{"id":25018,"date":"2023-10-01T10:32:06","date_gmt":"2023-10-01T08:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26775-01\/"},"modified":"2023-10-01T10:32:07","modified_gmt":"2023-10-01T08:32:07","slug":"26775-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26775-01\/","title":{"rendered":"Demonstration von GIS-gest\u00fctzten Abfallmanagement-Zonierungen am Beispiel einer Freiland-Gro\u00dfveranstaltung zur Reduzierung der Abf\u00e4lle"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Abf\u00e4lle stellen eine der relevantesten Umweltwirkungen von Gro\u00dfevents dar. Projektziel war die Entwicklung und Erprobung eines Geografischen Informationssystem-(GIS-)Tools f\u00fcr das Abfallmanagement auf Freiland-Gro\u00dfveranstaltungen, welches am Beispiel der Rheinkultur-Veranstaltung in den Rheinauen in Bonn demonstriert werden sollte. Als Eingangsparameter gingen in das Tool das Abfallaufkommen, Abfallma\u00dfnahmen sowie die naturr\u00e4umliche Ausstattung ein. Durch die Anwendung des Systems sollten die Gesamtabfallmenge der Rheinkultur um mindestens 2 t reduziert und die Abfalltrennungsrate im Publikumsbereich auf 36 % erh\u00f6ht werden. Zudem sollte der Schutz von Lebensr\u00e4umen verbessert werden. Das Verfahren sollte allgemein f\u00fcr verschiedene Gro\u00dfveranstaltungen anwendbar zu sein.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenSchritt 1: Vorbereitung (23.06.-01.07.2009):<br \/>\n\tSichtung und Systematisierung von vorhandenem Material zu den Abfallstr\u00f6men und Erstellung einer Luftbildgrundlage in ArcGIS 9.2 (Ecocontrolling, Rheinkultur)<br \/>\n\tPIanung von Abfallma\u00dfnahmen und des Designs der Abfallerhebung (Ecocontrolling, Rheinkultur)<br \/>\nSchritt 2: Digitale Kartierung des Veranstaltungsgel\u00e4ndes (01.07.-01.09.2009):<br \/>\n\tBiotoptypenkartierung nach Kartierschl\u00fcssel NRW in GISPad 4.1 (Ecocontrolling)<br \/>\n\tKartierung der Abfallmanagementzonen (Ecocontrolling)<br \/>\nSchritt 3: Datenerhebung w\u00e4hrend der Veranstaltung (03.07.-05.07.2009):<br \/>\n\tQuantifizierung des Litterings und der Beh\u00e4lterf\u00fcllung in verschiedenen Abfallmanagementzonen und w\u00e4hrend unterschiedlicher Veranstaltungsphasen (Ecocontrolling)<br \/>\n\tTeilnehmendenumfrage zur Abfallwahrnehmung (Ecocontrolling, Rheinkultur)<br \/>\n\tAbfallma\u00dfnamen (Rheinkultur)<br \/>\nSchritt 4: Auswertung der Ergebnisse (05.07.-01.09.2009)<br \/>\nSchritt 5: Einarbeitung der Ergebnisse in Geoinformationssystem (01.09.2009-28.02.2010)<br \/>\nSchritt 6: Zwischenpr\u00e4sentation der Ergebnisse in Osnabr\u00fcck (22.3.2010)<br \/>\nSchritt 7: Planung der Abfalllogistik und Abfallerhebung auf der Rheinkultur 2010 (01.03.-04.07.2010)<br \/>\nSchritt 8: Auswertung und Abschlussdokumentation (05.07.-22.12.2010)<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Einrichtung des GIS-Tools auf der Rheinkultur f\u00fchrte zu einer deutlichen Reduzierung der Gesamtabfallmengen (von 51 t im Jahr 2009 um fast 8 t auf 43 t im Jahr 2010) und zu einer Erh\u00f6hung der Abfalltrennungsquote auf 37 % im Publikumsbereich. Aus beiden Ergebnissen ergibt sich eine Gesamtumweltentlastung von 12,2 t Restm\u00fcll.<br \/>\nDie Erhebung und GIS-Analyse ergab, dass zwischen einem und zwei Dritteln des Abfalls wild abgelagert werden. Durch das Projekt konnte dieser Anteil deutlich reduziert werden. Die wilden Ablagerungen (Littering) stiegen mit der Festivaldauer immer weiter an. Sie waren au\u00dferhalb der Eing\u00e4nge und im B\u00fchnenbereich am h\u00f6chsten sowie innerhalb der Eing\u00e4nge am niedrigsten. Offene Beh\u00e4lter und Mulden wurden am besten genutzt. Vor allem im \u00e4u\u00dferen Eingangsbereich waren zus\u00e4tzliche Beh\u00e4lter notwendig. Insgesamt war die Abfalltrennung in den Eingangszonen am effizientesten. Eine Auswertung von Daten der Rheinkultur sowie von zwei weiteren Festivals (Fusion-Festival, Wacken Open Air) zeigte, dass Beh\u00e4lterstellung, partizipative Abfallsammlungssysteme, Informationsbanner und Becherpfand die wilde Ablagerung von Abf\u00e4llen signifikant verringerten.