{"id":24993,"date":"2023-09-24T10:32:34","date_gmt":"2023-09-24T08:32:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26711-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:35","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:35","slug":"26711-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26711-01\/","title":{"rendered":"Sanierung des anthropogen umweltgesch\u00e4digten, denkmalgesch\u00fctzten, barocken Speichergeb\u00e4udes im Wirtschaftshof Lomnitz\/Niederschlesien zum Zweck der Umweltbildung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt befasste sich mit der beispielhaften Sanierung eines aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammenden Speicher- und Handelskontorgeb\u00e4udes, das speziell f\u00fcr die Lagerung und Veredelung des seinerzeit sehr wertvollen Leinensaatguts konstruiert wurde. Das einst f\u00fcr die schlesische Leinwandfertigung typische Nutzgeb\u00e4ude war in der Region einmalig und nach jahrzehntelanger unsachgem\u00e4\u00dfer Nutzung und Leerstand akut gef\u00e4hrdet: Moderf\u00e4ule und beginnender Befall durch Hausschwamm, weit reichende Belastung des Mauerwerkes durch Versalzung und eine Vergipsung der Dacheindeckung durch Umweltsch\u00e4den, sowie Sch\u00e4den durch Wassereinfall infolge der Aufsch\u00fcttung des Hofbereichs mit Schlacke stellen eine besondere bauliche und denkmalpflegerische Herausforderung dar.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenErforderlich zur Rettung des Geb\u00e4udes waren:<br \/>\n&#8211;\tBeseitigung der Versalzung,<br \/>\n&#8211;\tfachgerechte Renovierung des Dachstuhls und Erneuerung der Dachdeckung<br \/>\n&#8211;\tSanierung der Mauerwerkssch\u00e4den durch punktuelle und kleinfl\u00e4chige Erg\u00e4nzung des<br \/>\n       Ziegelmauerwerkes mit Altmaterial,<br \/>\n&#8211;\tBeseitigung des nachtr\u00e4glich eingebauten Zementbodens im Erdgeschoss<br \/>\n&#8211;\tErneuerung des Innenputzes<br \/>\n&#8211;\tdie Rekonstruktion der historischen Fassade mit Putz und Farben<br \/>\n&#8211;\tdie Erneuerung von Eingangst\u00fcr und Fenstern nach historischem Vorbild<br \/>\n&#8211;\tRettung der Treppenanlage und des Kontorraums im 1. Obergescho\u00df<br \/>\n&#8211;\tRekonstruktion des Innenputzes<br \/>\n&#8211;\tSanierung der Sandsteinplatten im Dielenbereich<br \/>\n&#8211;\tGestaltung der Fl\u00e4che um den Speicher herum nach historischem Vorbild.<\/p>\n<p>Betreut von der Denkmalakademie G\u00f6rlitz und dem polnischen Denkmalamt wurden die Bauma\u00dfnahmen von deutschen und polnischen Firmen durchgef\u00fchrt. Im Rahmen der grenz\u00fcberschreitender Zusammenarbeit fanden begleitend in drei Seminaren zur Denkmalsanierung auf dem Gutshof statt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Wichtigste Herausforderung war, die Ursachen f\u00fcr die Versalzung des Geb\u00e4udes zu beseitigen. Dazu fand zu Beginn des Projekts ein Fachseminar &#8211;  geleitet von der Denkmalakademie G\u00f6rlitz &#8211; statt, an dem die Mitarbeiter der beteiligten Fachfirmen sowie der polnischen Denkmalschutzbeh\u00f6rde teilnahmen. Hierbei wurde nicht nur nach der Ursache gefragt, sondern auch kosteng\u00fcnstige und f\u00fcr den schweren Versalzungsgrad angemessene experimentelle Methode zur Salzentziehung im vorgestellt und ausprobiert. Letztlich wurde ein spezieller Lehm-Kalk-Zelluloseputz angefertigt und im gesamten Sockelbereich der Au\u00dfen- und Innenfassade aufgetragen. Durch die ausgezeichneten Kapillarwirkung dieses Putzes konnte dem Mauerwerk \u00fcber die Wintermonate die Feuchtigkeit und damit verbunden die Salzpartikel entzogen werden. Wichtig war auch Ableitung von Regenwasser durch die Schaffung eines Gef\u00e4lles und die Verlegung neuer Rinnen zur Stra\u00dfe hin. Dies war n\u00f6tig, weil das Stra\u00dfenniveau in den 1970er Jahren erh\u00f6ht worden war. <\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend musste zwischen Anfang Oktober und Wintereinbruch das Mauer im Simsbereich, sowie bei den Balkenauflagen f\u00fcr die Deckenbalken dass Mauerwerk ausgebessert werden, um eine solide Grundlage f\u00fcr den Einbau der neuen bzw. erg\u00e4nzten Balken zu schaffen. Im Fr\u00fchjahr 2009 wurde das im Mortelbettverfahren mit Biberschwanzziegeln