{"id":25086,"date":"2023-07-13T15:27:24","date_gmt":"2023-07-13T13:27:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26994-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:27:25","modified_gmt":"2023-07-13T13:27:25","slug":"26994-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26994-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines modularen, systematischen Aktionsplans zum nachhaltigen Umgang mit anthropogen umweltgesch\u00e4digten Industriedenkmalen am Beispiel der Kokerei der Zeche Zollverein (UNESCO-Weltkulturerbe)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im beantragten Vorhaben soll anhand von ausgew\u00e4hlten Beispielen (Industriedenkmalen aus dem Ruhr-gebiet) eine allgemeing\u00fcltige, auf die Praxis ausgerichtete Methodik (Aktionsplan) zum nachhaltigen Um-gang mit Industriedenkmalen erarbeitet und als Muster-Handbuch (mit Checklisten) zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Der Aktionsplan soll Interessierten durch seinen im Hinblick auf die notwendigen Abfolge der Ma\u00dfnahmen gestuften Aufbau bereits zu einem fr\u00fcheren Stadium eine m\u00f6gliche Priorisierung von bestimmten Anlagenteilen erm\u00f6glichen, bei denen dann abgestufte Erhaltungs-, Konservierungs-, Res-taurierungs- und ggf. Reaktivierungsziele definiert werden. Die Industrieanlagen, die heute als Denkm\u00e4ler gew\u00fcrdigt werden, waren nie f\u00fcr ein dauerhaftes \u00dcberleben vorgesehen. Daher werden hier alle bisheri-gen Ans\u00e4tze einer Denkmalerhaltung in Art und Umfang deutlich \u00fcberschritten; Betreiber und Denkmal-pflege werden von ganz neuen Herausforderungen gestellt. <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt zeichnete sich durch eine interdisziplin\u00e4re Ausrichtung aus. Neben dem Antragsteller und den festen, bereits oben genannten Kooperationspartnern wurden weitere Experten mit erweiterter Fach-kompetenz im Themenbereich \u0084Erhaltung des Industriellen Erbes\u0093 f\u00fcr eigene Teilkapitel eingebunden. Zusammen mit dem Sachverstand der Antragsteller konnte so eine umfassende Dokumentation und Be-wertung aller notwendigen Schritte im Erhaltungsprozess am Industriedenkmal gew\u00e4hrleistet werden.  Der Aktionsplan umfasst die folgenden Phasen, die im Vorhaben beleuchtet und in \u00fcbergreifenden Erl\u00e4u-terungen dargestellt wurden: Grundlagenermittlung (z.B. Charakterisierung des Untersuchungsgegen-standes, Ermittlung von notwendigen Genehmigungsverfahren und restauratorisch-konservatorischen Aspekten sowie von Instandhaltungsstrategien, usw.), Bestimmung des Ist-Zustandes und Scha-densuntersuchung, Entwicklung von angepassten, realistischen, evtl. mehrstufigen Nutzungs-, Erhaltungs- und Instandsetzungskonzepten (Ma\u00dfnahmenplanung und Kostensch\u00e4tzung) sowie Si-cherung des Modellcharakters und \u00dcbertragbarkeit. <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des Vorhabens wurden drei Ebenen des Themas \u0084Zusammenfassende und erl\u00e4uternde Be-schreibung der bisherigen Erfahrungen im Umgang mit dem Industriellen Erbes\u0093 bearbeitet: die inhaltli-che Ebene, die Gestaltungsebene und die Verbreitungs- bzw. Kommunikationsebene.<br \/>\nBei der inhaltlichen Ebene, der Auswahl der wichtigen Fachthemen, wurde auf der Basis von Work-shops und Einzelgespr\u00e4chen mit den eingebundenen verschiedenen Fachexperten eine spezifische Glie-derung ausgew\u00e4hlt, die nach einer Einf\u00fchrung in das Thema und einer Erl\u00e4uterung zur Nutzung des Leit-fadens folgende Kapitel umfasst: Denkmalstatus erlangen und erhalten, Prozess und Management, Erstma\u00dfnahmen, Erkunden \u0096 Dokumentieren \u0096 Planen, Gesetze \u0096 Normen \u0096 Richtlinien, Methoden \u0096 Stoffe \u0096 Vorgehensweisen, Umsetzung: Ausschreibungen  und Zeitplan, Bauunterhaltung und \u0096pflege sowie Fallbeispiele. Alle Themen wurden so gew\u00e4hlt, dass die gesamte Prozesskette in der Industrie-denkmalpflege von der Begr\u00fcndung des Denkmalstatus \u00fcber die Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung bis zur Nut-zung und Pflege der Objekte angesprochen wird. Mit dem Kapitel Fallbeispiele ist eine praktische Erl\u00e4u-terung der vorangehenden Theoriekapitel m\u00f6glich und zugleich eine Fortschreibung des Leitfadens auch nach der Initialphase angelegt. Diese Breite erlaubt eine ganzheitliche Betrachtung der Vorgehensweise und macht an verschiedenen Stellen Zw\u00e4nge und Einschr\u00e4nkungen aber auch Optionen deutlich, die bei einer verk\u00fcrzten nur technologischen Schilderung unverst\u00e4ndlich bleiben w\u00fcrden. Damit wird der Leitfa-den zu einem Werkzeug, das f\u00fcr die gesamte Community der Interessenten am Industriedenkmal eine Unterst\u00fctzung bietet und die Community zugleich besser vernetzen kann.