{"id":25003,"date":"2023-10-01T10:32:02","date_gmt":"2023-10-01T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26741-01\/"},"modified":"2023-10-01T10:32:06","modified_gmt":"2023-10-01T08:32:06","slug":"26741-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26741-01\/","title":{"rendered":"Weiterentwicklung und Erprobung der Filterpatrone INNOLET G zur Nachr\u00fcstung vorhandener Stra\u00dfengullys mit Nassschlammfang zur deutlichen Verringerung der Schadstoffeintr\u00e4ge in die Gew\u00e4sser"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Forschungs- und Versuchsvorhabens war die Entwicklung und Erprobung eines in vorhandenen Gullys mit Nassschlammfang intern ohne Aufh\u00e4ngung am Gitterrostaufsatz nachr\u00fcstbaren Filters. Dies galt insbesondere f\u00fcr Gullys, die auf Grund der Bauart, wie z. B. der Standard Nassgully der Hamburger Stadtentw\u00e4sserung, ohne Umbau keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr den Einbau einer INNOLET-Filterpatrone bieten.<br \/>\nDieser Filter sollte dabei den maximalen Querschnitt im Einlauf beibehalten und die im Schlammfang sich ansammelnden Materialien zur\u00fcckhalten. Gleichzeitig war der Betriebsaufwand durch die Freihaltung des Zulaufquerschnittes gegen\u00fcber der derzeitigen Variante zu minimieren.<br \/>\nDie Entwicklung einer neuen Bauform sollte folgenden Kriterien gen\u00fcgen:<br \/>\na.\tVerhinderung der Verstopfungsgefahr am Gitterrost<br \/>\nb.\tNutzung des vorhandenen Schlammsammelspeichers<br \/>\nc.\tVerhinderung des Austrages von Schwimmstoffen<br \/>\nd.\tFiltration vor Ablauf in den Kanal<br \/>\nDieser Filter kann auch in Nassgullys, wie sie in vielen St\u00e4dten vorhanden sind, angewandt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenFolgende Arbeitsschritte waren vorgesehen:<br \/>\n1.\tEntwicklung einer neuen Bauform zum Einsatz in vorhandene Nassgullys<br \/>\nDer bestehende INNOLET Filter kann bei hohen Belastungen im Stra\u00dfenbereich durch eine andere Ap-plikationsform im Gullyschacht ersetzt werden. Ziel war es eine Filtration vor dem Ablauf des Filters zu erreichen.<br \/>\n2.\tTest der Filter<br \/>\nEs sind zwei Versuchsaufbauten vorgesehen.<br \/>\na.\tVorversuche auf einem Versuchsstand<br \/>\nb.\tEinsatz im Feldversuch.<br \/>\n3.\tBeprobung der Filter, Betriebliche Aspekte<br \/>\nDurch die Beprobung der Filter sollte die Verminderung des Stoffeintrages in den Kanal untersucht werden. Die Beprobungen sollten am Versuchsstand und vor Ort im Feldversuch stattfinden.<br \/>\n4.\tOptimierung des Reinigungs- und Wartungsprozesses<br \/>\nDer Wartungs- und Betriebszyklus f\u00fcr die INNOLET Eins\u00e4tze musste f\u00fcr den betrieblichen Einsatz optimiert werden. Die Anforderung hierbei lautete prim\u00e4r, dass die Zyklen m\u00f6glichst gro\u00df gehalten werden sollten bei gleichzeitig guter Reinigungsleistung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Zeitraum der Laufzeit des Vorhabens wurde ein Filter entwickelt, der in der vorhandenen Hamburger Nasstrumme ohne deren Umbau nachger\u00fcstet werden kann. Anhand von Vorversuchen wurde die prinzipielle Tauglichkeit des Filters getestet. Dies geschah mit gutem Erfolg sowohl in hydraulischer als auch in stofflicher Hinsicht.<br \/>\nNach den Vorversuchen wurde das System an dem Versuchsstandort Vollh\u00f6fner Weiden im Gebiet des Hamburger Hafens eingesetzt. Dort wurden im Feldversuch 20 Filter in vorhandene Trummen nachger\u00fcstet und \u00fcber 1 Jahr betrieblich und stofflich untersucht.