{"id":25099,"date":"2023-10-01T10:32:11","date_gmt":"2023-10-01T08:32:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/27031-01\/"},"modified":"2023-10-01T10:32:12","modified_gmt":"2023-10-01T08:32:12","slug":"27031-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/27031-01\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfversuch zur Umstrukturierung von mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen (MBA) zur Erzeugung regenerativen Brennstoffs aus Restabfall und organischen Abf\u00e4llen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die rein aerobe mechanisch-biologische Abfallbehandlung nutzt den Organikanteil des Unterkorns nur sehr unzureichend &#8211; rd. 70 % werden aerob veratmet, 30 % deponiert. Im Projekt sollten an bestehenden MBA Betriebstechniken erprobt und entwickelt werden, die das Unterkorn durch biologische Trocknung trennf\u00e4hig machen, so dass k\u00fcnftig die enthaltene, \u00fcberwiegend regenerative Organik als Brennstoff mechanisch ausgetrennt werden kann. Durch die verk\u00fcrzte Rottezeit sollten Rottekapazit\u00e4ten der Anlage freigesetzt werden, in denen sortenreine organische Abf\u00e4lle TA-Luftkonform kompostiert werden konnten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUnterkorn aus der bestehenden Hausm\u00fcll-Aufbereitung wurde in mehreren Versuchsl\u00e4ufen in den vorhandenen MBA-Rotteeeinrichtungen biologisch stabilisiert und testweise in einer Trennanlage in Brennstoff und Inertmasse getrennt. Dabei wurden Mengenstr\u00f6me und Materialqualit\u00e4ten bestimmt. Der ausgebrachte Brennstoff wurde auf Verbrennungsparameter und -verhalten untersucht. Je nach Ergebnislage konnte auch der gesamte M\u00fcll analog zum MBS-Verfahren komplett getrocknet und erst dann aufgetrennt werden.<br \/>\nDa mit dem Verfahren im Erfolgsfall Rottekapazit\u00e4ten freigesetzt werden sollten, konnten sortenreine organische Abfallchargen in den Rottetunneln je nach Zielstellung unterschiedlich behandelt werden, z. B. Laub und sonstige Gr\u00fcnreste, um diese Stoffe f\u00fcr eine sp\u00e4tere Verbrennung zu konfektionieren.<br \/>\nF\u00fcr die entwickelten Betriebsweisen der MBA wurden die \u00c4nderungen von Betriebs- und der Kostenstrukturen und das CO2-Einsparungspotential ermittelt, dies auch im Vergleich zur alternativen Nachr\u00fcstung einer Verg\u00e4rungsstufe.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ergebnis zur Trocknung nach 6 Einzelversuchen: Eine Restfeuchte von 20 % im Hausm\u00fcll-Unterkorn ist innerhalb von 14 Tagen Rottezeit ohne wesentliche \u00c4nderung der Betriebsf\u00fchrung erreichbar. Ein l\u00e4nger gefahrener Einzelversuch lieferte im Hauptteil des Tunnelvolumens Restfeuchten um 10 %.<br \/>\nErgebnisse Trockengut-Trennung: In zwei gro\u00dftechnischen Versuchen wurde das biologisch getrocknete Unterkorn-Material trockenmechanisch aufgetrennt, wobei die Siebschnitt-Anzahl variiert wurde. In beiden Versuchen wurden etwa zwei Drittel des Trockengutes als Brennstoff ausgetrennt, in den rd. 90 % der organischen Trockensubstanz \u00fcberf\u00fchrt wurden, der regenerative C-Gehalt liegt bei rd. 75 %. Der Brennstoff liegt im Heizwertbereich von 10 MJ\/kg und konnte bei der Co-Feuerung in Kraftwerken problemlos eingesetzt werden.<br \/>\nQualit\u00e4t Deponiegut: Das ausgetrennte Schwergut erf\u00fcllte alle Anforderungen der DepV f\u00fcr MBA-Material, lediglich der DOC war im Grenzwertbereich. Durch entsprechende Anordnung der Aufbereitung kann eine Nachrotte entbehrlich werden.