eingedeckt Im Inneren des Speichers wurde nun die nachtr\u00e4glich eingezogenen Zwischendecken, durch die ein Kellerbereich entstanden war, entfernt und so die historische Raumh\u00f6he des Raums im Parterre wiedererlangt. Eine Auff\u00fcllung des vormaligen Kellers mit kapillarbrechendem Mineralgemisch und die Anlage eines Estrichbodens vervollst\u00e4ndigte diese Ma\u00dfnahme. <\/p>\n<p>Die Sch\u00e4den am historischen Speicher konnten nicht zuletzt durch das Engagement und der guten Zusammenarbeit der beteiligten deutschen und polnischen Fachfirmen und Denkmalspezialisten relativ kosteng\u00fcnstig beseitigt werden. Vorteilhaft war vor allem die Arbeitsteilung der Arbeiten auf die  deutsche und die polnische Firma. Vorteile in Polen boten die niedrigen Preise f\u00fcr \u00fcbergro\u00dfe Holzelementen oder auch die Angebote vieler noch existierenden kleinen S\u00e4gewerke, die preiswert Spezialanfertigungen anboten. Die deutschen Firmen boten wiederum  Spezialger\u00e4ten und -materialien sowie hohes Fachwissen in Bezug auf traditionelle Handwerkstechniken.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zu Beginn der Restaurierungsarbeiten war ein 5  x 3,5 Meter gro\u00dfes Informationstransparent an der Fassade des Speichers angebracht, die in deutscher und polnischer Sprache \u00fcber die laufenden Arbeiten, die Ziele und die Unterst\u00fctzer durch die DBU hinwies. Um auf das Problem der Gutsh\u00f6fe aufmerksam zu machen, wurde gemeinsam mit der Stiftung Dolina Pa?acow i Ogrod\u00f3w eine Konferenz mit dem Titel M\u00f6glichkeiten der Revitalisierung der Gutsanlagen im Hirschberger Tal. Ein untersch\u00e4tztes Potential f\u00fcr die Entwicklung der Region durchgef\u00fchrt. Auf die historische Bedeutung und die gegenw\u00e4rtigen Probleme dieser Geb\u00e4ude weist auch die vom VSK f\u00fcr das Dominium Lomnitz erarbeitete Ausstellung Hinterm Herrenhaus. Zur Geschichte der Gutsherrschaft und der Gutsh\u00f6fe im Hirschberger Tal und Riesengebirgsvorland die seit April 2009 im Speicher zu sehen ist. <\/p>\n<p>Von  Fr\u00fchjahr bis Herbst 2009 fanden mehrere Journalisten-Rundfahrt mit einer ausf\u00fchrlichen Besichtigung des Gutshofes statt. Au\u00dferdem wurden lokalen Politikern und Gemeinder\u00e4ten sowie Mitarbeitern der Denkmalbeh\u00f6rde zu solchen Fahrten eingeladen. Hierbei wurde auf die Bedeutung dieses kulturellen Erbes hingewiesen sowie auf das Potential, das diese landwirtschaftlicher Anlagen f\u00fcr die weitere Entwicklung des Hirschberger Tal als Tourismusregion in sich bergen. Um auf das Vorhaben Museumsgutshof von Lomnitz hinzuweisen wurde Infoflyer erstellt. Au\u00dferdem entstand eine ca. achtmin\u00fctige multimediale Pr\u00e4sentation in deutscher und polnischer Sprache, ab Fr\u00fchjahr 2010 den Besuchern auf Wunsch vorgestellt wird. Beitr\u00e4ge in der deutschen und polnischen Regionalpresse sowie Radiobeitr\u00e4ge, vor allem die zahlreichen Gro\u00dfveranstaltungen auf dem Gutshof sorgten w\u00e4hrend der ganzen Projektlaufzeit daf\u00fcr, dass die Bev\u00f6lkerung der Region \u00fcber die Fortschritte bei der Restaurierung in Lomnitz informiert wurde. Bei der gesamten \u00d6ffentlichkeitsarbeit wurde auf die Unterst\u00fctzung der DBU hingewiesen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt kann nach in vollem Umfang als Erfolg bezeichnet werden. Der Speicher des Gutes Lomnitz konnte so \u00e4u\u00dferlich in seinen urspr\u00fcnglichen Zustand zur\u00fcckversetzt und damit ein wichtiges Element der Gesamtanlage wieder gewonnen werden. Nun ist erkennbar, dass die beiden Lomnitzer Schl\u00f6sser, der Park und der Gutshof eine Einheit sind. Der Gutshof &#8211; obwohl immer noch nicht vollst\u00e4ndig restauriert und museal sowie touristisch genutzt &#8211; ist schon jetzt bei den regelm\u00e4\u00dfigen  Festveranstaltungen ein Besuchermagnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt befasste sich mit der beispielhaften Sanierung eines aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammenden Speicher- und Handelskontorgeb\u00e4udes, das speziell f\u00fcr die Lagerung und Veredelung des seinerzeit sehr wertvollen Leinensaatguts konstruiert wurde. 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