{"id":25057,"date":"2026-03-28T10:32:10","date_gmt":"2026-03-28T09:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26887-01\/"},"modified":"2026-03-28T10:32:11","modified_gmt":"2026-03-28T09:32:11","slug":"26887-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26887-01\/","title":{"rendered":"Strategisches Planungs- und Entscheidungsinstrument: Modellhafte Umsetzung eines multiskaligen und -temporalen Br\u00fcckenkonzepts (Informationssystem) f\u00fcr den Naturschutz in der Stadt Berlin"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Um bei gesamtst\u00e4dtischen Planungen ein hohes Ma\u00df an Umweltentlastung zu erreichen, sind f\u00fcr zu erwartende Umweltver\u00e4nderungen vorausschauende und nachhaltige Planungen n\u00f6tig. Dies impliziert dabei nicht nur das nachgeschaltete Reagieren auf Natur- und Umweltver\u00e4nderungen, sondern eine fr\u00fchzeitige Steuerung durch die rechtzeitige Einbindung von Naturschutz- und Umweltbelangen in die st\u00e4dtischen Planungs- und Strategieprozesse. <\/p>\n<p>Ziel des Projektes ist daher die Entwicklung eines multiskaligen und -temporalen Informationssystems, welches die in Berlin vorliegende F\u00fclle an unterschiedlich nebeneinander bestehenden Datenstrukturen vereinheitlicht und so einen optimierteren Einsatz von Daten in Planungsprozessen zur Behandlung aktueller Problemstellungen und Anforderungen gew\u00e4hrleistet. <\/p>\n<p>Es soll eine flexible und erweiterbare Anwendungsm\u00f6glichkeit geschaffen werden, die den Einsatz der Umweltinformationen auf unterschiedlichen Ma\u00dfstabsebenen (multiskalig) unter Einbeziehung dynamisch-zeitlicher Ver\u00e4nderungen (multitemporal) erm\u00f6glicht. Durch die Verkn\u00fcpfung der vielf\u00e4ltigen Umweltinformationen, sollen Planungs- und Entscheidungsprozesse integriert bearbeitet und natur- und umweltvertr\u00e4glich gestaltbar werden. <\/p>\n<p>Die Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung beabsichtigt damit bereits auf den vorgelagerten, auch informellen Planungsebenen vorausschauend agieren zu k\u00f6nnen und somit die Umweltentlastung im Stadtgebiet zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEin wesentliches Element des Projektes ist die Entwicklung einer Szenarien- und Alternativenanwendung in einem Geoinformationssystem, die eine strategische Pr\u00fcfung geeigneter Standortalternativen und einer damit einhergehenden umfassenden Absch\u00e4tzung von Umweltauswirkungen auf die einzelnen Schutzg\u00fcter nach dem Gesetz \u00fcber die Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung (UVPG) r\u00e4umlich abbilden kann. <\/p>\n<p>F\u00fcr die technische Verarbeitung werden die f\u00fcr eine Bearbeitung auf gesamtst\u00e4dtischer Ebene notwendigen Daten aufbereitet und bereitgestellt. F\u00fcr die Weiterverarbeitung und Zusammenf\u00fchrung der heterogen gewachsenen Datenstrukturen und f\u00fcr die beispielhafte Szenarien- und Alternativenpr\u00fcfung wird ein multiskaliges und -temporales Konzeptmodell erarbeitet. Dabei ist auf technischer Seite die Gew\u00e4hrleistung der Interoperabilit\u00e4t der Daten ein wesentlicher Schwerpunkt. <\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df der rechtlich vorgesehenen Pr\u00fcfschritte eines Umweltberichtes nach UVPG (SUP-Teil) wird zun\u00e4chst sowohl f\u00fcr die gesamtst\u00e4dtische als auch f\u00fcr die teilgebietsbezogene Ebene eine methodische Vorgehensweise f\u00fcr die Absch\u00e4tzung der zu erwartenden Umweltauswirkungen ausgearbeitet. Es werden aufbauend auf vorhandenen Arbeiten Transformationsregeln formuliert, welche f\u00fcr vertikale Aggregations- und Selektionsprozesse notwendig sind. Unter Ber\u00fccksichtigung vorhandener internationaler und nationaler Datenstandards werden GIS-Methodiken konzipiert.