{"id":25005,"date":"2026-04-21T10:32:04","date_gmt":"2026-04-21T08:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26476-02\/"},"modified":"2026-04-21T10:32:04","modified_gmt":"2026-04-21T08:32:04","slug":"26476-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26476-02\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt: Langzeitkontrolle von Ma\u00dfnahmen zur Beseitigung anthropogener Umweltsch\u00e4den an bedeutenden Kulturdenkm\u00e4lern &#8211; Untersuchungen im Regionalverbund West-Mitte"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Denkm\u00e4ler aus Naturstein sind trotz wesentlicher Verbesserungen bei der Luftreinhaltung immer noch gravierenden anthropogen verursachten Umweltbelastungen durch Feinstaub, Stickoxide, Ozon und Schwefeldioxid ausgesetzt. Die Schadstoffe sowie die nat\u00fcrlichen Witterungseinfl\u00fcsse reduzieren auch die Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit von Konservierungsma\u00dfnahmen, so dass immer k\u00fcrzere Instand-setzungsintervalle erforderlich geworden sind. Regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle und Wartung findet nur an sehr wenigen Baudenkm\u00e4lern statt. Umso wichtiger werden fundierte Aussagen zur Dauerhaftigkeit von Steinkonservierungsma\u00dfnahmen, um rechtzeitige Kontrollen und Pflegema\u00dfnahmen einleiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAn acht Denkmalobjekten wurden Nachuntersuchungen zur Dauerhaftigkeit von Steinkonservierungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt. Die untersuchten Konservierungsma\u00dfnehmen hatten eine Standzeit von 10 &#8211; 25 Jahren. In zwei Parallelprojekten wurden weitere Objekte untersucht, so dass insgesamt eine Datenbasis von 30 nachuntersuchten Objekten erarbeitet wurde.<br \/>\nAn acht Denkmalobjekten wurden Nachuntersuchungen zur Dauerhaftigkeit von Steinkonservierungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt. Die untersuchten Konservierungsma\u00dfnehmen hatten eine Standzeit von 10 &#8211; 25 Jahren. In zwei Parallelprojekten wurden weitere Objekte untersucht, so dass insgesamt eine Datenbasis von 30 nachuntersuchten Objekten erarbeitet wurde.<br \/>\nWichtig war die Erarbeitung einer gemeinsamen Untersuchungsmethodik:<br \/>\n\tUm eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gew\u00e4hrleisten, wurde zun\u00e4chst eine Beschr\u00e4nkung auf eine Auswahl zerst\u00f6rungsfreier und zerst\u00f6rungsarmer Untersuchungsmethoden festgelegt. Dabei standen bewusst auch sehr einfache Untersuchungsmethoden im Fokus des Projektes, um den Weg f\u00fcr m\u00f6glichst kosteng\u00fcnstige Nachuntersuchungen zu bereiten. Daneben wurden auch einige Messverfahren angewandt, die h\u00f6heren apparativen Aufwand und entsprechende Erfahrung des Untersuchenden voraussetzen.<br \/>\n\tM\u00f6glichkeiten und Grenzen der Messmethoden wurden ausgelotet bzw. aufgrund von Erfahrungen und Literaturdaten beschrieben. Die Durchf\u00fchrung und die Auswertung der Messungen wurden vereinheitlicht und soweit als m\u00f6glich wurden Bewertungskriterien erarbeitet.<br \/>\n\tBasierend auf diesen Untersuchungen wurde zun\u00e4chst Zustand und Behandlungsbedarf f\u00fcr jedes einzelne Objekt bewertet. Im Anschluss wurde objekt\u00fcbergreifend die Dauerhaftigkeit verschiedener Konservierungsmittel<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Nachuntersuchungen fr\u00fcherer Ma\u00dfnahmen zur Konservierung und Restaurierung von Naturstein wurden an ca. 30 Objekten im Rahmen des Projektes von verschiedenen erfahrenen Restauratoren und Naturwissenschaftlern mit jeweils verschiedenen Kombinationen standardisierter Pr\u00fcfmethoden durchgef\u00fchrt.