{"id":24994,"date":"2023-07-13T15:27:12","date_gmt":"2023-07-13T13:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26712-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:27:13","modified_gmt":"2023-07-13T13:27:13","slug":"26712-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26712-01\/","title":{"rendered":"Energiesparender Neubau des Tropen-Manati-Hauses"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der st\u00e4dtische Tiergarten N\u00fcrnberg beabsichtigte den Neubau einer Lagunenlandschaft f\u00fcr Seel\u00f6wen und Delfine sowie eines Tropenhauses zur Unterbringung von Seek\u00fchen (Manatis) und mehreren Kleintierarten. Die gesamte Bauma\u00dfnahme umfasst die Erweiterung der bisherigen Delfinhaltung im Delfina-rium 1 (Bj. 1971) um eine Landschaftsanlage mit mehreren Au\u00dfenbecken f\u00fcr Delfine und Seel\u00f6wen, den Neubau eines Tropen-Manati-Hauses, die Integration eines so genannten Blauen Salons zur Unterwasserbeobachtung von Delfinen, Seel\u00f6wen und Manatis, die Errichtung eines Technikgeb\u00e4udes sowie Umbauarbeiten im jetzigen Delfinarium 1. Die Entwurfsplanung der naturnahen Lagune sieht sechs Becken mit einer Wasserfl\u00e4che von gesamt etwa 1.580 m\u00b2 (Wasservolumen etwa 5.500 m\u00b3) vor. Dies soll Lebensraum f\u00fcr maximal 14 Delfine und die Seel\u00f6wengruppe bieten. F\u00fcr den Winterbetrieb ist neben der Nutzung des Delfinariums 1 eine tempor\u00e4re \u00dcberdachung von zwei Becken mit einer Traglufthalle geplant. Den Au\u00dfenbecken zugeordnet sind naturnah gestaltete Zuschauertrib\u00fcnen mit etwa 1.500 Sitzpl\u00e4tzen und weiteren Stehpl\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas erste Konzept mit den baulichen und anlagentechnischen Planungen sowie einem Energie- und Betriebskonzept stammt aus dem Jahr 2005. Seit dem Jahr 2007 ist das Kommunale Energiemanagement beim Hochbauamt der Stadt N\u00fcrnberg an den Planungen beteiligt. Es erfolgte eine erste Optimierungsphase insbesondere f\u00fcr bauliche Ma\u00dfnahmen und f\u00fcr das Beheizungs- und Bel\u00fcftungskonzept. Dabei stellte sich der Neubau des Tropen-Manati-Hauses hinsichtlich seiner raumklimatischen Anforderungen als besonders anspruchsvoll heraus.<br \/>\nIn einem n\u00e4chsten Schritt sollte das neu zu errichtende Tropen-Manati-Haus energetisch nochmals optimiert sowie das Gesamtkonzept \u00fcberdacht und angepasst werden. Diese Optimierungsma\u00dfnahmen f\u00fcr das Tropen-Manati-Haus hatten sich auf Verbesserungen des W\u00e4rmeschutzes bei der Geb\u00e4udeh\u00fclle, energetische Optimierungsma\u00dfnahmen hinsichtlich des Beheizungs- und Bel\u00fcftungskonzepts sowie des Beleuchtungskonzepts und, wenn auch nicht CO2-emissionsrelevant, auf Optimierungen beim Wasserverbrauch konzentrieren.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es ergaben sich nach anf\u00e4nglichen Problemen mit der Heizungstechnik am Beginn der Heizperiode 2011\/2012 und anschlie\u00dfender diverser Hilfsma\u00dfnahmen gute klimatische Verh\u00e4ltnisse im Manatihaus. Die Raumlufttemperaturen lagen \u00fcberwiegend um die 26-27\u00b0C.<br \/>\nDie Raumluftfeuchte pendelte in einem akzeptablen Bereich zwischen 70 und 80 % r. F.<br \/>\nIm Fr\u00fchjahr und Sommer 2012 wurden durch die vermehrte Nutzung der freien L\u00fcftung \u00fcber motorische Fenster und demzufolge der Anpassung an das Au\u00dfenklima gr\u00f6\u00dfere Schwankungen hinsichtlich Raumlufttemperaturen und -feuchten erreicht.<br \/>\nDie gemessenen CO2-Konzentrationen im Manatihaus bewegten sich zwischen 370 ppm Au\u00dfenluftniveau und 1.000 ppm bei starkem Besucherverkehr.<br \/>\nWichtige Korrekturen sind am Heizungssystem erforderlich, um den Betrieb der W\u00e4rmeerzeuger zu optimieren (h\u00e4ufige BHKW-Taktung), und die thermische Solaranlage effizienter einzubinden. Dar\u00fcber hinaus ist die unbefriedigende hydraulische Situation zu verbessern.