<\/p>\n<p>Folgend werden geeignete Fallbeispiele ausgew\u00e4hlt, anhand derer die Szenarien- und Alternativenpr\u00fcfung mit dem Planungs- und Entscheidungsinstrument prototypisch umgesetzt werden soll. Der Einsatzbereich des Informationssystems soll sich auch auf Fragen der digitalen \u00d6ffentlichkeitsinformation bzw. -beteiligung (ePartizipation) in Planungsprozessen erstrecken.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des SUPPORT Projekts konnte insbesondere mit den f\u00fcnf Szenarien-Fallbeispielen eine Methodik pr\u00e4sentiert werden, die aufzeigt, wie eine SUP tats\u00e4chlich strategisch ausgerichtet werden kann und dabei \u00fcber die in Deutschland \u00fcbliche verbal-argumentative Bewertung von m\u00f6glichen Umweltauswirkungen hinausgeht. Insbesondere wurde deutlich, dass Umweltpr\u00fcfungen, die die gesamt-st\u00e4dtische Planungskulisse in Betracht ziehen, in hohem Ma\u00df geeignet sind, die Notwendigkeit der Absch\u00e4tzung alternativer st\u00e4dtischer Entwicklungsoptionen anzuzeigen. Weiterhin eignet sich die Anwendung f\u00fcr die Identifizierung von besonders sensiblen Gebieten, die im Falle einer Plan\/Politik-Implementierung betroffen w\u00e4ren und f\u00fcr die Bedarf von vertiefenden Planungsstudien best\u00fcnde. Die Szenarienentwicklung selbst erm\u00f6glicht es, unterschiedliche Politiken und Informationen im Prozess der Umweltfolgenabsch\u00e4tzung zusammenzuf\u00fchren und tr\u00e4gt somit dazu bei, diese in einen integrativeren Kontext zu stellen.<br \/>\nEbenfalls gelungen ist die Adressierung neuer fachlicher Herausforderungen im Bereich des Natur- und Umweltschutzes, wie in den Klimawandelaspekten unterstellten Fallbeispielen. Ans\u00e4tze zur fr\u00fchzeitigen Integration dieser Problematik in die st\u00e4dtischen Planungsprozesse wurden identifiziert und konnten darstellen, wie eine Absch\u00e4tzung auch ohne modelliertes Datenmaterial durchgef\u00fchrt werden kann.<br \/>\nParallel zur Entwicklung und Umsetzung der Szenarien wurden die Inhalte des Methodenrahmens (fl\u00e4chendeckende Bestandsaufnahme der UVPG-Schutzg\u00fcter, im Vorg\u00e4ngerprojekt zu SUPPORT entwickelt und Grundlage f\u00fcr die Szenarien- und Alternativenanwendung) in den sogenannten FIS-Broker SUP bei SenStadt \u00fcberf\u00fchrt. Dieser steht nun im Intranet der Senatsverwaltung zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nAls Beitrag zur Verbesserung der Dateninteroperabilit\u00e4t wurde exemplarisch anhand der auf der Biotoptypenkartierung basierenden Biotopbewertung auf die Blockstruktur, als bereichsscharfe Basisgeometrie, aggregiert. Damit konnte gezeigt werden wie sehr detailliert vorliegende Bewertungen in gro\u00dfr\u00e4umigen, mitunter auch Schutzgut \u00fcbergreifenden Absch\u00e4tzungen einbezogen werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDie \u00dcbertragbarkeit der Methode auf eine andere Stadt wurde erfolgreich f\u00fcr die Stadt Leipzig gezeigt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde in unterschiedlichen deutschen sowie internationalen Ver\u00f6ffentlichungen diskutiert. Es wurde in einer Reihe von Vortr\u00e4gen vor internationalem Fachpublikum, StudentInnen sowie Praxis relevanten Partnern bei SenStadt aber auch dar\u00fcber hinaus pr\u00e4sentiert.