{"id":25006,"date":"2025-06-25T10:32:28","date_gmt":"2025-06-25T08:32:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26476-03\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:28","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:28","slug":"26476-03","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26476-03\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt: Langzeitkontrolle von Ma\u00dfnahmen zur Beseitigung anthropogener Umweltsch\u00e4den an bedeutenden Kulturdenkm\u00e4lern &#8211; Untersuchungen im Regionalverbund S\u00fcd"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Denkm\u00e4ler sind trotz deutlicher Verbesserungen bei der Luftreinhaltung immer noch gravierenden Belastungen durch insbesondere Feinstaub und Stickoxiden ausgesetzt. Schadstoffe reduzieren die Wirksamkeit von Konservierungsma\u00dfnahmen, so dass immer k\u00fcrzere Instandsetzungsintervalle n\u00f6tig werden. Ziel des Vorhabens ist, im Verbund mehrerer Bundesl\u00e4nder<br \/>\n&#8211;\teine einheitliche, auf m\u00f6glichst einfachen Messungen beruhende Methodik f\u00fcr das Monitoring von Steinkonservierungsma\u00dfnahmen zu entwickeln,<br \/>\n&#8211;\tauf der Grundlage einer breiten Datenbasis ein System zur allgemeinen Bewertung der Dauerhaftigkeit g\u00e4ngiger Konservierungsmittel und Konservierungsmethoden \u00fcber die Einzelfallbewertung hinaus zu schaffen und<br \/>\n&#8211;\tDenkmaleigent\u00fcmern einen Empfehlungskatalog bereitzustellen, mit dem sie eine kosteng\u00fcnstige und nachhaltige Pflege ihres Denkmals erreichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAn ausgew\u00e4hlten und gut dokumentierten Objekten in Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg werden Konservierungsma\u00dfnahmen erneut untersucht, die in Zeitr\u00e4umen vor 15 &#8211; 25 Jahren stattgefunden haben. Der besondere Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung von Steinfestigungs- und Hydrophobierungsma\u00dfnahmen. Bei den Objekten in Bayern handelt es sich um die Alte Pinakothek, Schloss Schillingsf\u00fcrst und das ehemalige Kloster Birkenfeld. In Baden-W\u00fcrttemberg wurden die M\u00fcnsterportale in Schw\u00e4bisch-Gm\u00fcnd und die Fassaden des M\u00fcnsters Salem am Bodensee untersucht. Zudem wird das Konservierungsverfahren der Acrylharzvolltr\u00e4nkung untersucht. Die eingesetzten Methoden umfassen Messungen der biaxialen Biegezugfestigkeit, des statischen E-Moduls, der Ultraschallgeschwindigkeit und der feuchtetechnischen Eigenschaften.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Alte Pinakothek<br \/>\nDie Untersuchungen ergaben, dass die Hydrophobierung auch nach \u00fcber 20 Jahren noch weitgehend intakt ist. So liegt die kapillare Wasseraufnahmef\u00e4higkeit aller vier Variet\u00e4ten des Regensburger Gr\u00fcnsandsteins im Mittel unterhalb des kritischen Grenzwertes, die Wasseraufnahmef\u00e4higkeit wurde durch die verwendeten Hydrophobierungsmittel um \u00fcber 90 % gegen\u00fcber dem unbehandelten Zustand reduziert. Ferner wurde best\u00e4tigt, dass die Wirkung der Hydrophobierung im Zeitverlauf nachl\u00e4sst. Darauf deutet der Anstieg der Werte in einigen Messbereichen gegen\u00fcber der letzten Messung aus dem Jahr 2002 hin. Auch bei der Festigung konnte ein Nachlassen der Wirkung festgestellt werden. So n\u00e4herten sich die Werte der Biegezugfestigkeit im Jahr 2002 &#8211; ausgehend von einem deutlich h\u00f6heren Niveau 1990 &#8211; wieder den Ausgangswerten des unbehandelten Gesteins an.<\/p>\n<p>Schloss Schillingsf\u00fcrst<br \/>\nHier wurde der kritische Grenzwert f\u00fcr die Wasseraufnahmef\u00e4higkeit im Jahr 2008 im Durchschnitt deutlich \u00fcberschritten, die Hydrophobierung ist nicht mehr wirksam. Auch die Wirkung der im Jahr 2002 aufgebrachten Hydrophobierung hat seitdem nachgelassen, wenn auch der Grenzwert noch nicht \u00fcberschritten wird.