{"id":24981,"date":"2024-11-27T10:38:41","date_gmt":"2024-11-27T09:38:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26671-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:43","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:43","slug":"26671-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26671-01\/","title":{"rendered":"1.000 Fenster f\u00fcr die Feldlerche"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes war es, Feldlerchenfenster als leicht umzusetzende Naturschutzma\u00dfnahme unter Landwirten und Natursch\u00fctzern in ganz Deutschland bekannt zu machen. Die freiwillige `Ma\u00dfnahme` sollte in zwei Jahren auf mindestens tausend \u00c4ckern umgesetzt und ihre biologische Wirkung durch ein stichprobenartiges Monitoring untersucht werden. Das Projekt sollte dar\u00fcber hinaus dazu beitragen, das Verh\u00e4ltnis zwischen Landwirten und Natursch\u00fctzern zu f\u00f6rdern. Feldlerchenfenster sollen der Feldlerche und anderen in ihrem Bestand abnehmender Tierarten der Feldflur helfen. Die Best\u00e4nde<br \/>\nder Feldlerche sind in den letzten Jahrzehnten europaweit zur\u00fcck gegangen. In Deutschland wird sie mittlerweile auf der Roten Liste der gef\u00e4hrdeten Brutv\u00f6gel gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEin Arbeitsschwerpunkt innerhalb des Projektes war die Gewinnung von Landwirten f\u00fcr das Projekt. Dabei wurden verschiedene Ans\u00e4tze verfolgt. Neben Aufrufen in landwirtschaftlichen Wochenbl\u00e4ttern und auf den Internetseiten der beteiligten Verb\u00e4nde wurden Landwirte direkt mit Hilfe der regionalen Kontakte der Verb\u00e4nde und eines speziellen Faltblattes angesprochen. Als Schwerpunktregionen waren im Vorfeld Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Hessen, Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg ausgew\u00e4hlt worden. Eine Teilnahme am Projekt stand jedoch auch Landwirten aus dem \u00fcbrigen Bundesgebiet offen. Die Beteiligung wurde \u00fcber einen Meldebogen erfasst. Feldlerchenfenster sollten m\u00f6glichst in gro\u00dfen Ackerschl\u00e4gen in einer Dichte von zwei Fenstern pro Hektar durch Aussetzen der Drillmaschine angelegt werden. Es wurde keine finanzielle Entsch\u00e4digung gezahlt, daf\u00fcr erhielten die Landwirte als Anerkennung eine Informationstafel zur Aufstellung am Ackerrand. Um die Wirkung der Feldlerchenfenster auf Feldv\u00f6gel zu \u00fcberpr\u00fcfen, wurde eine wissenschaftliche Begleituntersuchung mit Hilfe ehren- oder hauptamtlicher Kartierer auf insgesamt 85 Fl\u00e4chenpaaren (Acker mit\/ohne Feldlerchenfenster) durchgef\u00fchrt. Es fanden vier Durchg\u00e4nge (April bis Juli) statt. Der Einfluss der Feldlerchenfenster auf die Dichte der Feldv\u00f6gel wurde artspezifisch mit Hilfe des Wilcoxon-Tests f\u00fcr gepaarte Stichproben \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>a) Beteiligung von Landwirten<br \/>\nEs haben sich bundesweit 525 Landwirte aus 14 Bundesl\u00e4ndern am Projekt beteiligt. Insgesamt wurden auf 1.244 \u00c4ckern mehr als 5.100 Feldlerchenfenster angelegt. Das Projektziel, die Ma\u00dfnahme auf mindestens 1000 \u00c4ckern umzusetzen, wurde erreicht. Bezogen auf die Anzahl teilnehmender Landwirte pro 100 km\u00b2 landwirtschaftlich genutzter Fl\u00e4che lag die Beteiligung in Hessen (1,58) vor der in Baden-W\u00fcrttemberg (1,2), Bayern (1,0), Sachsen-Anhalt (0,23) und Schleswig-Holstein (0,09). Rund drei Viertel der Feldlerchenfenster wurden im Wintergetreide angelegt, die \u00fcbrigen verteilten sich auf Winterraps, Mais und weitere Kulturen.