{"id":25064,"date":"2025-06-25T10:32:28","date_gmt":"2025-06-25T08:32:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26941-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:30","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:30","slug":"26941-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26941-01\/","title":{"rendered":"Nutzung innovativer Technikkombinationen zur substanzschonenden Rekonstruktionsplanung anthropogen gesch\u00e4digter historischer Parkanlagen am Beispiel von Park Paretz, Brandenburg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durch den speziellen dynamischen Charakter von Gartendenkmalen werden auch in Zukunft immer wieder pflegende und restaurierende Eingriffe an diesen n\u00f6tig sein. Dabei ist die m\u00f6glichst weitgehende Erhaltung vorhandener historischer Substanz (Wege, Bodenmodell, Geh\u00f6lze &#8230;) und an deren Beispiel die Vermittlung der Gartengeschichte das Ziel einer fachkundigen Gartendenkmalpflege. Im Rahmen des Vorhabens sollen modellhaft mit Technikkombinationen der Geophysik in Verbindung mit Ergebnissen der Lufterkundung und traditioneller Quellenrecherche zerst\u00f6rungsfrei Informationen \u00fcber die aus verschiedenen Entwicklungsphasen noch vorhandene Substanz der Paretzer Gartenanlagen gewonnen werden. Eine abschlie\u00dfende Publikation soll die Methodik und Ergebnisse einem gro\u00dfen Kreis potentieller Anwender (u. a. Eigent\u00fcmer und Betreuer historischer Gartenanlagen sowie Planungsb\u00fcros) nahe bringen. Das Projekt befasst sich mit der 7,5 ha gro\u00dfen Gartenanlage der SPSG in Paretz\/Brbg. Ab 1797 wurden die gesamte Ortslage und der \u00fcbernommene Garten grundlegend zu einem Musterensemble der preu\u00dfischen Landbaukunst und Landwirtschaft umgestaltet. Bis zum Ende des 19. Jh. erfolgten nur unwesentliche \u00c4nderungen. Dann jedoch setzten kleinr\u00e4umige Umgestaltungen und langsamer Verfall, nach 1945 auch gezielte \u00dcberformung und Zerst\u00f6rung ein. Inzwischen sind das Schloss und seine Nebengeb\u00e4ude wieder restauriert und \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. Eine entsprechende Restaurierung des 2008 ins Eigentum der SPSG \u00fcbertragenen Gartens ist mittelfristig vorgesehen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen des Projektes wurden vor den in vergleichbaren F\u00e4llen bisher \u00fcblichen Bodenuntersuchungen durch eine Kombination geophysikalischer Methoden, Luftbildauswertungen und Quellenrecherche m\u00f6glichst umfangreiche Informationen \u00fcber die noch im Boden vorhandene Substanz zusammengetragen und in ein geografisches Informationssystem eingegeben. Partiell erg\u00e4nzende Grabungen interpretierten die gewonnenen Ergebnisse. Alle Projektbeteiligten diskutierten zum Abschluss gemeinsam die Ergebnisse, auf deren Grundlage nun die Entscheidungen f\u00fcr gezielte Bodenuntersuchung und f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Umgang mit der konkreten Anlage Paretz getroffen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Geophysikalische Verfahren und die Methoden der Geofernerkundung werden seit einiger Zeit erfolgreich in der Gartendenkmalpflege angewendet, da sie den Vorteil der Zerst\u00f6rungsfreiheit haben. Im vorliegenden Fall war die Kombination vieler Verfahren und die st\u00e4ndige, begleitende R\u00fcckkopplung zwischen Gartendenkmalpflegern und Untersuchenden eine der Besonderheiten. Au\u00dferdem wurde entgegen sonstiger Vorgehensweise ergebnisoffen, nahezu fl\u00e4chendeckend gemessen und nicht gezielt nach r\u00e4umlich begrenzten Einzelelementen gesucht. Daher wurde im Ergebnis eine F\u00fclle von auff\u00e4lligen Strukturen gemessen, die entweder gemeinsam interpretiert werden konnten oder noch ihrer Erkl\u00e4rung harren. Im Zuge des Projektes konnte noch einmal herausgearbeitet werden, dass zwei wichtige Voraussetzungen f\u00fcr sinnvollen Einsatz der Geophysik die aufgrund der gesuchten historischen Gartenelemente zu erwartenden physikalischen Kontraste und ein weitgehend hindernisfreies Areal sind. Letzteres war schlie\u00dflich auch ein Hinderungsgrund f\u00fcr die gro\u00dffl\u00e4chige kombinierte Messung, die den Bewegungsraum f\u00fcr ein Zugfahrzeug mit gr\u00f6\u00dferen anh\u00e4ngenden Apparaturen erfordert h\u00e4tte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Projektes wurden zusammengefasst und im Heft 23 der Arbeitshefte des Brandenburgischen Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege und Arch\u00e4ologischen Landesmuseums 2011 unter dem Titel Geophysik in der Gartendenkmalpflege &#8211; Zerst\u00f6rungsfreie Untersuchungsmethoden im Schlosspark Pa-retz, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-714-2 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Neben den inhaltlich-praktischen Ergebnissen und den zahlreichen Informationen \u00fcber auf Anhieb oberfl\u00e4chlich nicht mehr erkennbare historische Gartenelemente war vor allem der beiderseitige Erkenntnisgewinn durch die st\u00e4ndige interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit der Gartendenkmalpfleger und Geophysiker ein wichtiges Projektergebnis. Als besonders geeignete Methoden kristallisierten sich die Gleichstromelektrik und Elektromagnetik f\u00fcr die tieferen sowie die Geomagnetik f\u00fcr die flacheren Bodenschichten heraus. Die Verarbeitung der gewonnenen Messergebnisse in einem geografischen Informationssystem in Kombination mit der nachfolgenden gemeinsamen Interpretation kann danach recht einfach Verdachtsareale benennen. In diesen kann durch nachfolgende Grabungen gezielt und weniger st\u00f6rend nach den entsprechenden fraglichen Gartenelemente gesucht werden. Ein derzeit noch begrenzender Faktor zum gro\u00dffl\u00e4chigen Einsatz geophysikalischer Methoden ist allerdings die Forderung nach Freiheit der Untersuchungsfl\u00e4che von die Messtechnik st\u00f6rendem Bewuchs.<br \/>\nMit der abschlie\u00dfenden Publikation wurde ein Leitfaden f\u00fcr Garteneigent\u00fcmer und -denkmalpfleger erstellt, der im Interesse der Substanzschonung \u00fcber die Grenzen und M\u00f6glichkeiten des Einsatzes und der Informationsverarbeitung geophysikalischer Methoden aufkl\u00e4rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch den speziellen dynamischen Charakter von Gartendenkmalen werden auch in Zukunft immer wieder pflegende und restaurierende Eingriffe an diesen n\u00f6tig sein. 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