<br \/>\nF\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung einer hydrophobierenden Impr\u00e4gnierung wurde an den Objekten zumeist das Karstensche Pr\u00fcfr\u00f6hrchen, in Einzelf\u00e4llen auch das Mirowski-R\u00f6hrchen eingesetzt. Hinsichtlich der Dauerhaftigkeit der Ma\u00dfnahme deutet sich eine direkte Abh\u00e4ngigkeit vom behandelten Gestein ab. Haupts\u00e4chlich kieselig gebundene Sandsteine weisen eine nachhaltigere Wirkung der ausgef\u00fchrten Hydrophobierungen auf als vorwiegend tonig gebundene Materialien. Gr\u00fcnbewuchs als bekannte Folge einer Hydrophobierung konnte vereinzelt beobachtet werden.<br \/>\nAn vielen der im Projekt nachuntersuchten Objekte waren Steinfestigungen mit Kiesels\u00e4ureester vorgenommen worden. Ein Vergleich der Untersuchungsergebnisse ist nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich, da viele Einflussfaktoren zu ber\u00fccksichtigen sind. Bez\u00fcglich der Nachhaltigkeit der Ma\u00dfnahmen zeigt sich trotz aller Streuung erwartungsgem\u00e4\u00df eine Tendenz zu schlechteren Bewertungen, d. h. zum Nachlassen der Wirksamkeit mit zunehmendem Behandlungsalter. An den im Projekt untersuchten Denkmalobjekten wurde starkes Absanden in gefestigten Bereichen vor allem dort gefunden, wo bei der letzten Restaurierung keine Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung der damals schon vorliegenden Salzbelastungen vorgenommen wurden.<br \/>\nAuch die Acrylharzvolltr\u00e4nkung (AVT) fand im Rahmen des Projektes Ber\u00fccksichtigung. Sch\u00e4den an \u00e4lteren Objekten ergeben sich aus damaligen Problemen des Verfahrens. Zur Bewertung der AVT wurden im Rahmen dieses Projekts sowohl Problemgesteine als auch Marmor herangezogen und mittels Ultraschall nachuntersucht. Als Ergebnis l\u00e4sst sich festhalten, dass sich das Konservierungsverfahren an Marmorobjekten sehr gut bew\u00e4hrt hat. Das Verfahren f\u00fchrt zu sehr guten Festigkeitssteigerungen, die auch nach \u00fcber 20 Jahren noch wirksam sind. Hinsichtlich toniger Sandsteine ist eine andere Entwicklung zu beobachten. Als Ergebnis l\u00e4sst sich festhalten, dass die AVT zwar zu einer Festigkeitssteigerung des Sandsteins, aber auch zu intensiver Rissbildung gef\u00fchrt hat. Dies l\u00e4sst das Konservierungsverfahren f\u00fcr diese Gesteinsart problematisch erscheinen.<br \/>\nIm Zuge von Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten an steinernen Objekten spielen auch Steinerg\u00e4nzungsmaterialien eine entscheidende Rolle. Je nach Gesteinsart, Art und Umfang an Sch\u00e4den sowie denkmalpflegerischer oder handwerklicher Vorgabe werden verschiedenartige Produkte eingesetzt. Unabh\u00e4ngig von der jeweiligen Rezeptur zeigt sich ein unterschiedliches Langzeitverhalten. Gro\u00dffl\u00e4chig und d\u00fcnn aufgezogene Erg\u00e4nzungsmassen neigen aufgrund spannungsreicher und feuchtesperrender Materialeigenschaften zu Schadensbildern wie Hohlstellen und Rissen. Nicht selten kommt es durch zu dichte Steinerg\u00e4nzungsm\u00f6rtel zu Folgesch\u00e4den durch Feuchte- und Salzverlagerung in angrenzende Steinbereiche. Eine Abh\u00e4ngigkeit von der Standzeit ist nicht erkennbar, zu individuell sind dabei