{"id":25049,"date":"2023-10-01T10:32:06","date_gmt":"2023-10-01T08:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26865-01\/"},"modified":"2023-10-01T10:32:09","modified_gmt":"2023-10-01T08:32:09","slug":"26865-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26865-01\/","title":{"rendered":"Analyse und Konzeptentwicklung zur energetischen und \u00f6kologischen Modernisierung und Erweiterung der Dorfgemeinschaft M\u00fcnzinghof"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Dorfgemeinschaft ist eine soziale Einrichtung mit anthroposophischen Grunds\u00e4tzen mit derzeit ca. 120 Einwohnern, die mittelfristig auf ca. 180 Menschen erweitert werden soll. Da das Dorf Werkst\u00e4tten, Landwirtschaft und Gartenbau als Demeter-Betriebe betreibt, bildet es eine kleine kommunale Einheit mit weitgehender Selbstversorgung.<br \/>\nEs sollte ein Grundlagenprojekt zur Erkundung des Bestandes und dessen Bewertung entstehen, welches zum Ziel die Werterhaltung und die Zukunftsf\u00e4higkeit des gesamten Dorfes hat. Dabei sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass der Bestand verbessert und optimierte Baul\u00f6sungen f\u00fcr Neubauten und Sanierungen gefunden werden. Des Weiteren soll ein ganzheitliches Energie- und Geb\u00e4udemanagement mit dem Ziel entstehen, mit dauerhaft geringsten Nachfolgekosten den bestm\u00f6glichen Bestandserhalt mit besten \u00f6kologischen Rahmenbedingungen ganzheitlich zu planen und praxisnah umzusetzen. Der Prim\u00e4r-Energieverbrauch und die CO2-Emmissionen sollen hierbei m\u00f6glichst  weit gesenkt werden. Ziel ist es, die derzeit fossilen Energieverbr\u00e4uche weitgehend regenerativ zu ersetzen und den Stromverbrauch deutlich zu reduzieren.<br \/>\nHierbei wurden Wohngeb\u00e4ude, Werkst\u00e4tten (B\u00e4ckerei, K\u00e4serei, G\u00e4rtnerei, Metall- und Holzwerkstatt, Kerzenzieherei) als Gesamtsystem mit dem Ziel, Abw\u00e4rmenutzung von K\u00fchleinrichtungen, R\u00fcckgewinnungsm\u00f6glichkeiten von Abw\u00e4rme, Einbindung von solarer W\u00e4rme im Gesamtsystem zu integrieren, betrachtet. Des Weiteren sieht das Konzept vor, dass Mikronetze bzw. angemessene Energieverb\u00fcnde hergestellt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Gesamtprojekt wurde bzw. wird in 3 Stufen durchgef\u00fchrt:<br \/>\n1.\tBestandsaufnahme der Geb\u00e4ude mit Energieberatung und Ermittlung der differenzierten Verbrauchsdaten Strom, Heizung, Trinkwasser; Erstellung von Datenbl\u00e4ttern als \u00dcberblick zu jedem Geb\u00e4ude mit Darstellung des Ist- und Soll-Zustandes sowie Energiesparma\u00dfnahmen; Erfassung des Geb\u00e4udezustands mit Bauschadensaufnahme und Bewertung Barrierefreiheit und Brandschutz<br \/>\n2.\tErstellung eines Umsetzungsprogramms als integratives Planungskonzept f\u00fcr die Gesamtbetrachtung des M\u00fcnzinghofes mit Erarbeitung einer Priorit\u00e4tenliste und damit verbundenen Amortisationszeiten bzw. Umsetzungsm\u00f6glichkeiten<br \/>\n3.\tSukzessive Umsetzung des Sanierungs- und Erweiterungsprogramms in folgenden Bereichen:<br \/>\no\tEnergetische Sanierung im Bestand mit Optimierung der Haus- und Anlagentechnik<br \/>\no\tNeubauten m\u00f6glichst in Passivhaus \u00e4hnlicher Bauweise; dadurch lediglich Stromleitungsverbund, kein Nahw\u00e4rmeanschluss notwendig, evtl. Strom aus BHKW, dessen Abw\u00e4rme in den Bestandsgeb\u00e4uden verbraucht wird<br \/>\no\tUmweltbewusstsein der Bewohner und Mitarbeiter verbessern<br \/>\no\t\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Wissenstransfer an andere, \u00e4hnlich gelagerte Einrichtungen leisten<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ausgangspunkt f\u00fcr die Erstellung eines ganzheitlichen Konzeptes f\u00fcr den M\u00fcnzinghof war eine umfassende Bestandsuntersuchung, bei der die Geb\u00e4udetechnik und die Bauteilaufbauten erfasst, U-Werte ermittelt und Energieberatungs-Berechnungen erstellt sowie Energie- und Wasserverbr\u00e4uche analysiert wurden. Bei den Ortsbegehungen wurde au\u00dferdem der Geb\u00e4udezustand erfasst und verschiedentlich bauphysikalische Probleme festgestellt, mit der Folge von Schimmelbefall. Barrierefreiheit und Brand-schutz wurden auf Basis heutiger Anforderungen bzw. der aktuellen Gesetzeslage gepr\u00fcft. Auf Grundlage dieser Bestandsanalyse wurden m\u00f6gliche Energiesparma\u00dfnahmen zusammengestellt und Priorit\u00e4ten festgelegt. Au\u00dferdem wurden die Erweiterungsabsichten der Dorfgemeinschaft abgekl\u00e4rt, vorhandene Energieverb\u00fcnde bzw. Nahw\u00e4rmenetze und die damit verbundenen Erfahrungen erkundet. Einrichtungs-spezifische Notwendigkeiten, wie z. B. Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Mitbewohner und Betreute wie z. B. Hackschnitzelbeschaffung durch verg\u00fctete Gr\u00fcnpflege als Besonderheit der Synergie zwischen Be-sch\u00e4ftigung und Wirtschaftlichkeit wurden ebenso ber\u00fccksichtigt wie die Alterszunahme der Bewohner und daraus resultierend, dass die Dorfgemeinschaft in Zukunft nicht nur behindertengerecht sondern auch altenpflegegerecht ausgestattet werden muss.<br \/>\nDas dargestellte Umsetzungsprogramm zur energetischen und \u00f6kologischen Modernisierung und  Erweiterung der Dorfgemeinschaft M\u00fcnzinghof zeigt sehr deutlich, wie wichtig eine integrale Planung ist. Es m\u00fcssen die M\u00f6glichkeiten der CO2-Reduktion und der baulichen Verbesserungen erkannt und innerhalb eines Projektes konsequent umgesetzt werden. Eine Art energetischer Projektsteuerung ist hierbei hilfreich, die neben den baulichen M\u00f6glichkeiten die technischen Energieeinsparm\u00f6glichkeiten und Synergieeffekte zwischen verschiedenen Technikkomponenten erkennt und einplant. Des Weiteren sind die Energieaufwendungen und -str\u00f6me insgesamt zu betrachten. Alle W\u00e4rmeinhalte m\u00fcssen m\u00f6glichst recycelt werden und u. U. mehrfach verwendet werden.<br \/>\nEs wurden gleicherma\u00dfen die baukonstruktiven und die technischen M\u00f6glichkeiten auf ihre Nachhaltigkeit \u00fcberpr\u00fcft. Nach deren Vergleich und Diskussion im Planungsteam und mit der Dorfgemeinschaft wird entsprechend f\u00fcr die Zukunft geplant. Des Weiteren wurde darauf geachtet, bereits heute alle m\u00f6glichen Energie- und CO2-Einsparm\u00f6glichkeiten umzusetzen und nicht aktuell g\u00fcltigen Mindestvorschriften als Begr\u00fcndung f\u00fcr halbherzige Ma\u00dfnahmen zu zitieren. Die drohende Klimakatastrophe verlangt maximale Energieeinsparungen, deren Wirtschaftlichkeit durchaus darstellbar ist. Dadurch werden f\u00fcr den n\u00e4chsten Nutzungszyklus keine sp\u00e4teren Nachr\u00fcstungen n\u00f6tig.<br \/>\nEin wichtiges Ergebnis der Arbeit ist, dass das Soziale, das Bauliche und die zuk\u00fcnftigen Unterhaltskosten eng aufeinander abgestimmt werden m\u00fcssen, um eine zukunftsf\u00e4hige Gesamteinrichtung mit m\u00f6glichst hoher Gesamteffizienz im menschlichen und im wirtschaftlichen Bereich zu erreichen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend der Erstellung des Umsetzungsprogramms wurden erste Zeitungsmeldungen ver\u00f6ffentlicht. Das Ergebnis der Bestandsanalyse und das sukzessiv weiterentwickelte Konzept wurde der Dorfgemeinschaft vorgestellt und mit ihr diskutiert, die Eltern sowie der Freundeskreis sind \u00fcber die Planungsschritte und die Ziele unterrichtet. Der Abschlussbericht in Form einer Brosch\u00fcre sowie eine zusammenfassende PowerPoint-Pr\u00e4sentation legen die umweltrelevanten Ziele sowie die Arbeitsmethodik offen und sollen somit auch anderen Entscheidungstr\u00e4gern als Entscheidungs- und Arbeitshilfe dienen. Au\u00dferdem sollen die Ergebnisse auf einer Informationstafel pr\u00e4sentiert und auf der Homepage des M\u00fcnzinghofes ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die qualitativ hochwertigen Ergebnisse der Planung und die darstellbare Nachhaltigkeit sollten den Keim bilden, den gesamten M\u00fcnzinghof mit dem Ziel der CO2-Neutralit\u00e4t zu \u00fcberplanen. Die erhaltenen Kennwerte, die verifiziert werden m\u00fcssen, k\u00f6nnen als Orientierungswert f\u00fcr weitere Niedrigstenergiesanierungen und -neuplanungen dienen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Dorfgemeinschaft ist eine soziale Einrichtung mit anthroposophischen Grunds\u00e4tzen mit derzeit ca. 120 Einwohnern, die mittelfristig auf ca. 180 Menschen erweitert werden soll. Da das Dorf Werkst\u00e4tten, Landwirtschaft und Gartenbau als Demeter-Betriebe betreibt, bildet es eine kleine kommunale Einheit mit weitgehender Selbstversorgung. 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