<br \/>\nVor Einbau der Filter erfolgten konstruktive Anpassungen, um die flexible Nachr\u00fcstung in nahezu alle vorhandenen Bestandstrummen zu gew\u00e4hrleisten.<br \/>\nDie Einzugsgebietsfl\u00e4chen der Trummen unterscheiden sich zum Teil mehr als 200 %. Daraus resultiert eine unterschiedliche hydraulische und damit auch stoffliche Belastung.<br \/>\nDas System INNOLET G zeigt gegen\u00fcber den Zulaufwerten einen R\u00fcckhalt von ca. 50-55 % in situ. Im Vergleich dazu und unter Ber\u00fccksichtigung der Einzugsgebietsfl\u00e4chen ergibt sich eine deutlich geringere Leistung der Trumme ohne Filter. In den Sedimenten der Trummen mit IINOLET G konnten deutlich mehr Feinstanteile festgestellt werden. Bei der Kornfraktion kleiner 100 \u00b5m sind dies ca. 50% mehr als in der Trumme ohne INNOLET G. Dies l\u00e4sst auf einen deutlich h\u00f6heren R\u00fcckhalt an Feinststoffen durch den Filter schlie\u00dfen, was auch mit der Beobachtung des Beschickungsversuches in situ korreliert.<br \/>\nAbb:\tFunktionsprinzip des INNOLET G Filters<\/p>\n<p>Eine Pr\u00fcfung nach dem derzeitigen Pr\u00fcfverfahren des DIBt f\u00fcr dezentrale Regenwasserbehandlungsan-lagen mit dem Pr\u00fcfmittel Millisil W4 ergab einen R\u00fcckhalt von ca. 64%. Im Vergleich dazu wurde auch die Trumme ohne INNOLET G gepr\u00fcft. Dies ergab ebenfalls einen R\u00fcckhalt von 64%. Bei einer zus\u00e4tzlichen, im DIBt Pr\u00fcfverfahren nicht vorgesehenen Pr\u00fcfung mit Schwimmstoffen bzw. schwer absetzbaren Stoffen wurden diese dagegen von der Nasstrumme, im Gegensatz zur Trumme mit INNOLET G, nicht bzw. kaum zur\u00fcckgehalten. Dies deckt sich mit den Beobachtungen auf dem Versuchsstand und in situ vor Ort. Hier wird vorgeschlagen, prinzipiell bei Pr\u00fcfung von Anlagen das Spektrum der Pr\u00fcfkriterien und Materialien zu erweitern.<br \/>\nIm Vergleich mit anderen Alternativen der Reinigung des Stra\u00dfenablaufswasser im Einzugsgebiet (zentraler Bodenfilter, qualifiziertes Trennsystem) schneidet die Variante mit INNOLET G auf Grund der Nachr\u00fcstbarkeit im Bestand ohne Umbauma\u00dfnahmen am g\u00fcnstigsten ab. Hier ist zu erw\u00e4hnen, dass auch durch die Hamburg Port Authority im Vorfeld des Projektes Variantenuntersuchen durchgef\u00fchrt worden waren, die alle zu hohen Kosten im Falle eines Umbaus gef\u00fchrt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Nach Ende des Projektes erfolgt die Vorstellung der Ergebnisse aus dem Projekt im Rahmen eines Workshops in Hamburg. Eine Ver\u00f6ffentlichung in einer Fachzeitschrift ist in Vorbereitung.<br \/>\nDer Filter wurde auf der Wasser Berlin 2011 im Mai 2011 dem interessierten Fachpublikum pr\u00e4sentiert. Die Wasser Berlin ist eine internationale Fachmesse f\u00fcr Wasserwirtschaft und Entsorgungstechnik. Dort stie\u00df er auf reges Interesse. Im n\u00e4chsten Jahr ist die Pr\u00e4sentation des Filters auf der IFAT 2012 in M\u00fcnchen geplant, die ein noch weit gr\u00f6\u00dferes Publikum ansprechen wird. Unabh\u00e4ngig davon besteht auch schon im Ausland Interesse am System.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Laufe des Versuchszeitraumes konnte ein funktionierendes nachr\u00fcstbares Filtersystem f\u00fcr die Hamburger Trumme entwickelt und erfolgreich getestet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Forschungs- und Versuchsvorhabens war die Entwicklung und Erprobung eines in vorhandenen Gullys mit Nassschlammfang intern ohne Aufh\u00e4ngung am Gitterrostaufsatz nachr\u00fcstbaren Filters. Dies galt insbesondere f\u00fcr Gullys, die auf Grund der Bauart, wie z. 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