{"id":25021,"date":"2023-10-01T10:32:06","date_gmt":"2023-10-01T08:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26787-01\/"},"modified":"2023-10-01T10:32:07","modified_gmt":"2023-10-01T08:32:07","slug":"26787-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26787-01\/","title":{"rendered":"Optimierung der Wiedervern\u00e4ssung von Torfabbaufl\u00e4chen f\u00fcr den Vogelschutz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In zahlreichen Hochmooren in Niedersachsen wird noch auf gro\u00dfer Fl\u00e4che Torf abgebaut. Nach Beendigung des Abbaus ist in der Regel eine Wiedervern\u00e4ssung vorgesehen, um eine Hochmoor-Regeneration einzuleiten. Allgemein geht man davon aus, dass eine Wiederherstellung der Hochmoore allenfalls nach sehr langen Zeitr\u00e4umen m\u00f6glich sein wird. Es gibt jedoch zahlreiche Hinweise, dass auch junge Wieder-vern\u00e4ssungsstadien eine hohe \u00f6kologische Bedeutung erlangen k\u00f6nnen, vor allem als Lebensraum f\u00fcr gef\u00e4hrdete Brut- und Rastvogelarten. Allerdings fehlen grundlegende Daten zu Arteninventar, Siedlungsdichten, Habitatwahl und Bruterfolgen der Avifauna auf derartigen Fl\u00e4chen. Diese Daten sollen im Rahmen des Projektes erhoben und daraus Managementempfehlungen f\u00fcr eine aus Vogelschutzsicht optimierte Wiedervern\u00e4ssung der Torfabbaufl\u00e4chen erarbeitet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Barnstorfer Moor, einem von Torfabbau gepr\u00e4gten Hochmoor im Naturraum Diepholzer Moorniederung (Landkreis Diepholz, Niedersachsen) sind bereits in gr\u00f6\u00dferem Umfang Torfabbaufl\u00e4chen wiedervern\u00e4sst worden. Art und Umfang der Wiedervern\u00e4ssung sind jedoch recht unterschiedlich, die verschiedenen Teilfl\u00e4chen unterscheiden sich somit in den f\u00fcr Brut- und Rastv\u00f6geln wichtigen Habitatparametern. Auf diesen Fl\u00e4chen wurden Arteninventar, Siedlungsdichte und Habitatwahl der Brutv\u00f6gel \u00fcber einen Zeitraum von drei Jahren ermittelt werden. Daneben wurden f\u00fcr die vorkommenden Watvogelarten auch die Bruterfolge bestimmt. Potentielle Pr\u00e4datoren von Limikolenk\u00fcken bzw. Gelegen (Raubs\u00e4uger) wurden durch Erfassung von Trittsiegeln und Kotmarkierungen erfasst.<br \/>\nAls Grundlage f\u00fcr die Beurteilung der Habitatnutzung der Brutv\u00f6gel erfolgte eine Aufnahme von Habitatparametern, um Aussagen \u00fcber den Vern\u00e4ssungsgrad sowie die Vegetationsstruktur der Fl\u00e4chen treffen zu k\u00f6nnen. Die Habitatstrukturen wurden mit den Daten der Brutv\u00f6gel verschnitten, optimale Auspr\u00e4gungen der verschiedenen Habitatparameter (Wasserst\u00e4nde, Vegetationsstruktur u. a.) abgeleitet und daraus Handlungsempfehlungen f\u00fcr die Wiedervern\u00e4ssung von Torfabbaufl\u00e4chen entwickelt.<br \/>\nMit jeweils \u00fcber 20 Z\u00e4hlterminen pro Jahr wurde die Bedeutung des Projektgebietes als Gastvogellebensraum untersucht, ferner erfolgten jeweils im Zeitraum von Oktober bis M\u00e4rz Schlafplatzz\u00e4hlungen von Kranichen.