ressourcenschonung in der Baubranche"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Energieeffizientes Bauen ist eine dringende Notwendigkeit in Zeiten schwindender Energie-Ressourcen und steigender Preise f\u00fcr Energierohstoffe. Dabei ist es wichtig, Bauvorhaben ganzheitlich zu betrachten. Der Fokus der Aufmerksamkeit liegt derzeit bei dem Energiebedarf f\u00fcr den Betrieb eines Geb\u00e4udes. Ein nicht unerheblicher Anteil am Gesamtenergieverbrauch eines Geb\u00e4udes w\u00e4hrend seiner Lebens-spanne ist aber auch die Energie, die zu seiner Errichtung und zur Herstellung der Baumaterialen ben\u00f6tigt wurde &#8211; die sogenannte graue Energie. Die graue Energie (der kumulierte Aufwand an Prim\u00e4renergie, der erforderlich ist, um ein Produkt oder eine Leistung an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt bereitzustellen) ist ein wenig bis gar nicht beachteter Bestandteil des Energiebedarfs im Baubereich in Deutschland. Die graue Energie eines Geb\u00e4udes kann dem Betriebsenergieverbrauch von 20 Jahren und mehr entsprechen. Erfolgt nur eine 10-prozentige Reduzierung des Bedarfs an grauer Energie bei Neubau und Sanierung w\u00fcrde dies die Abschaltung eines Kraftwerkblocks mit einer Leistung von 2.000 MW erm\u00f6glichen, was einer j\u00e4hrlichen CO2-Einsparung von bis zu 7 Mio. Tonnen entspricht. Dieses Projekt soll relevante Akteure f\u00fcr die ganzheitliche Betrachtung von Bauvorhaben sensibilisieren und die Einsparpotenziale bei der grauen Energie im Bau aktivieren. Die Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Marktsensibilisierung, Verbreitung von guter Praxis und Vernetzung der Akteure. Um das genannte Einsparpotential nutzen zu k\u00f6nnen, besteht Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen: a) dem Einsatz von Baustoffen mit vergleichsweise geringer grauer Energie, b) der Wiederverwendung von Baustoffen, c) der Optimierung (Reduzierung) des Aufwandes an grauer Energie f\u00fcr Baustoffe bereits w\u00e4hrend der Herstellung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenSynthese und Aufbereitung des vorhandenen Datenmaterials<br \/>\n\tAufzeigen von Modellbauwerken<br \/>\n\tB\u00fcndelung und \u00fcbersichtliche Bereitstellung vom Informationsmaterial<br \/>\n\tStart einer Ausbildungsinitiative<br \/>\n\tSensibilisierung der Baufachkr\u00e4fte (Handwerk, Baustoffproduzenten, Handel, Architekten und Bauingenieure) durch eine bundesweite Fachtagung<br \/>\n\tAufbau eines Innovations-Netzwerks und Transfer der Projektergebnisse<br \/>\nDetaillierte Darstellung der Handlungsfelder<br \/>\nF\u00fcr die Ausbildung im Baubereich wurden ein Lernmodul und ein Konzept f\u00fcr eine Praktikumswoche entwickelt, das zun\u00e4chst in zwei Ausbildungseinrichtungen (Berliner Berufsschulen) erprobt wurde. Kern dieses Lernmoduls ist, dass die Auszubildenden in kleinen gewerke\u00fcbergreifenden Gruppen im Rahmen einer Projektarbeit f\u00fcr Fassaden von realen Geb\u00e4uden Sanierungskonzepte entwickeln und modellhaft umsetzen. Ziel ist es dabei, ein Fassadenmodell zu gestalten, das einerseits den Anforderungen der EnEV entspricht und andererseits den Aufwand an grauer Energie minimiert unter gleichzeitiger Ber\u00fccksichtigung der \u00fcbrigen \u00f6kologischen Baustoffindikatoren. Die Referenten der Fachtagung haben diese 12 Projektarbeiten schlussendlich begutachtet und pr\u00e4miert. Auf diese Weise fand zugleich eine innovative Vernetzung von Ausbildung und beruflicher Weiterbildung statt.