<br \/>\nDie Energiebilanz ergibt f\u00fcr das 1. Betriebsjahr einen Prim\u00e4renergiewert \u00fcber alle Medien von 6.451 MWh f\u00fcr die Lagune, f\u00fcr das Manatihaus von 1.660 MWh. Geplant waren 5.391 MWh bzw. 1.717 MWh.<br \/>\nDie energiebedingten CO2-Emissionen liegen mit 1.420 t\/a (Lagune) bzw. 366 t\/a (Manati) leicht \u00fcber bzw. unter dem Planungsziel von 1.187 t\/a bzw. 383 t\/a.<br \/>\nDer witterungsbereinigte Heizw\u00e4rmeverbrauch im Neubau Lagune-Manati-Anlage betrug f\u00fcr das erste Betriebsjahr vom 31.07.2011 bis 31.07.2012 1.736,8 MWh. F\u00fcr das Manatihaus wurden 429,0 MWh verbraucht. Urspr\u00fcngliche Zielwerte waren hierf\u00fcr 1.416,5 MWh bzw. 335,7 MWh.<br \/>\nDer Jahresstromverbrauch betr\u00e4gt inkl. aller technischen Anlagen 1.745,8 MWh (Lagune) bzw. 457,1 MWh (Manatihaus). Ziel waren hier 1.474,0 MWh und 518,2 MWh.<br \/>\nDie aktuellen Mehrverbr\u00e4uche gegen\u00fcber den anspruchsvollen Zielen zeigen allerdings die Notwendigkeit einer weiteren Monitoring- und Optimierungsphase.<br \/>\nDie Mehrkosten f\u00fcr die energetische Verbesserung des Manatihauses betrugen ca. 300.000 EUR, dies entspricht ca. 4 %. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung ergibt eine Amortisationszeit gegen\u00fcber einer konventionellen Ausf\u00fchrung von etwa 10 Jahren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Seit Fertigstellung des Geb\u00e4udes ist bisher ein Erfahrungs- und Wissenstransfer wie folgt gestaltet worden:<br \/>\nVorstellung des Projekts bei einschl\u00e4gigen Kongressen und Tagungen, u. a. Energietage der Bayerischen Ingenieurekammer Bau in N\u00fcrnberg und Passau, Kongress der Kommunalen Energiebeauftragten 2009, 2010, 2011, 2012. Veranstaltung von F\u00fchrungen durch das Geb\u00e4ude f\u00fcr regionale und \u00fcberregionale Fachleute, insgesamt bisher ca. 20 F\u00fchrungen mit gesamt ca. 600 Personen. Erstellung einer Brosch\u00fcre\/Projektinfo (Reihe des Kommunalen Energiemanagements N\u00fcrnberg), Verteilung an alle Projektbeteiligten (in Vorbereitung). Redaktionelle Mithilfe bei projektspezifischen Artikeln in der Hauszeitung des Tiergartens Tiergarten Aktuell. Infotafeln im Geb\u00e4ude.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das im ersten Betriebsjahr von KEM in Zusammenarbeit mit dem technischen Personal des Tiergartens durchgef\u00fchrte Intensivmonitoring konnte zeigen, dass sich das geplante Konzept der Lagune-Manati-Anlage im Wesentlichen, zumindest in funktionaler Hinsicht, bew\u00e4hrt hat. Der Komplex wird von den Besuchern des Tiergartens sehr gut angenommen.<br \/>\nPunktabzug gibt es jedoch f\u00fcr die Heizungs- und die L\u00fcftungstechnik. Hier sind noch deutliche Nacharbeiten, vor allem M\u00e4ngelbeseitigung erforderlich. Die Energieverbr\u00e4uche von W\u00e4rme und Strom sind zwar h\u00f6her als die urspr\u00fcnglichen Zielwerte, aber wenigstens deutlich geringer als im ersten Planungskonzept.<br \/>\nProblematisch und Ursache f\u00fcr die noch zu hohen Verbr\u00e4uche bei Strom und Heizung sind einerseits die Fahrweise des Tiergartens mit h\u00f6heren Wassertemperaturen und h\u00f6herer Qualit\u00e4t der Wasseraufbereitung, als urspr\u00fcnglich geplant. Hier steht allerdings die Gesundheit der Tiere im Vordergrund. Der zweite Ursachenbereich umfasst die noch nicht effiziente Betriebsweise der W\u00e4rmeerzeuger, auch der Einbindung der Solaranlage.<br \/>\nEine Reduzierung der Verbr\u00e4uche ist dringend erforderlich und erfordert intensive Arbeiten zur Einhaltung der Effizienzkriterien, d. h. noch weitere M\u00e4ngelbeseitigung, aber auch zur weiteren Betriebsoptimierung, wof\u00fcr noch Potenzial vorhanden ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der st\u00e4dtische Tiergarten N\u00fcrnberg beabsichtigte den Neubau einer Lagunenlandschaft f\u00fcr Seel\u00f6wen und Delfine sowie eines Tropenhauses zur Unterbringung von Seek\u00fchen (Manatis) und mehreren Kleintierarten. 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