{"id":25028,"date":"2023-07-13T15:27:15","date_gmt":"2023-07-13T13:27:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26806-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:27:16","modified_gmt":"2023-07-13T13:27:16","slug":"26806-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26806-01\/","title":{"rendered":"Untersuchung der N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge, Hygieneparameter und des Energiekonzeptes f\u00fcr ein Naturbad am Beispiel des Naturbadesees im Feriendorf Eisenberg G\u00fcnter Richta in Kirchheim"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt umfasste zwei Themenschwerpunkte:<br \/>\n\u0095\tErmittlung von N\u00e4hrstoffeintr\u00e4gen und Hygieneparametern in einen Naturbadsee und Erstellung<br \/>\n     einer N\u00e4hrstoffbilanz sowie<br \/>\n\u0095\tEntwicklung, Bau und Erprobung von Komponenten eines Nullenergie Bades.<br \/>\nBis dato existierten kaum Erkenntnisse \u00fcber den durchschnittlichen N\u00e4hrstoff- und Keimeintrag durch Badeg\u00e4ste oder andere Faktoren in Naturb\u00e4der. Bei Auslegung und Bemessung der nat\u00fcrlichen Aufbereitungssysteme bestanden daher erhebliche Unsicherheiten. Ziel war es daher, eine solide Datengrundlage zu schaffen, um Reinigungssysteme zuk\u00fcnftig besser planen zu k\u00f6nnen und insbesondere einen sicheren Langzeitbetrieb zu gew\u00e4hrleisten.<br \/>\nNaturfreib\u00e4der und (besser) Kleinbadeteiche stellen in der \u00d6ffentlichkeit die umweltbewusste Alternative zum konventionellen Beckenbad dar, wenngleich sich das in den Energiebilanzen nicht immer und ohne Einschr\u00e4nkungen wiederfinden l\u00e4sst. Das \u00f6ffentliche \u0084Nullernergie Bad\u0093  sollte aufzeigen, dass hier tragbare Konzepte wirtschaftlich und \u00f6kologisch sinnvoll und machbar waren. Im Projekt sollten daher Solarantriebskomponenten entwickelt, verbaut und \u00fcber den Projektzeitraum getestet werden.   <\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenErmittlung von N\u00e4hrstoffeintr\u00e4gen<br \/>\nIm Rahmen eines zweij\u00e4hrigen Forschungsprojektes sollten am im Bau befindlichen Naturbadesee im Feriendorf Eisenberg \u0084G\u00fcnter Richta\u0093 Untersuchungen zur Stoffbilanz des Systems (N, P, Keime) erfol-gen. Dabei war vorgesehen, die Eintr\u00e4ge durch Badeg\u00e4ste, Regenereignisse, \u00fcber das F\u00fcllwasser, Vo-gelkot und sonstige Tiere und deren Elimination im Filter zu ermitteln. Hierzu sollten Zu- und Abfl\u00fcsse festgehalten werden. Die Eintr\u00e4ge durch Badeg\u00e4ste werden zun\u00e4chst \u00fcber separate Einzelversuche ermittelt und anschlie\u00dfend \u00fcber die Besucherzahlen kalkuliert. Fraglich ist, ob hieraus analog zur Abwas-serbehandlung ein Badegastgleichwert ermittelt werden kann.<br \/>\nNullenergie Bad<br \/>\nUm den Betrieb des Bades m\u00f6glichst ohne zus\u00e4tzliche Energiekosten zu erm\u00f6glichen, sollte die Pum-pen- und Steuerungstechnik \u00fcber Solarkomponenten erfolgen. Hierzu waren zun\u00e4chst gesonderte Propellerpumpen zu entwickeln. Das Energiemanagement und die Anlagensteuerung waren zu planen. Insbesondere ein Akkubetrieb war zu ber\u00fccksichtigen, um auch bei ung\u00fcnstigen Wetterbedingungen eine ausreichende Reinigungsleistung der Anlage sicherzustellen. Die entwickelten Komponenten sollten den Betrieb von Naturb\u00e4dern zuk\u00fcnftig kosteng\u00fcnstiger und insbesondere umweltschonender gestalten. <\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Beide Projektteile konnten wie vorgesehen umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Ermittlung von N\u00e4hrstoffeintr\u00e4gen<br \/>\nZur Ermittlung der N\u00e4hrstoffbilanz wurden von 2011-2013 w\u00e4hrend der Badesaison w\u00f6chentlich Proben gezogen. Untersucht wurden physikalische, chemische und hygienisch-mikrobiologische Parameter. In 2011 fanden zus\u00e4tzlich Paralleluntersuchungen eines externen Labors statt. Weiterhin wurden erstmals F\u00fcll- und Regenwassereintr\u00e4ge erfasst und die entsprechenden N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge bewertet. Die Eintr\u00e4ge durch Badeg\u00e4ste wurden im Rahmen von \u0084Tonnenversuchen\u0093 in 2013 ermittelt. Es hat sich gezeigt, dass pro Badegast mit einer Belastung von durchschnittlich 6,5 mg Phosphor und 1,5&#215;105 KBE E.coli zu rechnen ist. Insbesondere konnte auch die Belastung solcher Systeme durch den Eintrag von F\u00fcllwasser, Regen, Luft und Tiere nachgewiesen werden. Hierzu sollten jedoch weitere Untersuchungen folgen.  <\/p>\n<p>Nullenergie Bad<br \/>\nDas Ziel einer Energiebedarfsreduzierung wurde im Bad durch verschiedene Ma\u00dfnahmen erreicht. Bereits bei der Planung wurden die Bauteile so angelegt, dass z.B. Druckverluste in den Leitungen oder bei der Eind\u00fcsung vermieden wurden. Weiterhin wurden gesonderte Propellerpumpen entwickelt und eingesetzt, die einen ausreichenden Volumenstrom gew\u00e4hrleisten und gleichzeitig sehr energieeffizient sind. Sie k\u00f6nnen allerdings nur geringe F\u00f6rderh\u00f6hen \u00fcberwinden, was bei der Planung der Anlage zu ber\u00fccksichti-gen war. Die eingebaute Photovoltaikanlage wird \u00fcber eine SPS bedarfsgerecht gesteuert. Sofern kein Strom ben\u00f6tigt wird, werden 6 Batterien geladen. Die Anlagenleistung wurde weiterhin an die Auslastung der Anlage gekoppelt, d. h. in Phasen au\u00dferhalb der Badezeit (Schlechtwetter, nachts, keine Saison) wird die Leistung reduziert. <\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die MFPA Weimar\/Herr Dr. Kulle trug zu dem Projekt auf folgenden Veranstaltungen vor und stellte es<br \/>\nim Rahmen der Kongresse zur Diskussion:<br \/>\n&#8220;Untersuchungen am Badesee Feriendorf Eisenberg&#8221;, ABS (Arbeitskreis f\u00fcr Badeseen und Schwimm-teiche) Fr\u00fchjahrstagung, M\u00fcnchen, 31.05.2012<br \/>\n\u0084Untersuchungen zur N\u00e4hrstoffbelastung und Hygiene am Naturbadesee Kirchheim\u0093, 7.Internationaler Schwimmteichkongress, Bregenz, 23.-25.10.2013<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ermittlung von N\u00e4hrstoffeintr\u00e4gen<br \/>\nDie Untersuchung belegt, dass die Anlage bez\u00fcglich der n\u00e4hrstofflichen und hygienischen Belastung eine hohe Betriebsstabilit\u00e4t und Sicherheit aufweist. Im Jahr der Betriebsaufnahme war eine gewisse Einfahrphase nachzuweisen. Die Probenahme au\u00dferhalb der Saison zeigte, dass auch dann ein N\u00e4hrstoffeintrag durch Regen und Luft stattfindet. Da die geforderten H\u00f6chstwerte der N\u00e4hrstoffe Phosphor, Nitrat-N und Ammonium-N sowie der Indikatorbakterien E.coli und Enterokokken w\u00e4hrend der Projektlaufzeit nahezu ausnahmslos eingehalten wurden, ist festzustellen, dass naturnahe Schwimm- und Badeteiche mit biologischer Wasseraufbereitung eine Alternative zu herk\u00f6mmlichen Chlorb\u00e4dern darstellen. <\/p>\n<p>Nullenergie Bad<br \/>\nDie Untersuchung hat ergeben, dass der Gesamtstrombedarf der Anlage mit 2.550 kWh in zwei Jahren sehr gering war. Vergleichbare Naturb\u00e4der haben einen Jahresverbrauch von etwa 30.000 kWh im Jahr. Die Photovoltaikanlage konnte 92 % und damit den Gro\u00dfteil des Strombedarfes decken. Damit musste trotzdem noch Strom aus dem Netz zugef\u00fchrt werden, ein \u0084Null Energiebad\u0093 ist nicht entstanden. In Zusammenhang mit Projektteil 1 erscheint es wichtig, festzustellen, dass die Anlage trotz der konstruktiven und energetischen Ma\u00dfnahmen die hygienischen und physikalisch-chemischen Grenzwerte fast ausnahmslos erf\u00fcllt hat und eine sehr gute Wasserqualit\u00e4t aufwies.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt umfasste zwei Themenschwerpunkte: \u0095 Ermittlung von N\u00e4hrstoffeintr\u00e4gen und Hygieneparametern in einen Naturbadsee und Erstellung einer N\u00e4hrstoffbilanz sowie \u0095 Entwicklung, Bau und Erprobung von Komponenten eines Nullenergie Bades. Bis dato existierten kaum Erkenntnisse \u00fcber den durchschnittlichen N\u00e4hrstoff- und Keimeintrag durch Badeg\u00e4ste oder andere Faktoren in Naturb\u00e4der. 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