{"id":25040,"date":"2024-11-27T10:38:41","date_gmt":"2024-11-27T09:38:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26844-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:44","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:44","slug":"26844-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26844-01\/","title":{"rendered":"Kritische Evaluation urbaner Flie\u00dfgew\u00e4sserprojekte"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gef\u00f6rderten Aufbaus des Netzwerks Flie\u00dfgew\u00e4sser im urbanen Raum &#8211; FluR (AZ 25466-33\/2) wurden zahlreiche urbane Revitalisierungsprojekte an Flie\u00dfgew\u00e4ssern dokumentiert. Diese Beispiel-Dokumentation zeigt eine deutliche Heterogenit\u00e4t hinsichtlich einzelner Ma\u00dfnahmen, Schwerpunkte und Herangehensweisen auf. Dies betrifft Ausgangssituation und Handlungsmotivation, Akteure und Beteiligte, \u00f6kologisch-wasserwirtschaftliche Fragestellungen, Art und Umfang der Kommunikation und Partizipation, Finanzierungswege und auch landschaftlich-st\u00e4dtebauliche Gestaltungsfragen. <\/p>\n<p>Das Ziel des vorliegenden Projektes ist es, geeignete ausgew\u00e4hlte Beispiele im Hinblick auf Erfahrungen sowie hemmende und f\u00f6rdernden Faktoren zu untersuchen und auszuwerten, um daraus Handlungsempfehlungen und Checklisten f\u00fcr Flie\u00dfgew\u00e4sserprojekte, vor allem f\u00fcr den urbanen Bereich, zur Verf\u00fcgung zu stellen und damit einen Beitrag zur zielgerichteten Entwicklung zuk\u00fcnftiger Vorhaben zu leisten. Ein entscheidender zu erwartender Mehrwert wird darin gesehen, dass die Ergebnisse auf zuk\u00fcnftige Projekte angewendet werden k\u00f6nnen, um vermeidbare Fehler m\u00f6glichst gezielt zu umgehen. M\u00f6gliche Hemmnisse oder Stolpersteine in der Planung werden klar herausgearbeitet. Beispielhafte L\u00f6sungsans\u00e4tze aus Erfahrungswerten sowie verallgemeinerbare Erfolgsfaktoren werden erarbeitet.<\/p>\n<p>Kernfragen des hier umrissenen Evaluationsprojektes sind deshalb:<br \/>\n\tWelche dieser Bedingungen f\u00fchren zu welchen Ergebnissen?<br \/>\n\tWelche Projekte waren \/ sind erfolgreich?<br \/>\n\tWelche Erfolgsfaktoren k\u00f6nnen identifiziert werden?<br \/>\n\tWelche Hemmnisse bestehen?<br \/>\n\tWelche Empfehlungen k\u00f6nnen daraus f\u00fcr k\u00fcnftige Projekte abgeleitet werden und wie sind diese \u00fcbertragbar?<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm den oben skizzierten Fragen nachzugehen, sollen geeignete Modellbeispiele ausgew\u00e4hlt und untersucht werden, die Ansatzpunkte im Hinblick auf die folgenden inhaltlichen Schwerpunkte bieten:<br \/>\n\tNaturschutz (in der Stadt\/am Gew\u00e4sser)<br \/>\n\tStadtentwicklung<br \/>\n\tHochwasser<br \/>\n\tKommunikation<br \/>\n&#8211;\tKooperation und Partizipation<br \/>\n&#8211;\tBildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung<\/p>\n<p>Die Ausarbeitung der Untersuchungskriterien erfolgt mit einem interdisziplin\u00e4r zusammengesetzten Projektbeirat. F\u00fcr jeden Schwerpunkt ist zu kl\u00e4ren, welche Kriterien sich am ehesten eignen, Antworten auf die Kernfragen zu liefern. Bei der Erstellung des Kriterienkatalogs soll im Hinblick auf die sp\u00e4tere Auswertung diskutiert und m\u00f6glichst festgelegt werden, ob und wie eine Gewichtung der einzelnen Bereiche in Form von Matrizes erfolgen kann. Diese sollen auch ein m\u00f6gliches Zusammenspiel der Kriterien\/Schwerpunkte verdeutlichen. <\/p>\n<p>Anhand der Untersuchungskriterien soll die Befragung der Beteiligten in den ausgew\u00e4hlten Projekten anhand eines Interviewleitfadens durchgef\u00fchrt und ausgewertet werden. Parallel zu den f\u00fcr die Evaluation ausgew\u00e4hlten