<br \/>\nZwei Artikel, die die wesentlichen Ergebnisse darstellen, werden zeitnah zum Projektabschluss in zwei internationalen Journals eingereicht (Environment and Planning B; Landscape and Urban Planning). Des Weiteren ist eine Brosch\u00fcre erstellt worden, die das Projekt in kurzer und ansprechender Form, nicht nur f\u00fcr mit Planung Befasste, vorstellt. Sie wird auf den Homepages von SenStadt sowie der zwei am Projekt beteiligten Fachgebiete zur Verf\u00fcgung stehen.<br \/>\nUm die Ergebnisse einer breiteren \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu machen, ist vorgesehen, SUPPORT auf einer Fachtagung der TU Berlin oder bspw. im Rahmen des Langen Tags der Stadtnatur vorzustellen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Entwicklung der Szenarien im Verlauf des Projekts hat vor allem gezeigt, dass es einer reformierten Planungskultur bedarf, die mit den aus Umweltfolgenabsch\u00e4tzungen auf strategischer Ebene einhergehenden Konsequenzen umgehen kann. Das hie\u00dfe zun\u00e4chst, dass ein Bewusstsein daf\u00fcr vorhanden ist, dass die grobe Pr\u00fcfung von Umweltwirkungen, die von (in)formellen Planungen und vielleicht fl\u00e4chenunspezifischen Politiken ausgehen, besser ist als gar keine Pr\u00fcfung, auch, wenn damit Ungenauigkeiten in der Absch\u00e4tzung verbunden sein k\u00f6nnen. Den in den Szenarien generierten Karten w\u00fcrde dabei eine unterst\u00fctzende Funktion zukommen, n\u00e4mlich die gerade auf den strategischen Ebenen noch abstrakten und teils auch schwer zu verortenden Wirkungen (seien es positive oder negative) bildlich vor sich zu haben &#8211; das Verkehrsstromszenario kann daf\u00fcr als gutes Beispiel gelten &#8211; und so mit den eigenen (mehr oder weniger bewusst ausgebildeten) Vorstellungen von Stadtentwicklung zu verbinden. Dies w\u00fcrde einer erh\u00f6hten Transparenz und damit Akzeptanz von Planungen und Politiken Rechnung tragen.<br \/>\nAuf der technischen Seite des Projektes konnte gezeigt werden, dass der Einsatz von r\u00e4umlichen Analysen in einem GIS unabdingbar ist, um gesamtst\u00e4dtische Wirkungsabsch\u00e4tzungen in ihrer Komplexit\u00e4t \u00fcberhaupt quantifizierbar zu machen. Zentrale Voraussetzung ist daf\u00fcr eine ma\u00dfstabs- und fach\u00fcbergreifende Interoperabilit\u00e4t der Daten, die derzeit weder innerhalb von Berlin, national oder europaweit f\u00fcr alle Daten gew\u00e4hrleistet ist. Da diese Anforderung sowohl den Anwendern als auch den Datenproduzenten mittlerweile bewusst ist, wird bereits in vielf\u00e4ltigen Aktivit\u00e4ten an der Zusammenf\u00fchrung heterogener Datenstrukturen gearbeitet, so dass mittelfristig auch schutzgut\u00fcbergreifende Analysen zum Einsatz gekommen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Um bei gesamtst\u00e4dtischen Planungen ein hohes Ma\u00df an Umweltentlastung zu erreichen, sind f\u00fcr zu erwartende Umweltver\u00e4nderungen vorausschauende und nachhaltige Planungen n\u00f6tig. 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