<br \/>\nF\u00fcr die Gestaltungsebene erwies sich ein Redaktionsmodell schlie\u00dflich als sinnvollste L\u00f6sung: die Fachexperten lieferten einen umfangreichen Aufsatz zu ihrem jeweiligen Kompetenzgebiet nach Vorgabe durch die Fachredaktion des Projektes (die drei Kooperationspartner des Vorhabens). Diese Texte wur-den von der Redaktion auf eine Grundstruktur vereinheitlicht. Die wesentlichen Aussagen wurden auf ei-nen Kurztext zusammengefasst und nach Kontrolle durch die Erstautoren in den Leitfaden eingestellt. Die Langtexte wurden wenn notwendig und sinnvoll in die \u0084Werkzeugk\u00e4sten\u0093-Bereiche eingestellt. So ist eine \u00dcbersichtsinformation ebenso wie eine Vertiefung m\u00f6glich. Dieses Redaktionsmodell ist allerdings recht arbeitsintensiv und muss in der geplanten Verstetigung des Aktionsplans als Internetplattform noch einmal auf den Pr\u00fcfstand gestellt werden (finden sich gen\u00fcgend Redakteure?).<br \/>\nDie Verbreitungsebene der Information wurde w\u00e4hrend der Projektlaufzeit noch einmal \u00fcberdacht und neu ausgerichtet. Stand zu Beginn des Projektes noch die Idee einer Buchpublikation im Vordergrund, wurde im Laufe des Vorhabens die Verbreitung des Wissens \u00fcber eine web-basierte Plattform favorisiert und umgesetzt. Mit dieser Form der Verbreitung wurde vor allem dem Gedanken einer stetigen Aktuali-sierung des Vermittlungsansatzes Rechnung getragen. Wurde hier zu Beginn noch eine Wiki-Technologie favorisiert und getestet, wurde final doch ein Content-Management-System (joomla) auf Grund seiner komfortableren Bedienung als Plattform gew\u00e4hlt. Eine endg\u00fcltige Freischaltung der Plattform (www.indumap.de) wird \u0096 nach zahlreichen Vortests &#8211; im Fr\u00fchjahr 2014 erfolgen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Projektgedanke und die erzielten Ergebnisse wurden auf zahlreichen nationalen und internationalen Tagungen zur Industriedenkmalpflege vorgestellt. Auf internationaler Ebene seien hier beispielhaft er-w\u00e4hnt: die BigStuff-Konferenzen 2010 (in Duxford\/UK) und 2013 (in Ottawa\/Kanada), die 2009er TICCIH-Konferenz in Freiberg sowie die Konferenz \u0084Incredible Industry &#8211; Preserving the evidence of industrial society\u0093 der Nordic Association of Conservators in Kopenhagen, ebenfalls im Jahre 2009. Im nationalen Kontext sind besonders die Tagungen \u0084Industriekultur 2020\u0093 (an verschiedenen Standorten im Ruhrge-biet) und \u0084Industriekultur als urbaner Transformationsprozess\u0093  (auf der Zeche Zollverein) beide im Jahr 2011 zu nennen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt \u0084Entwicklung eines modularen, systematischen Aktionsplans zum nachhaltigen Umgang mit anthropogen umweltgesch\u00e4digten Industriedenkmalen\u0093 hat wesentlich zum Zusammentragen des bisher verstreut zu Einzelobjekten vorliegenden bzw. auf einzelne Aspekte im Themenbereich beschr\u00e4nkten Wissens gef\u00fchrt. Mit der Entscheidung eine Gesamtbetrachtung des Themas vorzunehmen, konnte eine Vernetzung der unterschiedlichen Akteure erzielt werden. Damit ist nicht nur ein umfassender Leitfaden begr\u00fcndet worden, sondern auch eine Basis f\u00fcr die weitergehende Zusammenarbeit der Akteure herge-stellt worden. Durch die Wahl einer webbasierten Ergebnispr\u00e4sentation wird eine gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Verbrei-tung erzielt. Dieses Medium erlaubt dar\u00fcber hinaus eine Verstetigung des Gedankens und eine dauerhaf-te Aktualisierung des Leitfadens durch die Community selbst. Eine englische Version ist bereits ange-dacht und findet im internationalen Bereich gro\u00dfes Interesse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im beantragten Vorhaben soll anhand von ausgew\u00e4hlten Beispielen (Industriedenkmalen aus dem Ruhr-gebiet) eine allgemeing\u00fcltige, auf die Praxis ausgerichtete Methodik (Aktionsplan) zum nachhaltigen Um-gang mit Industriedenkmalen erarbeitet und als Muster-Handbuch (mit Checklisten) zur Verf\u00fcgung gestellt werden. 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