Projekten, sollen dar\u00fcber hinaus weitere Projekte zu ausgesuchten Fragestellungen mit einer Erweiterung der bestehenden Internetplattform des Netzwerkes Flie\u00dfgew\u00e4sser im urbanen Raum einbezogen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der kritischen Evaluation sollen zielgruppengerecht &#8211; insbesondere f\u00fcr Kommunen und b\u00fcrgerschaftliche Initiativen &#8211; in einer Handreichung aufbereitet und dokumentiert werden. Im letzten Drittel der Projektlaufzeit ist eine Tagung eingeplant, bei der erste Ergebnisse bereits eingebracht, gegebenenfalls diskutiert und f\u00fcr die letztendliche Auswertung weiterentwickelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Konkrete Projektergebnisse sind die am 29.\/30.10.2009 durchgef\u00fchrte Netzwerktagung, der Ausbau der Internetseite www.netzwerk-flur.de sowie die Ausarbeitung und Verbreitung der Handreichung Revitalisierung urbaner Fl\u00fcsse und B\u00e4che &#8211; Empfehlungen und Tipps von kommunalen Akteuren f\u00fcr kommunale Akteure<br \/>\nFolgende Ergebnisse konnten aus der Befragung von 13 intensiv untersuchten Beispielen, der Einsch\u00e4tzung von \u00fcber 30 Personen, den Diskussionen im Projektbeirat und auf der Netzwerktagung gezogen und in o.g. Handreichung aufbereitet werden.<br \/>\nDas Spektrum in Bezug auf die Erfahrungen und Empfehlungen zu den Bereichen Anlass und Ziel, Politik und Verwaltung, Finanzen, Planung und Umsetzung, Prozess sowie Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung ist weit. Eindeutige Erfolgs- und Hemmnisfaktoren zweifelsfrei zu benennen, ist nicht m\u00f6glich. Es handelt sich vor allem um Erfahrungen, die sich individuell als Mittel zum Erfolg bew\u00e4hrt haben. Jedes Vorhaben ist anders und ein Haupterfolg liegt in der fr\u00fchzeitigen und strategischen Anpassung der vorgestellten Empfehlungen und Hinweise auf die Verh\u00e4ltnisse vor Ort.<br \/>\nTrotz zum Teil sehr unterschiedlicher fachlicher Hintergr\u00fcnde und unterschiedlichster Rahmenbedingungen lassen sich aus der Menge der individuellen Erfahrungen dennoch gemeinsame Tendenzen deutlich ablesen. Unter dem Aspekt Anlass und Ziel ist festzustellen, dass im urbanen Raum selten nur eine Zielsetzung verfolgt werden kann, d. h. Kompromisse sind unerl\u00e4sslich. Demzufolge kennzeichnen erfolgversprechende Projekte, dass gleichzeitig mehrere Ziele verfolgt werden (Synergien), m\u00f6glicherweise in unterschiedlicher Auspr\u00e4gung an unterschiedlichen Abschnitten.<br \/>\nIn Bezug auf Politik und Verwaltung ist bei der Bewertung von Projekten die Haltung der Entscheidungstr\u00e4ger und der politischen wie administrativen Meinungsmacher wichtig. Es gilt diese f\u00fcr das geplante Projekt zu gewinnen, z. B. durch eine \u00fcberzeugende, am besten emotional ansprechende Darstellung der Mehrwerte von Projekten. Ausreichende und gesicherte Finanzen sind der Dreh- und Angelpunkt eines Projektes. Eine fr\u00fchzeitige, realistische und differenzierte Kostenaufstellung ist die Basis, um eine solide Finanzierung auch unter Nutzung unterschiedlicher Quellen und Tr\u00e4ger zu erm\u00f6glichen. Bei der Bewertung der Planungs- und Umsetzungsphase eines Projektes ist die Betrachtung, wie mit vorgefundenen Rahmenbedingungen umgegangen wird, ma\u00dfgebend. Bei der Betrachtung des Prozesses selbst, ist auf die Bereiche Kooperation, \u00d6ffentlichkeitsarbeit und B\u00fcrgerbeteiligung besonders zu achten. Ein langfristig, lebendiger Prozess ist anzustreben. Eine wesentliche Erkenntnis des Teilprojektes Umweltbildung war, dass lokale\/regionale Vernetzung und Kooperation aller Akteure f\u00fcr eine umfassende und koordinierte langfristige