{"id":25000,"date":"2023-09-24T10:32:34","date_gmt":"2023-09-24T08:32:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26736-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:35","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:35","slug":"26736-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26736-01\/","title":{"rendered":"Demonstration und Optimierung einer umweltfreundlichen, salpeters\u00e4urefreien Anlage mit Vakuumdestillation f\u00fcr das Beizen von Edelstahlteilen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen der Sitzverlegung des Unternehmens von Hilchenbach nach Rietberg und dem damit verbundenen Neubau der Produktionshalle wurde entschieden, den Beizprozess zuk\u00fcnftig eigenst\u00e4ndig und umweltfreundlich zu gestalten.<br \/>\nIm Fokus der Umweltbilanz standen dabei einerseits eine hohe Belastung durch Transportfahrten zwischen Unternehmen und Beize, andererseits die Belastung durch entstehenden Sonderabfall im Falle des konventionellen Beizens mittels Salpeters\u00e4ureb\u00e4dern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEs sollten Rohre und Filter aus Edelstahl nach dem Produktionsvorgang gebeizt werden, um eine hohe Oberfl\u00e4cheng\u00fcte zu erreichen. Die Rohre und Filter finden in der Wasserversorgung, speziell im Brunnenausbau Verwendung. Die fertig gestellten Rohre werden im Tauchverfahren in die Beize eingebracht und verbleiben dort, bis die gew\u00fcnschte Oberfl\u00e4cheng\u00fcte erreicht worden ist. Danach werden die Rohre entnommen und klargesp\u00fclt. Die Beizanlage arbeitet dabei mit TOP-Acid Tauchbeize, die salpeters\u00e4urefrei ist. Auf einen Abluftw\u00e4scher wurde in Folge dessen verzichtet. Beim TOP-Acid Beizverfahren wird ein sonderstabilisiertes Wasserstoffperoxid (Handelsbezeichnung TOP-Oxidator) eingesetzt, um das Redoxpotenzial in der Beizs\u00e4ure zu halten.<br \/>\nDie Zudosierung des TOP-Oxidators erfolgt durch eine automatische Redox-Mess- und Dosieranlage.<br \/>\nDie Beizanlage arbeitet mit einer Vakuumdestillationsanlage. Anfallendes Sp\u00fcl- und Schmutzwasser wird auf einen PH Wert von 10,5 angehoben und anschlie\u00dfend verdampft. Es verbleibt dann 50 \u00b0C warmes destilliertes Wasser, welches wieder in dem Prozess zum Absp\u00fclen von Beizteilen eingesetzt werden kann.<br \/>\nSomit handelt es sich um ein geschlossenes System und es fallen die sonst mit einer Beizanlage verbundenen hohen Abwasserentsorgungsmengen (4 m\u00b3\/Mg Edelstahl) nicht an. Durch den geschlossenen Wasserkreislauf werden belastetes Abwasser und belastete Abluft vermieden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Am 10.11.2008 fand die Abnahme der Edelstahlbeize der Firma S &#038; F statt. Die Absicht des Unternehmens bestand darin, den zur Fertigung von Edelstahl notwendigen Beizvorgang umweltfreundlich zu gestalten. Daf\u00fcr wurde eine Verfahrenskombination aus wieder verwertbarer Beize ohne Salpeters\u00e4ure und Vakuumdestillation zur R\u00fcckgewinnung des Sp\u00fclwassers in Betrieb genommen.<br \/>\nDie erzielten Ergebnisse sind \u00f6kologisch und technologisch zufriedenstellend:<br \/>\n&#8211; Einwandfreies Beizergebnis<br \/>\n&#8211; Nach Eingew\u00f6hnungsphase nur selten St\u00f6rungsmeldung<br \/>\n&#8211; Geringer Beizmediumverbrauch (1,8 m\u00b3 Flusss\u00e4ure in fast einem Jahr, 0,17 l\/m\u00b2 Edelstahl)<br \/>\n&#8211; 98 %-ige R\u00fcckgewinnung des Sp\u00fclwassers<br \/>\n&#8211; Minimaler Frischwasserverbrauch<br \/>\n&#8211; Keine Abwasserproduktion<br \/>\n&#8211; Keine betriebliche Abwasserreinigung notwendig<br \/>\n&#8211; Keine Freisetzung von Stickoxiden<br \/>\n&#8211; Keine Abluftreinigung notwendig<br \/>\n&#8211; Geringe Abfallmengen durch hohe Aufkonzentration in Destillation (2 % Konzentrat,                     0,011 Mg Abfall\/ Mg Edelstahl)<br \/>\n&#8211; Hohe Energieersparnis durch geringen Energiebedarf Vakudest\u00ae-Anlage sowie durch Wegfallen der Abwasser- und Abluftreinigung<br \/>\n&#8211; Stark verminderter CO2-Aussto\u00df durch eingesparte Transportfahrten<br \/>\n&#8211; Kostenersparnis von ca. 8 %<\/p>\n<p>Bisher sind die Beizzeiten ausreichend. In Zukunft ist eventuell eine Verk\u00fcrzung der Aufenthaltszeiten des Edelstahls in der Beize, durch Einstellungsoptimierungen (erh\u00f6hte Beizbadtemperaturen und\/oder Erh\u00f6hung der S\u00e4urekonzentration) notwendig.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Anlage ist im Rahmen der 125-Jahr-Feier der Unternehmensgruppe Konrad St\u00fcckerj\u00fcrgen am 17.\/18.10.2009 der breiten \u00d6ffentlichkeit vorgestellt worden. An den beiden Tagen haben sich 250 geladene G\u00e4ste und rund 600 interessierte Besucher, darunter sowohl Fachpublikum als auch Laien, \u00fcber das Verfahren informieren lassen. Die Funktionsweise der Anlage wurde durch sachkundige Mitarbeiter erl\u00e4utert und auf die Bezuschussung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hingewiesen.<br \/>\nMit Bezug auf das 125-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um wird auch im Internetauftritt des Unternehmens auf die umweltfreundliche Edelstahlbeize und die Auszeichnung durch die DBU hingewiesen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Umstellung von der externen, konventionellen Beizung auf die betriebsinterne, umweltfreundliche Beizung ist gegl\u00fcckt. Das Beize arbeitet absolut zufriedenstellend und in vieler Hinsicht umweltschonend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen der Sitzverlegung des Unternehmens von Hilchenbach nach Rietberg und dem damit verbundenen Neubau der Produktionshalle wurde entschieden, den Beizprozess zuk\u00fcnftig eigenst\u00e4ndig und umweltfreundlich zu gestalten. 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