<\/p>\n<p>Kloster Birkenfeld<br \/>\nSchwerpunkt der Untersuchung bildeten neben dem Zustand der Hydrophobierung des Westgiebels die Ursache f\u00fcr Sch\u00e4den an der Steinersatzmasse Syton X 30 im Sockelbereich der S\u00fcdfassade :<br \/>\nDer Westgiebel ist in schlechtem Zustand. Die Hydrophobierung aus dem Jahr 1992 ist nicht mehr wirksam, die Werte liegen im Mittel im Bereich des unbehandelten Gesteins. Dar\u00fcber hinaus ist das Abl\u00f6sen von d\u00fcnnen Gesteinsschichten zu beobachten, bei denen es sich um hydrophobierte Oberfl\u00e4chen handelt. Dies l\u00e4sst auf eine ungen\u00fcgende Eindringtiefe des applizierten Mittels schlie\u00dfen. Die Fugen sind durchg\u00e4ngig schadhaft. Am Westgiebel besteht akuter Handlungsbedarf. Die teils starken Sch\u00e4den an der Steinersatzmasse Syton X 30 im Sockelbereich sind auf eine extreme Salzbelastung zur\u00fcckzuf\u00fchren. <\/p>\n<p>Burkardroth<br \/>\nDie Ultraschallmessungen ergaben, dass an beiden untersuchten Kreuzwegen die Durchtr\u00e4nkung mit Acrylharz in den untersuchten Bereichen vollst\u00e4ndig erfolgt ist. Die Auswertung der Tiefenprofile anhand von Bohrkernen ergab eine gleichm\u00e4\u00dfige Festigkeitssteigerung. Dennoch ist aufgrund der ausgepr\u00e4gten Rissbildungen in Folge von AVT-Behandlungen dieses Verfahren f\u00fcr Schilfsandstein nicht empfehlenswert.<\/p>\n<p>Salemer M\u00fcnster<br \/>\nDie von 1998 &#8211; 2002 vorgenommene Sicherung von Schalen durch Hinterf\u00fcllungen und Anb\u00f6schungen mit Kieselsol &#8211; gebundenen Steinerg\u00e4nzungsm\u00f6rteln lassen nur vereinzelt und geringf\u00fcgig neu entwickelten Sch\u00e4den erkennen. Im Bereich der filigranen Streben des Harfengiebels sind Fl\u00e4chen mit neuen Schuppenbildungen und Absanden vorhanden. Die damals ausgef\u00fchrten Kittungen, Schalenhinterf\u00fcllungen und Rissbehandlungen mit Kieselsol, &#8211; gebundenen Materialien, Verklebungen mit Epoxidharz in Verbindung mit Vernadelung mit Glasfaserst\u00e4ben sowie die Steinfestigung mit KSE OH haben sich gut bew\u00e4hrt<\/p>\n<p>M\u00fcnsterportale Schw\u00e4bisch-Gm\u00fcnd<br \/>\nEs sind erfolgt: Digitale Archivierung aller Unterlagen zu 20 Jahren Restaurierungsgeschichte, fotografische Vergleichsaufnahmen von Musterfeldern f\u00fcr die Schadensentwicklung, Modellkarteirungen mit Studenten der ABK Stuttgart zum Restaurierungszustand, Immissionsmessungen mit Staubsammlern und Passivsammlern, Analyse von Mikroproben. Die Portale sind insgesamt in gutem Zustand, die Konservierungsma\u00dfnahmen zeigen kaum Alterungserscheinungen.<\/p>\n<p>Friedhof Gerlachsheim<br \/>\nBei der Kreuzigungsgruppe ist zwischen gut durchtr\u00e4nkten Bereichen, welche keine Risse aufweisen, und Bereichen mit Rissbildungen zu differenzieren. F\u00fcr letztere wurden teils dramatische Abnahmen der Ultraschallgeschwindigkeit bis auf 1,1 km\/s registriert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sentation des im Rahmen des Verbundprojektes erstellten Leitfaden Naturstein-Monitoring, der die Ergebnisse der Untersuchungen und die empfohlene Methodik erl\u00e4utert, erfolgte im Rahmen einer stark frequentierten Fachtagung auf der DENKMAL 2010 in Leipzig.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Konservierungsma\u00dfnahmen an Naturstein bed\u00fcrfen einer regelm\u00e4\u00dfigen Nachkontrolle, da ihre Wirksamkeit im Zeitverlauf nachl\u00e4sst. Dies konnte insbesondere f\u00fcr Steinfestigungs- und Hydrophobierungsma\u00dfnahmen nachgewiesen werden. Auch Objekte, welche mit der AVT behandelt wurden, bed\u00fcrfen einer regelm\u00e4\u00dfigen Kontrolle, da es vor allem an Sandstein zu Rissbildungen infolge des Verfahrens kommen kann. Ein solches Monitoring kann einen Beitrag dazu leisten, das Nachlassen der Wirksamkeit von Konservierungsma\u00dfnahmen fr\u00fchzeitig zu erkennen und Folgesch\u00e4den zu vermeiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Denkm\u00e4ler sind trotz deutlicher Verbesserungen bei der Luftreinhaltung immer noch gravierenden Belastungen durch insbesondere Feinstaub und Stickoxiden ausgesetzt. Schadstoffe reduzieren die Wirksamkeit von Konservierungsma\u00dfnahmen, so dass immer k\u00fcrzere Instandsetzungsintervalle n\u00f6tig werden. 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