<br \/>\nKlimawirksamkeit: In der Bilanzierung der Gut- und Lastschriften liefert das Konzept eine Einsparung von rd. 380 kg CO2-\u00c4q je Tonne Unterkorn bzw. rd. 190 kg je Tonne MBA-Input und liegt damit deutlich \u00fcber den erzielbaren Netto-Gutschriften einer Verg\u00e4rung. Dies ist ma\u00dfgeblich auf den h\u00f6heren genutzten Anteil der organischen Trockensubstanz zur\u00fcckzuf\u00fchren<br \/>\nDie Kostenbetrachtung zeigt eine Spannbreite von 6 \u0080 Minder- und 12 \u0080 Mehrkosten je Tonne MBA-Input. Entscheidend f\u00fcr den wirtschaftlichen Einsatz sind die erzielbaren Gutschriften f\u00fcr die um zwei Drittel geminderten Deponiemengen, die Distanz zum n\u00e4chstgelegenen Verwertungs-Kraftwerk und die M\u00f6glichkeit zur Aufnahme zus\u00e4tzlicher Organikmengen. Die genannte Kostenspannbreite entspricht derjenigen einer Verg\u00e4rungs-Nachr\u00fcstung.<br \/>\nEin Versuch zur gro\u00dftechnischen Gr\u00fcnreste-Trocknung verfehlte durch die extrem kalte Au\u00dfenwitterung sein Ziel, da deswegen im Tunnel zu gro\u00dfe Kondensatmengen anfielen. Der Fehlschlag lieferte jedoch Anlass, Ausf\u00fchrung und Wirkung einer W\u00e4rmed\u00e4mmung auf den Tunneldecken zu berechnen, die einen Trocknungserfolg analog zur Leistung anderer Projektergebnisse erwarten lassen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Konzept wurde auf Fachtagungen der TU-Dresden, des Witzenhausen-Instituts in Kassel sowie auf Anh\u00f6rungen im UBA und bei der ASA vorgestellt. Insgesamt ist die Resonanz in MBA-Kreisen positiv, zumal es den Betreibern m\u00f6glich ist, das Konzept auf der eigenen Anlage mindestens im Bereich der Trocknung zu erproben, aber auch im chargenweisen Test der Trennung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Konzept der Trocknung und Trennung des MBA-Unterkorns erwies sich in den Gro\u00dfversuchen als praktikabel und sehr effektiv, den regenerativen Organikanteil als Ersatzbrennstoff auszutrennen. Die deponierte Restmenge sinkt auf ein Drittel des Vorzustandes. Je Tonne Unterkorn k\u00f6nnen etwa 380 kg CO2 eingespart werden, dies entspricht bei Hochrechnung auf alle optimierbaren deutschen MBA mit etwa 1 Mio Mg\/a an Unterkorn rund 350.000 Mg an CO2 pro Jahr. <\/p>\n<p>Das Konzept kann im standortspezifischen Idealfall kostenneutral oder sogar erl\u00f6sbildend sein, es k\u00f6nnen aber auch Mehrkosten bis etwa 10 \u0080 pro Mg Abfall-Input entstehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die rein aerobe mechanisch-biologische Abfallbehandlung nutzt den Organikanteil des Unterkorns nur sehr unzureichend &#8211; rd. 70 % werden aerob veratmet, 30 % deponiert. Im Projekt sollten an bestehenden MBA Betriebstechniken erprobt und entwickelt werden, die das Unterkorn durch biologische Trocknung trennf\u00e4hig machen, so dass k\u00fcnftig die enthaltene, \u00fcberwiegend regenerative Organik [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[58,47,51,52,53],"class_list":["post-25099","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-berlin","tag-klimaschutz","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"27031\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-27031.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"124.730,00","dbu_projektdatenbank_firma":"ICU-Ingenieurconsulting Umwelt und Bau","dbu_projektdatenbank_strasse":"Wexstr. 21","dbu_projektdatenbank_plz_str":"10715","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Berlin","dbu_projektdatenbank_p_von":"2009-05-06 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2010-02-05 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"9 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"030 - 857 33 49-4","dbu_projektdatenbank_inet":"www.ICU-Berlin.de","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Berlin","dbu_projektdatenbank_foerderber":"117","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-27031.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/25099","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/25099\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43112,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/25099\/revisions\/43112"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25099"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25099"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25099"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}