<br \/>\nIm Rahmen einer Modellbauwerke-Kampagne wurde dem Thema graue Energie im Baubereich ein weiterer Praxisbezug gegeben. Es wurden Geb\u00e4ude (z. B. das Verwaltungszentrum in Barnim) identifiziert und vorgestellt, bei denen in vorbildlicher Art und Weise auf die Reduzierung von grauer Energie geachtet wurde. Parallel dazu wurde mit Ausbildungseinrichtungen eine Top Runner &#8211; Kampagne aufgebaut. Azubis ermittelten diejenigen Baustoffe, die hinsichtlich definierter Indikatoren (Graue Energie, Lebensdauer, Schadstoffgehalt, W\u00e4rmed\u00e4mmeigenschaften) die besten sind. Diese Ergebnisse dienen der Vorbereitung einer Top Runner &#8211; Kampagne, die ihre Fortf\u00fchrung in der Internet-Messe f\u00fcr gute Baustoffe findet. Hierbei k\u00f6nnen Internetbesucher f\u00fcr den ihrer Meinung nach (\u00f6kologisch gesehen) besten Baustoff votieren.<br \/>\nBasis des Innovationsnetzwerkes bildet die Website www.gutebaustoffe.de. Auf der Website werden die \u00f6kologisch relevanten Kennzahlen erl\u00e4utert und eine Vielzahl von Daten \u00fcber Baustoffe und Baumaterialien zusammengefasst (Wiki-Charakter). Dadurch wurde eine sich selbst erweiternde Informations-quelle f\u00fcr Baustoffdaten geschaffen, die jederzeit von den Nutzern aktualisiert werden kann. Ziel des Netzwerks sollte es sein, bis zum Jahr 2015 allein im Baustoffsektor 3,5 Mio. Tonnen CO2 j\u00e4hrlich einzusparen. Dies ist durch eine Reduzierung der grauen Energie allein im Wohnungsbau um ca. 8-10 %, m\u00f6glich. Dieses Einsparziel kann auch erreicht werden, wenn graue Energie bei Neubau bzw. Sanierung sowohl bei Wohngeb\u00e4uden wie auch bei Nicht-Wohngeb\u00e4uden insgesamt um 5 % reduziert wird.<br \/>\nIm Rahmen des Transfers wurde eine Fachtagung entwickelt. Die Tagung fand in einem Ausbildungs-zentrum f\u00fcr Baufachberufe in Berlin statt und bildete dort den Abschluss der beschriebenen Projektarbeiten. Auf der Tagung wurden dar\u00fcber hinaus der aktuelle Stand der Forschung und Weiter- bzw. Neuent-wicklungen vorgestellt und \u00fcber die steigende wirtschaftliche und energiepolitische Relevanz der grauen Energie im Baubereich informiert. Als weitere Transferma\u00dfnahme wurde ein Fachbuch erstellt, das die Tagungsbeitr\u00e4ge dokumentiert, Modellbauwerke aufzeigt, aktuelle Studien abbildet und interessantes und wissenswertes zum Thema graue Energie und Gesamtenergiebilanz von Bauwerken zusammenfasst.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurde eine Datenbank zu den \u00f6kologisch relevanten Kennzahlen von Baustoffen aufgebaut und auf der Projektwebsite online gestellt. Dar\u00fcber hinaus werden auf der Website die \u00f6kologischen Kennzahlen beschrieben, das Ausbildungsprojekt, eine Top-Runner-Kampagne im Rahmen einer Online-Messe und Modellbauwerke dargestellt.<br \/>\nParallel dazu wurde ein zweisprachiges Lernmodul f\u00fcr Ausbildungseinrichtungen entwickelt und in Form von Projekttagen an zwei Ausbildungseinrichtungen f\u00fcr Bauberufe umgesetzt. Zus\u00e4tzlich wurde das Konzept in einen Teil des EU-Projektes Being Active Buidling Passive Houses for Future Europe integriert, in dem je drei Auszubildende verschiedener Gewerke aus Frankreich, Irland, Schweden und Deutschland einzelne Projekteinheiten zum Thema Passivhausbau und graue Energie bearbeiteten. Im Nachgang wurde das Ausbildungskonzept evaluiert und gem\u00e4\u00df den Evaluierungsergebnissen \u00fcberarbeitet.<br \/>\nIm April 2011 wurde eine Fachtagung zum Thema Tagung Baustoffe und die Energiebilanz von Bauwerken durchgef\u00fchrt. 55 Teilnehmer diskutierten mit sieben Referenten \u00fcber gute Baustoffe und die Gesamtenergiebilanz von Bauwerken.