<br \/>\nIm GIS 2009 zeigten sich zahlreiche Optimierungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Beh\u00e4lterstellung und den Schutz sensibler Lebensr\u00e4ume, die 2010 im Rahmen neuer Ma\u00dfnahmen umgesetzt wurden. Neu entwickelte Ma\u00dfnahmen wie weitere Abfalls\u00e4cke mit Trennungsoption und vorgelagerte M\u00fcllstationen vor den Einl\u00e4ssen, verbesserte und zus\u00e4tzliche Beh\u00e4lterstellung, Sonderleerungen in der Anfangsphase sowie \u00d6ffnung aller 240-l Tonnen reduzierten das Littering und hier vor allem das Glaslittering in den \u00e4u\u00dferen Eingangszonen deutlich. Dar\u00fcber hinaus bewirkten Informationsbanner bei der Rheinkultur 2010 eine Verringerung des Litterings und eine Erh\u00f6hung der Beh\u00e4lterf\u00fcllungsrate.<br \/>\nDurch das geringere Littering und die verbesserte Abz\u00e4unung von wertvollen Geh\u00f6lzbest\u00e4nden konnten die meisten Konfliktbereiche zwischen Naturschutz und Verm\u00fcllung durch das Festival beseitigt werden. Die Trittsch\u00e4den waren 2010 durch einen Starkregen gravierender als 2009. Trotzdem gab es auch hier in vielen Bereichen des Festivalgel\u00e4ndes eine deutliche Verringerung des Konfliktpotenzials zwischen Trittbelastung und der Bewahrung hochwertiger Lebensr\u00e4ume.<br \/>\nInsgesamt ist die GIS-basierte Abfallplanung damit ein wirkungsvolles Tool zur Reduzierung der Veranstaltungsabf\u00e4lle und zum Schutz von Lebensr\u00e4umen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit<br \/>\nPr\u00e4sentation des Projekts auf der Homepage, im Programmheft sowie am Infostand der Rheinkultur 2009 und 2010.<br \/>\nPr\u00e4sentation der Projektergebnisse beim Deutschen Fu\u00dfball-Bund e.V. (DFB) und bei der FIS Alpine Ski-WM 2011 Veranstaltungs-GmbH.<br \/>\nPr\u00e4sentationen und Workshops auf Tagungen:<br \/>\nCIERJACKS, A., BEHR, F. und KOWARIK, I.: Innovative waste management for open-air festivals: Minimizing environmental damage caused by crowd in semi-natural landscapes. Poster auf der 40. Jahrestagung der Gesellschaft f\u00fcr \u00d6kologie, , Gie\u00dfen, 31.8-3.9.2010.<br \/>\nCIERJACKS, A. (2010): Waste management for events. Best-practice workshop. Und: GIS-based waste management for open-air festivals (AMAZ). Zwei Workshops auf der 2. GreenEvents Conference, Bonn, 2.-3.11.2010.<br \/>\nWissenschaftliche Publikationen:<br \/>\nCIERJACKS, A., BEHR, F. und KOWARIK, I.: Operational performance indicators for litter management at festivals in semi-natural landscapes. Ecological Indicators, eingereicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung des GIS und daraus abgeleitete Ma\u00dfnahmen reduzierten die Gesamtabfallmengen von 2009 auf 2010 von 51 t um fast 8 t auf 43 t Gesamtabfall und erh\u00f6hten die Abfalltrennungsquote im Publikumsbereich auf 37 %. Beides f\u00fchrte zu einer Gesamtumweltentlastung von 12,2 t Restm\u00fcll. Zus\u00e4tzlich wurden die sensiblen Lebensr\u00e4ume deutlich effizienter gesch\u00fctzt. Das Projekt zeigte damit innovative, technische M\u00f6glichkeiten f\u00fcr das Abfallmanagement auf, die f\u00fcr viele Veranstalter anwendbar sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Abf\u00e4lle stellen eine der relevantesten Umweltwirkungen von Gro\u00dfevents dar. Projektziel war die Entwicklung und Erprobung eines Geografischen Informationssystem-(GIS-)Tools f\u00fcr das Abfallmanagement auf Freiland-Gro\u00dfveranstaltungen, welches am Beispiel der Rheinkultur-Veranstaltung in den Rheinauen in Bonn demonstriert werden sollte. Als Eingangsparameter gingen in das Tool das Abfallaufkommen, Abfallma\u00dfnahmen sowie die naturr\u00e4umliche Ausstattung ein. 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