<br \/>\nAuf einer ca. 80 ha gro\u00dfen Abbaufl\u00e4che wurde zudem in Zusammenarbeit mit dem Torfabbauunternehmen und der Genehmigungsbeh\u00f6rde eine Wiedervern\u00e4ssung durchgef\u00fchrt und begleitet. Die Auspr\u00e4gung des Bodenreliefs als Parameter f\u00fcr den Wert von Vogellebensr\u00e4umen wurde besonders betrachtet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die wiedervern\u00e4ssten Torfabbaufl\u00e4chen im Barnstorfer Moor besitzen eine hohe Bedeutung als Lebensraum f\u00fcr gef\u00e4hrdete Brutvogelarten, insbesondere f\u00fcr Limikolen und Enten, die stark und dauerhaft vern\u00e4sste Fl\u00e4chen bevorzugen. Beide Artengruppen zeigen auf in Teilen \u00fcberstauten Fl\u00e4chen die h\u00f6chste Pr\u00e4senz. Im Vergleich zu zwei, etwa 4 km bzw. 25 km entfernt liegenden Feuchtwiesengebieten mit \u00e4hn-lichem Arteninventar (NSG Boller Moor, D\u00fcmmerniederung) waren die von Limikolen erzielten Schlupf- und Bruterfolge in den Jahren 2009 bis 2011 auf den wiedervern\u00e4ssten Hochmoorfl\u00e4chen recht hoch. Potentielle Pr\u00e4datoren waren w\u00e4hrend der gesamten Brutzeit im Gebiet pr\u00e4sent. Die festgestellte Gastvogelfauna war artenreich. Im Vergleich zu den genannten Wiesengebieten weist sie jedoch geringe Individuenzahlen auf. Landesweite Bedeutung erreichen die Rastbest\u00e4nde von sechs Vogelarten (Schwarzhalstaucher, Singschwan, Schnatterente, Spie\u00dfente, Flussregenpfeifer, Kampfl\u00e4ufer). Hohe Bedeutung besitzt das Projektgebiet als Kranich-Schlafplatz. Die verschiedenen Habitatparameter wie Fl\u00e4chenanteil von offenem Wasser und offenem Torfboden sowie die Deckungsgrade verschiedener Pflanzenarten sind auf den Teilfl\u00e4chen des Untersuchungsgebietes sehr unterschiedlich ausgepr\u00e4gt und spiegeln den unterschiedlichen Vern\u00e4ssungsgrad und das unterschiedliche Alter der hergerichteten Vern\u00e4ssungsfl\u00e4chen wider. Es wird deutlich, dass ein Nebeneinander von dauerhaften, d. h. bis in den Sp\u00e4tsommer hinein vorhandenen Wasserfl\u00e4chen und h\u00f6herliegenden Bereichen die besten Habitatbedingungen f\u00fcr gef\u00e4hrdete Brutvogelarten, aber auch f\u00fcr Gastv\u00f6gel bietet. <\/p>\n<p>Zufallsbeobachtungen zeigen, dass das Untersuchungsgebiet auch f\u00fcr verschiedene andere Artengruppen eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung besitzt. Die Wiedervern\u00e4ssung von Torfabbaufl\u00e4chen mit bewegtem Bodenrelief wurde auf einer Gesamtfl\u00e4che von ca. 80 ha umgesetzt. Auf weiteren Fl\u00e4chenkomplexen mit insgesamt mehr als 50 ha wurde die Vern\u00e4ssungssituation optimiert.<br \/>\nAuswirkung der Habitatstrukturen auf die Bedeutung als Brutvogellebensraum,Vern\u00e4ssung, Vern\u00e4ssungsgradient\/Brutbestand<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen, dass es sich beim Projektgebiet um ein bedeutendes Vogelbrutgebiet handelt. Insbesondere Arten, die auf hohe Wasserst\u00e4nde angewiesen sind, wie Kn\u00e4k- und L\u00f6ffelente, Rotschenkel und Bekassine machen die Bedeutung des Gebietes aus. Daneben erreichen aber auch weitere Brutvogelarten des Offenlandes, wie Kiebitz, Wiesenpieper und Feldlerche hohe Dichten. Der Vern\u00e4ssungsgrad mit H\u00f6he, Dauer und auch fl\u00e4chenhafter Ausdehnung stellt sich als wesentlicher Faktor dar, der auf die Besiedlung durch verschiedene Vogelarten einwirkt. Dies geschieht \u00fcber verschiedenste Wege, u. a. \u00fcber die Beeinflussung der Vegetation, der Bodenfeuchte, des Nahrungsangebotes, aber auch der Erreichbarkeit von Fl\u00e4chen durch Pr\u00e4datoren, insbesondere Raubs\u00e4uger. Die Arten, die sich auf besonders nassen Fl\u00e4chen des Untersuchungsgebietes als Brutv\u00f6gel eingestellt haben, sind typische und in ihrem Bestand in besonderem Ma\u00dfe bedrohte Arten der Feuchtgebiete, die hier einen ad\u00e4quaten Lebensraum gefunden haben. Auch die Bereiche mit geringerem Vern\u00e4ssungsgrad weisen Arten auf, die andernorts stark r\u00fcckl\u00e4ufig