<br \/>\nZum Projektabschluss wurde ein Fachbuch zu den Themen graue Energie, Energieeffizienz und ?-effektivit\u00e4t sowie Umweltbilanzierung von Bauwerken und Baustoffen erarbeitet. Die Beitr\u00e4ge basieren dabei zum einen auf den Vortr\u00e4gen der Tagung, zum anderen gibt es Fachbeitr\u00e4ge zum Thema graue Energie von Baustoffen, aktuelle Studien und eine Darstellung von Modellbauwerken.<br \/>\nIm Fachbuch und auf der Projektwebsite werden eine Reihe von Modellbauwerken dargestellt, die bei-spielhaft zeigen, wie \u00f6konomisch und \u00f6kologisch effizient Bauwerke mit geringer Umweltwirkung erstellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt verf\u00fcgt \u00fcber eine Website (www.gutebaustoffe.de), auf der alle Projektinhalte dargestellt werden. Das Projekt und seine Inhalte wurden auf verschiedenen Veranstaltungen vorgestellt (z. B. Architektenkammer, Energieberaternetzwerk) und auf der Projekttagung 2011 pr\u00e4sentiert. Das Oberstufen-zentrum Kommunikations-, Informations- und Medientechnik (OSZ KIM) hat die Projekttage an den Bau-Ausbildungseinrichtungen begleitet und einen Kurzfilm zum Ausbildungsprojekt und zum Thema graue Energie angefertigt. F\u00fcr verschiedene Projektphasen wurde Flyer erstellt, um die jeweiligen Zielgruppen anzusprechen. Das Fachbuch Klimafreundlich Bauen mit guten Baustoffen. Arbeitsbericht 2012 fasst eine Vielzahl der Projektergebnisse zusammen und wird vom Fraunhofer IRB Verlag angeboten. Unter dem Projekttitel gutebaustoffe wurde dieses Projekt als eines von 100 Werkstatt-N-Projekten 2012 ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts wurden die Grundlagen geschaffen, um das Thema der grauen Energie in der Baubranche zu verbreiten und ihm zu der ihm geb\u00fchrenden Bedeutung zu verhelfen. Die Teilnehmer und Referenten der Fachtagung waren sich dar\u00fcber einig, dass das Thema graue Energie und Gesamtenergiebilanz von Baustoffen und Bauwerken zukunftstr\u00e4chtig aber bislang noch viel zu wenig beachtet wird. So wurde der Ruf nach mehr Forschungsinitiativen, mehr Aufkl\u00e4rungs- und Informationsarbeit und nach einer Fortf\u00fchrung der Veranstaltung laut.<br \/>\nDer Verlauf hat die zu Beginn des Projekts aufgestellten Arbeitsthesen best\u00e4tigt:<br \/>\n\tDas Thema der grauen Energie birgt gro\u00dfe Entlastungspotenziale hinsichtlich des Energieaufwandes bei der Herstellung von Baustoffen und damit auch in Bezug auf CO2-Emissionen.<br \/>\n\tDas Thema und die Relevanz der grauen Energie sind in der Baubranche kaum bekannt.<br \/>\n\tUm dies zu ver\u00e4ndern, sind alltagstaugliche Daten zur grauen Energie von Baustoffen notwendig aber nicht hinreichend. Architektonische Trends nehmen auf \u00f6kologische Eigenschaften von Bau-stoffen kaum R\u00fccksicht.<br \/>\n\tEine wirkungsvolle Einf\u00fchrung des Themas in die Baubranche erfordert bundesweite Kampagnen.<br \/>\n\tModellbauwerke machen deutlich, dass die Gestaltungseinschr\u00e4nkungen, die sich aus der Ber\u00fccksichtigung der grauen Energie von Baustoffen ergeben, sich in vertretbaren Grenzen halten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Energieeffizientes Bauen ist eine dringende Notwendigkeit in Zeiten schwindender Energie-Ressourcen und steigender Preise f\u00fcr Energierohstoffe. Dabei ist es wichtig, Bauvorhaben ganzheitlich zu betrachten. Der Fokus der Aufmerksamkeit liegt derzeit bei dem Energiebedarf f\u00fcr den Betrieb eines Geb\u00e4udes. 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