<br \/>\nM\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr eine regional hohe Beteiligung (z.B. Bayern) bestanden in Erfahrungen von Landwirten mit der Ma\u00dfnahme aus Vorg\u00e4ngerprojekten und einer intensiven Ansprache der Landwirte auf lokaler Ebene. Als ein Ergebnis ist festzuhalten, dass die teilnehmenden Landwirte auch ohne finanzielle F\u00f6rderung bereit waren, eine einfache Ma\u00dfnahme auf freiwilliger Basis umzusetzen. Das Partnerprojekt 1.000 Fenster f\u00fcr die Lerche aus Nordrhein-Westfalen mit mehr als 9.000 angelegten Feldlerchenfenstern im ersten Jahr zeigte jedoch, dass ein finanzieller Anreiz die Teilnahmebereitschaft der Landwirte deutlich steigern kann. Einen anderen Weg stellt die offensive Bewerbung freiwilliger Umweltleistungen  durch den Betrieb selbst oder deren Abnehmer dar. So nutzte ein teilnehmender Betrieb aus Schleswig-Holstein, der seine Produkte regional vermarktet, die Feldlerchenfenster zur Imagewerbung. Erfolgreiche Beispiele f\u00fcr freiwillige Umweltleistungen der Landwirte auf Initiative ihrer Abnehmer finden sich in der Schweiz und im kleineren Ma\u00dfstab in Bayern.<\/p>\n<p>b) Wissenschaftliche Begleituntersuchung<br \/>\nDie wissenschaftliche Begleituntersuchung zeigte, dass Feldlerchenfenster im Wintergetreide eine positive Wirkung auf die Nutzbarkeit der Fl\u00e4chen f\u00fcr die Feldlerche w\u00e4hrend der Hauptbrutzeit im Mai und Juni besitzen. In diesen beiden Monaten wurden signifikant mehr Feldlerchen auf \u00c4ckern mit Feldlerchenfenstern als auf den Vergleichsfl\u00e4chen registriert. W\u00e4hrend die Zahl der Feldlerchen auf Fl\u00e4chen mit Feldlerchenfenstern von April bis Juni konstant blieb, nahm sie auf den Vergleichsfl\u00e4chen im Verlauf des Untersuchungszeitraums stetig ab. Bei der zweith\u00e4ufigsten Vogelart auf den untersuchten Ackerfl\u00e4chen, der Schafstelze, wurde hingegen keine Wirkung der Ma\u00dfnahme festgestellt. F\u00fcr weitere Vogelarten kann auf Grund zu geringer H\u00e4ufigkeiten keine Aussage getroffen werden.<br \/>\nDieser Trend stimmt mit Erfahrungen aus der Schweiz und Gro\u00dfbritannien \u00fcberein. Fl\u00e4chen ohne Feldlerchenfenster werden nach diesen Untersuchungen wegen des fehlenden Zugangs zu Nahrung auf offenen Bodenstellen im Laufe der Brutsaison f\u00fcr Feldlerchen zunehmend unattraktiver. Auf Grundlage der im Rahmen dieses Projektes durchgef\u00fchrten Untersuchung kann jedoch nicht beurteilt werden, wie sich Feldlerchenfenster auf den Bruterfolg und Brutbestand der Feldlerche (und anderer Feldv\u00f6gel) sowie in anderen Kulturen auswirken. Diese Fragen sollten Inhalt weitergehender Studien sein. Dar\u00fcber hinaus sollte zuk\u00fcnftig noch st\u00e4rker auf die richtige Standortwahl f\u00fcr die Anlage von Feldlerchenfenstern und eine ausreichende Dichte der Fenster im Acker geachtet werden. Feldlerchenfenster k\u00f6nnen ein Beitrag zum Naturschutz in der Agrarlandschaft sein, m\u00fcssen jedoch mit dem Erhalt nat\u00fcrlicher St\u00f6rstellen und weiteren spezifischen Naturschutzma\u00dfnahmen einhergehen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des gesamten Projektzeitraums wurde eine intensive begleitende \u00d6ffentlichkeitsarbeit durchgef\u00fchrt. Diese umfasste regelm\u00e4\u00dfige Pressemeldungen, die von zahlreichen Tageszeitungen und landwirtschaftlichen Fachbl\u00e4ttern aufgegriffen wurden. Auch wurde mehrfach in Rundfunk und Fernsehen \u00fcber das Projekt berichtet. Dar\u00fcber hinaus wurde das Projekt auf insgesamt acht Fachtagungen vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Als zentrales Ergebnis des Projektes ist festzuhalten, dass Feldlerchenfenster bundesweit unter Landwirten und Natursch\u00fctzern bekannt gemacht wurden. Das Ziel, die Ma\u00dfnahme auf mindestens 1.000 \u00c4ckern umzusetzen, wurde erreicht. Mehr als 500 Landwirte waren auch ohne finanzielle F\u00f6rderung bereit, eine einfache Naturschutzma\u00dfnahme auf ihren \u00c4ckern umzusetzen. Eine wissenschaftliche Begleituntersuchung zeigte, dass die Ma\u00dfnahme der Feldlerche zu Gute kommen kann. Es besteht jedoch weiterer Forschungsbedarf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes war es, Feldlerchenfenster als leicht umzusetzende Naturschutzma\u00dfnahme unter Landwirten und Natursch\u00fctzern in ganz Deutschland bekannt zu machen. Die freiwillige `Ma\u00dfnahme` sollte in zwei Jahren auf mindestens tausend \u00c4ckern umgesetzt und ihre biologische Wirkung durch ein stichprobenartiges Monitoring untersucht werden. 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