sind. <\/p>\n<p>Die vorliegenden Ergebnisse deuten an, dass der entscheidende Faktor f\u00fcr die Besiedlung durch gef\u00e4hrdete Brutvogelarten der Wasserstand ist, die Bedeutung der Vegetationsdeckung tritt dagegen zur\u00fcck. So wurden Rotschenkel, Kiebitz auch auf \u00e4lteren Wiedervern\u00e4ssungsfl\u00e4chen festgestellt und erzielten hier auch Bruterfolg. Die h\u00e4ufig in der Literatur zur Habitatwahl als entscheidendbeschriebene Habitatparameter f\u00fcr diese beiden Arten &#8211; kurzrasige oder vegetationslose Bereiche &#8211; werden hier von flutenden Torfmoosrasen \u00fcbernommen. Da die Limikolen- und Entenarten aber ihre Nester nur auf trockenem Untergrund errichten, ist ein bewegtes Relief, d. h. ein enges Nebeneinander von \u00fcberstauten und nicht \u00fcberstauten Bereichen erforderlich.<br \/>\nBer\u00fccksichtigt man die aktuelle Situation im Projektgebiet, dass von den Untersuchungsfl\u00e4chen nur ein Teil wiedervern\u00e4sst ist, zeigt sich das hohe Potential von Wiedervern\u00e4ssungsfl\u00e4chen f\u00fcr den Vogelschutz. <\/p>\n<p>Bruterfolg in Abh\u00e4ngigkeit vom der Vern\u00e4ssung\/Habitatparametern<br \/>\nDas Ma\u00df der Bedeutung eines Vogellebensraumes liegt nicht nur im Brutbestand, sondern in besonderer Weise im Bruterfolg, der dort erzielt wird. Nur \u00fcber ausreichende Anzahlen an Jungv\u00f6geln k\u00f6nnen Populationen dauerhaft aufrechterhalten werden. Bisher wurde vor allem das Feuchtgr\u00fcnland als Lebensraum f\u00fcr Limikolenarten, wie Bekassine und Kiebitz, betrachtet und viele Anstrengungen unternommen, dort den Schlupf- und Bruterfolg der Arten zu erh\u00f6hen.<br \/>\nDie vorliegenden Untersuchungen \u00fcber einen dreij\u00e4hrigen Zeitraum zeigen, dass einige Vogelarten in wiedervern\u00e4ssten Hochmooren deutlich h\u00f6here Reproduktionsraten erzielen. So lagen im Vergleich zu den Feuchtgr\u00fcnlandgebieten NSG Boller Moor (K\u00d6RNER 2009-2011) und D\u00fcmmerniederung (APFFEL-STAEDT et al. 2009-2011) die Schlupferfolge im Barnstorfer Moor bei Kiebitz, Rotschenkel und auch Bekassine in allen drei Untersuchungsjahren deutlich h\u00f6her. Die im Barnstorfer Moor erzielten Bruterfolge \u00fcbertrafen nahezu immer diejenigen der beiden Vergleichsgebiete. Nur der Gro\u00dfe Brachvogel zeigte in den Gr\u00fcnlandgebieten h\u00f6here Erfolge als im Hochmoor. <\/p>\n<p>Der Bruterfolg von Limikolen ist von verschiedenen Faktoren abh\u00e4ngig und schwankt meist stark zwischen den Jahren. Wichtige Einflussfaktoren sind Witterung und Pr\u00e4dation. Als wesentlicher Faktor des h\u00f6heren Bruterfolges im wiedervern\u00e4ssten Hochmoor ist der recht konstante Wasserstand auf manchen Fl\u00e4chen anzusehen, der konstant bleibende Habitatfaktoren bewirkt, so dass auch bei Gelege- und\/oder K\u00fckenverlusten fortlaufend Nachgelege get\u00e4tigt werden k\u00f6nnen. Gr\u00fcnland hat den gro\u00dfen Nachteil, dass der Wasserstand sp\u00e4testens im Sommer abgesenkt werden muss, meist jedoch schon im Verlauf des zeitigen Fr\u00fchjahres, um eine Bewirtschaftung zu erm\u00f6glichen. Sinkt der Wasserstand sogar noch fr\u00fcher, durch aktives Absenken, durch Versickern oder Verdunstung, bedeutet dies eine gravierende Ver\u00e4nderung der Habitatbeschaffenheit und oft den Verlust der Eignung zur Brut. <\/p>\n<p>Durch Untersuchungen im Rahmen des Projektes ist belegt, dass auch in den nachhaltig wiedervern\u00e4ss-ten Bereichen nachtaktive S\u00e4ugetiere als potentielle Pr\u00e4datoren durchgehend anwesend sind. Ob sie allerdings nur die Polderd\u00e4mme nutzen, auf denen ihre Trittsiegel gefunden wurden, oder aber auch in den Poldern selbst Nahrung suchen, muss offen bleiben. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass eine starke Vern\u00e4ssung Pr\u00e4datoren vergr\u00e4men kann (MARXMEIER &#038; K\u00d6RNER 2009). <\/p>\n<p>V\u00f6geln wird in vielen Gebieten nur eine geringe Rolle bei der Pr\u00e4dation von Limikolennestern und -k\u00fcken zugeschrieben (LANGGEMACH &#038; BELLEBAUM 2005). Dies d\u00fcrfte umso mehr f\u00fcr das Barnstorfer Moor gelten, da hier die Dichte potentieller Pr\u00e4datoren, z. B. der Rabenkr\u00e4he, im Vergleich zu anderen Gebieten sehr niedrig ist.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber dem Feuchtgr\u00fcnland bieten die Wiedervern\u00e4ssungsfl\u00e4chen f\u00fcr Limikolen verschiedene Vorteile. So stehen auf den nachhaltig vern\u00e4ssten Fl\u00e4chen im Hochmoor bis zum Ende der Brutzeit offenes Wasser und vegetationsarme Uferbereiche zur Verf\u00fcgung, die f\u00fcr die Ern\u00e4hrung von Limikolenjungen eine sehr wichtige Rolle spielen. In Feuchtgr\u00fcnlandgebieten wird mit R\u00fccksicht auf die landwirtschaftliche Nutzung meist so weit vern\u00e4sst, dass die Fl\u00e4chen bereits l\u00e4ngere Zeit vor dem Fl\u00fcggewerden der ersten K\u00fcken abtrocknen. Eine Ausnahme ist ein kleinfl\u00e4chiger Polder im NSG Ochsenmoor in der D\u00fcmmernie-derung, auf dem nach l\u00e4ngeranhaltender Vern\u00e4ssung deutlich h\u00f6here Bruterfolge beim Kiebitz beobachtet werden k\u00f6nnen (MARXMEIER &#038; K\u00d6RNER 2009). Auf den Wiedervern\u00e4ssungsfl\u00e4chen im Barnstorfer Moor standen sogar noch den sehr sp\u00e4ten Bruten bis Anfang August geeignete K\u00fckenhabitate zur Verf\u00fcgung. Derartig sp\u00e4te Bruten werden bei der Steuerung der Bewirtschaftung im Feuchtgr\u00fcnland in aller Regel nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Wesentlich f\u00fcr das Fl\u00fcggewerden von K\u00fcken ist die Verf\u00fcgbarkeit von Nahrung. Diese scheint auf den nassen Fl\u00e4chen im Hochmoor gegeben zu sein. Die Limikolenfamilien hielten sich konstant in ihren Bruthabitaten auf. Es wurden dementsprechend keine umfangreichen Wanderungen von Familien festgestellt, auch gab es keine Hinweise, dass Altv\u00f6gel w\u00e4hrend der Brutzeit Fl\u00e4chen au\u00dferhalb des Moores zur Nahrungssuche aufsuchten. &#8211; MELTER et al. (2009) berichteten von der Wanderung einer Uferschnepfen-Familie \u00fcber mindestens 3,6 km zu einer stark vern\u00e4ssten Fl\u00e4che. &#8211; Dass es auf den sehr n\u00e4hrstoffarmen Hochmoorb\u00f6den zu Nahrungsengp\u00e4ssen f\u00fcr die Limikolenk\u00fcken kam, erscheint damit unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Als Abschluss des Projektes Optimierung der Wiedervern\u00e4ssung von Torfabbaufl\u00e4chen f\u00fcr den Vogelschutz im Barnstorfer Moor fand am 12.\/13.04.2012 ein Symposium im Zentrum f\u00fcr Umweltkommunikation (ZUK) der deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabr\u00fcck statt, veranstaltet vom Naturschutzring D\u00fcmmer e. V. in Kooperation mit dem NABU Landesverband Niedersachsen. Titel der Tagung war: Wiesenv\u00f6gel im Moor &#8211; Sumpfv\u00f6gel in Wiesen?! &#8211; Ergebnisse und Perspektiven f\u00fcr den Vogelschutz in wiedervern\u00e4ssten Hoch- und Niedermooren. Der Naturschutzring stellte die Ergebnisse des Projektes vor, weitere Fachleute aus dem Moor- und Wiesenvogelschutz pr\u00e4sentierten Beitr\u00e4ge zum Thema Moorvern\u00e4ssung und Vogelschutz.