Bildungs- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit (Akteur Netzwerke\/ Flussallianzen) bedeutend ist. Ferner ist eine langfristige Unterst\u00fctzung dieser Vernetzung und Bildungsarbeit auf kommunaler\/regionaler Ebene wichtig. Bundesweit sollten sich die Hauptakteure urbaner Projekte und Netzwerke im Bildungsbereich zum Erfahrungsaustausch, zur konzeptionellen Weiterentwicklung, f\u00fcr wirksame \u00d6ffentlichkeitsarbeit und f\u00fcr Impulse und Anregungen vor Ort vernetzen. So kann eine auf Nachhaltigkeit angelegte Umweltp\u00e4dagogik an Gew\u00e4ssern im urbanen Raum bestm\u00f6glich gelingen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt, die Netzwerktagung und die Handreichung wurden vielf\u00e4ltig beworben. Hierzu z\u00e4hlten u. a. die Herausgabe von Presseinformationen, Fachbeitr\u00e4gen in Fachzeitschriften, Vortr\u00e4gen auf Fachtagungen, Werbung auf verschiedenen Internetseiten, Verteilung der Handreichung in Fachkreisen und im kommunalen Bereich sowie die Verbreitung eines Besprechungsvorschlages zur Handreichung. Nicht zuletzt die Umfrage im Rahmen der allgemeinen Evaluation als auch im Teilprojekt Umweltbildung hat zur Verbreitung des Projektes beigetragen.<br \/>\nDie Handreichung wurde zus\u00e4tzlich zur Verteilung der Printversion zum Download ins Internet gestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Insgesamt hat sich die gew\u00e4hlte Vorgehensweise bew\u00e4hrt, da sie inhaltlich breit aufgestellt war durch den Projektbeirat und die zahlreichen unterschiedlichen evaluierten Projekte und auch die Vielfalt der interviewten Akteure. Dies erm\u00f6glichte vielf\u00e4ltige Erfahrungen und ganz konkrete Hinweise zu erheben, so dass hieraus einzelne Tipps als auch generelle, durch Erl\u00e4uterung und Begr\u00fcndung differenzierte Empfehlungen erzielt werden konnten, die eine \u00dcbertragbarkeit und damit eine echte Hilfestellung f\u00fcr k\u00fcnftige Vorhaben darstellen. Auch die Aufteilung in die allgemeine Evaluation und die eigenst\u00e4ndige Bearbeitung des Teilprojekts Umweltbildung hat sich bew\u00e4hrt. Da das Teilprojekt Umweltbildung mit fachlich anderen Voraussetzungen und \u00fcberwiegend anderen Akteuren arbeitet.<br \/>\nMit der Herausgabe der Handreichung Revitalisierung urbaner Fl\u00fcsse und B\u00e4che &#8211; Empfehlungen und Tipps von kommunalen Akteuren f\u00fcr kommunale Akteure wurde dem Bedarf vieler Praktiker nach einer Hilfestellung, insbesondere um bei politischen Entscheidungstr\u00e4gern Bedenken zerstreuen zu k\u00f6nnen bzw. L\u00f6sungswege aufzuzeigen und um Projektideen in die Umsetzung f\u00fchren zu k\u00f6nnen, entsprochen. In Kombination mit dem Verein Netzwerk-FluR und der zugeh\u00f6rigen Internetseite (Projektdatenbank, Benennung von Ansprechpartnern) gibt es dar\u00fcber hinaus weitere Wege sich \u00fcber Revitalisierungsprojekte f\u00fcr Flie\u00dfgew\u00e4sser im urbanen Raum zu informieren. W\u00fcnschenswert w\u00e4re es f\u00fcr die Zukunft, dass sich sowohl die F\u00f6rderlandschaft f\u00fcr Flie\u00dfgew\u00e4sserentwicklungsprojekte im urbanen Raum verbessert als auch das Netzwerk FluR weitere M\u00f6glichkeiten erh\u00e4lt, um mit einem gewissen finanziellen Spielraum sei-ne Aktivit\u00e4ten fortsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gef\u00f6rderten Aufbaus des Netzwerks Flie\u00dfgew\u00e4sser im urbanen Raum &#8211; FluR (AZ 25466-33\/2) wurden zahlreiche urbane Revitalisierungsprojekte an Flie\u00dfgew\u00e4ssern dokumentiert. Diese Beispiel-Dokumentation zeigt eine deutliche Heterogenit\u00e4t hinsichtlich einzelner Ma\u00dfnahmen, Schwerpunkte und Herangehensweisen auf. 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