Art und Weise der Applikation, Parameter von Stein und M\u00f6rtelrezeptur sowie objektspezifische Gegebenheiten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse wurden in dem beim Fraunhofer IRB-Verlag erschienenen Buch Leitfaden Naturstein-Monitoring publiziert. Darin werden die empfohlene Methodik und die Ergebnisse der Untersuchungen erl\u00e4utert. Eine Pr\u00e4sentation von Buch und Projektergebnissen erfolgte im Rahmen einer stark frequentierten Fachtagung auf der DENKMAL 2010 in Leipzig (s. Projekt 28525-45).<br \/>\nDar\u00fcber hinaus wurde das Projekt auf einer eigenen Homepage pr\u00e4sentiert (www.naturstein-monitoring.de). Auf der Homepage werden die untersuchten Denkmalobjekte vorgestellt. Angaben zu den Objekten mit ihrer Restaurierungsgeschichte und eine Zusammenfassung der wichtigsten Untersuchungsergebnisse sind in Form kurzer Objektsteckbriefe auf der Homepage abrufbar.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Naturstein-Monitoring ist in der Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege von besonderer Bedeutung. F\u00fcr ein verl\u00e4ssliches Monitoring sind Untersuchungsverfahren zu empfehlen, deren Methodik und Auswertung standardisiert sind, die m\u00f6glichst auch noch nach Jahrzehnten anwendbar sind und die m\u00f6glichst ohne gro\u00dfen Aufwand durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nNaturstein-Monitoring liefert Aussagen zu:<br \/>\no\tder Best\u00e4ndigkeit der Steinvariet\u00e4ten in Abh\u00e4ngigkeit von Exposition und fr\u00fcherer Behandlung<br \/>\no\tder Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit von Mitteln \/ Ma\u00dfnahmen zur Konservierung und Restaurierung<br \/>\no\tder material- und objektspezifische Definition von Wartungs- und Pflegezyklen zur langfristigen Substanzerhaltung und Kostenkontrolle<br \/>\nNeben materialrelevanten Aspekten und Aussagen zu Wartungsintervallen gibt es auch Effekte, die zur Kostenkontrolle der Bauunterhaltung sowie zur Kosteneinsparung beitragen k\u00f6nnen.<br \/>\n\u00d6konomische Bedeutung:<br \/>\no\tdie Feststellung von notwendigen u. die Vermeidung von unn\u00f6tigen bzw. sch\u00e4dlichen Ma\u00dfnahmen,<br \/>\no\tdie Fr\u00fcherkennung von Schadensprozessen,<br \/>\no\tdie Schadensvorsorge zur Vermeidung von Gro\u00dfsch\u00e4den, deren Beseitigung weitaus mehr kostet, als die kontinuierliche Wartung und Pflege im Rahmen des Bauunterhalts.<br \/>\nDas Monitoring muss als Bestandteil der Bauunterhaltung betrachtet werden. Neben einer Pr\u00fcfung unmittelbar nach einer Neubehandlung sollte die Effektivit\u00e4t der Ma\u00dfnahme in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden kontrolliert werden. Es wird empfohlen, die behandelten Bauteile zun\u00e4chst im 5-j\u00e4hrigen Rhythmus zu begutachten. Ergeben sich kritische Befunde oder liegen besondere Problemgesteine vor, so k\u00f6nnen k\u00fcrzere Untersuchungsintervalle oder vorgezogene Pflegema0nahmen notwendig werden. Das Monitoring soll an Referenzfl\u00e4chen unter Ber\u00fccksichtigung der verschiedenen Expositionen und Geb\u00e4udesituationen erfolgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Denkm\u00e4ler aus Naturstein sind trotz wesentlicher Verbesserungen bei der Luftreinhaltung immer noch gravierenden anthropogen verursachten Umweltbelastungen durch Feinstaub, Stickoxide, Ozon und Schwefeldioxid ausgesetzt. 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