<br \/>\n\u00dcber 80 Fachleute aus Deutschland und den Niederlanden diskutierten die Fragen: Welche Perspektive haben bedrohte Vogelarten in der heutigen Landschaft? Und welchen Stellenwert nehmen Moorlebensr\u00e4ume f\u00fcr den Erhalt der V\u00f6gel ein? Wiesenv\u00f6gel wie Kiebitz, Uferschnepfe, Rotschenkel geh\u00f6ren zu den Arten mit den st\u00e4rksten Bestandsr\u00fcckg\u00e4ngen in der mitteleurop\u00e4ischen Vogelwelt. Die Ursachen der Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge trotz umfangreicher Schutzma\u00dfnahmen und zahlreicher Projekte zur Erforschung von Ursachen der Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge in Schutzgebieten werfen viele Fragen auf. Welche Strukturen fehlen in wiedervern\u00e4ssten Moorlandschaften und im feuchten Gr\u00fcnland? Sind klassische Wiesenvogelgebiete auf Nieder- oder Hochmoorgr\u00fcnland attraktiv genug? Welches Potenzial bieten wiedervern\u00e4sste, nicht landwirtschaftlich genutzte Hochmoorstandorte?<br \/>\nDas Symposium spannte den Bogen vom Vogelschutz im landwirtschaftlich genutzten Niedermoorgr\u00fcnland zu wiedern\u00e4ssten Hochmooren nach ihrer Nutzung durch die Torfindustrie. Erfahrungen aus aktuellen Projekten wurden vorgestellt und diskutiert. <\/p>\n<p>Als wichtigstes Ergebnis der Tagung kristallisierte sich heraus, dass nur eine dauerhafte und durchgreifende Vern\u00e4ssung der Moorfl\u00e4chen, sowohl im Hoch- als auch im Niedermoor, zu merklichen Erfolgen bei Schutz bestandsbedrohter Wiesenvogelarten f\u00fchrt. Lang andauernde Vern\u00e4ssung gew\u00e4hrleistet sowohl auf wiedervern\u00e4ssten Abbaufl\u00e4chen im Hochmoor als auch im genutzten Gr\u00fcnland auf Niedermoorb\u00f6den hohe Bruterfolge bei Kiebitz, Rotschenkel, Bekassine und anderen. Sie dient aber gleicherma\u00dfen der Wiederherstellung des Lebensraumes Moor insgesamt. Die Wiedervern\u00e4ssung muss langfristig begleitet werden und die Wasserst\u00e4nde unter Umst\u00e4nden im Abstand von einigen Jahren mehrfach angehoben werden. Gro\u00dfen Anklang fand ein Beispiel aus dem Ochsenmoor am D\u00fcmmer. Dort verbleiben auf einer seit mehreren Jahren eingepolderten Gr\u00fcnlandfl\u00e4che bis in den Hochsommer hinein offene Wasserstellen &#8211; \u00fcberlebenswichtige Bereiche f\u00fcr Vogelarten der Wiesen.<br \/>\nF\u00fcr den Vogelschutz im Hochmoor, insbesondere f\u00fcr Limikolenarten, scheinen der Erhalt und die Schaffung eines Bodenreliefs von gro\u00dfer Bedeutung zu sein, das bewirkt, dass in gr\u00f6\u00dferen Wasserfl\u00e4chen auch weniger nasse, inselartige Bereiche zur Nestanlage f\u00fcr Brutv\u00f6gel, wie Kiebitz und Rotschenkel vorliegen. So lassen sich Moorschutz und Vogelschutz erfolgreich miteinander verbinden.<br \/>\nAm 13. April 2012 wurden auf einer Exkursion zum Projektgebiet wiedervern\u00e4sste Abbaufl\u00e4chen im Barnstorfer Moor vorgestellt und mit den etwa 60 Teilnehmern \u00fcber verschiedene Vern\u00e4ssungsvarianten diskutiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In zahlreichen Hochmooren in Niedersachsen wird noch auf gro\u00dfer Fl\u00e4che Torf abgebaut. Nach Beendigung des Abbaus ist in der Regel eine Wiedervern\u00e4ssung vorgesehen, um eine Hochmoor-Regeneration einzuleiten. Allgemein geht man davon aus, dass eine Wiederherstellung der Hochmoore allenfalls nach sehr langen Zeitr\u00e4umen m\u00f6glich sein wird. 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